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Seychellen

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Bericht über die RSEC-fnz Seychellen-Reise (Oktober 2006)                          -> hier geht´s zum poetischen Tagebuch

Von Robert Hofrichter & Co.

Mit der Sea Pearl
auf den Spuren der Walhaie

boot
 

Tagebuch

13. – 29. Oktober 2006
 
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1.Tag Freitag, 13. Oktober
ABREISETAG

Der Start klappt wunderbar: alle finden sich pünktlich zum Treffpunkt vor dem Check-In Schalter am Flughafen München ein. Plätze an den Notausgängen kriegen wir dennoch nicht... Viele unter uns kennen sich schon, manche Gesichter sind aber auch neu. Wie werden sich die kommenden 15 Tage mit diesen Mitreisenden gestalten? Der Flug ist ruhig, keine Turbulenzen, manche können sogar einige Stunden schlafen.
flug
2.Tag

Samstag, 14. Oktober
Zum Frühstück gibt es die obligate Flugzeug-Eierspeise, die von manchen kaum angetastet wird. Die Abfertigung am Flughafen funktioniert relativ zügig. Die Ankunftshalle wurde seit dem letzten Besuch umgebaut. Wir warten etwas länger auf unser Gepäck und wollen möglichst schnell hinaus. Ein Kleinbus wartet bereits auf unsere Gruppe und wir verstauen die Koffer und Helmuts Surfbrett. Es fehlt nur Johanna, die mit Qatar fliegt und erst am frühen Nachmittag ankommen soll.
Nach einer etwa 20 Minuten Busfahrt empfängt uns Skipper Lars mit seiner Crew an Bord der Sea Pearl. Er ist uns gleich sympathisch, das Schiff können wir in den ersten Augenblicken vielleicht noch nicht so richtig einschätzen. Die Kajüten kommen dem einen oder anderen vielleicht etwas eng vor. Doch Lars versichert, dass sich alle schnell an das Bordleben gewöhnen werden – und er soll recht behalten.
Wir fahren aus dem Hafen von Victoria in Richtung Norden, umrunden die Nordspitze Mahés, an der kleinen Insel L’Ilot  vorbei (ein netter Tauchplatz) und erreichen die große Bucht von Beau Vallon – eine wichtige touristische „Hochburg“ Mahés. Der kräftige Fallwind, der vom Morne Seychellois herunterweht, überrascht uns. Eigentlich dachten wir, dass die Monsunzeit längst vorbei ist und wir in die ruhige Zwischenmonsunzeit kommen. Doch in diesem Jahr war alles etwas anders. Das Wetter war, wie wir von der Crew erfahren, in diesem Sommer sehr unbeständig. Bei Bell Ombre kommt Johanna an Bord. Der Himmel ist bedeckt, die meisten nach der Nacht im Flugzeug müde. Wir fahren zur kleinen Bucht von Anse Major und ankern dort. Es ist schon späterer Nachmittag und wir verbringen hier die erste Nacht. Die Schiffsbewegungen verunsichern unsere Mägen ein wenig.

Helmut freut sich über den Wind, packt sein Surfbrett aus und rast durch die Wellen. Wir bewundern seine sportliche Leistung und baden und schnorcheln während dessen in der Bucht Baie aux Chagrins (das ist eine kleine wunderbare Bucht gleich neben Anse Major). Das Schnorcheln ist wunderbar, viel marines Leben ist zu bewundern. Es ist ein schöner Auftakt, jeder freut sich über das lauwarme Wasser, das an diesem Nachmittag wärmer als die Luft ist. Der Himmel ist grau und bald beginnt es zu regnen. Am ersten Abend wird uns ein Spitzendinner aufgetischt. Robert macht anschließend seinen einführenden Vortrag; der wackelige „Beamertisch“ (eigentlich nur ein Holzbrett) soll während der ganzen Reise ein Problem bleiben, doch damit können wir leben. An diesem Abend gehen wir bald ins Bett. Schließlich soll gleich am nächsten Tag die Walhaisuche beginnen...

schiff

helmut

3.Tag Sonntag, 15. Oktober
Nach dem Frühstück um 8.00 lichten wir die Anker und begeben uns auf die erste Walhaisuche. Wie schon seit fünf Jahren, versuchen wir unser Glück bei der Westspitze bei Lighthouse und im Kanal zwischen Mahé und Conception. Tatsächlich sichten wir bald einen Walhai, mehrere von uns erblicken seine Konturen, aber bis das große Schiff wenden kann, haben wir es schon wieder verloren... Dann wird der Himmel zu grau und man kann an der spiegelnden Wasseroberfläche nichts mehr erkennen. Später kommt ein Regen. Wir fahren daher zurück und ankern unweit, jedoch vor den Wellen geschützt in der Bucht im Marine National Park von Baie Ternay. Der Höhepunkt des Tages ist der Besuch eines Strandes links in der großen Bucht. Der Strand Anse du Riz  ist wunderbar und noch mehr die Süß- bis Brackwasserlagune rechts hinter dem Strand mit riesigen Granitblöcken und Mangroven. Hier mündet das Flüsschen Du Riz ins Meer. Ein kleiner Mangrovenreiher geht nur einige Meter vor uns auf Jagd. Ein absolut faszinierender Platz. Robert (Schabi) und Ingo versuchen einige Einstellungen mit Don Roberto zu drehen. Die Einstellungen sind gut, doch die Domescheibe der Kamera ist angelaufen bzw. irgendwie verschmutzt, so sind die beiden Kameraleute mit dem Ergebnis nicht ganz zufrieden. Einige Stunden Sonnenschein, das tut der Seele gut. Leider kommt bald wieder ein Regen und wir fahren mit dem Dingi zurück zum Schiff. Das gute Essen beim Lunch tröstet uns. Die Walhaisuche am Nachmittag bleibt ebenso ergebnislos wie am Vormittag, die Bedingungen sind schlecht: grauer Himmel, bewegte See, wir können die Walhaie nicht finden. Maruschka wird ziemlich seekrank und es geht ihr sehr schlecht. Zum Glück hilft ihr die Andrea mit ihren Heilkünsten. Die anderen trösten sich mit Schnaps aus der Heimat. Wir überlegen, was zu tun sei wenn das Wetter regnerisch bleibt.

