delphine




delphine




delphine




delphine




delphine




delphine










delphine











slowakei

slowakei












rollo

audimax

foyer

rollo

gruppe














bartgeier

bartgeier











bartgeier













 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 






vanessa mit haizahn













baeren-im-zoo

Rupert Eckkrammer

Vortrag

Vortrag

Vortrag

Vortrag


































































Rollo Gebhard





















PIRAN_Algen

müllamstrand

CHAETOCEROS-SP

Cyanobakteria

HIPPOSPOGIA-nach-ANOXIE

algalbloom

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

tatze

rangers

woiser

wandern

bartgeier

milos

grashuepfer

kreuzotter

bartgeier

 

fischgrillen















































 

 

bartgeier

 

 



 













rollo

rollo








































































































































































































































































Foto © DIR-Austria.com
















































































image

main
back

aktuelles | news

bereits archivierte news anzeigen

 

Die Geschichte einer Begegnung der besonderen Art

Unser Vorstand-Stellvertreter Wilfried Rieder war im Dezember 2006 für eine Woche am Roten Meer, 120 km südlich von Marsa Alam in der Lahami Bay und erlebte an den Korallenriffen der Fury Shoals eine Begegnung der besonderen Art, eine Begegnung mit Delphinen. Sie werden sagen, hab ich auch schon gesehen. Ja, aber sind Sie ihnen auch schon einmal begegnet; wilde Delphine, aus freiem Willen (und bei dieser Tierart darf man ruhig von bewußt gesetzte Taten sprechen), für mehrere Minuten? Das ist wohl der Superjackpot für jeden Taucher und wer das einmal erlebt, darf sich wirklich sehr glücklich schätzen.

