Das Forum für Freunde der Meere und Freunde der Natur

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Dieses Forum hat gewissermaßen historische Wurzeln: Es diente bereits ab 2003 als Informationsplattform des Vereins forum natur & zukunft (fnz), einer der Vorgängerorganisationen von MareMundi, die es heute in der alten Form nicht mehr gibt. Ebenso war es die Plattform des Red Sea Environmental Center (RSEC), einer im Jahr 2003 gegründeten privaten Institution für Wissenschaft, Ausbildung und Umweltschutz am Roten Meer (Dahab, Sinai). "Ob groß (Wal) oder klein (Bakterium), ob Pflanze oder Tier, ob Forschung, Naturschutz, Tauchen oder Berichte über spannende Naturreisen, in diesem Forum können Sie nicht nur viel Interessantes über Natur & Naturschutz und die Meere erfahren, sondern auch Ihre Fragen dazu von Experten beantwortet bekommen“, hieß es damals in der Begrüßung des Forums. Seit vielen Jahren sind die Aktivitäten dieser Forschungs- und Naturschutzinstitutionen unter dem Dach des gemeinnützigen Vereins MareMundi vereint: MareMundi - Verein zur Förderung der Meereswissenschaften (ZVR 051890525, mare-mundi.eu). Die Meeresschutzorganisation betreibt unter dem Namen Schule am Meer eine Feldstation für Meeresbiologie, Meeresschutz und Ausbildung auf der kroatischen Insel Krk. MareMundi verfolgt drei große Ziele: Schutz ökologisch wertvoller Lebensräume, allgemein zugängliche Bildung in Fragen der Ökologie und Nachhaltigkeit sowie Forschung (Problemanalysen und Lösungsansätze). Wir haben es selbst in der Hand. Nur zusammen können wir die Zukunft gestalten. Und so laden wir Sie ein: Denken Sie mit, diskutieren Sie mit, werden Sie Teil der Problemlösung!
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 Betreff des Beitrags: Biologen finden neue Delfinart
BeitragVerfasst: 26 Jan 2014 18:11 
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Erstmals seit einem Jahrhundert neue Flussdelfin-Spezies identifiziert

Inia araguaiaensis ist in Brasilien beheimatet und dürfte seit zwei Millionen Jahren eine eigene Art sein

:arrow: http://derstandard.at/1389858033144/Ers ... ntifiziert

Brasilia - Ihrem Namen zum Trotz gehören Flussdelfine (Iniidae) nicht zu den Delfinen, sondern bilden eine eigene Zahnwal-Familie mit wenigen Arten. Während der Jangtse-Delfin Chinas seit einigen Jahren als ausgestorben gilt, lebt in südamerikanischen Strömen noch der Amazonasdelfin sowie in Küstengewässern der La-Plata-Delfin. Dazu kommt nun, wie eine aktuelle Studie ergab, noch eine weitere Art, die man bislang nicht als solche erkannt hatte. Erstmals seit 1918 konnte damit eine bis dato unbekannte Flussdelfinart bestimmt werden.

Forscher um Tomas Hrbek von der Federal University of Amazonas beschreiben die Spezies in der Fachzeitschrift "PLoS One" (Fotos finden Sie hier). Ihre Heimat ist einer der größten Flüsse Brasiliens, der Rio Araguaia. Äußerlich gleichen die Tiere, die die Bezeichnung Inia araguaiaensis erhielten, ihren bereits bekannten Verwandten. Flussdelfine sind eineinhalb bis drei Meter lang, haben eine niedrige Rückenflosse und sind mit einem sehr beweglichen Kopf und einer langgestreckten Schnauze an die Beutesuche in schlammigen Gewässern angepasst.

Lange verkannt

Wenn in jüngerer Vergangenheit von der "Entdeckung" größerer Säugetierarten berichtet wurde, dann handelte es sich dabei in der Regel nicht um Tiere, die noch nie zuvor gesehen wurden. Sondern um solche, deren Status als eigene Art erst mit Verspätung erkannt wurde - siehe etwa die Beispiele Buckeldelfin und Kabomani-Tapir aus dem Jahr 2013. Auch die Araguaia-Delfine waren bislang keineswegs zu übersehen - für Fischer sind sie sogar ein Ärgernis, da sie Netze plündern. Nur hatte man sie verkannt und für Amazonasdelfine gehalten.

Erst DNA-Analysen offenbarten, was eine oberflächliche Betrachtung nicht erkennen lässt: Der Araguaia-Delfin ist nur weitläufig mit dem Amazonasdelfin verwandt. Die beiden Arten dürften sich schon vor über zwei Millionen Jahren aus gemeinsamen Vorfahren entwickelt haben, sagte Hrbek gegenüber der BBC. Damals wurde das Becken der Flüsse Rio Araguaia und Rio Tocantins vom Flusssystem des Amazonas durch Stromschnellen und Wasserfälle getrennt.

Sorgen macht den Forschern, dass die genetische Diversität innerhalb der Population der Araguaia-Delfine gering ist. Dafür ist diese mit einer Bestandszahl von etwa 1.000 Tieren noch einigermaßen groß. Die Tiere sehen sich allerdings den gleichen Bedrohungen ausgesetzt wie ihre Verwandten: Umwandlung von Natur- in Kulturlandschaft und damit einhergehend der Bau von Staudämmen. Die Forscher schlagen daher vor, die Spezies auf der Roten Liste zumindest als "verletzlich" einzustufen. (jdo, derStandard.at, 22. 1. 2014)

:arrow: http://www.plosone.org/article/info%3Ad ... ne.0083623

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