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Volksbegehren in Bayern vom 16. – 29. November 2004

Das Volksbegehren „Aus Liebe zum Wald“ entscheidet über die Zukunft von Wildkatze, Feuersalamander und Schwarzspecht

Versteckt leben sie, die Tiere des Waldes. Der normale Spaziergänger nimmt das Reh war durch ein Rascheln im Unterholz oder den Eichelhäher mit seinem rauen Ruf. Die Artenfülle im Wald wird unterschätzt. 27 Säugetierarten, 1300 Schmetterlingsarten, 1500 Käferarten, 70 Vogelarten und damit ein Drittel aller bayerischen Brutvogelarten leben im Wald und fast alle der 23 bayerischen Fledermausarten nutzen den Wald als Lebensraum.

Im Wald, dem grünen Drittel Bayerns, sind die Artenbestände generell viel weniger stark gefährdet als im Offenland. Während in der Agrarlandschaft selbst frühere Allerweltsarten wie Feldlerche, Rauchschwalbe und Goldammer gefährdet sind, haben im Wald dank naturnahem Waldbau, Belassen von Höhlenbäumen, Rücksichtnahme auf die Horste und z.B. durch die Anlage Tausender von Waldtümpel durch engagierte Förster eine Reihe von Arten zugenommen, sei es der Schwarzstorch, Hohltaube, Greifvögel oder Amphibien.

Erst in den letzten Jahren wurde im Naturschutz deutlich, dass Deutschland gerade bei den typischen Waldarten eine hohe internationale Verantwortung hat. Arten wie Sommergoldhähnchen oder Sumpfmeise brüten mit 25%, der Mittelspecht und die Misteldrossel 20% ihrer Weltpopulation in Deutschland, der im Wald brütende Rotmilan hat hier sogar 60% seines Weltbestandes. Von Natur aus wäre Bayern ein Buchenland. Während z.B. Brasilien aus weltweiter Sicht seine Regenwälder erhalten muss, die Mongolei die landschaftstypischen Steppen oder Finnland seine borealen Nadelwälder, ist für Deutschland der Buchen- und Laubmischwald der Beitrag zur weltweiten Artenvielfalt.

Je älter dieser Laubwald ist, je mehr Baumriesen und Anteile an allmählich verwitternden Altbäumen er hat, umso artenreicher ist er. Jahrhunderte alte Bäume, Spechthöhlen und Totholz – damit steht und fällt die Qualität der Wälder für den Naturschutz.
Eine Forstwirtschaft die rein auf Profit setzt, steht dazu in krassem Gegensatz. Hier sind raschwüchsige, in jungen Jahren zu erntende, einheitliche Bestände gefragt: maschinengerecht in Reih und Glied für die den Waldarbeiter ersetzenden Harvester. Der Einsatz dieser Großmaschinen, die wie am Fließband die Stämme aus dem Bestand ziehen, rentiert sich nur, wenn er rund um die Uhr und zu jeder Jahreszeit erfolgt. Hatten früher die Tierarten der Wälder vom Frühjahr bis in den Spätsommer ihre Ruhe im Wald, so greifen die Harvester schon jetzt mitten zur Brut- und Jungenaufzuchtszeit brachial in den bislang ruhigen Wald ein.

Der Beauftragte des Volksbegehrens „Aus Liebe zum Wald“, Prof. Dr. Hubert Weiger warnt: „Nur das Volksbegehren rettet die Artenvielfalt im Wald. Die Forstreform torpediert die Arche Noah Wald. Der Spechtbaum hat dann keine Chance mehr. Wer Waldtiere liebt, der muss ihnen nun helfen und beim Volksbegehren unterschreiben!“

Für dieses Volksbegehren und gegen die „Forstreform“ der Bayerischen Staatsregierung haben sich nun in allen 71 bay-erischen Landkreisen und 25 kreisfreien Städten „Wald Bündnisse“ gebildet. Sie organisieren vor Ort die Aktionen für die am 16. November startende, zweiwöchige Eintragungsphase. Prof. Hubert Weiger, Beauftragter des Volksbegehrens: „Die Basis ist startbereit für die heiße Phase! Im Gegensatz zu den Gegnern des Volksbegehrens mit ihren abgehobenen Verbandsspitzen bieten wir ein breit gefächertes, kreatives und vor Ort verankerte ehrenamtliches Engagement.“

Die Waldbündnisse auf der Ebene der Landkreise und Städte bündeln und koordinieren die Aktivitäten der jeweils vor Ort tätigen Vereine, die das Volksbegehren unterstützen. Über 40 Organisationen im Wald Bündnis Bayern, vom Deutschen Alpenverein, Landesbund für Vogelschutz, Bund Naturschutz bis zu Biobauern, Imkern und dem Bayerischen Jugendring unterstützen das Volksbegehren. In den lokalen Wald Bündnissen kommen noch weitere regionale Verbände und Gruppen hinzu, wie Agenda 21-Gruppen, Waldkindergärten, Freizeitreiter, Fischer, Großprivatwaldbesitzer, Sägewerksbesitzer, Haus-frauenbund, Wandervereine, Gartenbauvereine, Jagdverbände, Tierschutzverbände oder Kirchen. Parteien sind dagegen nicht zugelassen. Vernetzt sind die Waldbündnisse u.a. mit einem Aktionsbüro des Volksbegehrens in Freising und einem täglich aktualisierten Internetangebot www.volksbegehren-wald.de.

Diese breite Koalition aus allen Teilen der bayerischen Bevölkerung appelliert an alle Bürgerinnen und Bürger Bayerns, sich vom 16. – 29. November 2004 für das Volksbegehren einzutragen, um so die Qualität des Waldes als Erholungs-, Freizeit-, Natur- und Wirtschaftsraum zu sichern.

für Nachfragen:

Dr. Ralf Straußberger
Wald Bündnis Bayern
Tel.0911/81 87 8-0

Aktionsbüro des Volksbegehrens „Aus Liebe zum Wald“
Tel. 08161/4945-38
mail: info@volksbegehren-wald.de

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