regnerisch

ingo

4.Tag

Montag, 16. Oktober
REGEN, KEIN WALHAI, SILHOUETTE

Wir machen es vom Wetter abhängig, ob wir an diesem Tag nach Silhouette fahren oder direkt gleich zur Praslin-Gruppe. Dort hätten wir bei diesem Wetter wohl bessere Chancen mehr unternehmen zu können und auch scheinen sich die Wolken mehr bei den zwei hohen Inseln Mahé und Silhouette „aufzuhalten“. Zumindest auf größere Distanz sieht es so aus, als ob es über Praslin und La Digue nur harmlose Wolken gäbe. Kurz vor dem Frühstück um 8.00 ist unser Programm noch völlig offen...
Nach dem Frühstück fahren wie zuerst einmal wieder in den bereits bekannten Kanal, um uns zumindest mit einem Walhaie zu trösten, doch er lässt sich diesmal gar nicht blicken. Johann (der mit seinem Motordrachen bzw. Ultraleicht-Flugzeug seit einigen Jahren ein  Walhai-Monitoringprojekt unterstützt und nebenbei noch gutes Geld verdient, indem er per Funk Boote zu den Walhaien lotst) fliegt mit seinem Ultraleichtflugzeug direkt an der Sea Pearl vorbei, aber er bleibt auch nicht lange und wir schließen daraus, dass die Walhaie an diesem Tag nicht zu sehen sind. Das Wasser ist ziemlich klar und arm an Plankton und so überrascht es uns nicht weiter. Für Helmut ist es leicht für sich Abhilfe zu schaffen: Er packt sein Surfbrett aus und surft in der Gegend herum, eine Gruppe fährt mit dem Beiboot zum Schnorcheln entlang der geschützten (östlichen) Küste von Conception. Die anderen, vor allem Robert, halten weiterhin nach dem Walhai Ausschau - sehen aber nichts. Stimmen werden laut: Die Walhaie sind hier wohl schon ausgestorben. Doch Wilma sagt in tiefer philosophischer Voraussicht: Das gehört zu Roberts perfekten Dramaturgie dazu. Es wäre doch nicht mehr so spannend, wenn wir gleich an den ersten Tagen Walhaie erblicken würden...
Nach dem Lunch beschließen wir sofort die Anker zu lichten und nach Silhouette zu segeln. Der Nachmittag ist wunderbar, endlich passt das Wetter perfekt. Bei allen klugen Sprüchen, bei allem Herumphilosophieren (... wir sind doch in den Tropen, es muss ja auch regnen, sonst wäre die Natur nicht so schön grün...), es wird ja offensichtlich, dass blauer Himmel und Sonnenschein einfach zu so einer Schiffsreise dazugehören... Unglaublich, wie schnell das Gemüt darauf reagiert...
Einige fühlen sich zwar in der Magengegend immer noch etwas unsicher, doch den meisten geht es prächtig. Die Überfahrt dauert nicht 2-2,5 Stunden, wie vom Skipper Lars ursprünglich angedeutet, sondern mehr als 4 Stunden. Doch das stört niemanden, wir Segeln unter (fast) vollem Tuch, die Sonne scheint, das Meer ist tiefblau, die Silhouette von Silhouette wird immer deutlicher. Vor allem die Fahrt entlang der SW-Küste von Silhouette ist unglaublich schön, alle sind entzückt und genießen die wunderbare Aussicht. Ein menschenleerer, sehr langer Strand ist zu sehen. Die Vegetation ist üppig, doch auch hier erkennt man durch das Fernglas viel eingeschleppte Sekundärvegetation.

Wir ankern in der einzigen passenden Bucht im Westen, unweit von uns im Norden sehen wir die Insel North (die nach einem Familiennamen und nicht nach der Himmelsrichtung so benannt wurde). Es ist paradiesisch, alles in ein warmes, rötliches Licht gehüllt. Wir nutzen die letzten Sonnenstrahlen und springen ins Wasser. Lars zeigt seine athletischen Talente, das Kamerateam „zwingt“ Robert mehrmals für romantische Einstellungen in der Abendsonne vom Schiff ins Wasser zu springen... (natürlich Köpfler). Die Haltungsnoten für den Sprung sind schlecht, die Regieanweisungen (unter Wasser ausgesprochen) unklar, und so muss Robert den Sprung mehrmals wiederholen. Gott sei dank geht dann die Sonne unter... Es folgt ein perfektes Dinner und einige Ausführungen Roberts. Danach, wie auch schon an den ersten Abenden, sehen wir uns noch 2-3 Sketsche mit Rowan Atkinson (Mr. Bean) an. Einige sind recht lustig, andere sehr britisch...

lars

lars

lars

lars

5.Tag

Dienstag, 17. Oktober
SILHOUETTE

Wir wachen auf und sehen wieder bewölkten Himmel, auch der Wind ist ziemlich stark. Das deprimiert uns allmählich, obwohl nach wie vor auch weise Stimmen zu hören sind (das Wetter kannst Du nicht ändern...). Wir hoffen dennoch sehr auf eine Wetterbesserung, das kann ja hier recht schnell gehen. Nach dem Frühstück planen wir eine Inselbegehung von Silhouette, keiner von uns war bisher auf der Insel, nicht einmal Skipper Lars. Die Natur macht einen wilden Eindruck, doch ganz klar erkennt man die akazienförmigen Schirme der Albizien. Also dominiert auch auf der „unberührtesten“ großen Insel der Seychellen die Sekundärvegetation. Dennoch finden sich hier vor allem in höheren Lagen wunderbare Plätze.
Na ja, nun regnet es einmal und es ist unsere einzige Chance Silhouette zu sehen. Jetzt oder nie, heißt die Parole und Robert meint lieber jetzt. Also wechseln wir mit dem Dingi zum „Hafen“ über, hier sieht es im Moment noch nach einer Baustelle aus, doch bald soll ein Luxushotel (oder zwei) sein Pforten öffnen. Wir suchen uns einen Führer, denn ohne wäre es hoffnungslos die Pfade im Wald zu finden. Wir erfahren, dass der Fortschritt unaufhaltsam ist und eine Straße quer durch den Wald geplant ist. Wie das zwischen diesen riesigen Granitblöcken gehen soll, können wir uns nicht vorstellen, aber die werden wohl schon ihre Erfahrungen damit haben. Wir kommen nicht wirklich weit. Es schüttet wie aus Kübeln, der Boden rutschig und an manchen Stellen kaum noch begehbar. Was könnte schöner sein, als einen tropischen Wald bei einem tropischen Regen zu begehen? Das gehört einfach zu einem Tropenerlebnis dazu. Dennoch, jeder ist froh, wenn er sich auf der Sea Pearl wieder trocknen kann, während im Salon bereits die obligate Mehlspeise mit Kaffee und Tee warten. Keiner protestiert, dass Robert mit Lars den Beschluss fassen Silhouette sofort zu verlassen. Nur selten sieht man diese Insel ohne die obligate Wolkenkappe, wir haben allerdings später das Glück – jedoch nur aus der Ferne - die Insel auch ohne Wolken zu sehen.

