Das Forum für Freunde der Meere und Freunde der Natur

Willkommen im Forum für Freunde der Meere und Freunde der Natur!

Dieses Forum hat gewissermaßen historische Wurzeln: Es diente bereits ab 2003 als Informationsplattform des Vereins forum natur & zukunft (fnz), einer der Vorgängerorganisationen von MareMundi, die es heute in der alten Form nicht mehr gibt. Ebenso war es die Plattform des Red Sea Environmental Center (RSEC), einer im Jahr 2003 gegründeten privaten Institution für Wissenschaft, Ausbildung und Umweltschutz am Roten Meer (Dahab, Sinai). "Ob groß (Wal) oder klein (Bakterium), ob Pflanze oder Tier, ob Forschung, Naturschutz, Tauchen oder Berichte über spannende Naturreisen, in diesem Forum können Sie nicht nur viel Interessantes über Natur & Naturschutz und die Meere erfahren, sondern auch Ihre Fragen dazu von Experten beantwortet bekommen“, hieß es damals in der Begrüßung des Forums. Seit vielen Jahren sind die Aktivitäten dieser Forschungs- und Naturschutzinstitutionen unter dem Dach des gemeinnützigen Vereins MareMundi vereint: MareMundi - Verein zur Förderung der Meereswissenschaften (ZVR 051890525, mare-mundi.eu). Die Meeresschutzorganisation betreibt unter dem Namen Schule am Meer eine Feldstation für Meeresbiologie, Meeresschutz und Ausbildung auf der kroatischen Insel Krk. MareMundi verfolgt drei große Ziele: Schutz ökologisch wertvoller Lebensräume, allgemein zugängliche Bildung in Fragen der Ökologie und Nachhaltigkeit sowie Forschung (Problemanalysen und Lösungsansätze). Wir haben es selbst in der Hand. Nur zusammen können wir die Zukunft gestalten. Und so laden wir Sie ein: Denken Sie mit, diskutieren Sie mit, werden Sie Teil der Problemlösung!
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BeitragVerfasst: 17 Aug 2008 12:01 
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Bei den Ababden: RSEC-Ausflug in die Wüste

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www.redsea-ec.org

G E M E I N S A M - F Ü R - M E H R - N A C H H A L T I G K E I T - A M - R O T E N - M E E R

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In der „Östlichen Wüste“ (zwischen dem Nil und dem Roten Meer) leben drei Beduinenstämme: In der Gegend von El Quseir und „in der Mitte“ zwischen den beiden anderen Stämmen (Ma’aza im Norden, Bishari im Süden) leben die Ababden (wir haben hier im Forum über sie berichtet: http://www.fnz.at/fnz/forum/phpBB2/view ... ght=ababde ). Ein Besuch bei ihnen ist immer ein Erlebnis.

Für uns Europäer ist und bleibt es einfach unvorstellbar, wie die Nomaden der Wüste unter den (nach unseren Begriffen) lebensfeindlichen Bedingungen überleben können. Doch sie können es - und Sie tun es nicht erst seit kurzem, sondern bereits seit vielen Jahrtausenden.

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Bild Michi, Maxi

Übrigens: Carl Benjamin Klunzinger, der berühmte Pionier der Rotmeerforschung, über den wir hier im Forum mehrfach berichtet haben ( http://www.fnz.at/fnz/forum/phpBB2/viewtopic.php?t=2972
http://www.fnz.at/fnz/forum/phpBB2/viewtopic.php?t=2433
http://www.fnz.at/fnz/forum/phpBB2/viewtopic.php?t=2434 ), liefert in seinem wunderbaren Buch „Bilder aus Oberägypten, der Wüste und dem Rothen Meere" sehr ausführliche Beschreibungen der Ababden, mit allen Details ihrer Lebensweise, Kultur und Sitten ein wertvolles Dokument für jeden Freund der Wüste, des Orients und der Beduinen.

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Die Ababden sind Beduine, und Beduine sind Nomaden: Als Nomaden (v. griech. νομάς - nomás „mit Herden herumziehend“; νομoς) werden Menschen und Gesellschaften bezeichnet, die aus kulturellen, ökonomischen oder weltanschaulichen (oder einfach historischen) Gründen ein nicht sesshaftes Lebenskonzept wählen, sich in ihrer Wirtschaftsweise aber deutlich von nichtsesshaften Wildbeuterkulturen unterscheiden, da die Haltung von domestizierten Nutztieren eine wesentliche Stütze der nomadischen Wirtschaftsweise darstellt.

