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Seychellen

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Seychellenvortrag

Warnung: die Bilder, die sie in den nächsten Minuten sehen werden, könnten sich in der kommenden Zeit negativ auf Ihre Arbeitsmoral auswirken. Vielleicht werden Sie nicht mehr auf Ihren Arbeitsplatz zurückkehren wollen. Fotograf und Veranstalter können keine Verantwortung für etwaige Folgen dieser Art Übernehmen!

           
  Im Gegensatz zu den reinen Korallenatollen der Malediven besteht ein weiter westlich im Indischen Ozean gelegenes Archipel aus Granit. Weitere Zutaten sind Himmel, Meer, Pflanzen, Tiere und Menschen, Ruhe, Flair und Stimmung. Und viele kleine und große Wunder.   14_1   14_2
           
  Die Seychellen sind die einzige ozeanische Inselgruppe der Welt aus präkambrischen Granit. Manche Firmen geben sich wissenschaftlich und nutzen diese Gegebenheit für ihre Werbung…   15    
           
  Die späteren Seychellen trennten sich vom südlichen Urkontinent Gondwana ab und veränderten ihre Position während der kommenden 100 Millionen Jahre nicht mehr wesentlich.   16    
           
  So kommt es, dass die granitischen Seychellen alles bieten, was zu einem Kontinent gehört, selbst wenn sie nur eine Mini-Ausgabe sind: Berge, Täler und Süßwasser…   17    
           
  eine großartige Unterwasserlandschaft, reine Sandstrände und solche mit riesigen Felsblöcken,   18    
           
  … sowie Pflanzen und Tiere, die es auf den meisten anderen ozeanischen Inseln nicht gibt.   19    
           
  Man muss schon genauer hinsehen, um einige von ihnen zu entdecken. Das Tigerchamäleon macht der sprichwörtlichen Fähigkeit seiner Familie alle Ehre. Drei Sekunden vor dieser Aufnahme war es noch leuchtend grün …   Tigerchamäleon    
           
  Alle diese Naturwunder zusammengenommen haben die Seychellen jedoch noch lange nicht so berühmt gemacht, wie die Palme der Superlative, die Coco de Mer. Der Nationalpark Vallée de May auf Praslin ist der einzige Ort auf der Welt, wo dieser Baum von Natur aus wächst.   Coco

Coco
  Coco
           
  Palmen sind wie Menschen: es gibt männliche und weibliche Ausgaben. Botaniker nennen das trocken zweihäusig.   Coco   Coco
           
  Bei diesen Formen ist es kein Wunder, dass die Kreolen den Bäumen das wildeste Liebesleben andichten. In stürmischen Nächten soll es besonders zugehen und wehe dem, der das Treiben zufällig erblickt. Er soll, laut Volksmund, sterben. Die kolonial angehauchte Bezeichnung Negerinnen-Po für die Nuss sollten wir galanter Weise vergessen.   Coco   Coco
           
  Alles auf dieser Palme ist extrem: die längsten Blattstiele der Welt, die größten Blätter der Welt, mit 20 Kilo die schwersten Baumfrüchte der Welt, mit 7 Jahren die längste Reifezeit der Nüsse.   Coco   Coco
           
  Auf den einen Meter langen männlichen Blütenständen tummeln sich Taggeckos und laben sich am Nektar. Weiter unten im Dickicht macht das un-sichtbare Wandelnde Blatt das, was es am besten kann: sich unsichtbar machen. Hier sieht man, oder auch nicht, ein größeres Weibchen mit einem Männchen auf dem Rücken.   Coco    
           
  In der raschelnden Laubschicht am Boden des Palmenwaldes geht ein Tenrek auf Nahrungssuche. Er wurde von Madagaskar eingeschleppt, ist aber im Gegensatz zu Ratten und Katzen ökologisch relativ harmlos. Saftige, süße Früchte liebt er besonders.   Tenrek   Tenrek
           
