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Malediven

Termine

27. Februar bis 13. März 2010: Traum-Großfisch Tauchexpedition auf die Malediven: Ins Reich der 1000 Atolle Infos

Anmeldungen: Reservierungen und Anmeldungen ab sofort bei Dr. Robert Hofrichter, mittelmeer@aon.at.

Lage: Indischer Ozean, ca. 500 km von Sri Lanka und Indien entfernt
   
Politisches System: Unabhängige Republik
   
Bevölkerung: (ca.) 250.000
   
Religion: Islam
   
Geographie: In Atolle gruppierte Koralleninseln, von Riffen umringt
   
Klima: Tropisch, Durchschnittstemp. 30°C
   
Anreise: Linien- und Charterflüge aus Europa, dem Nahen Osten, Asien, USA und Südafrika
   
Visum: 30 Tage-Visum bei Ankunft
   
Zoll: Keine verbotenen Drogen, Pornographie, Feuerwaffen, Alkohol, gefährliche Tiere.
   
Einreisebestimmungen: Österreichische und deutsche Staatsbürger
benötigen einen gültigen Reisepass, der bei Ankunft noch mindestens 6 Monate gültig sein muss. Bei der Ankunft am Flughafen wird kostenlos ein Visum für 30 Tage ausgestellt.
   
Zahlungsmittel: Landeswährung ist die Maledivische Rufiyaa. Die Ein- und Ausfuhr der Landeswährung ist untersagt. Auf dem Schiff und auch auf den Touristeninseln darf nur in Devisen, vorzugsweise in US-Dollar bezahlt werden. (Kreditkarten werden auf dem Schiff akzeptiert - Visa und Mastercard - allerdings nur bis zur Höhe von USD 200,-- pro Person)
Auf Grund der hohen Spesen wird jedoch Bargeld in US$ bevorzugt.
   
Impfungen: Es sind keine Impfungen vorgeschrieben. Wir
empfehlen aber eine Überprüfung Ihrer
Tetanusimpfung sowie der Hepatitis-A-Impfung. Fragen Sie Ihren Arzt.
   
Tauchausrüstung: Flaschen und Blei sind an Bord vorhanden, ansonsten
ist die gesamte Ausrüstung mitzubringen. Eine
Strömungsboje ist vorgeschrieben.
   
Freigepäck: Sie haben pro Person 30 kg Freigepäck.
   
Mitzubringen: Neben der Tauchausrüstung empfehlen wir leichte Badebekleidung, Badetücher, Stirnband, Sonnenschutz und eventuell Jogginganzug für abends mitzunehmen. Falls Sie an Deck unter dem Sternenhimmel schlafen möchten, wäre ein Schlafsack ratsam. Liegematten befinden sich an Bord.
   
Verpflegung: Für die Verpflegung an Bord ist bestens gesorgt (Vollpension) Mittag und Abends - BUFFET Ein Extra-Tip vom Tauchguide: nach den Tauchgängen oder bei den gemütlichen Abenden an
Deck hat sich immer wieder eine "zünftige Jause" aus
der Heimat sehr bewährt. Vielleicht denken Sie auch daran. Bitte beachten Sie aber, dass die Einfuhr von Alkohol verboten ist.
   
Stromversorgung: 220-Volt, 24h kein Adapter erforderlich
Eine Ladestation mit 10 Steckdosen befindet sich im Saloon
   
Ortszeit: Im Sommer: MEZ + 3h
Im Winter: MEZ + 4h

Möchten Sie in einem tropischen Inselparadies sein? Die Malediven wären hier genau richtig. Sie befinden sich in den sanften Gewässern des Indischen Ozeans. Diese üppigen Inseln liegen 500 km von der Südspitze Sri Lankas und Indiens entfernt. Wenn Sie ein Sonnenanbeter, ein Surfer, ein Taucher sind oder jemand, der sich nach Frieden im wahrsten Sinne des Wortes sehnt, dann sind die Malediven genau das Richtige für Sie!

Offizielle Infos der Republik Malediven (Republic of Maldives)
http://www.visitmaldives.com/german



Wenn Sie ein Surfer sind, finden Sie an einigen Stellen die richtigen Wellen. Wenn Sie ein begeisterter Taucher sind, dann machen Sie sich auf ein Rauscherlebnis gefasst! Denn die weißen Korallenstrände sind einfach unglaublich! Und Fischen ist ein unbeschreibliches Erlebnis.

