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 Betreff des Beitrags: Bedrohte Paradiese USA: Ölkatastrophe im Golf von Mexico
BeitragVerfasst: 03 Mai 2010 19:28 
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Liebe Freunde !

2 Wochen ist es her, dass die Bohrplattfom "in die Luft" gegangen ist - 11 Todesopfer sind zu beklagen.
Dann, lange nichts an Meldungen ...
irgendwann und langsam die genauen Zahlen, wie viel Öl sich täglich aus dem offenen Bohrloch in die See ergießt ...
der Horror nahm seinen Lauf ...

Dann ein Bericht eines Sachverständigen, der mittels Tauchroboter das Loch stopfen sollte, er sagte:
"Haben Sie schon mal versucht, einen Korken in eine frisch geöffnete Flasche Champagner zu stecken und sie so zu schließen ?"
Fazit: ES IST NICHT MÖGLICH UND DURCHFÜHRBAR !!!!!!!!

Auch da pennen noch alle !!!!!! :shock: :twisted:

Ich überspringe jetzt die weiteren Meldungen ...
der Ölteppich ist inzwischen 10.000km² groß ... die Winde treiben ihn nicht nur in Richtung US-Südstaaten-Küste ...
auch Costa Rica wird bald betroffen sein ... .

Den Rest gaben mir die letzten Fernsehreportagen über WIRTSCHAFTLICHE Schäden !!!! :shock:
Geht´s immer noch um GELD ??!!???? :roll: Immer noch nichts KAPIERT ??!!!!!?!!!!! :x

Es wurden Appartments und Strände mit schwimmenden Ölbarrieren geschützt ... ah haaaaahhhhh :idea:

Meine Freunde Tierschützer sind am Kohle zusammen kratzen und etliche schon unten zum Vögel retten ...
aber sie können nur das individuelle Leiden der Tiere lindern ...
was noch kommt ist apokalyptisch ...
was bleibt ist fassungslose Hilflosigkeit - weil wir dem Sterben zuschauen müssen ...

Präsident Obama hat es heute durch die Blume gesagt:
Sie werden BEZAHLEN - und damit hat er nicht nur Geld gemeint.
Weg mit der Öl-Lobby !!! Mit dem "Erbe" was uns Bushbaby noch hinterlassen hat :twisted:
Und bald wird es endlich auch BP wohl nicht mehr geben - nachdem sie sooooo wirtschaftlich gedacht haben und mit der Vetternwirtschaft der anderen Obergierigen auf Sicherheitsmaßnahmen verzichten konnten und ihre eigenen Gutachten für die Lizenzen ausreichten.

Ich hoffe, dass Präsident Obama auch die neuen Lizenzen im Pazifik überdenkt und neu veranlasst.
Wozu er m.E. von dieser Perversoclique gedrängt wurde, damit er das Krankenversicherungssystem in den US einsetzen kann.

Ich krieg den Vogel mit diesen "Ölbaronen" !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! :twisted:
Hoffentlich RIECHEN die in Texas auch mal, WIE so eine Ölpest STINKT !!!! Und SEHEN vielleicht mal, wie traurig so ein einziger von Millionen Vögeln sterben muss !

Traurige Grüße
Caro

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"Auch wenn es gelänge, die Tiere vor uns zu schützen, hätten wir nichts erreicht. Erst wenn es uns gelingt, die Tiere nicht mehr schützen zu müssen, sind wir am Ziel. Dann haben wir etwas verändert: UNS !" Zitat von Michael Aufhauser


Zuletzt geändert von Caro am 07 Mai 2010 15:10, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Unfassbar - Ölkatastrophe im Golf von Mexico
BeitragVerfasst: 06 Mai 2010 22:04 
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... nebenbei bemerkt

ZITAT: ...der Ölteppich ist inzwischen 10.000m² groß ... die Winde... ZITAT ENDE

nach meinen Informationen war beim Ölteppich bereits von "mehr als 10 Quadratkilometern" die Rede.... das sind dann 10.000.000 m² !!!!!