Eine kleine Delfingeschichte
   Für Stefanie

Ort: Rotes Meer – Ägypten, 120 km südlich von Marsa Alam
      Lahami Bay – an den Korallenriffen der Fury Shoals
Was mache ich hier eigentlich?
Es ist Samstag, der 16. Dezember 2006, ca. 09.00 Uhr. Morgen ist der 3. Adventsonntag.
„Bist du fertig? – Buddycheck!“  unterbricht mein Schweizer Tauchpartner mit unüberhörbarem Akzent je meine Gedanken. Kurze Zeit zuvor hatte der ägyptische Kapitän kopfschüttelnd die „Mischa“, ein Tauchboot der Baracuda Tauchbasis Lahami Bay, um 180 Grad gewendet. Keine Chance bei diesem Wellengang das Aussenriff zu erreichen. Der Sturm peitscht gegen das Boot und wir haben große Mühe überhaupt unsere Ausrüstung anlegen zu können. Obwohl wir nun einen Ausweichtauchplatz anlaufen freuen wir uns. „Hauptsache, wir kommen bald ins Wasser – dort ist es viel ruhiger“ sagt Erich. Er taucht seit knapp 30 Jahren – weltweit. Naturbegeistert – sehr auf Sicherheit bedacht – sonst hätte er wohl seine mehr als 1.000 Tauchgänge nicht absolvieren können.
…und jetzt stehen wir hier am Tauchplatz Sha’ab Lahami. Eigentlich wollte ich in Ruhe Abstand gewinnen von den traurigen Ereignissen zu Hause – und jetzt kann ich mich mit meiner angelegten Tauchausrüstung kaum auf den eigenen Füßen halten. Na super, denke ich mir und springe. Direkt neben mir schießt Erich wie eine Rakete ins Wasser. „Wir tauchen nach dem Sprung sofort ab“ haben wir uns ausgemacht um den nachfolgenden Tauchern aus Deutschland an der rauen Wasseroberfläche hinter dem Boot gleich Platz zu machen.
In ca. 3 Meter Tiefe schaltet sich mein Tauchcomputer ein – Druckausgleich – Maske ok? – Atemregler ok? – ein kurzes Zeichen zu Erich und wir sinken weiter ab. Langsam lichtet sich der Vorhang aus kleinen Luftbläschen die wir mit ins Wasser genommen haben und die jetzt zurück an die Wasseroberfläche treiben. Die Sicht wird besser und wir sehen bis zum Grund auf ca. 25 Meter. Ich suche die Umgebung ab – blicke zurück hinauf zur Wasseroberfläche.
Oh mein Gott – was ist das! Ca. 25 Meter weg, kaum zu sehen, ein Schwarm größerer Meereslebewesen – aber was ist es? Ich kneife meine Augen zusammen – als wenn dies etwas helfen würde – und plötzlich kann ich die Silhouetten genau erkennen.
Delfine! – Mein Gott, mehrere Delfine! Noch nie hatte ich bei meinen knapp über 150 Tauchgängen welche gesehen. Ich war ja ein Spätberufener – habe ja erst mit 42 Jahren zusammen mit Rosemarie, meiner Frau, zu tauchen begonnen.
Wir hatten schon sehr viel Glück – Walhaie, Mantas, Seekühe – wir haben schon viel gesehen – aber Delfine waren noch immer ein großer Tauchertraum geblieben – und jetzt sind sie da, so nahe und doch für meine Kamera noch so fern. Jetzt nur keinen Fehler machen – keine hektischen Bewegungen.
Ich atme kaum als ich mit wenigen Flossenschlägen bei Erich bin. Er schaut immer noch nach unten und hat die Delfine noch nicht gesehen. Mehrere leichte Schläge auf seine linke Schulter lassen ihn herumwirbeln – sicherlich dachte er es wäre etwas passiert. Ich zeige in Richtung der Delfine nach oben und dann sehe ich schon Erichs größer werdende Augen unter der Tauchermaske. Kurze Unterwasserverständigung – wir beschließen uns ganz langsam zu nähern um eine bessere Sicht auf die Tiere zu bekommen.
Sie waren an der Oberfläche um Luft zu holen und jetzt tauchen sie ab. Ein schnelles Foto mit der Kamera – die Delfine noch weit weg – aber man kann sie erkennen – das ist das Wichtigste, denke ich mir und bin verwundert, warum ich die Delfine plötzlich so deutlich erkenne. Sie haben uns auch gesehen – und jetzt kommen sie ganz langsam näher. Unglaublich – denke ich mir, eigentlich hatte ich erwartet, dass sie sofort die Flucht ergreifen. Sie schwimmen eine Runde in unserer Tiefe und wir beobachten uns gegenseitig sehr neugierig. Jetzt hat auch die kleine Gruppe der deutschen Taucher die Delfine gesehen und hat ihren Abstieg abgebrochen. Sie kommen ebenfalls näher – bleiben aber fairer Weise auf Distanz, um die Tiere nicht zu verjagen.
…und jetzt schwimmen die Delfine auch noch zu den anderen. Ich fotografiere wie wild – Taucher und Delfine ganz nah – und sie ziehen ganz ruhig ihre Kreise um uns und beobachten uns weiter. Jetzt schwimmen sie wieder an die Oberfläche zurück um zu atmen und bleiben dort eine Weile. Ich beschließe, mich ein wenig von den anderen zu entfernen und unterhalb der Delfine zu tauchen. Ich drehe mich auf den Rücken - es gelingt mir eine schöne Aufnahme von unten – die Silhouetten der Delfine gegen das Sonnenlicht. Ein Wahnsinn – bin jetzt schon stolz auf das Foto – und weis eigentlich noch gar nicht ob es etwas wird. Aber ich habe sie gesehen – mit meinen eigenen Augen – bin mit ihnen getaucht – den Delfinen des Roten Meeres – in freier Natur.
Sie tauchen wieder ab, kommen direkt gerade herunter auf ca. 10 Meter Tiefe und beginnen erneut uns in Formation zu umkreisen. 8 große erwachsene Tiere, ich vermute Große Tümmler, habe ich gezählt und jedes war ca. über 2 Meter lang. Ein einmaliges Naturerlebnis.
Jetzt plötzlich kommen sie direkt auf mich zu – ich schieße aus vollen Rohren – mit der Kamera natürlich. Rammen sie mich jetzt? – Nein, knapp davor drehen sie leicht ab.
Sie gleiten elegant an mir vorbei, nur einen halben Meter – ich könnte einen von ihnen berühren – vorsichtig streicheln. Nur nicht hin greifen – keine Flucht provozieren – zum fotografieren sind sie jetzt viel zu nahe. Ich senke die Kamera und genieße den Augenblick. Mir kommt vor, als sehen mir die Delfine direkt in die Augen und da ist es – dieses sagenhafte Lächeln der Delfine.
Ich denke plötzlich an Rosemarie, an Stefanie – unsere viel zu früh verstorbene kleine Tochter – jetzt kann ich mich nicht mehr halten und beginne unter der Maske zu weinen. Wie gerne hätte ich ihnen das alles gezeigt!
Sie drehen noch eine Runde und dann tauchen sie langsam weg – ich blicke auf meinen Tauchcomputer – 10 Minuten – volle 10 Minuten waren sie bei uns – ein Blick auf die Kamera – der Film ist voll! Erich fragt mich mit dem kleinen Kreis zwischen Daumen und Zeigefinger – Alles Ok? Er sieht die Tränen in meinen Augen. „Alles Ok“ antworte ich zurück. Ich habe nur relativ viel Luft verbraucht – ist ja auch kein Wunder.
Wir tauchen noch ca. 30 Minuten, dann kehren wir zum Boot zurück. Der hohe Wellengang begrüßt uns wieder und wir klettern mühsam die Leiter hinauf. Die freundliche ägyptische Bootscrew zieht uns an Deck und hilft uns die Ausrüstung abzulegen. Sie sind ganz aufgeregt und lachen. Sie haben vom Boot aus die Delfine und uns gesehen und freuen sich mit uns. Ich wanke zu Erich und wir fallen uns in die Arme. „In 30 Jahren tauchen habe ich so etwas noch nicht erlebt“ sagt er; „Unglaublich“ fügt er hinzu und schüttelt seinen Kopf. „Was Du für ein Glück hast Willi.“ Jetzt kommen auch die Deutschen zurück aufs Deck. Wir helfen ihnen und auch sie lachen und jubeln vor Freude. Einer der deutschen Taucher – Peter aus Bayern, er hat auch schon viel gesehen und sagt ganz ruhig zu mir: „Wenn Du glaubst, dass Du das noch einmal in Deinem Leben siehst - dann irrst Du“.
Erst jetzt begreife ich so richtig, welches Glück wir mit dieser Begegnung gehabt haben – und wie eigentlich gar nicht scheu sich diese Delfine uns gegenüber verhalten haben. Keine Unruhe, keine Panik, keine Flucht – nur Neugier und das Vertrauen uns Menschen gegenüber.
Ich gehe mit meinem Logbuch aufs Sonnendeck – der Sturm ist am späten Vormittag noch heftiger geworden, die Wellen noch höher, der Seegang enorm.
Alles egal – ich setze mich still in ein Eck und denke.
Ein Tauchertraum ist wahr geworden.
Die Sonnenbrille verdeckt abermals meine Tränen.
Egal - heute bin ich der glücklichste traurige Taucher der Welt.

Wilfried Rieder, Großgmain

Größere Bilder gibt es hier!

