Das Forum für Freunde der Meere und Freunde der Natur

Willkommen im Forum für Freunde der Meere und Freunde der Natur!

Dieses Forum hat gewissermaßen historische Wurzeln: Es diente bereits ab 2003 als Informationsplattform des Vereins forum natur & zukunft (fnz), einer der Vorgängerorganisationen von MareMundi, die es heute in der alten Form nicht mehr gibt. Ebenso war es die Plattform des Red Sea Environmental Center (RSEC), einer im Jahr 2003 gegründeten privaten Institution für Wissenschaft, Ausbildung und Umweltschutz am Roten Meer (Dahab, Sinai). "Ob groß (Wal) oder klein (Bakterium), ob Pflanze oder Tier, ob Forschung, Naturschutz, Tauchen oder Berichte über spannende Naturreisen, in diesem Forum können Sie nicht nur viel Interessantes über Natur & Naturschutz und die Meere erfahren, sondern auch Ihre Fragen dazu von Experten beantwortet bekommen“, hieß es damals in der Begrüßung des Forums. Seit vielen Jahren sind die Aktivitäten dieser Forschungs- und Naturschutzinstitutionen unter dem Dach des gemeinnützigen Vereins MareMundi vereint: MareMundi - Verein zur Förderung der Meereswissenschaften (ZVR 051890525, mare-mundi.eu). Die Meeresschutzorganisation betreibt unter dem Namen Schule am Meer eine Feldstation für Meeresbiologie, Meeresschutz und Ausbildung auf der kroatischen Insel Krk. MareMundi verfolgt drei große Ziele: Schutz ökologisch wertvoller Lebensräume, allgemein zugängliche Bildung in Fragen der Ökologie und Nachhaltigkeit sowie Forschung (Problemanalysen und Lösungsansätze). Wir haben es selbst in der Hand. Nur zusammen können wir die Zukunft gestalten. Und so laden wir Sie ein: Denken Sie mit, diskutieren Sie mit, werden Sie Teil der Problemlösung!
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BeitragVerfasst: 08 Nov 2012 14:28 
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Haarsträubendes Haierlebnis am Roten Meer

Unser Freund Bernhard Mader berichtet von unangenehmen Haierlebnissen aus
dem Roten Meer. Da das Thema immer wieder kontrovers diskutiert wird, halte
ich den sachlichen und nüchternen Bericht für recht nützlich. Jeder kann
sich ein eigenes Bild machen und sein Verhalten entsprechend anpassen. Danke
für den Bericht! Vernünftige Kommentare sind dem Autor und uns allen
willkommen.



"Wir, meine Partnerin und ich ( Sie 300 Tg und ich 400 Tg innerhalb der letzten 6 Jahre, Erfahrung auch mehrmals auf Safari Booten wie Seven7seas usw. ruhig, strömungserfahren und respektieren die Unterwasserwelt) haben am 16.10.12 das Elphinstone Riff/Süd-Ägypten betaucht. Wir waren dort schon des öfteren, hatten Begegnungen mit Longis und anderen Haien.

Am 16.10.12 betauchten wir das Riff - Strömung war von Süd nach Nord - bis ans Ende des oberen Riffbereichs , ein sehr schöner entspannter Strömungstauchgang (60 Minuten – 30Meter). Sind dann in den Strömungsschatten am Riff Ende Richtung Westen aufgetaucht, ca. 5 Meter Abstand von der Riffkante. Habe mich während des Auftauchens permanent um meine Achse gedreht, um eine Sicht aufs Blauwasser zu haben. Die Boje setzte ich im 5 Meter Bereich und sah unter Wasser geschätzte 20 Taucher die teilweise tiefer abtauchten oder an der Riffwand klebten. Als ich ein Zodiak über uns sah, sind wir an die Oberfläche. Leider war dieses nicht das zu unserem Tagesschiff gehörende Zodiac, dessen Name (Toshka) wir dem Bootsführer einige Male benannten, bis er schliesslich weiterfuhr und wir weiterhin im Wasser trieben.

Wir glaubten, er informiere unsere Crew, was ja oftmals so gemacht wird. Wir beide liegen entspannt im Wasser, meine Partnerin hatte sich dabei ca. 5 Meter von mir in Richtung Norden entfernt. Ca.80 Meter von uns, im Blauen, sah ich eine Boje und dachte mir, die sind sehr mutig, unter denen in 50 Meter Tiefe sind meist Haie und die Strömung da draußen, ist auch nicht ohne. Meinen Regler hatte ich aus meinem Mund genommen und meine Maske war um meinen Hals. Wir unterhielten uns wie schön es war, als ich plötzlich 10 Meter hinter ihrer rechten Schulter eine Rückenflosse mit markant weißen Flecken auftauchen sah und sehr zügig und zielorientiert auf ihren Rücken zuschwamm. Ich sagte zu ihr in ruhiger aber bestimmter Stimme „Shark“!