Das mehr als wird aber vom Spiegel jetzt als 160 km mal 70 km angegeben !!!! Das sind dann 1120 Quadratkilometer... das wären dann schon Eine Milliarde einhundertzwanzig Millionen Quadratmeter !!!
Was für unvorstellbare Ausmaße, Wahnsinn. Das ist annähernd die Hälfte des Saarlandes!

Jetzt bleibt nur zu hoffen, daß die neuen Maßnahmen Erfolg haben. Dazu zählen zum einen eine gigantische "Tauch"glocke, welche über die Austrittsstelle gestülpt wird, und das austretende Öl dabei abgesaugt wird.
Ebenso soll begonnen werden, den Ölteppich kontrolliert abzubrennen, wenn die anderen Methoden nicht greifen. Leider macht wohl momentan das schlechte Wetter dort den ganzen Helfern und Katastrophenschützern einen Strich durch die Rechnung.

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 Betreff des Beitrags: Re: Unfassbar - Ölkatastrophe im Golf von Mexico
BeitragVerfasst: 07 Mai 2010 09:54 
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:oops: Natürlich meinte ich 10.000 km² ...

Was ich aber nicht verstehe, warum man keine schnellstmögliche Entlastungsbohrung gemacht hat ! :roll:
Gut, die hätte auch wirtschaftlichen Schaden für BP bedeutet - hätte man doch ne Plattfom woanders abziehen müssen :evil:

Liebe Grüße
Caro

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 Betreff des Beitrags: Re: Unfassbar - Ölkatastrophe im Golf von Mexico
BeitragVerfasst: 07 Mai 2010 11:04 
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Huhu

ich glaube die wissen selber nicht genau wie groß die Verschmutzung inzwischen ist. Ich gehe mal davon aus, das nur die leichten Ölbestandteile nach oben treiben. Ich bin aber kein Petrochemie-Experte.

Was da wirklich alles versaut worden ist werden wir wahrscheinlich erst in ein paar Monaten wissen. Wie das unter Wasser aussieht will ich gar nicht erahnen wollen. Es ist jedenfalls eine Riesenkatastrophe, die mal wieder durch Profitgier und der daraus resultierenden Schlamperei und Verantwortungslosigkeit entstanden ist. Wie so oft.

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Gruß
Rainer

Nichts im Universum ist ohne Wert, denn die Natur tut nichts vergeblich (Aristoteles)


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 Betreff des Beitrags: Re: Unfassbar - Ölkatastrophe im Golf von Mexico
BeitragVerfasst: 08 Mai 2010 12:51 
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wer das ganze jetzt genau mitverfolgen möchte:

http://www.deepwaterhorizonresponse.com/go/site/2931/

Das Wetter ist besser, es wurde begonnen, die Absaugglocke abzusenken. Wenn diese fest verankert und installiert ist, wird damit begonnen, Rohre anzubringen, über welche dann das Öl abgesaugt werden kann (Dies muss geschehen, da sonst das austretende Öl das Wasser in der Glocke verdrängt, und aufgrund der niedrigeren Dichte die gesamte Glocke anheben würde). Ob und inwieweit das Öl aus der Glocke dann noch weiterverarbeitet und genutzt werden kann, entzieht sich meiner Kenntnis.

Am besten fand ich jedoch diesen aaligen Studenten mit seiner rotzdoofen Freundin (bei RTL gesehen...) welcher schnell noch Papas Yacht genommen hat, um vor der Küste nochmals zu angeln, solange das noch geht. "Schrecklich sei diese Katastrophe... Deshalb habe er sich gedacht, er müsse jetzt nochmal angeln und baden, bevor der Ölteppich die Küste ereiche, und sowas dann nicht mehr gehe...." :censored:
Schon toll, was für geistige Tiefflieger bei den Amis sogar "studieren" dürfen :lol:

Weiters lasse ich mich darüber aber nun nicht mehr aus, ich bin voller Hoffnung und gespannt, wie sich das dort weiterentwickelt. Hier mal eine ein interessantes Bildchen dazu

http://cgvi.uscg.mil/media/main.php?g2_ ... ewsIndex=1

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 Betreff des Beitrags: Re: Unfassbar - Ölkatastrophe im Golf von Mexico
BeitragVerfasst: 08 Mai 2010 18:30 
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Lieber Biberach !

