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 Betreff des Beitrags: zum Thema Dynamitfischerei
BeitragVerfasst: 26 Nov 2007 10:28 
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zum Thema Dynamitfischerei

Wie euch vermutlich bereits aufgefallen ist, ist Fischerei ein Thema, das mir ganz besonders am Herzen liegt. Zum einen der oft grausamen Fangmethoden wegen, zum anderen natürlich wegen des Verlusts an Biodiversität und der Zerstörung ganzer Biotope durch Überfischung und der bereits erwähnten Fangmethoden, deren Schaden an der Umwelt meiner Meinung nach in keinem Verhältnis zu ihrem Nutzen stehen.

Eine der in meinen Augen sinnlosesten und in ihrer Unselektivität bezüglich des Fangspektrums, ihrer enormen Tragweite für so viele verschiedene Organismengruppen - trotz extremst "lokaler" Anwendung! - und ihres Mangels an Nachhaltigkeit einzigartigen Fischereimethoden stellt die Dynamitfischerei dar - ich habe einige Auszüge zusammengetragen, die einer grundlegenden Information und vor allem als Impulstext dienen sollen.


liebe Grüße

Claudia




Dynamitfischerei
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Als Dynamitfischen bezeichnet man das Fischen durch ins Wasser geworfene Sprengsätze. Heute wird dazu oft nicht mehr Dynamit verwendet, sondern andere, stärkere oder leichter herzustellende Sprengstoffe. Auch das Fischen mit Handgranaten oder militärischen Sprengwaffen fällt hierunter.

Dynamitfischerei ist in fast allen Staaten der Erde verboten oder geächtet.

Funktionsweise
Es wird ein wasserdichter und beschwerter Sprengsatz ins Wasser geworfen, der absinkt und unter der Oberfläche explodiert. Je nach Sprengsatz, Tiefe und Entfernung der Fische zur Explosion werden diese durch die Druckwelle zerstört, getötet, schwimmunfähig gemacht oder betäubt. Der Effekt ist verheerender als eine vergleichbare Explosion an der Luft, da Wasser wie viele Flüssigkeiten praktisch inkompressibel ist und eine sehr viel grössere Dichte als Luft hat. Manchmal werden die Fische vorher angefüttert, um einen Schwarm unter dem Boot zu versammeln.

Für den Fischer interessant sind nur Speisefische, die sich so weit vom Explosionszentrum befinden, dass sie schwimmunfähig oder betäubt werden, so dass sie mit Keschern eingesammelt werden können. Bei vielen dieser Fische ist die Schwimmblase geplatzt. Zerstörte Fische, nicht-Speisefische sowie alle anderen betroffenen Organismen werden zurück gelassen.


Verbreitung des Dynamitfischens
In Europa war die Dynamitfischerei in Binnengewässern verstärkt in Nachkriegszeiten verbreitet, in denen weithin Nahrungsmangel herrschte und die Bevölkerung noch über Sprengstoff oder Granaten verfügte, die in den Kriegswirren bei Seite geschafft wurden. Die Hemmschwelle zur Anwendung dieser Materialien kann nach einem Krieg erniedrigt sein. Heute kommt Dynamitfischerei in Europa nicht mehr oder als seltene Straftat vor. Sie wird sehr hart bestraft, weil sie gegen mehrere Gesetze verstößt, darunter meist Besitz von Kriegswaffen, Herbeiführung einer Explosion und Wilderei.

Dynamitfischerei ist heute vor allem in Südostasien verbreitet, stark zunehmend ab etwa Mitte der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts. Die selbstgebastelten Sprengsätze (z.B. Harnstoffdünger in Kunststoffkanistern) werden meist vom einem Boot ins Wasser geschleudert, wo sie in mehreren Metern Tiefe schwimmend oder auf dem Grund explodieren. Die Gründe für diese illegale, nicht selektive Fangmethode liegen in der Armut der Bevölkerung und in mangelnder Bildung. In Unkenntnis der Ökosystemzusammenhänge wird die Methode als effektiv, fortschrittlich und gut betrachtet.