Die Reise hierher ist so einfach wie das Besteigen eines Flugzeugs. Nehmen Sie einfach einen der so zahlreichen Linien- oder Charterflüge, die uns regelmäßig aus Europa, dem Nahen Osten und aus Asien anfliegen. Und Sie, als unser willkommener Gast, erhalten hier auf dem Internationalen Flughafen Male ein 30 Tage gültiges Touristenvisum.

Die Malediven waren schon immer eine einzigartige Nation. Abgesehen von einer Epoche unter portugiesischer Herrschaft im siebzehnten Jahrhundert und als britisches Protektorat von 1887 bis 1965 war der Archipel mindestens 2500 Jahre lang eine unabhängige Inselgruppe. Die Malediven sind Mitglied der Vereinten Nationen, des englischen Commonwealth und der Bewegung der Bündnisfreien. Sie unterhalten eine sehr herzliche Beziehung zur internationalen Gemeinschaft, und ihre Bevölkerung selbst ist stolz auf ihre Gastfreundschaft und Freundlichkeit!

Die Bevölkerung der Malediven beträgt z.Zt. etwas mehr als eine Viertelmillion. Eine gemeinsame Sprache (Dhivehi) und Religion (Islam) sind zwei segensreiche Faktoren, die das Volk zu einer festgefügten und friedlichen Gesellschaft vereinen. Der Stolz auf die Tradition ist sehr ausgeprägt, jedoch nicht zu Lasten der Entwicklung und Modernisierung. Die Malediven sind im allgemeinen nicht rassenbewusst, vielleicht weil das Land Jahrhunderte lang von Besuchern von weit voneinander entfernten Gegenden wie China, Afrika, Arabien und Persien bewohnt wurde, die in die Gesellschaft aufgenommen wurden.

Und diese Tradition der freundlichen Aufnahme von Besuchern wird weiterhin gepflegt....

Wir möchten Sie ermutigen, hierher zu kommen, um zu zählen, wie viele Inseln das Land genau hat. Man sagt, das Zählen der Inseln einschließlich der Inselchen und Sandbänke ist wie das Zählen der Sterne am Himmel!

Deshalb ist die allgemein anerkannte Zahl von 1190 auch nur eine ungefähre Angabe. Diese Inseln gruppieren sich in natürliche Atolle, geschützt von sie umgebenden Korallenriffen.

Sie bestehen aus reinem Korallensand und liegen sehr niedrig: die höchste Stelle auf jeder beliebigen Insel ist nicht höher als anderthalb Meter über Meereshöhe. Kokospalmen und eine Überfülle tropischer Pflanzen machen diese Inseln zu einem idyllischen Ort für Ihren Urlaub, wenn Sie die Natur in ihrem Idealzustand sehen wollen.

Die Malediven liegen am Äquator. Das Klima ist tropisch und ohne nennenswerte jahreszeitliche Unterschiede. Obwohl der Südwestmonsun tatsächlich die meisten Regenfälle bringt, meistens um Juni und Juli herum, können Tropenschauer jederzeit niedergehen!

Gewöhnlich ist der Himmel klar, und die Sonne scheint hell. Und gerade da weckt die kühle Brise, die schon in Gedichten beschrieben wurde, die romantische Ader in Ihnen.

Bericht über die RSEC-Malediven-Expedition (September/Oktober 2003)
Auf zwei Schiffen durch das Reich der 1000 Atolle

von Robert Hofrichter

Was ist ein Dhoni, was ein Dingi und wie hängen diese beiden Wasserfahrzeuge mit den Abläufen auf großen Safarischiffen zusammen? Vor der Reise haben sich manche von uns ernsthaft mit derartigen Fragen auseinandergesetzt. Aber diese Zeiten sind für die 27 Teilnehmer der RSEC-Tauchsafari, die es sich zum Ziel gesetzt hat nach Großfischen und sonstigen Meeresbewohnern zu suchen, vorbei. Nun sind wir alle erfahrene Malediven-Kreuzfahrer und haben für derartige Diskussionen nicht einmal ein müdes Lächeln übrig!