Auch ich hoffe, dass die Stahlglocke in der Tiefe da vor Ort funktioniert ... das Problem mit Strömung und Verdrängung hast Du ja schon beschrieben.

Auch ich habe letzten Sonntag in "Weltspiegel" die "Begegnung der III.Art" mal wieder mit den "Amis gehabt :o
Ein Krustentierfischer fuhr das letzte Mal zu seinen Fanggründen raus als das Fischereiverbot schon galt, um seine Fangkörbe einzusammeln.
Dieses Material ist sein Werkzeug und auch teuer, seine Investition neben dem Boot.
Gut, so holte er so 2 Dutzend dieser Körbe ein und die darin gefangenen Krebse/Langusten kippte er zurück ins Meer, weil auch ein Verkaufsverbot bestand.

ABER - er ließ noch Mal dieselbe Menge seiner Körbe unter Wasser, und damit auch die darin gefangenen Tiere ! :shock:
Es hätte sich nicht gelohnt, die auch einzusammeln ... .
Die darin befindlichen Tiere lässt er da aus wirtschaftlichen Gründen einfach verrecken :(

Dann, Schnitt, der Fischer kommt heim zur Familie.
Bei der Begrüßung seiner beiden kleinen Kinder schmeisst er aus ca. 5m Entfernung rüde noch ein Mitbringsel von der Fahrt in das Plantschbecken der Kinder - hab Euch was mitgebracht.
"Super" ein Alligatorbaby zum Spielen für Kleinkinder (ich schätze so 2 und 3 Jahre alt) :shock: :shock: :shock: Und wenn´s verreckt, wie die Krebse, die er ihrem Schicksal überlassen hat ... auch wurscht.
"Verbraucht". :cry:

Sorry, ich habe großes Verständnis und Mitgefühl, dass diese Leute durch die Ölpest ihre Existenzgrundlage für lange (oder für immer) verlieren ...
A-B-E-R, der Umgang mit der Natur zeichnete ein erschreckendes Bild der empathischen Verwahrlosung der Natur und Kreatur gegenüber und zeigt das Verhältnis und die Beziehung der Amis zur Natur überdeutlich.
Nutzen ist ja o.k. - aber AUSnutzen ist die Prämisse.

Es muss sich grundsätzlich was ändern in den Köpfen dort !!!!!!!!!!!!!!!!!!
Und in den HERZEN !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Es muss Schluss sein mit dem KONSUM der Natur - auch wenn´s dort "billige" Spielzeuge für Kleinkinder zu geben scheint :|

Liebe Grüße
Caro

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 Betreff des Beitrags: Re: Unfassbar - Ölkatastrophe im Golf von Mexico
BeitragVerfasst: 09 Mai 2010 11:35 
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Mittlerweile weiß man, dass der Versuch gescheitert ist. Das Absaugrohr ist vereist, und damit verstopft.