Effektivität
Dynamitfischerei ist für Fischer sehr attraktiv, weil sich schnell eine große Menge Fisch fangen lässt. Sie ist billig, es sind keine Netze zu kaufen oder zu reparieren. Die Wartungsarbeiten an Land fallen kürzer aus. Fischen mit Sprengstoff ist aus Sicht der Fischer die effektivste verfügbare Methode. Direkt nach ihrer Einführung stellt sich schnell ein hoher Ertrag ein.

Aus ökologischer Sicht ist die Methode sehr ineffektiv. Der Anteil der gefangenen Speisefische an der Zahl der geschädigten Individuen liegt im Promillebereich. Die meisten getötenen Tiere sind für den Fischer nicht interessant, mit dem Beifang vergleichbar oder sind andere Meeresbewohner wie Muscheln, Krustentiere, Weichtiere, Kleinlebewesen, Korallen usw.. Auch im Masseanteil der durch die Explosion erreichten Speisefische liegt die Ausbeute bei maximal 30-40 %. Etwa ein Drittel der begehrten Fische sinkt unerreichbar auf den Meeresboden ab, ca. 10-20 % wird durch die Strömung abgetrieben und weitere ca. 10-20 % werden durch Raubfische entzogen. Hinzu kommt eine schwankende und schwer abzuschätzende Menge von Speisefischen, die sich in den Randbereichen der Druckwelle befinden, nur leicht geschädigt werden, fliehen können und später verenden oder mit einem weiteren Sprengsatz erwischt werden.


Gefahren und Umweltschäden
Die Schäden für die Umwelt sind sehr hoch. Durch den Sprengsatz werden alle Lebewesen getötet, egal ob sie für den menschlichen Verzehr geeignet sind. Vor allem wird auch der Nachwuchs getötet, so dass es sehr schnell zur Überfischung kommt. Giftige Reaktionsrückstände der Sprengsätze belasten das Wasser. Unterwasserlandschaften, Korallenriffe und Bewuchs werden oft irreversibel zerstört und entziehen der Neubesiedlung durch Fischschwärme die Grundlage. Viele Fischfanggebiete und Tauchplätze in ganz Südostasien wurden dadurch auf Jahre hinaus stark zerstört, bis hin zum Totalschaden. Viele der langsam wachsenden Korallen, vor allem die verzweigten Korallentypen, sind ein wichtiger Schutzbereich für Jungfische und Fischbrut und fehlen nun. Die meisten legalen und illegalen Fangmethoden können für sich allein betrachtet ein stabiles Ökosystem meist nicht zerstören. Es treten jedoch auch Synergieeffekte auf, wodurch in weiten, küstennahen Bereichen und Seen ehemals ausgezeichneter Fanggründe der Fischfang fast vollständig zusammengebrochen ist.

Weitere Gefahren sind mit Herstellung, Lagerung und Handel der Sprengsätze an Land verbunden. Oftmals kommen gesundheitsschädliche Chemikalien zum Einsatz. Gefahren für die Fischer sind zu nah an der Oberfläche oder im Boot explodierende Sprengsätze. Häufig sind Handamputationen, Erblindungen und andere Verletzungen. Seit etwa 2000 sorgten verstärkte Kontrollen gegenüber der Dynamitfischerei und Beschlagnahmungen für ein zunehmendes Ausweichen auf den illegalen Einsatz von Cyanid, besonders weil es lautlos anwendbar ist.


http://de.wikipedia.org/wiki/Dynamitfischerei


Dynamit & Cyanid, illegale Fangmethoden am Fallbeispiel Palawan, Philippinen (Klaus Polak)

http://nikswieweg.colibri-reisen.de/rei ... &%20Cyanid


Aus einem Artikel von Dietmar Berndt auf www.unterwasserwelt.de:

Dynamitfischerei ist, betrachten wir nur die uns „benachbarten“ Meeresregionen, in weiten Teilen des Mittelmeeres, obwohl praktisch in allen Anrainerstaaten bei Strafe verboten, ein nicht ausrottbares Übel.

Zwar haben Strafandrohung und Überwachung, aber auch die Einsicht der Fischer in die langfristige Schädlichkeit dieser „Fangmethode“ für Ihre eigene Zukunft die Dynamitfischerei stark zurückgedrängt, aber nach wie vor wird mit diese illegale Methode von einzelnen verantwortungslosen Gesellen angewendet.

