Sehr schöne Fotos, die somit auch auf einen sehr schönen entspannten TG schließen lassen...

(wo gibts den Neid-Smiley???)
Und dann schon eine Bitte... könnte ich die beiden Decapoden-Bilder in größerer Auflösung bekommen? Ich hab da nämlich einen dezenten Verdacht...
Ich war leider noch nie im Neufeldersee blubbern, aber die Aussage von Helmut bestätigt meinen Verdacht! Daß die Krebspopulation zeitweilig stark nach unten ging, könnte sehr wahrscheinlich an der sogenannten Krebspest liegen! Dabei handelt es sich um einen infektiösen Pilz, und zwar genau um den Fadenpilz Aphanomyces
astaci .
Kurz folgendes, falls es manchem unbekannt: Dieser Pilz parasitiert diverse Krebse, wobei die Infektion in der Regel tödlich endet. Zumindest bei den einheimischen Krebsen, speziell dem umgangssprachlich genannten Flusskrebs Astacus
astacus, besser genannt: der
Edelkrebs oder der
Europäische Flusskrebs.
Bei den außereuropäischen Verwandten wie dem
Nordamerikanischen Flusskrebs Pacifastacus
leniusculus besteht hingegen eine überwiegende Immunität dem Pilz gegenüber. Wunderbar dachte man sich, führte in bewusst als Neozoen in Europa ein, um den Bedarf an Krebsen aufzufüllen. Quasi das Loch flicken, das die
Edelkrebse(EU) in den Ökosystemen in Europa hinterlassen haben, als sie einfach an der Krebspest dahindarben... Dabei erhoffte man sich wohl auch, daß die
Signalkrebse(USA), wie die nordamerikanischen Vertreter besser genannt werden, ihre Immunität irgendwie an die verbliebenen europäischen zehnbeinigen Ritter übertragen... Großer Fehler, denn im Nachhinein stellte sich heraus, daß die
Signalkrebse spezielle Enzyme besitzen, die diese Immunität ermöglichen. Und selbst sind die
Signalkrebse zwar immun, aber dennoch sind sie Überträger des parasitischen Pilzes. Und damit verschlimmerte man die Situation noch um Längen.
Warum erzähle ich euch das? Nun, der
Signalkrebs trägt seinen Namen hauptsächlich eines entscheidenden Merkmals wegen: Im Gegensatz zum Edelkrebs besitzt der Signalkrebs direkt im Scherengelenk einen auffälligen weissen Fleck, den Signalfleck. (Siehe Fotos von Claudia !!!

).
Unterscheidungskriterien wären:
Edelkrebs:
- rote Scherengelenkshaut
- die kleinen Dornen auf den Scheren
- direkt hinter den Augen: 2 deutliche Dornartige Gebilde, die Postorbitalleisten (Augenleiste)
Signalkrebs:
- ebenfalls 2 Augenleisten, meist weniger ausgeprägt
- im Vergleich zum Edelkrebs ziemlich glatte Oberfläche der Scheren
- der deutliche weisse Fleck im Scherengelenk
Ich bin mir also ziemlich sicher, daß die Claudia da einen Signalkrebs (Pacifastacus
leniusculus) abgelichtet hat. Claudia, du kannst ja die Fotos in der Originalauflösung mal selbst vergrößern, und die Scheren (und eventuell die Region hinter den Augen) mal näher betrachten, aber ich denke, der weisse Fleck ist fast ausreichend.
Und damit wäre auch schon eine ziemlich wahrscheinliche Erklärung für die kurzzeitig rückläufige Krebspopulation im Neufelder See gegeben. Allem Anschein nach sind die heimischen Edelkrebse durch etwas dezimiert worden, sehr wahrscheinlich durch die Krebspest. Und bei den nun vermehrt gesichteten Krebsen handelt es sich um Signalkrebse, die gegen die Krebspest immun sind, und im Neufeldersee nun den Platz der Edelkrebse übernehmen.