Das Wichtigste vorweggenommen: alle sind gesund nach Hause gekommen, es ist nichts Ernsteres passiert, wir haben viel Wunderbares erlebt und gesehen, wir haben zwei Walhaie, verschiedene andere Haiarten, Mantas und Mobulas, Thunfische, Makrelen und Stachelmakrelen (die letzteren zwei sind nicht unmittelbar verwandt, denn sie gehören zu unterschiedlichen Familien – auch ein Thema beim biologischen Forum an Bord), große zutrauliche Napoleons (na ja, zugegeben, der maledivische Guide hat sie mit Eiern angefüttert !), riesige Fischschwärme und vieles mehr beobachtet und vielfach auf Berührungsdistanz erlebt.

Bei all dem liegt uns etwas Wichtiges am Herzen, nämlich allen unseren Teilnehmern – immerhin ein Altersspektrum zwischen 20 und 70 – unseren Respekt auszusprechen: alle (obwohl einige noch recht unerfahren) haben sich gut geschlagen und als unerschrockene Taucher erwiesen. Es machte selbst unserem alten "Tauchlehrer-Hasen“ Andy spaß mit ihnen die zum Teil trüben und stark beströmten Gewässer zu erkunden. Ein halbe Stunde und mehr an der Oberfläche der kandus (Kanäle zwischen den Atollen) zu driften, zwischen tosender Brandung am Riff und dem offenen Ozean, und hoffen, dass das Dhoni doch bald kommen und uns aus dem Wasser holen würde, - ja, da muss man schon Nervenstärke zeigen und Ruhe bewahren. Wir alle haben Erfahrungen gesammelt. Und alle haben recht kollegial und freundschaftlich zur guten Stimmung an Bord beigetragen.

Klar, wir hatten auch die eine oder andere Prüfung zu bestehen und mit einigen Problemen zu kämpfen. Eine Expedition im Ozean ist eben kein Sonntagsspaziergang. Davon später mehr.

Am 19. September 2003 starteten 27 RSEC-ler eine abenteuerliche Reise durch das Reich der 1000 Inseln. Allein der Name erweckt bereits Sehnsüchte und ist vielversprechend – die Malediven. Das Wort Atoll stammt von hier, sein Inhalt ist das, was diese Inseln substantiell ausmacht. Wir diskutierten über die Entstehung der geheimnisvollen Korallenringe im Ozean. Seit Charles Darwins Zeiten hat sich bei den Atollentstehungs-theorien einiges getan. Was der Vater der Evolutionstheorie noch zu wenig berücksichtigt hat, sind die Eiszeiten, über deren globalen Auswirkungen durch Meeresspiegelschwankungen man zu seinen Zeiten noch wenig wusste. Voller Erwartungen auf Großfischsichtungen (wir wollten nämlich neben allgemein riffökologischen, geographisch-klimatischen, faunistisch-floristischen und anderen Aspekten hauptsächlich mehr meer große Meeresbewohner erleben) blickten wir nach der Landung in Male auf einen bleigrauen Himmel und wunderten uns, dass sich uns das Paradies nicht durch strahlenden Sonnenschein präsentiert.

Es verunsicherte uns gewissermaßen, dass die Dhonibesatzung anfing, alle Taschen und das Tauchgepäck möglichst fest im Dhoniinneren zu verstauen, die vordere Türe zu schließen und den seitlichen grünen Regen- bzw. Spritzwasserschutz aus Kunststofffolie auf beiden Seiten des Bootes hinunterzurollen. Wir haben als Naturwissenschaftler natürlich schon mal was vom Monsun gehört und wussten, dass er das Klima des Indischen Ozeans prägt. Wir wussten auch, dass der Südwestmonsun jetzt, Ende September, langsam zu Ende gehen sollte (hofften wohl insgeheim, das er sich dabei diesmal besonders beeilte). Dass er uns jedoch gleich bei der Ankunft aufs herzlichste begrüßen würde – nein, diese Möglichkeit hatten wir eher verdrängt. Und er, der Monsun, hatte sich vorgenommen gegen Ende der Reise noch einmal zurückzukommen, und zwar noch stärker und mächtiger als am Anfang. Aber alles schön der Reihe nach.