Ich möchte hier auch einige Gedanken anbringen. Nun jeder von uns lebt mit Produkten, die aus Erdöl hergestellt sind. Unsere Gesellschaft ist vom Erdöl absolut abhängig und es gibt derzeit keine Alternative dazu. Ich verteufele die Erdölindustrie nicht, sie sind nur der Anfang einer langen Kette an deren Ende, wir die Verbraucher stehen. Unser globales Wirtschaftssystem ist darauf ausgerichtet Handel zu betreiben und Gewinne zu machen. Die Konzernspitzen haben eine Verantwortung gegenüber den Aktienmärkten, ihren Mitarbeitern den Anteilseignern usw. Eine gute Unternehmensführung ist darauf ausgerichtet möglichst viel Gewinn zu machen um eine gute Dividende auszuschütten. Wenn die das nicht tun, wird die Spitze ausgetauscht! Zur Zeit ist Nachhaltigkeit nicht gefragt, sondern kurzfristige Gewinne. Das sieht alles nach Gier aus, aber das ist es nicht. Es steht nicht die Gier eines einzelnen oder Gruppe dahinter sondern das Gesetz des Marktes.
Jeder Konzern arbeitet so, und es ist diesem nicht anzukreiden, weil es eine Existenzfrage ist, man kann sagen, dass es so in der Jobbeschreibung steht!
Wer hier versagt hat, ist der Staat, oder im weiteren Sinn, der Souverän. Weil er setzt die Rahmenbedingungen fest, die Gesetzt werden von ihm festgelegt. Aber das macht er nicht (siehe die Diskussion um eine internationale Bankenaufsicht) weil er selber vom absolut freien Handel überzeugt ist. Die Priester dieser Religion sind die Wirtschaftsprofessoren die immer die gleiche Leier herunterbeten, der freie Handel regelt sich selber. Da kenne ich nur den Spruch "Überzeugung ist der Feind der Wahrheit".
Der Mensch alleine handelt vernünftig, aber die Masse nicht, die Masse, der Staat, die Konzerne kemmen keine Moral, sondern nur Interressen. Der einzige Weg wäre eine grundsätzliche Kehrtwendung weg vom jetigen System, dass hat nicht nur einmal versagt, ohne die verherrende Wirkung auf die Natur zu beschreiben. Der Staat hat hier bei dieser Ölkatastrophe eine große Mitschuld. Verletzung der Aufsichtspflicht? Unterlassene Kontrollen? Nicht erfüllte Auflagen? Fahrlässige Gesetzeslücken? usw.

Gruß
Matthias

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Unter allen Lebensweisen ist das Jagdleben ohne Zweifel der gesitteten Verfassung am meisten zuwider; das Noachische Blutverbot scheint uranfänglich nichts anderes als das Verbot des Jägerlebens gewesen zu sein.

Kant, Immanuel


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 Betreff des Beitrags: Re: Unfassbar - Ölkatastrophe im Golf von Mexico
BeitragVerfasst: 09 Mai 2010 13:01 
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Sehr schön formuliert, Matthias!

Wer noch nie mit einem KfZ gefahren, wer noch nie hat Plastik besessen, wer noch nie im Winter hat warm bekommen, der werfe, aber nur symbolisch und zum Schein..., um die Kapitalisten zu beschimpfen...

Matthias hats auf den Punkt gebracht, wir alle brauchen das schwarze Gold, und es ist leider noch nicht abzusehen, wann wir es nicht mehr bräuchten. Deswegen auch das schöne Wortspiel mit den Reserven und den Ressourcen. Man spricht davon, daß die Erdölreserven beim momentanen Verbrauch (inklusive der jährlichen Steigerungsrate) noch 40 Jahre reichen wird, das Erdgas noch 60. Ist es dann alle? Keineswegs, dann gibt es ja noch die Ressourcen. Was ist denn das nun wieder? Ressourcen sind ebenso wie die Reserven vorhandene Lagerstätten, aber eben (momentan noch) nicht förderbar / zu erschließen. Aber mit weiterer Abnahme der Reserven wird der Stoff halt teurer,und plötzlich lohnen sich die Ressourcen, welche damit automatisch zu Reserven werden. Oder eben auch die technische Machbarkeit ist mit den Jahren nun gegeben, quasi der Fortschritt ermöglicht es, Ressourcen in Reserven umzuwandeln. Doch auch der Staat kann hier regelnd eingreifen (oder er unterlässt es eben...):
Im Bundesstaat Alaska der Vereinigten Staaten gibt es zahlreiche Ölvorkommen, welche eigentlich zu den weniger anspruchsvollen Fördergebieten zählen würden, aber dennoch sind sie nur als Ressourcen zu betrachten, denn: hier sind Naturschutzgebiete! Der Staat verbietet hier eine Förderung. Zumindest momentan noch, aber auch das wird nur noch eine Frage der Zeit sein!