The Best of Sinai - Die DVD zur Reise im Februar 2006

Nach nun fast einem Jahr Postproduktion ist die 21 minütige Dokumentation über die vom fnz und RSEC organisierte Sinai-Reise endlich erhältlich. Der Film zeigt die faszinierende Welt der Beduinen und deren Umgebung. Wunderschöne Oasen, karge Wüsten, schmale Canyons und bizarre Formen, die der Wind in den warmen Sandstein geschnitten hat.
Besucht wurde auch das berühmte Katharinenkloster und der Mosesberg, auf dem Sie nicht nur einen wunderbaren Sonnenaufgang erleben können, sondern auch einen unglaublichen Blick über das Gebirge haben.

Gemeinsam mit Kameramann Matthias Florian tauchen Sie ab in eine bezaubernde Unterwasserwelt. Die in der Umgebung von Dahab noch zum Großteil intakten Riffe zählen wohl zu den schönsten Tauchplätzen am Roten Meer. Aber auch andere Tauchspots wie Ras Mohamed werden gezeigt.

Der Höhepunkt der Reise war sicherlich die Kamelsafari nach Abu Galum, dem sich der letzte Teil des Films widmet. Aber mehr sei nicht verraten.

Bestellungen bitte an m.florian@fnz.at richten!

 

Das DRW (Die Rückkehr der Wildtiere) - Wissensspiel
Spiele mit und gewinne eine spannende einwöchige Reise zu den Bären, Wölfen und Luchsen im Nationalpark Malá Fatra in der Slowakei im Wert von über 700,- EUR!

Bei diesem Spiel geht es um das Thema eines der wichtigsten fnz-Projekte mit dem Titel Die Rückkehr der Wildtiere. Das gleichnamige Buch zu diesem Themenkreis ist vor 1,5 Jahren erschienen und bildet die Grundlage des fnz-Projekts – und des neuen Spiels.

Ideeller Hintergrund
Die an größeren Wildtieren ohnehin artenarme mitteleuropäische Natur hat die Chance wieder reicher zu werden. Durch die Rückwanderung oder Wiederansiedlung bedrohter Arten, darunter der “Großen Drei“ (Bär, Wolf, Luchs), könnte es bei uns bald wieder Tiere geben, die in Mitteleuropa zum Teil bereits vor Jahrhunderten ausgerottet worden sind. Das fnz setzt sich für diese Rückkehr ein und möchte mit diesem Spiel auf die Anliegen des Artenschutzes allgemein und auf die Bedürfnisse der zurückkehrenden Arten im Speziellen aufmerksam machen.

Die Spielregeln
Stehen genau beschrieben im Forum.

Weitere Preise
Neben dem Hauptpreis werden unter den eifrigsten Spielteilnehmern zwei Ausgaben des Buches Die Rückkehr der Wildtiere verlost. Als “eifrige Spielteilnehmer“ gelten jene, die sich an der Beantwortung aller 9 Teilfragen beteiligen.

Die erste Frage steht bereits im Forum!
Sie können / Du kannst hier sofort einsteigen!

Motto
Unsere Vorfahren sahen die Welt als freigiebig und großzügig an, so wie sie auch ist. Viele Menschen in der Vergangenheit betrachteten die Natur aber auch als unerschöpflich nachhaltig. Heute wissen wir, dass sie es nur ist, wenn wir uns um sie sorgen. Es ist nicht besonders schwierig, den Menschen die Zerstörung zu vergeben, die in der Vergangenheit aus Unwissenheit heraus geschah. Heute haben wir aber Zugang zu mehr Information; es ist wichtig, dass wir vom ethischen Standpunkt untersuchen, was wir geerbt haben, wofür wir die Verantwortung tragen und was wir an kommende Generationen weitergeben.

Friedensnobelpreis-Träger Dalai Lama: A Policy of Kindness


Gute Unterhaltung beim Spiel
wünscht Ihnen / Dir

Robert Hofrichte

 

Seglerlegende und Delphinschützer Rollo Gebhard
Sein Leben, seine Abenteuer, seine Geheimnisse

Rollo Gebhard, einer der berühmtesten Weltumsegler des deutschsprachigen Raumes, berichtete am 17. November auf Einladung des fnz und in Kooperation mit der Universität Salzburg und mit dem RSEC in seiner Geburtstadt Salzburg in einem bunten Farbfilm-Mosaik und einem Live-Vortrag über sein abenteuerliches Leben.

Freitag, 17. November 2006, 19:00 Uhr, Audi Max, NAWI, Universität Salzburg

Der Eintrittspreis betrug 14,- € und der gesamte Erlös aus der Veranstaltung floss vollständig in ein Projekt zum Schutz der letzten 220 Adria-Delphine!


Liebe Freunde der Natur, liebe Freunde der Meere und speziell der Delfine!

Uns am fnz liegen die bedrohten Delfine der Weltmeere sehr am Herzen, doch können wir als kleine Organisation in dieser Angelegenheit nicht allzu viel unternehmen. Wir sind (vorerst) nur eine Handvoll aktiver Naturschützer und verfolgen auch andere Projekte, wie etwa die Rückkehr der Wildtiere oder den Kampf gegen das Abschlachten der Haie auf den Seychellen.

Um doch einen kleinen Beitrag für die Delfine leisten zu können, haben wir bei einem Treffen in München im Sommer 2006 eine engere Kooperation zwischen der GRD (Gesellschaft zur Rettung der Delphine) und dem fnz vereinbart. Für Freitag, den 17. November 2006 wurde im Audi Max der NAWI (Universität Salzburg) ein Vortrag von Rollo Gebhard in Auge gefasst. Seit über vierzig Jahren auf den Meeren zu Hause, dreifacher Weltumsegler, Vorsitzender und Gründer der GRD und Autor zahlreicher Bücher, ist Rollo Gebhard zum Inbegriff des Abenteurers geworden. Das Ziel der Veranstaltung war es: Geld für ein Projekt zur Rettung der letzten Adria-Delfine zu sammeln. Zweifellos war das der Höhepunkt in unserem fnz-Veranstaltungskalender für das Jahr 2006.