 

Fast neun Monate vorher hatte das damals neu gegründete Red Sea Environmental Centre (RSEC) angefangen eine Expedition auf die Malediven zu planen. Über die exakte Nomenklatur – soll es nun Exkursion oder Expedition heißen – haben wir uns damals noch nicht den Kopf zerbrochen. Aber nach der Erfahrung der glücklich abgeschlossenen Fahrt haben wir beschlossen, dass die Reise in der Zukunft den Status einer Expedition haben soll. Wir haben den Ozean von seiner stürmischen Seite erlebt und Ausfahrten mit dem Dhoni gemacht, bei denen es manchen bange wurde – mit einem Wort die Macht der Elemente erlebt. Manchmal hat es Strömungen unter Wasser gegeben, die mächtiger waren als die meisten von uns sie bisher erlebt haben oder für möglich gehalten hätten. Es scheint uns daher ehrlicher zu sein von einer Expedition zu sprechen – auch in Hinblick auf künftige RSEC-Malediven-Tauchsafaris. Denn das RSEC will sie zum Standard machen und jährlich ein- bis zweimal durchführen. Dabei ist es wichtig zu bedenken, dass ein Safariboot kein 5-Sterne-Hotel ist und der Ozean - weit weg von der Zivilisation – eben nicht ausschließlich Sonntagsspaziergänge bietet.

Unsere zwei Schiffe waren die Haveyli und die Blue Shark. Na gut, zugegeben, das mit der Blue Shark war nicht von Anfang an so eingeplant. Ein anderes Schiff war gebucht, die "hm, hm“. Was das soll, dieses "hm, hm“? Nun, es hat bei den ursprünglich auf der "hm, hm“ eingebuchten Gästen eine Abmachung gegeben, den Namen des Schiffes nicht aussprechen zu dürfen (unter Androhung einer Strafe, nämlich sehr viele Runden Bier zahlen zu müssen – bei den Bierpreisen an Bord keine Lappalie!). Die "hm, hm“ war nämlich kein Schiff, auf dem man zwei Wochen Safari hätte verbringen wollen. Kakerlaken empfingen uns neben einem ziemlichen Gestank bereits bei der ersten Besichtigung des Schiffsinneren, ebenso wie vor kurzem ausgerissene, alte, dreckige Teppiche. Es war unverkennbar, dass irgend jemand fünf Minuten vor der Abfahrt angefangen hat, die "hm, hm“ zu renovieren. Oder wie auch immer man die gar nicht hektische Aktivität der Schiffbesatzung nennen mag. Die Kerle wirkten irgendwie unbeteiligt. Dass einige müde Gäste voller Erwartungen an Deck standen, schien sie gar nicht zu beunruhigen.

 


Wunderbare schwarze, riesengroße Kunststoffbehälter schmückten das Deck um den Bug herum – sie waren sozusagen die Galionsfiguren des Schiffes. "Keine Minute bleibe ich auf diesem Schiff“, schrie Robert völlig aufgelöst in Richtung der Haveyli, auf der sich Andy und der Rest einer zufriedener Crew befanden. Die auf der "hm, hm“ eingebuchten Gäste wunderten sich über den Wutausbruch (nicht besonders), da sie den Schreienden so eigentlich nicht kannten. Sie alle haben den selben Traum wie Robert gehabt – nur noch schnell weg von diesem vermeintlichen "Traumschiff“. Denn für eine Traumreise war es nicht geeignet. Wir telefonierten um den halben Globus (das kostet natürlich auch Geld), stritten, organisierten, suchten nach Lösungen! Zwei bis drei Stunden später saßen dann die Passagiere der "hm, hm“ auf der Blue Shark. Sie hatten ihr Traumschiff gefunden und die Safari konnte beginnen.

Ist es nicht großzügig von uns, dass wir den Namen des (ersteren) Schiffes hier nicht nennen? Die Lehre daraus für uns und jeden Veranstalter, der in der Zukunft eine Tauchsafari organisiert: Überzeugt Euch vor der Buchung persönlich über das Schiff und die Leute, die Euch eine Traumreise ermöglichen sollen! Vertraut keinen Versprechungen und Beteuerungen, von wem sie auch kommen, selbst wenn es angesehene Partner aus der Reisebranche sind! Es wird alles wieder gut – auf der Blue Shark erfüllte sich das zum Glück! Es muss aber nicht immer so positiv enden (Stichwort entgangene Urlaubsfreude).