Und bevor jetzt jemand schreit: Na klar, die Amis.....etc (die ja auch von meinerseits gelegentlich Kritik einstecken müssen...)
Wir Deutschen machens nicht anders! Nur heissts bei uns eben nicht Alaska, sondern Wattenmeer.

http://www.swr.de/report/-/id=233454/ni ... index.html

Nebenbei bemerkt: Es gibt in Deutschland auch Öl unterm Festland. Das weiss ich deswegen, weil ich aus einem Dorf in Süddeutschland komme, wo früher gefördert wurde!

http://cdl.niedersachsen.de/blob/images ... 29_L20.pdf (seite 53 von 67)

In der Legende sieht man sehr schön, daß jedoch nahezu alle Bohrungen eingestellt wurden (aufgelassen). Weshalb? Klarer Fall, es war nicht mehr rentabel. So wichen die Pferdekopfpumpen aus dem Landschaftsbild, bis auf eine: In Rot a.d. Rot steht eine zur Besichtigung als geschichtliches Anschauungsobjekt. Dies könnte sich jedoch auch bald wieder ändern! Denn beim letzten PointPeak des Ölpreises hatte man flugs die Pläne wieder auf dem Tisch, Es gibt also bei uns noch Ressourcen, welche aber erst zu Reserven werden, wenn der Ölpreis eine teurere Förderung wieder rechtfertigen würde.

Um jetzt nach diesem Exkurs jedoch wieder aufs ursprüngliche Thema zurückzukommen: Ich habe das mit den Eiskristallen heute nacht auch noch gelesen, und wollte schon posten, aber eine kleine ethanolinduzierte Kurzzeitgrippe hat mich dann doch davon abgehalten :lol:
Das eigentliche Problem dabei ist jedoch nicht nur die Verstopfung der Rohre. Rein von diesem Standpunkt könnte man ja sogesehen sagen: "Na gut, jetzt kann mans nicht mehr fördern, jetzt bleibts halt unten in der Glocke...". Aber es ist dabei eben jenes Problem aufgetaucht, welches ich schon oben beschrieben habe: Die Glocke wird zu leicht! Sie erhält durch das Öl, welches das Meerwasser verdrängt, Auftrieb! Kurioserweise hatte ich das vor zig Tagen beim abendlichen gemeinsamen Grillen schon einem Bekannten erklärt, als dieser mit der Idee der Glocke kam. Darauf habe ich gesagt, die Idee wäre nicht schlecht, aber eben die Dichte. Man müsste das Öl dann kontrolliert aus der Glocke pumpen, man verschließt die Quelle also nicht, sondern baut einen riesigen Staubsauger, Die Glocke fungiert quasi nur als umgekehrter Trichter (muss ja nicht der Schwerkraft entgegenwirken, sondern der Auftriebskraft des Öls, und quasi nur sammeln und zentral nach oben leiten).
Und dann kommt ein Bekannter vom Papa, ein alzter schlauer Fuchs daher, und meint:"Moment! Du hast mir doch erst erzählt, daß es in der Tiefsee so saukalt ist, normal hat Wasser bei 4°C die größte Dichte, aber wegen Druck und so ist es dort nur knapp überm Gefrierpunkt kalt. - Wird da das Öl nicht sulzig?"
Zur Erklärung dazu: ERdöl ist ein Stoffgemisch, mit mehr und weniger langen Kohlenstoffketten. Je nach Auftrennung ergibt das zB die bekanntesten beiden Produkte, Benzin und Diesel. Und jetzt wird der ein oder andere erfahrene Dieselfahrer noch wissen, was früher mit dem Diesel in saukalten Wintern passierte: Er wurde "sulzig" (von Sülze oder Sulz, dem Lebensmittel), ergo auf deutsch: zähflüssig!
Um dem entgegenzuwirken wurde dem Diesel früher ein Anteil Benzin beigemischt, heutzutage hat der Winterdiesel jedoch andere Additive, die eine Veränderung der Viskosität des Diesels bei geringen Temperaturen unterbinden.
Was passiert also in der Glocke? Das Öl kommt nach Austritt aus der Bohröffnung mit dem kühlen Nass in Berührung, und kühlt dadurch sehr rasch ab. Die langkettigen Kohlenstoffe, welche zuvor bei moderaten Temperaturen im Erdreich, wo es bekanntlich einiges Wärmer ist als im Wasser über dem Meeresgrund, erfahren einen Temperaturschock und verklumpen. Wers nicht nachvollziehen kann: Man nehme Rama Culinesse, und vergleiche bei Zimmertemperatur, Kühlschranktemperatur, oder eben nach einiger Zeit im Gefrierschrank.