Rollo Gebhard ist außerdem auch gebürtiger Salzburger, was jedoch in Salzburg kaum jemand wusste. Wir erhofften uns durch diesen klaren Salzburg-Bezug auch ein reges Interesse der Salzburger  Medien.

In einer nur 5,5 Meter langen offenen Jolle überquerte Rollo Gebhard 1958 das Mittelmeer. Nach diesem “Schnupper-Törn” segelte er das offene Holzboot nach Ägypten, durch den Suez-Kanal und als erster durch das Rote Meer. Dabei wurde er vor der Küste des Jemen von arabischen Piraten gekapert und überlebte nur dank seiner angeborenen Schlitzohrigkeit und viel Charme. 1963 überquerte Gebhard in einem Sperrholz-Kajütboot allein den Atlantik. Bei der Ankunft in New York wurde seine Fahrt als erste Überquerung im kleinsten Boot von den Medien enthusiastisch gefeiert. Danach folgte 1967 bis 1970 die erste Einhand-Weltumseglung, 1975 die zweite auf neuer Route. Damit wurde Rollo Gebhard zum ersten Deutschen, der die Welt zweimal allein umsegelt hatte. Sein Boot steht heute im Deutschen Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven, denn es ist das kleinste Schiff der Welt, das zweimal die Erde umrundete.
 
Als Krönung seiner seglerischen Laufbahn unternahm er dann zusammen mit seiner Lebensgefährtin und jetzigen Ehefrau Angelika noch eine dritte Weltumseglung. Sie führte das Paar in sechs Jahren auf alle Ozeane und zu allen Kontinenten bis hinauf nach Alaska und endete mit einer sportlichen Höchstleistung, als sie in sechs Monaten nonstop von Australien um die halbe Erde bis nach Emden segelten. Nach der Heimkehr setzte sich Rollo Gebhard massiv für die Erhaltung der Meere ein. Erschüttert vom millionenfachen Sterben der Delfine in den Treibnetzen der Tunfischfänger gründete er 1991 die GRD, mit Sitz in München, und leitet die Organisation seither als Vorsitzender. “Es ist meine Verpflichtung als Segler”, begründete er seine Initiative damals. Neben dem seit 1991 immer noch brandaktuellen Kampf gegen “delfintödliche” Netze, setzt sich die GRD heute in einem weltumspannenden Netzwerk mit Schutzprojekten für das Überleben bedrohter Delfinpopulationen ein, wie zum Beispiel in Kroatien, Peru oder Mosambik. So ist Rollo Gebhard heute nicht nur Segler-Legende, sondern auch Symbolfigur für den Delfinschutz in Deutschland und weit darüber hinaus.

Die Hoffnungen des fnz in Bezug auf die Unterstützung der Medien wurden zum Glück nicht enttäuscht: Alle Medien, ob TV, Radio oder die Presse, brachten ausführliche Berichte über Rollo Gebhard und seine Initiative zum Schutz der Delfine. Ein ORF-Kamerateam ist sogar aus Wien angereist, um mit Rollo Gebhard ein Interview für die beliebte ORF-Sendung “Schöner leben” aufzunehmen. Wenn man heute Rollo Gebhard und Salzburg in eine Internet-Suchmaschine eingibt, erscheinen unzählige Hinweise auf die faszinierende Veranstaltung. Wir haben zwar insgeheim mit mehr Besuchern gerechnet – gekommen sind letztlich etwa 190 –, doch waren wir letztlich mit der Veranstaltung mehr als zufrieden. Wir danken allen, die durch ihr Kommen Respekt vor Rollo Gebhard und seiner Gattin und Anerkennung für Ihre Arbeit innerhalb der Gesellschaft zur Rettung der Delphine zeigten!

Wir am fnz sind stolz, dass wir zumindest einen kleinen Beitrag dazu leisten konnten, die Arbeit der GRD in Salzburg und Österreich in der breiten Öffentlichkeit noch bekannter zu machen und wir sind auch stolz, dass wir diesen faszinierenden Menschen persönlich kennen lernen durften.

Das fnz unterstützt die Projekte des GRD ehrenamtlich und im Interesse der Sache, der gesamte Erlös floss in das vorgestellte Delfin-Projekt.


Helfen Sie bitte durch einen kleinen Beitrag weiterhin den letzten Delphinen der Adria!

 

Ein seltener Fall von Atavismus bei Meeressäugern

Wie in einem kurzen Videoclip dargestellt, wurde vor Japans Küste ein Delfin mit kleinen, nur 15 cm langen “Hinterbeinen“ gefunden. Die verkümmerten kleinen Flossen sind wohl ein klassischer Fall von Atavismus. Das ist ein “Rückfall“ in überholte Verhaltensweisen oder – wie in diesem Fall – das unvermittelte Auftreten von anatomischen Merkmalen bei einzelnen Individuen, die für ihre Urahnen typisch waren, die aber in der Evolution seit langem verschwunden sind. Derartige atavistische Strukturen haben keine Funktion mehr und man kann sie also eine Art “evolutionäre Erinnerung“ bezeichnen. Nur einige Beispiele bei Menschen: Halsfisteln als Überbleibsel der während der Embryonalentwicklung angelegten Kiementaschen, kleine Stummelschwänzchen bei Neugeborenen, überzählige Zähne, zusätzliche Brustwarzen entlang der Milchleiste, starke Körperbehaarung, Fortbewegen nur auf allen Vieren... Manche Menschen können ihr Ohr mit einem besonderen Muskel selbstständig bewegen …