Als ich das ausgesprochen habe, ist der Longi mit einem Drittel seines Körpers aus dem Wasser geschossen und hat sie an ihrer Flasche voll attackiert. Ich schrie ihr zu „Regler rein und abtauchen“. Sofort setzte ich meine Maske auf und bin unter der Wasseroberfläche zu ihr getaucht. Da habe ich gesehen, dass der Longi wieder auf vollem Angriffskurs war und mit sehr hoher Geschwindigkeit auf ihre Füße losging. Ich habe es dann geschafft, sie zu erreichen und hinter mich zu schieben. Nun steuerte der Longimanus mit hoher Geschwindigkeit frontal auf mich zu. Ich kannte solch ein Verhalten bisher nur aus TV-Dokumentationen, die Haie im Fressrausch zeigten. So gereizt habe einen Hai noch nie erlebt. Er ist immer wieder zurückgekommen und wollte beissen. An meinem 6,5 mm Anzug im Bereich Fußknöchel und meinem Boots habe ich einen 5 cm langen Riss und im Bereich der Achillessehne habe ich einen kleinen Schnitt - Verletzung. Ich wusste mir nicht mehr zu helfen und hatte nur Angst um meine Partnerin.
Die Aktion hatte bis jetzt geschätzte 2 Minuten gedauert und ich hatte ihm beim ersten Frontalangriff einen mächtigen Fusstritt (beide Flossen) an die Nasen Partie verpasst. Mit kurzem Erfolg, der Hai entfernte sich 10 Meter, machte kehrt und steuerte erneut auf uns zu. Diese Aktion spielte sich so im 1 Meter Bereich ab. Ich konnte mich gar nicht weiter fallen lassen, er hat mich ( so habe ich das empfunden) immer wieder an die Wasseroberfläche gedrängt. Wir hatten nach dem 60 Minuten Tauchgang immer noch 70 Bar in unseren 12 Liter Flaschen. Meine Partnerin, verzweifelt, ist irgendwann kurz aufgetaucht und hat in Richtung der Boote um Hilfe gerufen bis endlich 4 Zodiaks da waren. Einer davon ist ständig im Kreis gefahren (um den Hai zu verunsichern?).
Meine Partnerin erreichte eines der Boote und hängte sich an die Aussen-Leine, wo sie mit angehobenen flachen Beinen, die sie unter das Boot klemmte, ausharrte. Sie flehte, der Bootsmann solle sie aus dem Wasser ziehen, während der Hai immer noch unter dem Zodiac als Schatten auszumachen war. Der Bootsmann bittet sie inständig ruhig zu bleiben und betonte, der Hai sei nur neugierig, wegen der roten Flossen des Tauchpartners. Als die Situation unter Kontrolle schien, zog sie ihr Jacket ab und der Bootsmann hiefte sie mit einem Gewaltszug aus dem Wasser ins Boot.

Während dieser Zeit war ich immer noch mit meinem Kopf unter Wasser, um den Hai im Sichtfeld zu haben. Zu dieser Zeit hat er sich, so glaube ich, voll auf mich konzentriert. Hat ihm nicht gefallen, dass ich ihm ein paar Flossenschläger verabreicht habe.