Die Überfahrt wird lang. Zuerst reißt es in einiger Entfernung von Silhouette auf und wir genießen am Hinterdeck noch einen unglaublichen Abendhimmel mit ständig wechselnden Wolkenstimmungen und Licht-Schatten-Spielen. Doch bald schon zieht vom Norden her ein Gewitter auf, also genau aus der Richtung, wo Praslin liegt. Erwartet uns dort auch ein derartiges Wetter? Der Himmel ist schwarz, es blitzt und donnert, das Meer wird stürmisch und wir müssen uns unten im Salon verkriechen. Hier wird uns bald ein Dinner serviert, doch einige fühlen sich unsicher und diesmal wird Andrea seekrank. Doch der Rest kommt auf die glorreiche Idee einen Adriano Celentano-Film anzuschauen. Es ist „Der gezähmte Widerspenstige“. Das lenkt uns so ab, dass wir die Seekrankheit ganz vergessen. Die Männer diskutieren noch lange über die Reize der Ornella Muti, die Frauen mehr über den sympathischen Adriano (den aber die Männer ebenfalls mögen). Nach und nach verkriechen sich alle in ihren Kojen... Irgendwann um Mitternacht erreichen wir Praslin, die meisten kriegen es aber gar nicht mehr mit. Nur das laute krachen der Ankerkette weckt sie, dann wird es ruhig.

nuss

KannenpflanzeCopolia

bobby

bobby

6.Tag

Mittwoch, 18. Oktober
VALL╔E DE MAI

Wie schnell sich die Szene ändern kann... Nach dieser wahrlich ruhigen Nacht im Kanal zwischen Praslin und Curieuse begrüßt uns ein wunderschöner neuer Tag. Am Himmel treiben zwar viele Wolken, so dass wir von der Erfahrung des Vortages noch reichlich verunsichert sind und jede kleine Wolkenverschiebung unser Misstrauen weckt. Doch es wird ein herrlicher Tag – gerade richtig für die Besichtigung des Nationalparks und World Heritage Sites Vallée de Mai. Ab und zu fallen einige Regentropfen vom Himmel, doch unter den riesigen Blättern der Lodoicea stört es nicht, einige Minuten später scheint dann wieder die Sonne.
Der Palmenwald ist faszinierend und einzigartig, ganz gleich, ob man ihn zum ersten mal erblickt oder schon oft gesehen hat. Wir bekommen als Gruppe eine gute und auch hübsche Führerin, so dass sich Robert dem Kamerateam widmen kann. Wir drehen einige gute Einstellungen, natürlich die Palme selbst mit ihren riesigen Nüssen, die sieben Jahre reifen und 20kg wiegen, die phallischen männlichen Blütenstände, die einen Meter lang sind und die typische Fauna. Wir begegnen Tenreks, Bronzegeckos, Phelsumen (den grünen Taggeckos), Chamäleons, Bülbüls. Nur mit dem einzigartigen Schwarzen Papagei, der praktisch nur in diesem Wald vorkommt, klappt es diesmal nicht... Um 15.00 fahren wir mit dem Bus zurück zum Schiff und werden einmal mehr mit einem ausgezeichneten Lunch verwöhnt.

Gegen Abend fahren etwa 30 Minuten zu Booby Island zum Schnorcheln und Tauchen. Die Insel ist ein kleines Vogelparadies, wohl ist dafür die Nähe zum großen Vogelparadies Aride verantwortlich, dass hier verschiedenste Seeschwalben, Tropicbirds und wohl auch andere Vögel eine ungestörte Wohnstätte gefunden haben. Nur die namensgebenden Boobys (Tölpel, in der Region kommt vor allem vereinzelt der Rotfußtölpel vor) haben wir nicht gesehen; sie fehlen auch auf Aride, welches wir am kommenden Tag besuchen werden. Nach dem Tauchgang begrüßt uns eine unglaubliche Wolkenstimmung am Himmel – und ein phantastischer Regenbogen. Die Schönheit der Szenerie ist überwältigend und wir sind glücklich. Die tropischen Regengüsse sind vergessen, den von nun an (wir glauben fest daran) wird es schön bleiben. Wir ankern bei Anse Lazio, gemeinsam mit vielen anderen Yachten. Beim Dinner kündigt Robert an: Wenn das Wetter es zulässt, fahren wir morgen nach Aride. Nun geht es also mit den Highlights Schlag auf Schlag. Auf Aride gibt es keine Bootsanlegestelle und man muss an einem bebrandeten Sandstrand mit dem Schlauchboot landen. Das funktioniert nur bei halbwegs ruhiger See.