Und die ganze Chose haben wir vor 2 Wochen bei Bier, Wein und Grillgut am Feuerchen erörtert, und deren hochbezahlte Experten sehen sowas nicht voraus. Ich hab den falschen Job! Und ausserdem hab ich Hunger!

ich bin echt gespannt, was als nächstes kommt, Ich kann nur eines hoffen: Das alle anderen Großen und Kleinen aus der Ölbranche das ganze ebenso verfolgen wie wir hier, und daraus lernen! Vielleicht entwickelt sich daraus eine Art Standartverfahren, um bei solchen Vorkommnissen korrekt zu reagieren. Un um somit in Zukunft weitere Katastrophen jener Art rasch zu unterbinden, oder bestenfalls eben gar nicht erst aufkommen zu lassen.

beste Grüße

Christian

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 Betreff des Beitrags: Re: Unfassbar - Ölkatastrophe im Golf von Mexico
BeitragVerfasst: 09 Mai 2010 16:46 
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Lieber Christian, lieber Matthias !

Gut dass Ihr das nochmals verdeutlicht habt.
"Schuld" daran ist die Lobby - als Ölbarone habe ich sie bezeichnet- und ihr Oberhäuptling, der als Präsident der US diese Interessen SCHAMLOS durchgedrückt hat.

Und der jetzige Präsident, der sich immer noch mit diesen Einflüssen arrangieren muss - und ich hoffe, dass er es seit diesem Drama für die Natur, zum letzten Mal musste.

WARUM sind wir von diese Resourcen abhängig ?
Weil immer noch an "Altbewährtem" krampfhaft festgehalten wird ... und das ist die Gier, die ich meine ! Solange noch ein Fünferl damit zu verdienen ist, ohne was zu ÄNDERN, sichern die ihre Pfründe ... .

Man schaue sich nur in D um ... unsere "Klimakanzlerin" und die Atomlobby. :blink2:
Die Förderungen für Solaranlagen und seit letzter Woche auch für Wärmepumpen ist GESTRICHEN !
"Kein Geld" da ... aber für die Nachrüstung (die fragwürdige) bei den alten Atommeilern, die jetzt noch ACHTUNDZWANZIG Jahre in Betrieb gehalten werden sollen, sind "Zuschüsse" komischerweise da !!!! :shock:
Kein Geld für die Forschung und Entwicklung alternativer Techniken ... gut, D soll jetzt der Vorreiter bei der Entwicklung von E-Autos werden ... .
Aber wer´s glaubt wird seelig :roll: oder so ... .

--- Zur Ölpest ... ich frage mich als Depp immer noch, WARUM keine Entlastungsbohrung durchgeführt wird !!???!
Ich kenne das von vor zig Jahren aus Irak, wo die Ölquellen auch unter einem heftigen Druck stehen... .

Liebe Grüße
Caro

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 Betreff des Beitrags: Re: Unfassbar - Ölkatastrophe im Golf von Mexico
BeitragVerfasst: 09 Mai 2010 17:21 
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Zitat: "--- Zur Ölpest ... ich frage mich als Depp immer noch, WARUM keine Entlastungsbohrung durchgeführt wird !!???!
Ich kenne das von vor zig Jahren aus Irak, wo die Ölquellen auch unter einem heftigen Druck stehen... ."