Nach einiger Zeit konnte ich mich an der Schlaufe eines grösseren Zodiacs am Bug festmachen und hing nach wie vor im Wasser. In diesem Moment steuerte der Longimanus wieder auf mich los. Der Bootsmann rief untentwegt „ your PCD, your PCD“. Ich dachte immer „der spinnt“, ohne Luft sehe ich nicht, was der Hai macht. Habe dem Hai erneut einen Fusstritt verpassen müssen und dann ist er in Richtung des gegenüberliegenden Zodiak geschwommen, wo meine Freundin darin war. In diesem Moment habe ich mein Jacket ausgezogen, das vom Bootsmann in Boot gewuchtet wurde, mich gedreht und mit zwei Schwüngen ins Zodiak katapultiert.
Was war passiert????? Das ist doch kein normales Tier-Verhalten mehr.
Ich hasse den Fisch nach diesem Vorfall nicht und wäre gerne auch gleich wieder ins Wasser, aber nach diesem Schock und der Aufregung, wäre das sicher nicht sehr ratsam gewesen.
Ich hatte wirklich Angst, dass meine Freundin schwer verletzt werden könnte und die Angst und der Schrecken sitzt uns immer noch in den Knochen.
Geankert haben 3 Safari - oder Tagesboote über dem Riff-Dach im Norden, also die Strömung ging von den Booten zu uns. Ein Boot lag im Westen, kann es sein, dass da Anfütterungs Aktionen gestartet wurden?
Frage: Welche Flüssigkeit oder welches Öl steckt in dem Kompass?
Als ich mein Tauchgepäck zusammengebaut habe, habe ich bemerkt, dass meine Ausrüstung etwas schmierig war. Ich habe die nun genau unter die Lupe genommen und habe festgestellt, dass mein Kompass defekt war. Da dort etwas an Flüssigkeit fehlt und der ölig war. (Den habe ich am Boot gelassen).
Ich weiß auch, dass an den Tauchplätzten morgens oder abends die Fäkaltanks geleert werden, kann das auch zur Verhaltensänderung der Tiere beitragen (obwohl ja jeder Eingriff von Menschen direkt oder indirekt zur Verhaltensänderung beiträgt)?
Da wir um die Mittagszeit zurück waren, wäre es auch möglich, dass Küchenabfälle im Wasser gelandet sind und wir dort getaucht haben? Zu sehen war nichts. Was konnte hier fehlgelaufen sein? Wünschenswert wäre es, wenn anderen Tauchern solch eine Erfahrung mit einem aggressiven Tier erspart bliebe. Mit einem Schrecken davon gekommen sind wir – ein anderer Vorfall könnte auch tragisch enden, insbesondere wenn die Tiere konditioniert werden durch Menschen."

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Die ... Begeisterung, die wir beim Betrachten der Natur empfinden, ist eine Erinnerung an die Zeit, da wir Tiere, Bäume, Blumen und Erde waren ... das Wissen um unser Einssein mit allem, was die Zeit vor uns verborgen hält. Leo N. Tolstoi


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BeitragVerfasst: 12 Nov 2012 10:47 
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Danke für den Bericht. Sehr erschreckend, aber zum Glück glimpflich verlaufen. Ich fände 2 Punkte interessant
1.) Wie wurde das Verhalten ausgelöst?
2.) Wie verhält man sich am besten, wenn man in solche Situationen kommt?

Zu 1.) Es kommt bestimmt nicht selten vor, dass Safariboote dort ihre Essensreste im Wasser entsorgen. Ob es jedoch zu so einer Hai-Reaktion führt, finde ich nicht so überzeugend. Oder wurden die Taucher für verwundete, leicht zu erhaltene Beute gehalten? Aber dann sollten solche Vorfälle auch häufiger vorkommen. Dass der Kompass Schuld ist, habe ich auch noch nie gehört. Vielleicht ist er eher bei dem Vorfall kaputt gegangen? Aber eine kurze Email an den Hersteller könnte über die Zusammensetzung Aufklärung bringen. Der erste Angriff galt ja scheinbar nicht dem Kompassträger gegolten haben, aber waren die folgenden gezielt auf diese Person? Wieso hat der Hai nicht die Frau an der Oberfläche attackiert, als sie die Boote gerufen hat?

Zu 2.) Es war ziemlich glücklich dass der Hai bei der 1. Attacke nur die Flasche erwischt hat. Wenn man sich da im falschen Moment umdreht, kann es auch anders ausgehen. Gegen solche unerwarteten/unvorhersehbaren Attacken kann man wohl wenig ausrichten. Die Reaktion sofort abzutauchen und den Hai mit den Flossen abzuwehren scheint sehr gut gewesen zu sein. An der Oberfläche ist man angreifbarer und hat vielleicht nicht so einen guten Überblick, jedoch muss man ja irgendwann auch wieder ins Boot und die Luft hält ja auch nicht ewig. Wenn der Berichtverfasser mitlesen sollte, was denkt er im Nachhinein was die beste Reaktion gewesen wäre? Was denken die anderen?

lg

.fidelfisch


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BeitragVerfasst: 16 Nov 2012 23:20 
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"In encounters with divers, ocean whitetip sharks have shown little fear and much persistence investigating and circling the ongoing activities. Due to this shark's opportunistic feeding habits and strong jaws as well as its boldness and unpredictability around divers, this shark should be treated with extreme caution. Many potential attacks have been averted by quick action on divers' parts such as bumping the sharks on the snout to avoid close contact".

Quelle: Cathleen Bester, Oceanic Whitetip Shark. Ichtyology at the Florida Museum of Natural History (http://www.flmnh.ufl.edu/fish/Gallery/Descript/OceanicWT/OceanicWT.html).