Unser Programm hat am kommenden Morgen mit dem Auslaufen aus dem Hafen in der Nähe von Male bzw. Hulule (Flughafeninsel) und einem anschließenden Checkdive an einem Manta Point im Nord-Male Atoll begonnen. Nicht alle haben sich über die Pflichtübung des Maskenausblasens gefreut, schließlich haben sie aber alle erfolgreich hinter sich gebracht. Ein großer Manta begrüßte uns schon eine Minute nach dem Abtauchen, ein zweiter kam zu einem großen Korallenblock mit vielen Glasfischen und überhaupt einer reichhaltigen Fauna – offensichtlich eine Manta-Putzstation. Und uns war damit klar, dass wir wunderbaren Erlebnissen entgegenblicken durften.

Mantas und Walhaie lieben als Planktonfresser naturgemäß planktonreiches Wasser. Dieses erscheint uns Tauchern trüb. Und trübes Wasser betrübt uns in der Regel ein wenig, da wir dann die Objekte unserer Begierde weniger gut sehen und erkennen. Vielleicht sind sie sogar in der Nähe, aber man sieht sie nicht. Es gleicht ein wenig dem Traum von der Quadratur des Kreises, beides gleichzeitig haben zu wollen: glasklares Wasser und die großen Planktonfresser (obwohl es dieses Wunder auch gibt) . Allerdings war unsere jetzige Erfahrung im Interesse des meeresbiologischen Kurses bzw. für das bessere Verstehen ökologischer Zusammenhänge durchaus sinnvoll, denn "das (im Wasser) Treibende“ (= Plankton) hat jeder gesehen und damit den Zusammenhang mit dem Vorkommen der großen Planktonfresser deutlich erkennen können. Einzelne Planktonorganismen konnten wir auch (ohne optisches Gerät) als Rippenquallen (Ctenophora) erkennen, viele andere bildeten eine "Suppe“, in der konkrete Individuen nicht erkennbar waren.

Wie schon gesagt: wir haben uns viel mit dem Monsunklima des Indischen Ozeans beschäftigt. Freilich, geographisch-klimatisches Wissen über Monsunswinde ist auch nicht alles. Es gibt noch andere Dinge im Leben. So werden wir die Termine für die nächsten Safaris eher für die Wintermonate festlegen. Das Wasser ist dann in der Regel klar, das Wetter stabiler und dennoch sind an vielen Spots Walhaie und Mantas zu sehen. Man darf nämlich nicht vergessen, dass der Grund für den Besuch der Riffe für Mantas nicht nur das Nahrungsangebot ist, sondern auch das deutlich ausgeprägte Bedürfnis nach körperlicher Hygiene. Mantas besuchen Putzerstationen, um sich von unliebsamen Parasiten befreien zu lassen. Es war ein Genuss ihnen dabei zuzuschauen.

Inselträume sind so eine Sache. Nicht alle sind zu 100 Prozent in Erfüllung gegangen und das hat mannigfaltige Gründe. Da ist einmal das Müllproblem. Leider ist es immer noch so, dass Schiffe den gesamten Müll, einschließlich der leeren Kunststoffflaschen, einfach ins Meer kippen. Man braucht keinen besonderen ökologischen Sachverstand um sich ausmalen zu können, was mit dem auf und im Wasser treibenden Müll passiert: er landet auf den nächsten Riffen, Sandbänken und Inseln. Und so sahen wir unbewohnte "paradiesische“ Inseln, die dieses Attribut nur auf große Entfernung verdienen. Nach dem Betreten der vermeintlichen Trauminsel jedoch sind uns die Augen aufgegangen und viele Illusionen waren mit einem Schlag zerstört. Auf den Luxusresorts wird der ganze Dreck natürlich sofort von den Stränden geräumt, wodurch die paradiesische Illusion für das zahlungskräftige Publikum aufrechterhalten wird. Direkt neben einer solchen Luxusinsel entdeckten wir auch eine der Müllinseln.