2 Gründe: Zum einen, bedenke, wo sich das ganze befindet! Der Name der Plattform war nicht umsonst "Deep Water Horizon". Für eine Entlastungsbohrung bräuchte man also schon bvergleichbares, um in 1500m Meerestiefe zu bohren, das ganze muss dann noch penibelst Ortsgetreu auf der Wasseroberfläche gehalten werden. Solche Dinger gibts halt nicht wie Sand am Meer.

Dann kommt aber noch zweitens hinzu: Wenn im Irak eine brenende Ölquelle mittels Entlastungsbohrung gelöscht und zum versiegen gebracht wurde, so funktionierte Dies aus folgenden Gründen: Das Öl im Erdreich hat zumeist einen höheren Druck als die Umgebung, Meist kann dies durch die Entstehung von Erdgas erklärt werden, welches durch die Volumenvergrößerungen einen Druck aufbaut, da ja der verfügbare Raum begrenzt ist, man spricht oft von der "Blase" im Gestein. Wenn dieser bereits vorhandene Druck versiegt, so wird meist damit begonnen, Wasser in die Blase zu pumpen, welches sich aufgrund der höheren Dichte nach unten absetzt und das Öl weiterhin nach oben drückt. Macht man das auf dem Festland nicht, so liegt das Öl in seiner Blase da, vergleichbar mit Nachbars Gartenteich...
Damit erklärt sich aber auch schon, warum das im besagten Falle nicht möglich ist: Das Öl ist leichter, es liegt nicht da wie in Nachbars Teich, sondern steigt durch das höher dichte Medium Wasser nach oben auf. An Land ist ja das Medium Luft weit geringer dicht als das Öl. Selbst wenn also der besagte Druck ausgeglichen erscheint, dann sickert durch das Bohrloch weiters Öl nach oben, wobei ein Unterdruck entsteht, welcher immer wieder durch nachsickerndes Meerwasser ausgeglichen wird.

Das übliche Verfahren ist meines Wissens nach, das Loch mit einer Beton-Lehm-Mischung zu verschließen. Dies funktioniert aber anscheinend auch erst, wenn der Druck nicht mehr allzu hoch ist. Im obigen Falle ist dies aber anscheinend anhand der Meerestiefe nicht möglich.
Eine Entlastungsbohrung hingegen hätte wohl nur eine Folge: Ein Loch mehr. aus dem Öl nach oben sickert. Oder im schlimmsten Falle wird daraus ein Saugloch, in welches das Wasser nur so einströmt, um den Unterdruck auszugleichen, während das Öl am anderen Loch nicht mehr nur nach oben sickert, sondern geradezu fließt.
Das vergleiche ich jetzt mal mit für jedermann verständlichen hoch wissenschaftlichem Versuch: dem weit verbreiteten Dosenstechen, ider auch Büchsenreißen etc.
Man trinke ein Bier innerhalb kürzester Zeit aus einer Bierdose. Versucht man dies auf normalem Wege, so muss immer wieder Luft durch die vorhandene aufgerissene Öffnung in die Dose, um den Unterdruck auszugleichen. Die Luft nimmt dabei denselben Weg wie das Bier, nur in entgegengesetzter Richtung. Die Medien behindern sich also gegenseitig und bremsen sich aus. Jetzt kamen aber findige Experimentatoren auf die Idee, das ganze mit einer zweiten Öffnung zu versuchen. Eine wird in die Dose gestochen, wobei meist schon Bier austritt aufgrund des hohen Innendrucks durch CO2. Bei abfallendem Druck wird dann die reguläre Öffnung aufgerissen, und es entsteht kein Unterdruck im Experimentalgefäß, das Bier kann ungehindert und recht schnell in die trockenen Kehlen der ausführenden Laboranten gelangen.
Ein Hoch auf die Wissenschaft.