Ich bin mir nicht sicher, ob es tatsächlich einen konkreten "Auslöser" in Form von Küchenabfällen o.ä. braucht. Vielleicht liegt ein Verhalten wie das beschriebene auch einfach in der Natur dieser "neugierigen" resp. (aus der Perspektive betroffener Taucher) "aggressiven" Spezies, von denen man dann vielleicht noch ein besonders "mutiges" bzw. "aufdringliches" Individuum erwischt haben könnte. Von befreundeten Tauchern hatte ich schon mehrfach gehört, dass man sich am Elphinstone der Haie wegen nur möglichst kurz an der Wasseroberfläche aufhalten sollte.

---
Nachtrag:
Aktuelle Fotos (Joachim Seidel, Nov. 2012) von einem "Longi" am Elphinstone hier: http://shark-references.com/index.php/species/view/Carcharhinus-longimanus


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BeitragVerfasst: 23 Nov 2012 06:54 
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Habe gestern einen Unterwasserfotografen besucht, der ein Poster von einem Longi im Wohnzimmer hängen hat, aufgenommen in Elphinstone. Beim darauffolgenden Bild hat ihm dann der Longi in die Kamera gebissen. Nicht sehr fest, nur ein Probebiss. Er hat ihn dann mit der Hand weggeschubst. Mehr ist nicht passiert. Wir selbst wurden Anfang Oktober bei Daedalus von einem Longi umkreist. Einer von uns hat ihn dann mit seiner Kamera weggeschubst, nachdem er ihm zunahe kam. Zuschaden ist dabei niemand gekommen.


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BeitragVerfasst: 23 Nov 2012 13:48 
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Das Anfüttern wurde mitunter auch von Guides unter Wasser gemacht; das könnte auch das aggresive Verhalten erklären.

Gruss
Roger

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Ein paar Reiseberichte und Bilder über und auch unter Wasser: http://www.toebert.de


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BeitragVerfasst: 06 Dez 2012 09:15 
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Hello,

möchte mich aus aktuellem Anlass auch zu dieser Geschichte zu Wort melden:
Wir waren letzte Woche auch am Elphinstone tauchen, wir sind von der Küste mit dem Zodiac gekommen.
Es lagen 5 Safarischiffe am Riff - ich würde sagen das ist der "Durchschnitt"
ziemlich alle 365 Tage im Jahr – Tauchmassentourismus…

ganz grobe Schätzung jetzt -> über 10.000 x finden hier im Jahr Tauchgänge statt
Deshalb erstaunt mich der o.a. Bericht, der den Eindruck eines wiederholten,
extrem aggressives Verhaltens macht, doch sehr – ich will die Situation aber keineswegs verharmlosen!

Wenn das ein „normales“ Verhalten der Tiere dort wäre, müsste es ja fast täglich tödliche Unfälle geben?

Berichte über kleine "Rempelein", Probebisse in Ausrüstungsgegenstände tauchen immer wieder auf,
aber der letzte tragische tödliche Zwischenfall (eine französische Schnorchlerin, die an den Folgen
einen Bisses - Verblutung - gestorben ist) liegt schon einige Jahre zurück. Seit damals ist auch,
wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht das Schnorcheln an den offshore Riffen in Ägypten verboten.

Angefüttert wurde immer schon – aktiv oder „unbewusst“ durch Küchenabfallentsorgung,
auch das ist seit vielen Jahren verboten – aber durch den politischen Umschwung werden Gesetze
auch nicht mehr so ernst genommen und es sind – muss ich leider sagen – meist die Schiffe unter
ägyptischer Führung, die es mit dem Fütterungsverbot nicht so eng sehen.

Bei unserem Tauchgang (am Ende vor dem Auftauchen) waren direkt unter den vertäuten Schiffen
außer uns noch 15 bis 20 Taucher im Wasser – nicht am Riff sondern „im Blau“ so im Durchschnitt
in 15m Tiefe und haben hier gewartet um die Weißspitzen-Hochseehaie zu beobachten / zu fotografieren usw.
Wenn ein Tier in Sichtweite kam hat sich der ganze „Pulk“ synchron in Bewegung gesetzt – zum Hai!

Wir hatten den Eindruck (aber unbewiesen) das auch Futter im Wasser war – es schwebten untypische
größere „Flankerln“ in der Wassersäule.