Statt sich der Mühe zu unterziehen, nach den üblichen Methoden mit Netzen zu fischen, verwenden sie Explosivstoffe, zumeist Stangendynamit, die sie möglichst inmitten georteter Fischschwärme zur Explosion bringen und alle tot aufschwimmenden Fische an der Wasseroberfläche „abschöpfen“.

Sind schon manche Formen der erlaubten und regulären Fischerei nicht immer ökologisch nachhaltig, wirkt sich diese Art der „Fischerei“ geradezu verheerend auf die Fischbestände aus:

Alle, aber auch alle Fische, die sich im unmittelbaren Wirkungsbereich der Explosion befinden, werden davon getötet oder – in weiteren Entfernungen – betäubt. Dies trifft unterschiedslos zum einen alle Fischarten, also auch die, die bodennah leben und von einem Netz nicht erfasst würden. Schlimmer noch, auch Fische aller Größen, also auch „unverwendbare“ Kleinfische und Jungtiere bis hin zur Brut, die normal durch die Maschen der Netze schlüpfen würden (es gibt genau darum international gültige Vorgaben für die Maschengrößen der Netze für die verschiedenen Fangtechniken), fallen der Wilderei zum Opfer. Damit werden die Bestände aufs Äußerste geschädigt und dezimiert, was mittel- bis langfristig den Fischern ihre Existenzgrundlage vernichtet.

Nicht nur aber, dass dieser Methode eine ungeheure Menge sogenannten „Beifangs“, also unbrauchbaren, bzw. nicht einbringbaren Fangs zum Opfer fällt, sie ist auch nicht sehr effektiv: Nur die Fische nämlich, die gerade soweit vom Explosionszentrum entfernt sind, dass sie entweder betäubt oder getötet werden ohne dass die Schwimmblase platzt, schwimmen nach der Explosion zur Oberfläche auf. All jenen Fischen jedoch, die zu nah am Zentrum der Explosion waren, wird die luftgefüllte Schwimmblase zerrissen – sie sinken zu Boden.

Wirkung einer Unterwasserexplosion

Was geschieht eigentlich bei solch einer Explosion unter Wasser?


Prinzipiell wirkt eine Explosion unter Wasser wie an Luft: Das Explosivmaterial erzeugt bei seiner Detonation eine große Menge heißen Gases, das sich mit rasanter Geschwindigkeit ausdehnt und zu einer Schock- bzw. Druckwelle führt. Diese setzt sich rund um den Explosionsherd mit etwa Schallgeschwindigkeit fort. Was diese Druckwelle schon in der Luft anrichten kann, weiß jeder – die Zeitungen bieten Beispiele leider reichlich.

Gewaltiger ist die Wirkung im Wasser auf kurze Distanz. Auch hier entsteht um den Explosionsherd eine gewaltige Druckwelle, die sich im Wasser allerdings mit fast fünffach höherer Geschwindigkeit als in Luft ausbreitet. Da Wasser jedoch nicht kompressibel, gewissermaßen also „härter“ als Luft ist, trifft die Druckwelle auch härter auf.

Solange diese Druckwelle auf keine Hindernisse trifft, läuft sie sich – wie auch an Luft irgendwann „tot“. Trifft sie allerdings auf ein Hindernis, so kann sie u. U. ihre zerstörerische Wirkung entfalten. Ist das Hindernis ein massives Material, so wird es die Druckwelle je nach mechanischer Beschaffenheit absorbieren, also aufnehmen und vernichten oder nach hinten weiterleiten.

Trifft sie allerdings auf ein Hindernis, das so gebaut ist, dass es der Druckwirkung nicht standhalten kann, so wird es von der Druckwelle mehr oder weniger verformt werden. Diese Wirkung ist in Wasser stärker als an Luft, da der betroffene Körper hier praktisch nicht, wie an Luft von der Druckwirkung „zurückgeworfen“ werden kann, was einen Teil der Druckwirkung absorbiert. Vielmehr wirkt das Wasser als Verdämmung, wie eine Wand, an die der Körper gepresst wird. Besonders anfällig sind die Hüllen um luftgefüllte Hohlräume, wie eben zum Beispiel die Schwimmblase eines Fisches. Der Körper des Fisches wird um die luftgefüllten Hohlräume herum kurzzeitig zusammengedrückt, was, je nach Stärke der Druckeinwirkung, mehr oder weniger starke Verletzungen des Tieres zur Folge hat. Betäubung oder Tod durch innere Verletzungen können die Folge sein.