Aber was geschieht nun als nächstes im Golf von Mexiko? Das Öl kommt ja mit recht moderaten Temperaturen aus dem Erdreich. Um ein Eindicken zu verhindern, müsste also die Temperatur in der Glocke erhöht werden. Womit. Nunja, eine Beheizung wäre wohl recht aufwändig. Aber doch eher wahrscheinlich als eine Dicke Isolierung. Sowas ist meist recht wenig dichtes Gewebe, und würde der Glocke nur wieder Auftrieb verleihen. Es bräuchte also wieder bessere Verankerungen. Und sowas muss gut angebracht sein, sonst reisst es aufgrund des Auftriebs das ganze einfach von der Glocke weg. (Wer hat schonmal nen Wasserball nach unten gedrückt?).

Ich lass mich überraschen, was den Experten als nächstes einfällt.

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 Betreff des Beitrags: Re: Unfassbar - Ölkatastrophe im Golf von Mexico
BeitragVerfasst: 09 Mai 2010 17:42 
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Danke für die fachkundigen und ausführlichen Erklärungen :cry: ... Ich hatte zuletzt kaum Zeit diese Materie zu studieren... nun habe ich dank euch doch mehr Einblick. Wahrlich erschütternd.

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Die ... Begeisterung, die wir beim Betrachten der Natur empfinden, ist eine Erinnerung an die Zeit, da wir Tiere, Bäume, Blumen und Erde waren ... das Wissen um unser Einssein mit allem, was die Zeit vor uns verborgen hält. Leo N. Tolstoi


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 Betreff des Beitrags: Re: Unfassbar - Ölkatastrophe im Golf von Mexico
BeitragVerfasst: 09 Mai 2010 18:12 
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Danke, lieber Christian !!! :up:
Hmmmh, aber der Depp hat noch ein "aber" in petto ...
wie Du schon sagst, ist die Konsistenz ein erheblicher Faktor ...
ich hätte mein Beispiel auf den Typus Irak und KUWAIT noch ausdehnen sollen .... dort wird eben diese unter Druck stehenden "Blase" angebohrt und es "spritzt". Daneben wird dann nicht nur wegen dem Bärenmarkedosenprinzip (... die 2 Löcher und das Bier in der Dose 8) ) die 2. Bohrung gesetzt, sondern um die Gasteile "oben" zu treffen - und DIE kann man dann abfackeln !
Dadurch vermindert sich der Druck und das Ausströmen des öligen Bestandteils und man kann es fördern/ABPUMPEN !
Und zwar von der einen wie von der anderen Seite !!!!!!!!

Einfach schrecklich alles ... meine Fingernägel sind schon abgefressen ... :(

M.E. ist dieses Verfahren auch in solchen Bohrtiefen möglich.
UND das entsprechende Material/Gerät ist in der unmittelbaren Umgebung auch im Einsatz .... alle 150sm ist da in dieser Region eine Bohrplattform, Einrichtungen zum Abfackeln und auch die Mannschaft dazu !!!!!

Liebe Grüße
Caro

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 Betreff des Beitrags: Re: Unfassbar - Ölkatastrophe im Golf von Mexico
BeitragVerfasst: 09 Mai 2010 18:53 
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BeitragVerfasst: 11 Mai 2010 16:17 
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Liebe Freunde !

Da kommen ja manche Zeitgenossen auf noch abstrusere Ideen als ich :o

http://nachrichten.t-online.de/oelpest- ... 1962/index

Heute habe ich mit einem halben Ohr im Radio eine Meldung gehört, dass BP inzwischen um Vorschläge auch von Laien zum Stoppen des Bohrlochs bittet !
Leider habe ich die E-Mailaddy hierzu nicht ganz mitgekriegt :roll: ... irgendwas mit "deep-water" ...

Liebe Grüße
Caro

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BeitragVerfasst: 11 Mai 2010 16:18 
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:oops: Komisch - war doppelt ...

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"Auch wenn es gelänge, die Tiere vor uns zu schützen, hätten wir nichts erreicht. Erst wenn es uns gelingt, die Tiere nicht mehr schützen zu müssen, sind wir am Ziel. Dann haben wir etwas verändert: UNS !" Zitat von Michael Aufhauser


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