Das Verhalten der „Longis“ nach unserer einhelligen Wahrnehmung:
Es waren mindestens drei Individuen um uns – alle eher junge Tiere – um 2m Gesamtlänge.
Die Tiere haben nach unserem Gefühl hier Futter erwartet. Sie sind permanent von einem Schiff
zum nächsten geschwommen (meinst so in 1 bis 10m Tiefe) und haben das Wasser um die Schiffe „untersucht“.
Auf diesen Wegen haben sie die Taucher – teilweise bewusst angeschwommen und sind dann tangierend
vorbeigeschwommen – teilweise auch mit unter einem Meter Abstand.
Einmal ist mich ein Tier auch ziemlich zügig frontal von schräg unten angeschwommen und hat erst ca. 1m vor
mir abgedreht (ich muss ehrlich sagen, obwohl ich über einige Erfahrung mit Haien im Wasser habe,
war ich auch froh in dieser Situation meine große Videokamera zwischen mir und dem Tier zuhaben).
Unter uns sind in ca. 25m Tiefe 7 Makrelen vorbeigezogen, einer der Longis ist sofort sehr rasch zu dieser Gruppe
hinunter geschwommen und in die Gruppe hinein geschwommen, so knapp zu den Makrelen – ich konnte es nicht genau
erkennen, ob er nicht sogar eine von ihnen angerempelt hat. Ich hab dieses Verhalten eindeutig als „verschwindet – dieser
Futterplatz gehört uns“ interpretiert.
Beim setzten der Boje vor dem Auftauchen ist auch sofort ein Tier zur Boje geschwommen und hat sie sehr interessiert
untersucht „fast beschnuppert wie ein Hund“ haben wir denn gemeint.

Zusammenfassend möchte ich anmerken, dass es mich selbst wundert das hier nicht öfter Unfälle passieren.
Mein Lieblingsvergleich: stellt euch vor ein Löwenrudel in Afrika und es spazieren Touristen mitten durch…

Herzliche Grüße aus Wien
Helmut

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BeitragVerfasst: 06 Dez 2012 13:03 
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Danke für den spannenden Bericht, lieber Helmut!

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BeitragVerfasst: 06 Dez 2012 14:09 
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gerne - Fotos und Filmaufnahmen folgen :)

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BeitragVerfasst: 12 Jun 2015 20:46 
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Hallo Tauchende, gerne melden wir uns wieder einmal.
Vielen Dank für Eure Kommentare.
Wir wissen echt nicht, auch nach langem Überlegen was wir gemacht haben, um ein solches Verhalten auszulösen.

Wie schon geschrieben, durften wir mehrmals mit Haien tauchen. die auch etwas neugieriger wurden.
Oftmals hat eine leichte Wasserbewegung mit der Hand ausgereicht um diese wunderbaren Tiere auf Abstand zu halten. Dieser Bursche war aber echt anders. Im Nachhinein, weiss ich, dass wir sicher nicht optimal reagiert haben! Ich hatte richtig Panik, eigentlich nicht mal um mich, sondern wegen meiner Partnerin. Vermutlich hatte der Longi, einfach einen schlechten Tag. Ich kann für mich sagen, dass der Respekt zu Lebewesen noch grösser geworden ist. Meine Partnerin hat heute noch ein leicht komisches Gefühl, wenn sie einen Hai sieht. Aber wir arbeiten dran!
Die Entscheidung am nächsten Tag wieder tauchen zu gehen, war für uns Match entscheidend, um dieses wunderbare Hobby weiterhin mit Freude auszuüben.
Wir haben uns beim Tauchen kennen gelernt, grins!

Seit diesem Vorfall, waren wir immer wieder zum Tauchen und hatten wunderbare Erlebnisse unter Wasser. Es ist uns stärker denn je bewusst geworden, dass wir dort nur Gäste sind.

Wir werden nie erfahren, warum der Longi so reagiert hat. Wir lieben die Meere und haben auch keinen Hass auf diese wunderbaren eleganten Tiere. Selbst Profis, diet tagtäglich mit diesen Geschöpfen unter Wasser sind, können ihre Laune nicht immer sofort lesen.
Longis sind Jäger. Die Nahrung wird immer weniger und ihr natürliches Verhalten ändern wir
tagtäglich, ob unbewusst oder bewusst.

Zu guter letzt, hat alles im Leben einen Sinn., den wir meist später erkennen………

Wir wünschen Euch immer genug Luft in der bottle und lasst euch genauso verzaubern unter Wasser, wie es uns weiterhin verzaubert.

Robert, Du und Dein Team, machen eine bewundernswerte Arbeit.
Wir lesen sehr viel auf Euren Seiten, und schätzen euer Engagement!

Vielen Dank für Euren Einsatz!

Silke und Berni

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Berni


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BeitragVerfasst: 13 Jun 2015 18:42 
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bernhardmader hat geschrieben:
Vielen Dank für Euren Einsatz!
Silke und Berni


Danke sehr! Und liebe Grüße von Krk! 8)

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