Das RSEC möchte jede Initiative unterstützen, die sich dieser Problematik annimmt. Es erscheint uns als untragbar, dass der Tourismus aus dem Westen den Plastikmüllberg hinterlässt, ohne sich mit den Konsequenzen zu beschäftigen. Und bei der nächsten Gelegenheit werden wir unseren Plastikmüll von Anfang an konsequent nach Europa mitnehmen (LTU unterstützt diese Initiative!). Bei dieser Tour haben wir das Müllproblem erst nach einigen Tagen bemerkt und anschließend gleich mit dem Einsammeln der Plastikflaschen begonnen.

So sind die Inselbesuche diesmal nicht ganz so üppig ausgefallen, wie wir uns das sehnlich gewünscht haben (zumindest viele von uns, denn einige waren so sehr dem Rausch der Tiefe verfallen, dass sie sich für Inseln weniger zu interessieren schienen). Die Suche nach Landpflanzen, Vögeln, Reptilien (die allgegenwärtige Agame, auch Schönechse genannt, haben wir wohl mehrmals gesichtet) und Amphibien – ja, sogar die gibt es auf manchen Inseln, nämlich einen Raniden (Echte Frösche) und einen Bufoniden (Echte Kröten) – ist zu kurz gekommen. Das Wetter hat ein Übriges dazu beigetragen. Das Bergsteigerseil von Doris und Thomas ist umsonst um den halben Globus geflogen (Robert bereut es zutiefst und verspricht eine Entschädigung in Form eines Festmahls, aber kein Fischcurry bitte!), denn zum ersehnten Besteigen von Palmenkronen, um phänomenale Landschaftsfotos aus ungewöhnlicher Perspektive zu machen (Roberts Traum!) und Kokosnüsse zu erbeuten ist es nicht gekommen. Aber das soll sich nächstes Mal ändern (Doris, Thomas, das Seil bitte nächstes Mal doch wieder einpacken!).

 

Wir haben bei dieser Tour viele neue Kontakte zu den Menschen vor Ort geknüpft und wertvolle und zuverlässige Partner für künftige Unternehmungen gefunden. Damit haben wir uns unabhängig von Vermittlern gemacht, auf die – wie die Erfahrung zeigt – nicht immer Verlass ist. So hoffen wir in der Zukunft vermeiden zu können, dass die Kompressoren auf beiden Dhonis ausfallen. Das Wartungsniveau der Kompressoren spielt für den Erfolg einer Tauchsafari mitten im Ozean wohl eine entscheidende Rolle, ist aber von außen auf den ersten Blick nicht so leicht zu erkennen. Schon gar nicht von Europa aus. Wiederum ist es nur der Kontakt zu zuverlässigen Partnern vor Ort, der hier eine gewisse Sicherhit bieten kann.

Wir werden uns bei künftigen RSEC-Maledivenreisen nur ein etwas größeres Schiff nehmen (etwa 22 Personen), oder aber wirklich mit 2 Schiffen im Vorfeld vertraglich festhalten, dass die Schiffe zusammen ankern und zusammen bleiben müssen. Die Unwilligkeit der beiden Schiffe (bzw. ihrer Kapitäne) direkt nebeneinander zu ankern erschwerte uns das Abhalten des Kurses ungemein (vor allem bei den vorherrschenden Witterungsbedingungen).

Last but not least: wir danken den Teilnehmern für die ausgezeichnete Stimmung und freundschaftliches Zusammenleben an Bord beider Schiffe! Die nächste Safari (und andere Programme des RSEC) kommt bestimmt! Die beigefügten Bilder bieten einen Einblick in die Welt der Wunder, aber es ist eben nur ein Einblick. Wir wünschen es möglichst vielen, diese Wunder erleben zu können. Übrigens, unsere Abenteuer sind auch auf einem Film festgehalten (gedreht von Florence). Er kann in digitaler Form (z. B. DVD) beim RSEC gegen einen Unkostenbeitrag angefordert werden.
So freuen wir uns auf ein Wiedersehen mit Euch bei der nächsten aufregenden Reise zu den Wundern des Blauen Planeten! Die Begegnungen mit den vielen großen und kleinen Meeresbewohnern werden uns unvergesslich bleiben und uns über die Entbehrungen des Alltags hinwegtrösten – bis zum kommenden großen Abenteuer.

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