Und beim Menschen?

Sollte ein Mensch, z. B. beim Tauchen, das Unglück haben, in einen solchen Explosionsherd zu geraten, erleidet er das selbe Schicksal: Als luftgefüllte Räume führt ein Taucher natürlich sein Lungenvolumen, aber auch luftgefüllte Kopfhöhlen und das Luftvolumen in seiner Tauchermaske unter Wasser mit sich. Auf all diese Hohlräume kann die Explosion ihre zerstörerische Wirkung ausüben. Je nach Stärke der Druckwelle werden sich verschiedene Verletzungen ergeben, bzw. bei großer Wucht alle zusammen in augenblicklicher Abfolge:

Die Druckwelle wirkt für einen Moment wie eine Erhöhung des umgebenden Wasserdrucks durch zunehmende Tauchtiefe. Der Schädelknochen umschließt die Lufträume im Kopf zwar recht stabil, ist aber an den Ohren mit den mechanisch sehr empfindlichen Trommelfellen abgeschlossen.
Fast jeder kennt das Druck- und Schmerzgefühl in den Ohren, wenn man im Wasser abtaucht. Dieser Schmerz wird durch den steigenden Wasserdruck auf die Trommelfelle der Ohren verursacht, lässt aber sofort nach, wenn der sogenannte „Druckausgleich“ durchgeführt wurde.
Da ein Druckausgleich bei der Explosionseinwirkung aber nicht möglich ist, werden die Trommelfelle beider Ohren platzen. Der Taucher wird durch den Temperatursturz und das eindringende Wasser schlagartig orientierungslos, eventuell auch gleich bewusstlos – ein Ertrinkungstod ist jetzt schon wahrscheinlich.
Der Brustkorb als großer luftgefüllter Hohlraum wird wie von einer Dampframme zusammengepresst mit bis zu schwersten inneren Verletzungen als Folge, die der Taucher kaum mehr überleben kann.
Schließlich kann das Glas der Tauchermaske dem Druck nicht mehr standhalten und bersten. Dies hat weitere Verletzungen und Druckwassereinbruch in die Atemwege zur Folge. (...)

http://www.unterwasserwelt.de/html/dyna ... akten.html


Dynamitfischerei und die Auswirkung auf Korallenriffe


Das Fischen mit Dynamit hat verheerende Auswirkungen auf das Ökosystem Korallenriff. Beim Dynamitfischen platzt die Schwimmblase der Fische und die Knochen zerbrechen. Diese treiben so an die Wasseroberfläche und werden eingesammelt. Grosse und kleine, geniessbare und ungeniessbare Fische sowie Begleitfauna und -flora werden ohne Unterschied getötet und geschädigt. Geht das Dynamit über den Korallen los so bleibt nur noch ein Trümmerfeld. Die Regeneration des Riffgerüstes erfolgt langsamer als die des Fischbestandes.

Dynamitfischerei ist leider in Asien (Philippinen, Indonesien) sowie in der Karibik und Afrika stark verbreitet. Solche Explosionen sind auch weit weg unter Wasser hörbar. Da in vielen Meeresparks die Dynamitfischerei verboten ist, sollte der Taucher solche Beobachtungen der Parkleitung melden. WWF und Greenpeace führen mehrere Schutz- und Aufklärungsprogramme (ökologische, ökonomische und soziale Auswirkungen der Dynamitfischerei) durch.

http://www.starfish.ch/Korallenriff/Gefaehrdung.html

Dynamitfischerei und die Delfine Perus

Die gefährlichste Bedrohung, denen die Großen Tümmler der Supay-Gruppe, die in einem begrenzten Gebiet innerhalb des Paracas National Reserve leben, ausgesetzt sind, ist sicherlich die Dynamitfischerei - eine illegale Methode Fisch mit geringem Aufwand zu fangen.
Fischer werfen kleine Dynamitstangen vom Land oder von Booten aus und können die toten oder betäubten Fische am Ufer oder der Wasseroberfläche aufsammeln. Diese Fischereipraktik wird durchgeführt ohne Rücksicht um die Auswirkungen, die dies auf die Fischpopulationen, das Ökosystem und die gesamte marine Biodiversität hat.