      Tenrek   Tenrek
           
  Während der Bronzegecko ein großes Palmenblatt überquert, schaut aus den Baumkronen ein Schwarzer Papagei zu. Er gehört zu den am stärksten bedrohten Vogelarten der Welt. Nur an diesem einzigen Ort hat eine kleine Restpopulation von vielleicht 100 Všgeln überlebt.
  Gecko2

Papagei
  Papagei
           
  Frösche auf Inseln inmitten des Ozeans sind nichts Alltägliches. Sie können mit ihrer nackten Haut das offene Meer nicht einfach so überqueren, wie es Reptilien auf Treibholz immer wieder geschafft haben. Die Seychellen beherbergen gleich fünf verschiedenen Froscharten, davon vier endemische, die es sonst nirgendwo gibt.   Frosch    
           
  Der niedliche Baumfosch ist einer von ihnen. Er ist - wie die anderen auch - ein lebender Beweis dafür, dass die Seychellen einer schwimmneden Arche Noah gleichen.   Frosch    
           
  Dieser wurde zum berühmten Frosch aus der Hose: 10 Tage lang suchten wir ihn für Fotoaufnahmen, bis sich einmal bei nächtlichen Streifzügen durch den Wald etwas kaltes und feuchtes in der Hose rührte. Vielleicht wurde noch nie eine Short so schnell hinuntergezogen: und siehe da, das ersehnte Tier kam zu Vorschein.   Frosch    
           
  Während der bräunliche Maskarenenfrosch wie einer unserer Grasfrösche aussieht - er gehört auch zur selben Familie -, ist der unscheinbare und gut getarnte Braune einmalig. Nur hier auf der gebirgigen Hauptinsel Mahé und der Nachbarinsel Silhouette kann man ihn oberhalb von 400 Meter Seehähe antreffen. Zumindest theoretisch.   Frosch-Ptychadene1   Sooglossus
           
  Ihr meint vielleicht, dass es nichts besonderes ist einen solchen Frosch zu finden? Hier die Größenverhältnisse: ein erwachsenes, maximal großes Weibchen.
Etwas größer, aber umso seltener ist Thomasetts Seychellenfrosch. Auch in seinem Fall wurde unser Fleiß bei der mühsamen Suche belohnt.
  Sooglossus    
           
  Das wurmartige Etwas, vor dem sich einheimische Frauen recht fürchten, ist weder eine Schlange noch ein Regenwurm. Diese Blindwühlen sind Amphibien wie Frösche und Molche, nur eben beinlos. Hier auf den Seychellen gibt es sie häufig - sie sind aber nicht leicht zu finden. Alltäglich hingegen und nicht zu übersehen sind die Glattechsen oder Skinke. Sie kriechen überall herum, selbst in die Provianttaschen der Reisenden, in denen sich oft fressbare Köstlichkeiten verbergen.   Blindwuehle   Skink
           
  Sogar zwei harmlose Natterarten leben auf den Seychellen.
Besonders liebenswürdige Echsen sind die allgegenwärtigen Geckos, und das selbst für Menschen, die beim Anblick von Reptilien normalerweise "Pfui" rufen und sich angeekelt abwenden.
  Gecko   Schlange
           
  Grün und braun sind ihre Farben, die Ersteren am Tag unterwegs, die Letzteren nachts. Aber die vielen elektrischen Lichter der Menschen verändern die Gebote der Natur.   Gecko    
           
  Wer möchte schon bei diesem Nahrungsangebot den vorgesehenen Schichtwechsel einhalten, schlafen gehen und die unzähligen, durch das Licht angelockten Insekten den anderen überlassen?   Gecko    
           
  Im Gegensatz zu den Geckos bleibt das Tigerchamäleon für den ungeübten Beobachter unsichtbar.   Chameleon   Chameleon
           
  Ein etwas größeres Reptil und ein weiteres Superlativ der Granitinseln sind die Riesenschildkröten. Nur auf Aldabra haben die sanften Riesen die Zerstärungswut des Menschen überstanden und sind jetzt auch wieder auf den Seychellen unterwegs. Esmeralda war die älteste unter ihnen. Mit 200 Jahren auf dem Buckel hat sie 1998 das Zeitliche gesegnet. Esmeralda war übrigens ein Männchen.   Riesenschildkröten    
           