nuss

bobby

7.Tag

Donnerstag, 19. Oktober
ARIDE

Das Wetter lässt es zu und wir fahren gleich nach dem Frühstück um 8.00 – wie schon am Vorabend angekündigt – nach Aride. Aride ist zweifellos einer der Höhepunkte der Reise und die Vogelinsel der Granitinseln schlechthin. Die Landung mit dem Schlauchboot am Strand gestaltet sich etwas abenteuerlich und die Kamerataschen werden etwas nass. Noch schlimmer gestaltet sich dann das Verlassen der Insel, Ingo und Robert machen sich sorgen um die Kameras, weil die Rucksäcke ganz durchnässt werden. Zum Glück passiert aber nichts.
Aride zeigt, welches Naturpotential und welche Bedeutung die Seychellen als Vogelparadies im Indischen Ozean haben. Wer nur Mahé,Praslin und La Digue kennt, kann sich überhaupt kein Bild davon machen. Auf Aride gibt es unter anderem (neben den obligaten Noddys und Feenseeschwalben, die es auch auf Cousin gibt) eine große Kolonie von Fregattvögeln und Sturmtauchern. Auch Rußseeschwalben (vor allem von Bird Island berühmt) brüten hier in großer Zahl; wir sehen jedoch nur die Jungvögel, die noch ihr Juvenil-Federkleid tragen.
Wir werden in zwei Gruppen aufgeteilt; leider ist der örtliche Leiter der einen Gruppe nicht besonders gut und verkauft die Sturmtaucher, die typischerweise in Erdlöchern brüten, als Boobys also Tölpel. Doch Tölpel kommen hier nicht vor und außerdem sind Tölpel mit ihrem mächtigen Schnabel unverkennbar. Außerdem nimmt der Guide kleine, frisch geschlüpfte Küken in die Hand, um die Besucher zu beeindrucken, auch so etwas würde kein Naturfreund machen – einfach aus grundsätzlichen Überlegungen nicht. Schon gar nicht in einem Special Nature Reserve von weltweiter Bedeutung.
Die andere Gruppe mit dem Kamerateam hat ein unglaubliches Erlebnis. Wir entdecken zwei kämpfende Vögel am Boden. Der unterlegene ist ein Sturmtaucher, der andere ein Weißschwanz-Tropicbird. Mit seinem mächtigen Schnabel hält er den Hals des Sturmtauchers fest und versucht ihn zu erwürgen. Bald wird uns klar, dass es um Leben und Tod geht. Wohl hat der eine Vogel das Territorium bzw. die Nistplatzrechte des anderen verletzt. Charles Darwin lässt grüßen, einige sind entsetzt und würden den armen Sturmtaucher am liebsten befreien. Doch das ist Natur, hier leben Millionen Vögel mehrerer Arten und innerartliche und zwischenartliche Konkurrenz muss es geben, wenn das Gefüge funktionieren soll. Dennoch, der Mensch ist auch ein Wesen mit Mitleid und Mitgefühl... Letztlich geht die Sache so aus, dass wir solange mit den unzähligen Kameras vor den kämpfenden Vögeln herumtun, bis der Tropicbird seinen tödlichen Schnabel öffnet und seinem Gegner „das Leben schenkt“. Dieser humpelt davon. Darwin hin, Darwin her, irgendwie sind wir doch erleichtert...
Anschließend baden wir noch in den Wellen am wunderbaren Strand von Aride. Ziemlich erschöpft und hungrig fahren wir mit dem Schlauchboot auf die Sea Pearl zurück und genießen unser Lunch, wie immer ist das Essen ausgezeichnet. Dann lichten wir die Anker und fahren am Nachmittag zu Coco-Island. Das ist ein kleines Paradies, eine unbewohnte, da schwer erreichbare, von riesigen Granitblöcken geprägte kleine Insel. Hier anzulegen ist nur an einer Stelle möglich, aber auch dann ist ein Weiterkommen sehr schwer, Man muss schon gut klettern können, wenn man die Insel besichtigen will. Tropicvögel, Feenseeschwalben und Flughunde besiedeln die dichte Vegetation, am Boden kriechen viele Landeinsiedlerkrebse herum.

Ein Schnorchelgang geht sich noch aus. Die Nacht ankern wir wieder in der Anse Possesion zwischen Praslin und Curieuse.

aride

aride

aride

aride

8.Tag

Freitag, 20. Oktober
COCOS

Der Tag beginnt noch vor dem Frühstück mit Tai-Chi-Übungen, die von der Gabi geleitet werden. Überraschender Weise haben sich genug Interessenten eingefunden. Ingo wundert sich, warum er geweckt wurde...

Zwischendurch spricht Robert Elisabeth und Helmut diskret an und fragt direkt: Es gibt Gerüchte, nach denen ihr gern hier und jetzt heiraten möchtet. Ist dem so. In ihrer Bescheidenheit geben die beiden zuerst keine ganz eindeutige Antwort in Form eines lauten JA, so dass Robert zuerst unsicher ist. Doch dann begreift er, dass sie nur aus Rücksicht auf uns so vorsichtig antworten. Sie wollen uns keine Unannehmlichkeiten machen. Eigentlich meinen sie ja beide ganz deutlich JA! So trommelt Robert die ganze Gruppe zusammen – natürlich mit Ausnahme des Brautpaares – und wir halten eine strategische Besprechung auf dem Hinterdeck ab. Nun zeigt sich erst, welche Talente und Fähigkeiten sich in jedem einzelnen von uns verbergen. Wir können und haben alles, vom Standesbeamten bis zu einer Notarin, wir sind künstlerisch talentiert, gute Organisatoren und Gesangtalente. Jeder bekommt seine Aufgabe und jeder übernimmt sie mit einer großen Portion Freude und Begeisterung.

Die einzige Aufgabe für das Brautpaar an diesem Tag: sich die Trauzeugen auszusuchen. Ihre Wahl gefällt uns allen: Es sind Andrea (Überall) für den Helmut und Florian (Überall) für die Elisabeth. Heidrun und Christiane sind die Brautjungfern, Robert der Brautführer... Kurz vorweggenommen: Bei der Projektion des Filmes nach der Hochzeit an Bord der Sea Pearl war die Leinwand im unteren Bereich etwas verbogen und das Bild dadurch verzerrt. Beim Einzug in die Kirche, wo der Brautführer die Braut in die Kirche führt, hat Robert komisch wie ein Tölpel ausgesehen. Seine Sandalen sahen irgendwie riesengroß aus... Es gab natürlich viel Gelächter...

blume

tropicbird

9.Tag

Samstag, 21. Oktober
LA DIGUE: TAG DER VOR-BEREITUNG

Nach einer ruhigen Nacht fahren wir nach dem Frühstück mit unseren Dingis bald ans Land. Wir haben viel zu erledigen. Auch einige von der Crew sind dabei und helfen dem Florian einen passenden Platz an der Anse Cocos zu suchen und vorzubereiten. Das ist der Lieblingsplatz des Brautpaares.

Robert kann zwischenzeitlich mit dem Kamerateam den niedlichsten Frosch der Seychellen suchen, den endemischen Seychellen-Baumfrosch. Ersieht ein wenig wie unsere Laubfrösche aus, klettern ebenso auf die Vegetation, gehört jedoch zu einer ganz anderen Familie, zu den in Afrika verbreiteten Riedfröschen. Robert kennt seit dem Vorjahr eine Stelle in einem Garten, wo die Frösche gern auf Bananenstauden, aber auch anderen Sträuchern und Bäumen sitzen. Von den Hausbewohnern erfahren wir, dass sie bei Trockenheit auch gern in die Häuser hineingehen, wo es kühler und feuchter ist. Johanna ist begeistert und es gelingen uns sehr gute Fotos und Filmaufnahmen. Der  Frosch klettert auf unserem Kopf herum.
Rechtzeitig zum Sonnenuntergang treffen wir uns alle am Anse Source D’Argent, dem berühmten Baccardi-Strand aus der Werbung. Den Strand muss man einmal gesehen haben, denn die Granitformationen sind hier wirklich sensationell. Aber Robert mag ihn nicht mehr so wie früher. Er ist zu touristisch geworden und durch den Bau von niedrigen Steinmauern hat er einfach unnatürlich Züge erhalten. Es ist kein natürlicher Strand mehr. Auch an diesem Tag war ein Kamerateam da, man kann die schwere Ausrüstung mit einem LKW bis an den Strand bringen... So ist es für einen Individualisten nur noch begrenzt romantisch...
Bis 19.00 sitzen wir noch in einer Bar an der Pier in La Passe, trinken Bier und verschiedenen Drinks und sind recht fröhlich. La Digue ist einzigartig und wir freuen uns über die besondere Stimmung, die diese Insel ausstrahlt. Die Uhren laufen hier langsamer und nach einigen Stunden stellt sich ein besonderes Lebensgefühl ein...
Abends wird nach dem Dinner auf dem Hinterdeck Gesangunterricht erteilt. Silvia übernimmt die Führung – sie macht es perfekt - und wir lernen den Text von „Weil du ein Herz hast wie ein Bergwerk“ von Reinhard Fendrich. Das war eine Idee von Heidrun. Der Unterreicht wird nicht zuletzt auch dadurch erleichtert, dass Kameramann Ingo auch dieses Lied in seinem Rechner gespeichert hat, genauso wie 1000 andere... Auch ein Hochzeitmarsch darf nicht fehlen. Es ist wohl die beste Gruppe, die jemals auf einer Insel von heute auf morgen eine Hochzeit vorbereitete hat. Vielleicht sollten wir den Film einschicken und würden einen Preis bekommen.