Die Explosion verursacht ein Massensterben unter allen Fischarten und verursacht im Grunde einen wirtschaftlichen Verlust. Zudem kann die Sprengung größere Meerestiere wie Seevögel, Meeresschildkröten, Seelöwen und sogar die Delfine beeinträchtigen, dies reicht von der Störung ihren Ruhe- oder Aufzuchtsgebiete bis hin zum Tod.

Mit einer offensichtlichen Schutzreaktion suchen die Supay-Delfine Zuflucht in kleinen, von Klippen umgebenen Buchten, die auf Grund der Strömungsverhältnisse von Booten nicht erreicht werden können. Die "geschützten" Gewässer liegen etwas entfernt von ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet, in dem zur Zeit noch Dynamitfischerei stattfindet. Langfristig bedroht diese das Überleben der gesamten Gruppe. (...)

http://www.delphinschutz.org/projekte/peru/dynamit.htm

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 Betreff des Beitrags: Cyanidfischerei
BeitragVerfasst: 26 Nov 2007 10:36 
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Cyanidfischerei
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Cyanidfischen ist eine nicht-selektive Fischfangmethode, bei der vor allem die chemische Verbindung Natriumcyanid (englisch sodium cyanid) - eine engverwandte Verbindung von Zyankali - eingesetzt wird. Die Chemikalienlösung wird mittels Gerätschaften in die unmittelbare Umgebung der Fische verbracht, worauf diese bewegungsunfähig werden und eingesammelt werden können.

Cynanidfischen ist in den meisten Staaten der Erde verboten.

Vorkommen Die Methode wird vor allem in Südostasien eingesetzt, oft als lautlose Alternative zur Dynamitfischerei, die ebenfalls illegal ist. Seit dem Jahr 2000 tritt sie zunehmend in Erscheinung, weil verstärkte behördliche Kontrollen und Beschlagnahmungen das geräuschvolle und aufsehenerregende Dynamitfischen erschweren.

Cyanidfischerei kommt vor allem im Küstenbereich (Meer) vor und richtet sich auf den Fang von tropischen Fischen, die als Spezialität oder auch als Zierfische verwendet werden. Für den Fang klassischer Speisefische ist diese Methode auch geeignet, wird aber seltener angewendet. Der Einsatz von Cyanid ist in stehenden Gewässern (Seen) weniger effektiv, wenn Trübungen die Sicht behindern. Die Substanz muss in sehr großen Mengen eingebracht werden und gefährdet dann auch den Taucher, der zudem beim Einsammeln der Fische auf gute Sicht angewiesen ist. Bei fließenden Gewässern können die bewegungslosen Fische zwar durch flußabwärts ausgelegte Netze eingesammelt werden, der Umweltschaden ist jedoch so massiv, dass ein einmal befischter Flußabschnitt in absehbarer Zeit nicht erneut befischt werden kann. In Süßgewässern kann die Cyanidfischrei deshalb nur regional und nur für sehr kurze Zeit betrieben werden, ist teurer und ineffizienter. Hauptvorkommen sind die ausgedehnten Küstenlandschaften der ostasiatischen Inselwelt.


Funktionsweise
Die Fischer tauchen oft ohne Atemhilfe, teilweise aber auch mit illegaler und hochgefährlicher Kompressorluft über dünne Atemschläuche, in Korallenriffe und spritzen das Gift zwischen die einzelnen Stöcke. Anschließend wird die Ausbeute eingesammelt. Speisefische, von denen etliche an Überdosis vor dem Verkauf eingehen, kommen erst einmal für 10-14 Tage in Frischwasser zum „Durchspülen“. Bunte, vor allem ausgefallene und damit seltene Korallenfische werden sofort in Plastiktüten abgepackt, wobei auf den Transportwegen bis zu zwei Drittel verenden. Bestimmt sind sie vorwiegend für Aquarianer in den USA, Europa und Asien. Noch in den 1990er Jahren des 20. Jahrhunderts kamen 80% der Korallenfische des westlichen Handels allein aus Palawan/Philippinen.