  Je höher man auf die Berge Mahés und Silhouettes steigt, desto ursprünglicher wild der Wald. Die eingeschleppten Pflanzen werden weniger, die endemischen mehr.
  Morne-Blanc    
           
  Und dann erreicht man die Glacis, diesen Lebensraum aus glatt geschliffenen Granitflächen, in deren Spalten die wundersamsten Pflanzen wachsen.   Copolia    
           
  Uns können sie natürlich nichts anhaben, aber für Fliegen und andere Insekten sind sie eine tödliche Falle: die Fleisch fressende Kannenpflanze.   Kannenpflanze    
           
  Zurück an der Küste, überqueren wir einen Mangrovensumpf. Hier ist die Domäne der Winkerkrabben und Schlammspringer.   Mangrovensumpf    
           
  Mit ihren riesengroßen Augen, die über und unter Wasser gleichermaßen gut sehen - das soll ihnen ein Taucher ohne Maske nachmachen - , überwachen sie die Gegend…   Schlammspringer   Schlammspringer
           
  Mit gutem Grund, denn Gefahren lauern überall. Vor den riesengroßen Krabben zeigen wir gebührenden Respekt, denn wir zweifeln keine Minute daran, was die Einheimischen erzählen. Sie wissen schon, diese Geschichten mit dem Abzwicken der Finger …   Krabbe    
           
  Was im Schlamm die Schlammspringer tun, machen die Felsenhüpfer auf den Felsen: sie hüpfen. Im Gegensatz zu den Kollegen aus dem Schlamm, die zu den Grundeln zählen, sind die Felsenhüpfer Schleimfische.   Schlammspringer    
           
  Fische sind nahrhaft und gut zum Essen. Das weiß auch die reinweiße Feenseeschwalbe, ein Symboltier der Inseln, mit denen die Air Seychelles ihre Flugzeuge schmückt.   Feenseeschwalbe

Feenseeschwalbe
  Feenseeschwalbe
           
  Verantwortungsvollen Eltern wird dabei schon beim Zuschauen schlecht … Haar sträubend, diese Mütter, denn sie haben es sich angewähnt, ihr einziges Ei ohne Nest einfach so auf einen Ast oder in eine Astgabel zu legen.   Feenseeschwalbe   Feenseeschwalbe
           
  Unten lauern Krabben und Echsen. Küken, bitte nicht vom Ast fallen, denn dieser Fehler wäre euer letzter!   Feenseeschwalbe   Feenseeschwalbe
           
  Die Noddys, ebenfalls Seeschwalben, bauen wie es sich für ordentliche Vögel gehört, ein Nest. Die Jungen werden es bald verlassen. Sie sind jetzt schon kaum von den Eltern zu unterscheiden.   Seeschwalben    
           
  Es gibt nur noch eine Handvoll Inseln, auf denen der Mensch keine Ratten und Katzen eingeschleppt hat. Und diese vier oder fünf Inseln - zu ihnen zählt Cousin - haben sich zu wahren Vogelparadiesen entwickelt.   Tropicbird    
           
  Die Tropicvögel brüten hier am Boden. Sie kennen - ob groß oder klein - absolut keine Scheu vor dem Menschen.   Tropicbird    
           
  Furcht einflößend aber harmlos spinnt die Palmspinne ihre riesigen Netze überall zwischen dem Geäst und den Stromleitungen. Mehr als wir muss sich der Palmspinnenmann fürchten, denn Spinnenweibchen haben die ungute Neigung, den Winzling nach der Paarung aufzufressen.   Spinnen   Spinnen
           
  Das kleine Federvieh wie Nektarvogel und Kardinal in der dichten tropischen Vegetation zu beobachten ist schwierig, aber lohnend für jeden Naturfreund.   Kardinalvogel   Nektarvogel
           


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