Wir ankern an der Nordküste von Felicité..

insel

insel

insel

10.Tag Sonntag, 22.Oktober
LA DIGUE: TAG DER HOCHZEIT

Diesen Tag werden Elisabeth, Helmut und wir alle nicht mehr vergessen. Es ist ein besonderer Tag: Die Hochzeit von Elisabeth und Helmut auf La Digue. Ingo hat uns allen eine Kopie seines Filmes von diesem Ereignis übergeben. Er gibt besser als alle Worte den Ablauf und die Stimmung an diesem Tag wieder. An der Mole von La Reunion besteigen wir die Ochsenkarren, die uns in die katholische Kirche führen. In diesem wunderschönen Gotteshaus beginnen wir die Zeremonien mit ein paar Worten von Günther und den einstudierten Liedern: „Weil Du ein Herz hast ........“ sowie dem gesungenen Vater Unser. Wir waren alle bis zu Tränen in den Augen gerührt. Vor der Kirche wartete schon der speziell geschmückte offene Bus, der uns gemeinsam mit unserem kreolischen Musikanten Roger über den Berg auf die andere Inselseite in die Grand Anse brachte. Zu Fuß ging es weiter auf einem schmalen romantischen Weg, vorbei an schönen Buchten in die Anse Cocos, die Traumbucht unseres Brautpaares. Dort haben einige Freunde und unsere Crew zwischen malerischen Granitfelsen, direkt am Meer am Sandstrand den Festplatz geschmückt. Riesige Palmblätter bildeten den Eingang. Der ganze Platz war mit Blüten und Blättern geschmückt, an einen Felsengelehnt stand ein Tischchen mit Sektflaschen und Gläsern, sogar der Sandboden der Bucht glänzte und dazu rauschte die Brandung. Nach Einlangen aller Gäste begannen die eigentlichen Zeremonien,  das Ja-Wort, die Geschenkübergabe, der Notariatsakt und die Glückwünsche. Den Abschluss bildeten Tänze für die unser Roger wunderbar aufspielte. Die Fortsetzung des Festes fand im Laubhüttenrestaurant an der Grande Anse statt. Am Nachmittag ging es wieder mit unserem Bus zurück zur Mole.

hochzeit

hochzeit

11.Tag

Montag, 23. Oktober
CURIEUSE UND ST.PIERRE

Early morning-dive bei den Ave-Maria-Felsinseln und dann setzen wir zur Baie Laraie auf Curieuse über, gehen mit den Beibooten an Land und können die Riesenschildkröten in der dortigen Station in allen Altersstufen voll erleben. Nach ausgiebigem Kraulen und Streicheln der anmutigen Tiere wandern wir über Holzstege durch Mangrovensümpfe, vorbei an der Anse St.José zur ehemaligen Leprastation in der Anse Joseph. Unterwegs können wir viele Landkrebse (Riesenkrabben) beobachten. Neben dem Haus des ehemaligen Inseldoktors (Leprastation) hat unsere Crew inzwischen ein wunderbares Mittagessen am Grill zubereitet. Robert und Trudi kommen als letzte zur Grillstation, sie haben bei Ebbe einen kleinen Hai und tauchende Seeschwalben gesehen. Robert hat entdeckt, dass sich im seichten Wasser ein neues Korallenriff aufbaut. Nach dem Essen ist baden angesagt. Einige schwimmen sogar bis zur ankernden Sea Pearl.

Am Nachmittag tauchen und schnorchel wir bei der Islette St.Pierre.
muraene
12.Tag

Dienstag, 24.Oktober
COUSIN UND DIE ▄BERFAHRT NACH MAH╔

Early morning-dive bei St.Pierre. Kameramann Robert gelingt es einen Hai gemeinsam mit dem anderen Robert aufs Bild zu bekommen. Nach einem wunderbaren Frühstück fahren wir zur Insel Cousin, werden dort ausgebootet und wandern durch einen herrlichen Wald in dem verschiedene Seeschwalben brüten zur Nordküste. Dort werden wir von einem spanischen Biologen aufmerksam gemacht wo in den letzten Nächten Meeresschildkröten ihre Eier abgelegt haben.
Nach der Rückkehr auf unser Boot beginnt die Überfahrt nach Mahé.

Wir ankern – wie schon in der ersten Nacht an Bord der Sea Pearl – bei Anse Major. Diesmal ist es schön ruhig und die Schiffsbewegungen stören niemanden mehr. Die Überfahrt ist ein Genuss, jeder genießt sie auf seine Weise. Wilma und Marcell hängen im Netzt und so mancher andere ärgert sich, dass er das
robert
13.Tag