Atavismen kommen aber natürlich nicht nur beim Menschen vor. Bei allen Arten können vereinzelt mehr oder weniger ausgeprägte Anomalien auftreten: Bei Pferden kommt es hin und wieder zur Bildung überzähliger Zehen, den sog. Griffelbeinen, und bei Meeressäugetieren wie Walen und Delphinen kommt es zur Bildung von Extremitäten, die den Beinen der Landwirbeltiere (Tetrapoden) entsprechen. Die vorhandenen Flossen (Flipper) der Wale und Delfine entsprechen den Vorderextremitäten der Landwirbeltiere bzw. unseren Händen. Die Hinterextremität, also die (Hinter)Beine, haben die Wale und Delfine in der Evolution verloren. Was davon übrig geblieben ist, sind Reste des Beckengürtels im Körperinneren – das wiederum ist ein klassisches Rudiment. Rudimentäre Organe kurz erklärt: Organismen bzw. Arten haben im Laufe der Evolution ihre Lebensweise vielfach geändert. Diese Änderungen führten zu Funktionswechsel verschiedener Organe. Zwangsläufig verloren viele von ihnen ihre ursprüngliche Funktion, vorauf eine allmähliche Rückbildung der betroffenen Organe erfolgte. Diese Organe nennt man Rudimente. Sie sind vielfach nur noch als winzige Reste (der ursprünglichen Struktur) erhalten.  Die winzigen Reste des Beckengürtels bzw. der Hinterextremität bei Walen (übrigens auch bei Riesenschlangen vorhanden) sind klassische Rudimente, ebenso  wie die stummeiförmigen Flügelreste beim flugunfähigen neuseeländischen Kiwi. Ein typisches Rudiment des Menschen ist das Steißbein.

Das Auftreten derartiger Ausbildungen (Atavismen) spricht dafür, dass entsprechende “alte“ Gene im Erbgut des Organismus noch (verborgen) enthalten sind, auch wenn sie normalerweise in der Embryonalentwicklung nicht mehr aktiviert werden. Derartige Phänomene liefern einen Beweis dafür, dass eine Evolution der Organismen tatsächlich stattgefunden hat, und nicht nur “eine Theorie“ ist.

 

Am 4. Nov. 2006 ist wieder alljährlicher Bartgeier-Beobachtungstag

Seit 1986 werden im „Nationalpark Hohe Tauern“ Bartgeier in die Freiheit entlassen. Ziel dieses Wiederansiedelungsprojektes ist der Aufbau einer überlebensfähigen Bartgeierpopulation in Österreich und dem gesamten Alpenraum. Mittlerweile wurden im Nationalpark bereits 39 Jungtiere ausgewildert. Am 4. November findet die alljährliche Bartgeierzähltage wieder statt, wobei auch Beobachtungen vor und eine Woche nach diesem Tag miteinbezogen werden. Bartgeierbeobachtungen können per Hotline oder email (siehe unten) gemeldet werden.
Jährlich erscheinen 3-4 mal die Bartgeier News, welche die neuesten Entwicklungen im Projekt in Österreich dokumentieren. Ab der Ausgabe Nr. 21 sind diese auch online als PDF im Internet verfügbar.
Die Internetseiten, auf der Sie das Heft finden können, lauten:
www.hohetauern.at
(Nationalpark Hohe Tauern – Aktuelles / News)
und in Kürze auch auf
www.egsoesterreich.org
(Eulen- und Greifvogel-Station Haringsee).
Für Fragen bzw. die Meldung von Bartgeier-Beobachtungen wenden Sie sich bitte telefonisch oder per e-mail an Dr. Gunther GRESSMANN (Koordinator für Bartgeierbeobachtungen) unter der Hotline: Tel.: +43/(0)664/820 30 55 oder e-mail: beobachtung@gmx.net

 

Sehenswerte Luchsausstellung in Haslach an der Mühl

Ich bin wieder da! Aber kaum einer kennt mich wirklich.

Große, runde Abdrücke im Schnee, rauhe kehlige Rufe im Spätwinter, vorsichtige Rehe im Wald, gelegentlich ein Riss - der Luchs ist wieder da. Der Luchs, vor gut 150 Jahren ausgerottet, streift die heimliche Waldkatze mit den Pinselohren nun wieder durch unsere Wälder. Doch wer kennt ihn wirklich den Luchs?

Wenn Sie sich über den Jäger auf leisen Pfoten informieren wollen, sind sie bei der Luchsausstellung der önj Haslach - Natur ohne Grenzen herzlich willkommen.

Wo: Luchsausstellung im ehemaligen Zierlingerhaus auf der Stelzen in
Haslach an der Mühl (Nähe Apotheke).
Wann: geöffnet ist die Ausstellung jeden ersten Sonntag im Monat von
10:00 bis 12:00 Uhr (5.11., 3.12.) sowie nach Vereinbarung unter
07289-73038 oder 07289-71493 bis Ende des Jahres

Text: Mag. Thomas ENGLEDER
Foto: J.Limberger

 

Deutsche Radiosendung "Leonardo" berichtet über das Buch: "Rückkehr der Wildtiere"

Die Rückkehr der Wildtiere. Wolf, Geier, Elch & Co.

Erinnern Sie sich noch an den Braunbären Bruno? Sein Abschuss sorgte in diesem Sommer für großen Wirbel. Bruno ist tot – doch nach ihm werden andere Braunbären, Wölfe oder Elche auftauchen und uns vor dasselbe Problem stellen: Wie können Mensch und Wildtier im dicht besiedelten Europa miteinander leben? Mit dieser Frage beschäftigt sich auch der österreichische Zoologe und Journalist Robert Hofrichter in seinem Buch.