Die Gründe für diese illegalen Fischfangmethode liegt u. a. an der gestiegenen Nachfrage an Lebendfisch in besseren Restaurants der Großstädte - zunehmend im finanzstärkeren, nahen Ausland -, für den erheblich höhere Preise erzielt werden. Die äußerst niedrigen Löhne der Fischer in wenig strukturierten, abgelegenen Gebieten, die ihnen keine Einkommensalternativen anbieten, zwingen sie die gesundheitlichen Risiken und mögliche Verurteilungen durch Strafverfolgungsorgane in Kauf zu nehmen.

Viele Fischfanggebiete und Tauchplätze in ganz Südostasien, zuvor schon stark durch das Dynamitfischen geschädigt, wurden dadurch auf Jahre hinaus stark zerstört, bis hin zum Totalschaden. Viele der langsam wachsenden Korallen, vor allem die verzweigten Korallentypen, sind ein wichtiger Schutzbereich für Jungfische und Fischbrut und fehlen nun. Die meisten legalen und illegalen Methoden können für sich betrachtet ein stabiles Ökosystem in der Regel nicht zerstören. Es treten jedoch Synergieeffekte auf, wodurch in weiten, küstennahen Bereichen ehemals ausgezeichneter Fanggründe der Fischfang fast vollständig zusammengebrochen ist.


Chemische Grundlagen
In Wasser und im Meerwasser dissoziiert Natriumcyanid in Natrium- und Cyanid-Ionen. Letztere blockieren beim Menschen die Fe(III)-Ionen des Enzyms Cytochromoxidase, wodurch kein Sauerstoff mehr zwischen dem Hämoglobin und den Zellen übertragen werden kann, die lebensnotwendige Zellatmung wird unterbrochen. Fische reagieren erst bei etwas höheren Dosen auf die selbe Weise, Korallenpolypen, Jungfische und Fischbrut sind empfindlicher. Beim Menschen (eine direkte Gefahr für die Fischer) tritt eine Bewusstlosigkeit beim direkten Einatmen der Blausäure-Dämpfe, die der Lösung entweichen oder bei versehentlichem Verschlucken von Meerwasser, wie es bei Tauchern öfter vorkommt, bereits nach einer Minute auf. Dann erfolgt die "innerliche" Erstickung. Geringere Dosen führen zu vorübergehenden oder bleibenden Lähmungen und/oder sensorischen Ausfällen. Es werden viele derartiger „Arbeitsunfälle“ vor Ort geschildert, die jedoch in keinen Statistiken oder offiziellen Verlautbarungen auftauchen.

Der Effekt ist bei Fischen umkehrbar. Das Cyanid kann von einem betäubtem Fisch nach Ablauf einer Erholungsphase aus dem Stoffwechsel scheiden, so dass sich das Tier wieder erholt. Dabei ist die Menge der aufgenommenen Cyanid-Ionen entscheidend. Ist sie zu hoch, verstirbt der Fisch nachträglich, weil seine Organe zu viele Zellschäden aufweisen. Bei einer geringen Dosis kann der Fisch sich wieder vollständig erholen. Die Dosierung kann vom Taucher nur schlecht gesteuert werden, weil sich die Cyanidlösung durch Wirbel im Wasser unvorhersehbar verteilt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Cyanidfischerei

In der Aquaristik bekannt ist die Fischerei mit Cyanid. Dieses ausgesprochen gifte Salz der Blausäure wird mit Spritzflaschen in die Rifflücken und Höhlen verteilt, damit die Fische bewegungslos werden. Viele Fische sterben sofort, falls sie in die Hauptwolke des Giftes gelangen. Entweder sinken sie zurück in die Höhlen und Spalten und dienen als giftiges Futter für andere Tiere oder landen auf dem einheimischen Fischmarkt. Betäubte Fische werden eingefangen und für den Transport zwischengehältert. Die überlebenden Tiere landen in den Aquarien der Industrieländer. Die meisten haben Organschädigungen und leben nicht sehr lange Zeit oder sind zumindest steril. Im Handel werden diese Tiere jedoch meist als "netzgefangen" verkauft.

http://www.aquacare.de/z_neu/d_riff01.htm

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