Mittwoch, 25.Oktober
DER WALHAI UND DER LETZTE TAG AN BORD DER SEA PEARL

Early morning-dive bei Lighthouse. Es ist ein ruhiger, entspannter Tauchgang ohne besondere Vorkommnisse und ohne Großfische. Zuerst wollten uns die beiden Guides in der Bucht des Marine Parks tauchen lassen, sie sind immer sehr aufmerksam und geradezu „ängstlich“ auf unsere Sicherheit bedacht. Doch wir sind durchwegs erfahrene Taucher und wollen lieber zum Lighthouse. Wir tauchen ohnehin ständig nur in geringen Tiefen von maximal 15 Meter und die Strömung, vor der die Guides stets warnen, bleibt auch aus. Nach dem Frühstück lichten wir die Anker und fahren in den Kanal zwischen Mahé und Conception. Nun beginnt die Jagd auf Walhaie. Am Vormittag bleibt sie leider ergebnislos, obwohl Robert an der Spitze des Baumes steht und ihm fast schon Stielaugen wachsen. Wir fahren weiter nach Süden und ankern vor Therése im azurblauen Wasser. Die meisten fahren mit dem Boot zum Strand, wo Robert (Schabi) eine Kokos-Party veranstaltet. Der Strand, die Insel, die Vegetation, das Meer, der Ausblick auf die Berge von Mahé –alles ist an diesem Tag unglaublich schön. Vor dem Lunch springen wir wieder ausgiebig von der Sea Pearl ins Wasser und genießen ein Bad in diesem unglaublich schönen Wasser (diese extrem leuchtende azurblaue Farbe – wie im Swimmingpool - hat es nur über Sandgrund und bei Sonnenschein). Von den Springkünsten von Lars sind wir freilich alle miteinander weit entfernt, dennoch versucht jeder eine gute Figur zu machen. Günther und Trude springen auch und alle freuen sich darüber und bewundern ihre Sportlichkeit.
Nach dem Lunch lichten wir die Anker und fahren nach Norden in Richtung Lighthouse und Conception. Robert ist es gelungen den Skipper zu überzeugen, dass er einen der Jungs mit dem Seemannstuhl auf den Mast hinaufschickt. Das Meer ist ruhig, dennoch schaukelt es in 16 m Höhe gewaltig. Robert steht vorne auf der Spitze des Baums, der Ausguck hängt hoch über unseren Köpfen und so stehen die Chancen besser das Ziel unserer Begierde zu finden. Bald taucht am Himmel das Ultraleichtflugzeug von Johann auf. Das ist immer ein gutes Zeichen. Er kann aus einigen Hundert Meter Höhe das gesamte Meer überblicken und jeden Walhai deutlich erkennen, der (je nach Sicht unter Wasser) in den oberen 1-5 m unter der Wasseroberfläche schwimmt. Heute ist seine Mission nicht wissenschaftlicher sondern kommerzieller Natur. Er lotst über Funk zwei Boote voller Schnorchler immer zu den besten Plätzen, während wir mit unserem Ausguck viel schlechtere Karten haben. Zumindest haben wir die Sicherheit, dass Walhaie da sind und nun müssen wir sie finden. Letztlich gelingt es mit den Beibooten zu zwei Walhaien zu kommen. Die erste Gruppe sieht ein etwas größeres Exemplar mit 7-8 m, die zweite ein kleines und markiertes mit etwa 4,5 m. Beide Begegnungen sind absolut faszinierend, die Tiere schwimmen langsam und es ist nicht schwer ihnen zu folgen. Leider stoßen meistens auch die anderen Boote „von der Konkurrenz“ dazu und das Gedränge unter Wasser ist groß. Doch das einzige, was in diesem Augenblick zählt, ist es mit Rhincodon typus zu schwimmen und ihn zu beobachten, den größten Fisch der Welt. Alle sind begeistert und Robert freilich sehr erleichtert. Den größten Fisch der Welt mit eigenen Augen gesehen zu haben oder nicht ist ein großer Unterschied. Doch es bestätigt sich wieder einmal: der Spot an der Westküste Mahés gehört wohl zu den Top-Walhaiplätzen der Welt. Zwischen August und Ende Oktober sind Sichtungen bisher immer geglückt.

Anschließend navigiert Lars die Sea Pearl in Richtung Victoria. Wir genießen den letzten Spätnachmittag und frühen Abend an Bord, sind sehr glücklich und verarbeiten die Eindrücke. Die Berge Mahés strahlen im warmen Abendlicht. Die letzten Sundowner dieser Schiffsreise werden gekippt. Der letzte Dinner ist ausgezeichnet und wir trinken nachher noch etwas Rotwein.

wahlhai

wahlhai

wahlhai

wahlhai

14.Tag Donnerstag, 26. Oktober
WIR VERLASSEN DIE SEA PEARL

Die meisten stehen schon um 6.00 auf um ihre Sachen zusammen zu packen. Um 7.30 wir uns ein Frühstück serviert, das mindestens so gut und ergiebig ist wie an den 12 Tagen davor. Zu einem Fototermin am Vorschiff findet sich unsere ganze Gruppe als auch die Crew ein. Die Stimmung ist trotz Abschied gut, müssen wir doch  die Seychellen nicht sofort verlassen. Wir können noch drei weitere Tage Mahé genießen. Unsere Mietautos können wir nach einer halben Stunde direkt im Hafen übernehmen, die vielen Gepäckstücke werden vom Pickup des Schiffseigners zur Koko Villa gebracht. Wir richten uns ein und gegen Mittag besprechen wir den Tag. Einige wollen sich eher unten am kleinen Strand erholen und die Seele baumeln lassen, andere sind unternehmenslustig und  lassen sich den Aufstieg auf den Morne Blanc nicht entgehen. Unterwegs essen wir noch eine Pizza in der Pizzeria in Beau Vallon, die tadellos ist und wie beim Italiener schmeckt. Dann fahren wir zum Botanischen Garten in Victoria, denn das Filmteam hat noch ein Treffen mit Lindsay Chong Seng, dem Chef der Seychelles Islands Foundation. Wir erhoffen uns einige Informationen über Haifinning. Lindsay ist sehr freundlich, erzählt viel und liefert uns wertvolle Hinweise und Kontakte. Vor der Kamera will er sich eher nicht äußern. Die anderen besichtigen währenddessen den Botanischen Garten. Anschließend fahren wir mit unseren drei Mietautos die San Souci Road hinauf und erreichen bald eine Tafel, die uns zeigt, dass wir das Gebiet des Morne Seychellois Nationalparks erreicht haben. Nun, Nationalpark ist immer gut, doch was die Natur betrifft gibt es in diesem unteren Bereich des Parks nicht viel ursprüngliche Natur zu sehen. Alles Sekundärwald und zum Teil Kulturpflanzen wie Tee. Erst nach einem kurzen und dennoch schweißtreibenden Aufstieg, bei dem wir wie an Günthers Höhenmesser etwa 200 Höhenmeter überwinden, erreicht man einen Wald, der schon richtig „wild“ aussieht. Er ist wunderbar, obwohl auch hier viele Fremdlinge wachsen. Besonders aggressiv sind Zimtbäume, die kaum noch auszurotten sind, wenn sie einmal Fuß gefasst haben. Nun beginnt die Suche nach Gardiners Seychellenfrosch. Sein hohes Piepsen verrät uns, dass er hier sein muss, aber Robert weiß es auch von zahlreichen früheren Reisen. Die Suche ist erfolgreich, Kameramann Ingo bemüht sich den Winzling schön auf Band zu bannen. Die anderen erreichen die Aussichtsplattform, von der man große Teile der mittleren Westküste Mahés überblicken kann. Die Sonne steht tief, die Sicht ist gut, der Eindruck grandios. Wir blicken genau auf jene Meeresbereiche, auf den Kanal zwischen Therese, Conception und Mahé, in dem wir gestern noch mit dem Walhai geschwommen sind, eine faszinierende Möglichkeit die Erlebnisse aus einer völlig anderen Perspektive zu betrachten. Kurz vor Sonnenuntergang steigen wir wieder zur Straße hinab und fahren zurück nach Beau Vallon, wo wir im Kreolischen Restaurant den Rest der Gruppe treffen sollen. Das Essen ist vorzüglich, es gibt eine Menü mit unzähligen guten Speisen und einen marinierten, gegrillten Segelfisch. Er schmeckt wirklich vorzüglich und die meisten können nicht widerstehen um sich nicht einen Nachschlag zu holen (Mario...). Vor der Koko Villa trinken wir dann noch den beim Inder gekauften Rotwein, der gar nicht so schlecht ist. In den kleinen Läden bekommt man hier meist südafrikanische Weine.