Der Autor portraitiert zehn tierische Rückkehrer - Wildtiere, die früher einmal bei uns heimisch waren und sich jetzt wieder ausbreiten. Einige werden von den Menschen freundlich begrüßt, andere wie der Wolf erbittert bekämpft. Gegen Angst und Vorurteile setzt Robert Hofrichter in seinem Buch auf Aufklärung und Information: “Zweifellos sind irgendwo und irgendwann in der Geschichte Menschen durch den Großvater aller Hunde ernsthaft verletzt oder sogar getötet worden“, schreibt Hofrichter, doch für das 20. Jahrhundert gebe es keinen einzigen belegten Fall. Trotzdem werde es wohl keiner der tierischen Einwanderer so schwer haben wie er. Das Bild vom “bösen Wolf“ ist zu fest in unseren Köpfen verankert.

20 bis 30 Seiten widmet Hofrichter jedem der tierischen Rückkehrer. Dazu kommen zahlreiche Fotos und Zeichnungen. In einem Kurzportrait fasst der Autor die wichtigsten Fakten zusammen. Die eigentliche Stärke des Buches liegt jedoch darin, dass Hofrichter weit über die Wildbiologie hinausgeht. Tief taucht er in Geschichte und Literatur ein, um das Verhältnis zwischen Tier und Mensch zu ergründen. “Das Elend-Thier ist ein einfältiges, dummes und furchtsames Thier“, so wird zum Beispiel in Zedlers Universallexikon von 1732 der Elch beschrieben.

Robert Hofrichter ergreift stets Partei für die Tiere. Gleichzeitig ist er pragmatisch genug, auch Argumente gelten zu lassen, die so manchem Naturschützer gar nicht behagen werden. Beim Elch zum Beispiel zieht er die Jäger auf seine Seite, denn außer dem Menschen habe der “Sumpfesel“ in Europa keine Feinde. Bei allem Einsatz für die Wildtiere verschweigt der Autor nicht, dass es in dicht besiedelten Regionen auch zu Konflikten zwischen Mensch und Tier kommen kann. Meist jedoch lassen sich die Probleme lösen, ohne das Tier auszurotten.

“Die Rückkehr der Wildtiere“ ist eine Fundgrube für Fakten, Mythen und Legenden über Otter, Luchs und Co. So manches Detail dürfte auch für den Tierkenner neu und überraschend sein. Da ist es nur ein kleiner Makel, dass sich in dem Buch etliche Wiederholungen finden und dass sich der Zoologe Hofrichter nicht ganz von der Experten-Sprache verabschieden kann.

Hier der Link zum Text

 

Fischerei: Der Tod der Meere

Anlässlich des „Welttag des Meeres“ macht die Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) auf die dramatische Vernichtung der Artenvielfalt in den Weltmeeren durch die Fischerei aufmerksam. So hat die EU zwar den Einsatz von Treibnetzen seit Jahren verboten, dennoch werden immer wieder Fälle von eklatantem Missbrauch bekannt. Etwa 400 Fischerboote sollen zur illegalen Treibnetzflotte allein im Mittelmeer gehören. Zu Hunderten sterben Meerestiere einen sinnlosen Tod als so genannter Beifang. Die oft kilometerlangen „unsichtbar“ im Wasser treibenden Netze sind eine tödliche Falle für alle Meereslebewesen. Häufig macht die Menge an Beifang über 50 Prozent des gesamten Fangs aus! Qualvoll verenden Wale, Delfine, Haie, Seevögel, Schildkröten und andere Tiere darin.
 
„Es ist ein Skandal, eine beispiellose Verschwendung von Leben“, erklärt der dreimalige Weltumsegler und GRD-Gründer, Rollo Gebhard. „Die EU unternimmt nichts, um ihre eigenen Gesetze durchzusetzen. Es ist, als würde ein ganzer Wald für ein paar zu erlegende Wildschweine niedergebrannt.“
 
Die GRD setzt gegen die erbarmungslose Raubfischerei auf den Weltmeeren das internationale Kontrollprogramm für „delfinsicheren“ Thunfisch des Earth Island Institute aus San Francisco (EII) in Deutschland um. Der Einsatz von Treibnetzen sowie das Einkreisen von Delfinschulen beim Fischfang sind hierunter unter anderem verboten. An dem nach ISO-9001 zertifizierten Programm beteiligte Firmen dürfen keinen mit Treibnetzen gefangenen Thunfisch ein- oder verkaufen. Mit einer regelmäßig aktualisierten Liste werden die deutschen Verbraucher über „delfinsicheren“ Thunfisch informiert: www.thunfischliste.de

Vor 15 Jahren wurde dieses Delfin- und Meeresschutzprogramm ins Leben gerufen. Inzwischen sind über 300 Thunfischfirmen in mehr als 50 Ländern beteiligt. Damit richten sich weltweit über 90% der Thunfischindustrie nach den Vorgaben des EII. „Hier wurde eines der größten nicht-staatlichen Umweltkontrollprogramme der Welt aufgebaut, es ist ein Zeichen der Hoffnung für das bedrohte Leben in den Meeren“, sagt Rollo Gebhard.