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Doch was genau ist ein Beduine? Für viele Besucher Ägyptens oder des Nahen Ostens ist es oft scher zwischen Beduinen und „den anderen“ (etwa den Ägyptern) zu unterscheiden. Beide sind (in der Regel) dunkler als die meisten Europäer, beide sind Moslems, beide sind Araber (obwohl auch dieses letztere Wort nicht so genau verstanden wird ...). Was also genau ist ein Beduine? Beduine (von arabisch بدوي‎ badawī „nicht sesshaft“, „nomadisch“) bezeichnet einen nomadischen Wüstenbewohner, z. B. der arabischen Wüsten, der Sahara, des Sinai und des israelischen Negev. Sie sind Araber und folgen dem Islam. Sie betrachten Ismael als ihren Stammvater.

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Bild Helmut einsam in der Wüste ...

Im Gegensatz zu den nomadischen Beduinen waren die Fellachen (arabisch „Pflüger“, der Begriff selbst stammt vom arabischen Wort „falaha“ für Pflug ab) über historische Zeiträume die sesshaften Bauern des Landes. Definitionsgemäß sind die Fellachen die Ackerbau treibende, Arabisch sprechende, meist muslimische Landbevölkerung im Nahen Osten, besonders in Ägypten. Schon in der alten Zeit bestand die Basis der gesellschaftlichen Pyramide des alten Ägyptens vor allem aus Bauern, die den Großteil der ägyptischen Bevölkerung stellten. Es ist sicher nicht falsch davon auszugehen, dass ihr Leben im wesentlichen dem heutigen Bewohner des Niltals, dem Leben der Fellachen, ähnelte. Von bescheidenem Charakter ist der Ägypter an eine gewisse Armut gewöhnt, die in seinen Augen von einem hervorragenden Klima, einem ruhigen Lebensstil und der Tatsache, dass die Bewirtschaftung des Landes nicht allzu schwer ist, ausgeglichen wird.

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Ganz anders als die Beduinen leben die Araber, die sich in den Städten und Dörfern an der Küste niedergelassen haben. Sie ernähren sich von Handel und Ackerbau und machen rund 85 Prozent der arabischen Bevölkerung aus. Sie sind nicht mehr so reinrassig wie die Beduinen, da sie sich mit Einwanderern, besonders Afrikanern, vermischt haben. Die Häuser in den Städten sind meist aus Ziegeln erbaut und zwei oder mehr Stockwerke hoch. Sie tragen ein Flachdach, das die Araber am Abend aufsuchen, um nach der drückenden Hitze des Tages ein wenig Erfrischung zu finden. Die Behausungen der Dorfbewohner sind in der Regel einstöckig und weisen nur zwei Räume auf. In dem einen Raum lebt der Bauer mit seiner Familie, im zweiten sind Ackergeräte und Haustiere untergebracht. Die in den Dörfern am zahlreichsten vertretenen Haustiere sind Schafe.
Die Araber, die in den Städten leben, unterscheiden sich schon durch ihr Aussehen von den Beduinen: Ihre Haut ist heller, ihre Gesichtszüge sind oft weicher (besonders bei älteren Menschen); denn sie müssen nicht die unerhörten körperlichen Strapazen auf sich nehmen, die die Bewohner der Wüste zu ertragen haben. Viele arabische Städter tragen heute europäische Kleidung; wenn sie bei der althergebrachten Tracht bleiben, ist diese kostbarer und eleganter als die der Beduinen.

Bild Wie so oft: Tanky, die gute Seele, hat den RSEC-Ausflug in die Wüste organisiert.