crew

dreh

dreh

15.Tag Freitag, 27. Oktober
Den letzten ganzen Tag unserer Reise beginnen wir mit einem tollen Frühstück. Reiseleiter Robert findet einen Inder (das sind hier die meisten kleinen Läden bzw. die Ladenbesitzer) der frische Semmeln (= Brötchen) verkauft, die fast so gut schmecken wie bei uns zu Hause... Außerdem schenkt uns der Gärtner noch viele Bananen. Während sich die meisten auf einen Besuch des Marktes von Victoria freuen (Freitag und Samstag gibt es hier besonders viel zu sehen), gerät das Kamerateam langsam unter Druck: Es fehlen noch wichtige Interviews. Reiseleiter Robert steht doppelt unter Druck, denn an diesem Abend ist die bereits traditionelle Abschiedsparty mit dem Grillen von Red Snappers geplant. Den muss er zuerst besorgen, genauso wie Salat, Reis, Kartoffeln und viele andere Dinge. Um 11.30 erreicht die Anspannung einen Höhepunkt Regisseur Robert sucht den anderen Robert und verliert langsam die Geduld... Doch dann kommt Schlag auf Schlag die positive Wende und alles wird wieder gut... Zuerst finden Regisseur Robert und Kameramann Ingo unter den Tischen einige Haie mit abgeschnittenen Flossen und anschließend auch die Flossen selbst. Zwei Fischer geben vor der Kamera bereitwillig Auskunft, das Geschäft mit dem Verkauf der Flossen nach Asien floriert, wir bekommen den Kilo Preis zu hören und alles, was wir hören wollen. Regisseur Robert freut sich. Schon eine halbe Stunde später führen wir in der Fischereibehörde ein Gespräch mit einem kompetenten Fachmann. Unser Gesprächspartner muss diplomatisch und politisch korrekt bleiben und sicher erfahren wir nicht die „volle und ungeschminkte Wahrheit“. Dennoch ist das Interview perfekt und Regisseur Robert strahlt zunehmend. Um 17.00 besucht uns noch ein sehr gebildeter und gut informierter Fischer und erzählt den Rest der Geschichte aus seiner Sicht. Da er auf niemanden Rücksicht nehmen muss, bekommen wir auch Informationen über Korruption und politische Einflussnahme auf die Justiz zu hören, die uns kein Beamter oder Politiker hätte erzählen können. Regisseur Robert, Kameramann Ingo und der andere Robert sind restlos glücklich!

Doch nun heißt es für Robert schnell zur Tat zu greifen, denn die glücklichen und hungrigen Mitreisenden trudeln nach und nach in der Koko Villa ein. Es brennt noch nicht einmal das Feuer im Griller, von einer Glut ganz zu schweigen... Durch den vielen Regen ist es kaum möglich ein Stück trockenes Holz zu finden. Robert hat zwar Holzkohle gekauft, doch es ist nichts zum anzünden da. Na gut, denkt sich Robert, dann mache ich zuerst die Beilagen fertig. Es sollen dreierlei werden: Reis, Kartoffeln mit gerösteten Zwiebeln und Nudeln. Die Nudeln sind bald fertig, perfekt abgeschmeckt, mit viel Liebe zubereitete. Robert ergreift den Topf an einem Griff, der Griff bricht ab und die Nudeln liegen am Boden. Robert sagt nur schlicht: Sch..., geht aus der Küche und will jetzt doch lieber das Feuer anzünden. Die Maruschka sammelt die Nudeln währenddessen mit den Händen vom Boden in einen sauberen Plastik-Müllsack auf und wirft das ganze in den Abfallkorb. Zum Glück helfen Helmut und Mario beim Feuer und Fisch. Wir gießen viel Speiseöl ins Feuer (obwohl sonst „Feuer ins Öl gießen“ nicht unbedingt unsere typische Art ist), so dass am Ende zu wenig für den Salat übrig bleibt, worüber wiederum Andrea und Elisabeth nicht erfreut sind. Helmut hilft Robert beim waschen und würzen der beiden Red Snappers und bald garen sie in eine Alufolie gewickelt auf dem Grillrost. Alles wird gut, heißt unsere Parole, und so ist es auch an diesem Abend. Die Glut ist allerdings nicht ausreichend und es dauert mindestens eine Stunde. Regisseur Robert lässt zwischenzeitlich das Drama mit den Nudeln nicht in Ruhe. Er holt den Sack aus dem Mülleimer und wärmt die Nudeln in einem Topf auf. Alle essen (aus Solidarität oder weil es ihnen wirklich schmeckt?) mit... Nur der Koch (Robert) ist irgendwie gar nicht besonders hungrig. Helmut übergibt im Namen aller Gäste Robert ein Geschenk, Robert ist in Verlegenheit...