 

REISEBERICHT DONAUDELTA 29.4.-8.5. 2006
von Dr. Norbert Sauberer

Nach einer schönen Zugsfahrt nach Bukarest mit wunderbaren rumänischen Landschaftseindrücken und einem mehrstündigen Bustransfer schifften wir uns am Abend des 29.4. im Hafen von Tulcea ein. Unser zukünftiges Schleppschiff brachte alle Reiseteilnehmer in einer etwa halbstündigen Fahrt zum „Bootshotel“. Bei der Ankunft war es schon dunkel. Wir bezogen die 2er-Kabinen, die uns während der nächsten neun Nächte als Schlafstatt dienten. Die Nächte gerieten natürlich eher kurz, denn Abend- und Morgendämmerung hatten vogelkundlich und visuell (man denke nur an den eindrucksvollen Sonnenuntergang beim See Furtuna!) ganz besondere Reize. Oberhalb der Kabinen liegt ein großer Multifunktionsraum: neben der gemeinschaftlichen Nahrungsaufnahme wurden hier auch Vorträge gehalten, Bücher gelesen, der Speicher digitaler Kameras geleert, Fotos bearbeitet, das Exkursionsprotokoll geschrieben, bis nach Mitternacht eifrig über Gott und die Welt diskutiert, die Vorräte an Bier und Wein geleert .... kurzum wohl die wichtigste Örtlichkeit des Schiffes. Zudem gewährt die dreiseitige Verglasung dieses Raums auch glänzende Beobachtungsmöglichkeiten wenn es mal draußen zu kalt geworden ist. Die kühlen Temperaturen in den ersten fünf Tagen waren für einige Teilnehmer (vor allem für mich) doch unerwartet und alle die auf Handschuhe und feste Haube nicht vergessen hatten, besaßen im Freien strategische Vorteile. Ein Wort noch zum Wetter: es herrschte fast permanenter Sonnenschein; Regen setzte pünktlich am Tag der Abreise von Tulcea ein und dies störte uns nicht mehr. Die Küche war hervorragend und reichlich. Da Fisch scheinbar im Donaudelta eher eine „Arme Leute-Speise“ ist, stand er am Anfang nicht so oft am Speiseplan wie wir es uns gewünscht hätten. Nachdem unsere Fisch-Bitte aber bei der Köchin deponiert war, bekamen wir viel öfter Fisch (als ersten Gang!). Wildkarpfen, Wels und Hecht landete in unseren fischhungrigen Mägen. Nicht zu vergessen die wahrhaft köstliche Fischsuppe!
Der Wasserstand im Donaudelta war sehr hoch, erreichte aber den Rekordwert aus den 1960er Jahren nicht. Trotzdem litten die Dämme unter dem langandauernden hohen Wasserstand zum Teil sichtbar und sie mussten stellenweise ausgebessert und verstärkt werden. Auch das im Winter geschnittene und auf den Dämmen gelagerte Schilf bekam mancherorts nasse Füße.

Nachfolgend wird tageweise die Reiseroute kurz beschrieben. Bemerkenswerte Beobachtungen werden angeführt. Eine ausführliche und kommentierte Liste der im Donaudelta während dieser Reise gesichteten Vogelarten folgt danach...

Nachzulesen bzw. downzuloaden im Downloadbereich des Forums unter "Reiseinfos"!

 

Vanessa und der Megalodon
... und die Kleinste fand den Größten ...

Das Wetter war den Haizahnsuchern wohl gesonnen, denn einen schöneren Spätsommertag hätten wir uns nicht erträumen können: ein heiterer, tiefblauer Himmel, strahlender Sonnenschein, klare Luft und – dennoch nicht zu heiß.
Etwa 25 junge und jung gebliebene Naturfreunde im Alter zwischen 4 und 76 haben sich am Samstag, den 9. September 2006, in einer Sandgrube in Prambachkirchen eingefunden um an der ein- bis zweimal jährlich abgehaltenen zoologisch-paläontologischen Exkursion des fnz und RSEC “Auf den Spuren fossiler Haizähne“ teilzunehmen.
Exkursionsleiter Robert Hofrichter ermunterte die Teilnehmer geduldig zu sein und nicht gleich in den ersten Minuten auf den großen Fund zu hoffen und versprach, dass schließlich jeder “seinen Zahn“ finden wird. So war es auch: Insgesamt wurden an diesem Tag mindestens (geschätzte) 100 fossile Haizähne gefunden, allerdings waren eher wenige von ihnen größer als 2 cm. Einige schöne Isurus-Zähne erreichten allerdings 3,5 bis 4 cm.
In der Mittagspause erzählte Robert Hofrichter über die Stammesgeschichte der Haie und über eine Zeit, in der große Teile Österreichs von einem Meer bedeckt waren (Paratethys, Molassemeer).
“Auch für Kinder sehr gut geeignet!”, hieß es in der Ausschreibung, und das erfüllte sich auch. Denn für den Höhepunkt des Tages sorgte am späteren Nachmittag die kleine Vanessa (Schorn). Sie “stolperte”, ohne dabei groß zu suchen, in einem 20 m hohen Sandhügel, in dem die meisten Teilnehmer ihr Glück versuchten, über einen großen Megalodon-Zahn. Carcharocles (früher Carcharodon) megalodon war wohl der größte räuberische Hai überhaupt und erreichte 20 m. Die Aufregung war groß und keiner wollte seinen Augen trauen. Doch das Beweisfoto zeigt es ganz deutlich: Die Kleinste unter uns hat tatsächlich den größten Zahn gefunden! Wir gratulieren der kleinen Vanessa, die damit wohl auch eine wunderschöne Erinnerung für ihr ganzes Leben gewonnen hat.
Bereits bei der letzten Exkursion hat Helmut Wipplinger von Sharkproject gemeinsam mit seinem Sohn zwei wunderbare, wohl noch etwas größere Megalodon-Zähne gefunden. Beide haben dafür aber hart arbeiten, graben und viel Material durchsieben müssen. Wie Vanessa zeigt, geht es jedoch mit etwas Glück auch ohne Anstrengung!

Mehr Bilder gibt´s in unserem neuen Forum im Album !!