So wird seit Jahrhunderten oder sogar Jahrtausenden - seit pharaonischen Zeiten - die ländliche, bäuerliche Bevölkerung Ägyptens mit dem Wort Fellache bezeichnet. Diese Menschen waren in den letzten 1900 Jahren oft auch koptische Christen und bewirtschafteten die Schwemmgebiete des oberen Nils. Heute sind sie großenteils Moslems und stellen mit 40 Millionen drei Viertel der Bevölkerung Ägyptens. Damit entsprechen - etwas vereinfacht dargestellt und für ein besseres Verständnis - die Fellachen den (heutigen) Ägyptern und die Beduinen den alten Nomadenstämmen. Genetisch vermischt haben sich die beiden „Ethnien“ oder „Volksgruppen“ kaum, auch heute noch heiraten Beduinen so gut wie immer nur unter sich ...

Damit wieder zurück zu den Beduinen: Nach Afrika gelangten arabische Beduinen nachweislich bereits während des ersten vorchristlichen Jahrhunderts: 46 v. chr. erbeuteten die Römer von Beduinen in Nordtunesien 22 Dromedare. Rund 400 Jahre später bildeten berittene Kamelnomaden eine ständige, ernstzunehmende Bedrohung für die römischen Afrika-Provinzen.

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Beduinen leben hauptsächlich von der Viehzucht. Unter anderem züchten sie Dromedare, Schafe und Ziegen, für die sie in der Wüste und vor allem in den Randzonen der Wüsten Weideplätze suchen. In der Moderne wird die Lebensart der Beduinen zunehmend bedroht, insbesondere durch feste Grenzziehungen, staatliche Programme zur Ansiedlung und die zunehmende Wasserknappheit. In einigen Gebieten, z.B. Ägypten, Sinai, Marokko, Tunesien leben Beduinen vom Tourismus, den sie bei Globetrottern etc durch ihre Gastfreundschaft ins Leben riefen und danach entweder für Veranstalter arbeiteten oder eigene Ferien-Camps, z.B. in Mahash, Nuweiba, Dahab gründeten. Beispielsweise an den ursprünglichen Stränden im Sinai sind in den letzten 20 Jahren selbstverwaltete Beduinen-Camps entstanden, die von Gästen aus der ganzen Welt besucht werden. Außerdem sind Beduinen zuverlässige unterhaltsame Führer für Studienreisen oder Wüstentrips. Diese Einnahmequellen werden jedoch zunehmend erschwert durch Landverkauf, Verdrängung durch int. Veranstalter und staatliche Stellen oder Anschläge im Urlaubsgebiet.

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Literaturhinweis: Schwally Friedrich: Beiträge zur Kenntnis des Lebens der mohammedanischen Städter, Fellachen und Beduinen im heutigen Ägypten.
Heidelberg, 1912. 44 pp. Soft cover. (Sitzungsb. d. Heidelb. Akad. d. Wissensch.)

Ethnische Gruppen Ägyptens:

Fellachen, Beduinen und Berber 99 Prozent
Nubier, Griechen und andere Europäer 1 Prozent
Einwohner 81,71 Millionen (2008)
Wachstumsrate 1,68 Prozent (2008)
Bevölkerungsdichte 82 Einwohner pro km²
Bevölkerungsverteilung Stadt 42 Prozent (2005), Land 58 Prozent (2005)

Mehr über dieses Thema erfahren Sie an einer der Feldstationen des RSEC in Dahab oder El Quseir.

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Robert mit Thrombose bei den Beduinen ... :? (zu dem Zeitpunkt vor allem ahnungslos, denn die ägyptischen Ärzte haben den lebensbedrohlichen Zustand als harmlos dargestellt und mich falsch behandelt ... weder haben sie das Bein bandagiert noch eine ausreichende Dosis an Heparin verschrieben ...)

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Bild Maxi, Tanky und Michi

Bild ... und dazu die Fotografen ...

Bild Michi

Bild Belli, Tanky

Bild Johanna, Belli, Claudia

Bild Eines der besten Autos der Welt: Tankys Peugeot

Bild Johanna, Veronika, Belli

Bild Maxi allein in der Wüste ...

Bild Die Mädels auf einem (kleinen) Gipfel: Johanna, Veronika, Belli, unten Claudia

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Bild Helmut und all die anderen ...

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Die ... Begeisterung, die wir beim Betrachten der Natur empfinden, ist eine Erinnerung an die Zeit, da wir Tiere, Bäume, Blumen und Erde waren ... das Wissen um unser Einssein mit allem, was die Zeit vor uns verborgen hält. Leo N. Tolstoi


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