grillen

grillen

grillen

16.Tag

Samstag, 28.Oktober
TAG DER ABREISE

Auch der Abreisetag beginnt mit einem schönen gemeinsamen Frühstück vor der Koko Villa. Bei den Condor Flügen von und nach München hat man einen großen Vorteil: Man gewinnt einen vollen Urlaubstag, denn die Ankunft ist um 7.00 morgens und der Abflug erst um 22.45 abends. Auch wir haben den Samstag noch genossen. Einige wollten noch kurz nach Victoria um den Markt noch etwas ausgiebiger erkunden zu können, die anderen wollten direkt auf den Copolia (Berg oberhalb der mittleren Ostküste, man überblickt von dort die Küste zwischen Victoria und dem Flughafen und die vorgelagerten Inseln rund um St.Anne). Der Aufstieg auf den Copolia ist nicht besonders anstrengend. Oben wartete eine unheimliche, faszinierende Stimmung auf uns: Während unsere Köpfe bereits in einer dunklen Wolke gehüllt waren, leuchtete Küste und Meer unter uns in den unglaublichsten Farbtönen im strahlenden Sonnenschein. Die Kannen der Kannenpflanzen waren diesmal üppiger entwickelt als bei den vorherigen Besuchen, wohl eine Folge des vielen Regens der letzten Monate. Die Kannen sind übrigens keine Blüten, sondern Derivate der Blätter (was man auch deutlich sieht). Die Blütenstände mit den kleinen Blüten waren ebenfalls zu sehen.
Die Wolken wurden immer dichter und die ersten schweren Regentropfen vielen auf uns und diesen wunderbaren Lebensraum, der hier Glacis genannt wird (größere kahle Granitflächen, in deren Ritzen und Spalten eine spezielle Flora wächst). Unterhalb der Felsen suchen wir in der Laubschicht noch kurz nach Sooglossus gardineri (das ist der kleine Seychellenfrosch, der zu den kleinsten Froschlurcharten der Erde zählt), denn Wilma hat ihn noch nicht gesehen. Dass die Fröschlein anwesend und auch aktiv sind, erkennen wir an den hohen, kurzen, Piepstönen, die den Wald erfüllen. Viele Besucher denken wohl bei diesem Ton eher an kleine Vögel... Wir finden prompt einen kleinen Frosch und wie immer bestaunen wir ihn ausgiebig.
Dann holt uns der Regen ein. Ein echter tropischer Regenguss, bei dem man das Gefühl hat, dass es einen stärkeren Regen gar nicht mehr geben kann. Während wir gründlich gewaschen werden, sitzen die anderen (auch solche, die noch auf den Berg nachkommen wollten) in einer Bar in Victoria, blicken zufrieden zu den grauen, Wolken verhangenen Bergen des Morne Seychellois Nationalparks, trinken ein Schlückchen aus ihren Drinks und denken sich: Gott sei Dank, dass wir nicht mitgegangen sind.
Am Nachmittag genießen viele die letzten Sonnenstrahlen an einem kleinen Strand direkt neben der Straße, unterhalb der Coco Villa und der kleinen Siedlung mit einer Kirche und einem Friedhof, die (ebenfalls) Glacis genannt wird. Wir versuchen noch mit allen Sinnen etwas von der wohltuenden Wärme, vom klaren, azurblauen Meerwasser, von der feuchten, tropischen Luft, von der grünen Vegetation, von der Silhouette von Silhouette und vom Anblick der Flughunde in uns aufzunehmen und hoch dosiert zu akkumulieren.
Gegen 18.30 sollte ein Pick-up kommen um unser Gepäck zu holen. In den Mietautos hätten wir nie alle mit unseren Sachen Platz gefunden (man denke nur an das Kamerateam und an Helmut mit seinem Surfbrett).

Dabei kommt es noch zu einer letzten Aufregung der Reise: Ingo findet seinen Autoschlüssel nicht und wir müssen bald zum Flughafen. Alle suchen fieberhaft, doch der Schlüssel ist nicht auffindbar. Wir fahren schließlich mit drei Autos zum Airport und Ingo findet den Schlüssel in seiner Tauchtasche. Er behauptet, dass letztlich Reiseleiter Robert an diesem Zwischenfall schuld ist, denn sein Laptop war noch an einem Adapter von Ingo angeschlossen, und diesen musste Ingo noch in einer Tasche verstecken, wobei auch der Schlüsselirrtümlich hineingerutscht ist, doch Robert verteidigte sich und sagte, dass Marcell schuld ist, der noch eine DVD brennen wollte... Aber das wäre eine andere (lange) Geschichte... Wir sind schließlich alle gut am Flughafen angekommen, haben alle erfolgreich eingecheckt, noch einige Souvenirs gekauft (Robert auch einige neue Bücher für die wissenschaftliche Reisebibliothek, die es vor einem Jahr noch nicht gegeben hat) und sind dann pünktlich abgeflogen. Der Flug war relativ ruhig, obwohl wir über Arabien durch ein bedrohliches Gewitter mit vielen Blitzen geflogen sind.

vogel

vogel

ThereseIsland

krabbe

17.Tag

Sonntag, 29.Oktober
TAG DER ANKUNFT

Morgens um ca.6.00 landen wir am Flughafen München (auf dem Ticket steht zwar 5.15, aber zuerst weiß kaum einer genau, wie spät es tatsächlich ist, denn es war die Nacht der Umstellung auf die Winterzeit und der Bordcomputer des Flugzeugs scheint es noch nicht registriert zu haben. Mehrmals werden die großen Zeiger so mancher Uhren vor- und dann wieder zurückgedreht.
Den Mario verlieren wir leider schon bald, obwohl wir an der richtigen Weggabelung für Weiterflüge warten. Er fliegt weiter nach Berlin. Die anderen treffen sich alle beim Gepäcksausgabe-Förderband und wundern sich, dass es mit den Koffern und Taschen hier in München diesmal auch nicht viel schneller geht als auf den Seychellen... Bald entschuldigt sich eine freundliche Stimme aus den Lautsprechern dafür. Doch wir nutzen die Zeit für den großen Abschied. Draußen regnet es und der Himmel ist grau. Dennoch ist es ein nur scheinbar trauriger Tag, denn es muss immer zuerst etwas zu Ende gehen, damit etwas Neues kommen kann... Und wir planen jetzt schon ähnlich schöne Reisen, nach Giglio, damit einige tauchen lernen können, nach Borneo, nach Tobago, auf die Äußeren Seychelleninseln (vor allem Aldabra), nach Galápagos...).
Auf Wiedersehen, für viele von uns war das (wieder einmal) die schönste Reise des Lebens. Auch (Reiseleiter) Robert meint, dass nach einer Schiffsreise mit der Sea Pearl jede normale Landtour, wie bisher schon oft abgehalten, verblassen muss. Mit traffic jam und rush hour in Victoria konnten wir nach 12 Tagen Wind, Sonne, Wolken, Trauminseln, dem blauen Meer und Gefühlen der Freiheit nicht so viel anfangen...

Und an dieser Stelle noch einmal ein ganz großes Dankeschön an Skipper Lars und seine Crew. Sie für uns einfach die beste Crew der Welt, so wie die Sea  Pearl das beste Schiff der Welt ist!

seapearl

gruppe

     
     


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