 

Die Situation des Braunbären in Österreich und dessen Zukunft

Der Informationsabend des fnz und des Zoo Salzburg mit dem Bärenanwalt Walter Wagner zum Thema “Die Situation des Braunbären in Österreich und dessen Zukunft” war ein großer Erfolg!

Durch Reden kommen Menschen zusammen. Aber auch Menschen und (Wild)Tiere, vor allem, wenn kompetente Fachleute auf streng sachlicher Ebene die Öffentlichkeit informieren. Diese Voraussetzungen wurden am Dienstag, den 29. August bei einem Informationsabend in Kooperation des forum natur & zukunft (fnz; www.fnz.at) mit dem Zoo Salzburg erfüllt, denn wer könnte über die Bären Österreichs kompetenter Auskunft geben als der Bärenanwalt des WWF Walter Wagner? Nach all den Aufregungen der letzten Monate bezüglich “Bruno” alias JJ1, dem gewaltigen Interesse der Medien und der Öffentlichkeit und vielen offen gebliebenen Fragen war nun für die Veranstalter ein passender Zeitpunkt, die Hintergründe des Phänomens Bär näher – und vor allem sachlich – unter die Lupe zu nehmen.

baerengehaege
baerengehaege

Das Erfreuliche gleich vorweggenommen: Insgesamt fast 100 "Bärenfreunde" nahmen unter regen Beteiligung der Medien (ORF mit TV und Radio, Presse) trotz strömenden Regens an der Veranstaltung teil, die am Bärengehege mit einer “Beschäftigungstherapie” für die drei Braunbären des Zoos begann. Während die Bären versuchten an die wohlschmeckenden Inhalte der “Eisbomben” (in einem Kübel tiefgefrorene Nüsse und Obst) heranzukommen, erzählte der Zoopädagoge Rupert Eckkrammer Interessantes über seine Schützlinge.

walter-wagner
baeren-im-too

Wilfried Rieder vom fnz begrüßte anschließend im Zoorestaurant die Gäste und stellte den Vortragenden vor. fnz-Gründer Dr. Robert Hofrichter versuchte während seiner kurzen Einführung, ein Stimmungsbild der Zuhörer zu erhalten und stellte die Frage in den Raum: "Ist der Bär ein sympathisches Tier, das Ihr Wohlwollen genießt?" Es war wenig überraschend, dass praktisch alle Hände in die Höhe schossen, waren doch Bären in Zoos und Wildparks immer schon die Lieblinge des Publikums. Doch äußerst positiv überrascht waren die Veranstalter durch die Reaktion auf die zweite Frage, nämlich ob der Bär auch bei uns, in Österreich und generell in den Alpen sowie in Mitteleuropa unter den heutigen Bedingungen einer Kulturlandschaft, leben soll und darf. Die Frage war noch nicht einmal ausgesprochen, und schon schossen erneut die allermeisten Hände in die Höhe. Wir Bärenfreunde waren somit mehr oder weniger “unter uns” und Walter Wagner konnte sich bei seinen Ausführungen über die Situation des Braunbären in Österreich größter Aufmerksamkeit sicher sein.
Allerdings ist der jetzige Stand der Dinge bei weitem nicht so rosig, wie die meisten von uns vielleicht noch in den letzten Jahren gedacht haben. Erstens gibt es weniger Tiere als ursprünglich gedacht – vielleicht insgesamt nur 25 in ganz Österreich. Immer wieder “verschwindet” der Nachwuchs aus unerklärlichen Gründen und der Bestand nimmt eher ab als zu. Zweitens weist der österreichische Bestand keine genetische Vielfalt auf, denn alle Bären stammen von einigen wenigen Individuen ab und die Inzucht wird in den kommenden Jahren zunehmend ein Problem darstellen. Vorallem die Anbindung an die größeren Dinarischen Bestände wäre sehr wichtig, sowie sichere Wildkorridore in unserer von Verbauungen zerschnittenen Landschaft. Die Klare Aussage des Fachmanns lautete: Die Braunbären sind in Österreich stark gefährdet und es muss noch viel Arbeit geleistet werden, wenn sich an dieser Situation etwas zum Besseren ändern soll!

vortrag von walter wagner
walter-wagner

Freilich, Braunbären haben in unseren Breiten nicht nur Freunde. Viele Menschen meinen zu wissen – ohne jedoch der Frage mit wissenschaftlicher Akribie nachgegangen zu sein –, dass ein Vorkommen so großer Raubtiere in Österreich oder Bayern nicht mehr möglich sei, dass der passende Lebensraum fehlt. Doch die von Walter Wagner präsentierten Fakten zeigen ganz deutlich, dass Braunbären bei uns in vielen Regionen, vor allem in Mittelgebirgslagen, nahezu ideale Lebensbedingungen vorfinden würden. Je nach Auswertungsmethode des Datenmaterials und der aufwändigen Lebensraumanalysen könnten in Österreich sogar 100 bis 400 Braunbären leben – und nicht nur 25!

Dank des guten Bärenmanagements funktioniert das Nebeneinander von Bär und Mensch in Österreich recht gut. Ohne ein solches Management würde es jedoch nicht laufen (ein solches brauchen übrigens nicht nur Bären, sondern eigentlich alle zurückkehrenden Wildtierarten wie Bartgeier, Fischotter, Biber, Luchs und – später vielleicht – auch der Wolf), doch das wissen die Artenschützer selbst am besten. Intensive Öffentlichkeitsarbeit, Aufklärung und – ganz wichtig – Entschädigung der durch Bären verursachten Schäden gehören daher zu den wichtigsten Aufgaben der Bärenanwälte. Und wenn so mancher Skeptiker meint, dass es sich hierbei um horrende Summen handeln muss, der irrt: Nach Angaben des Bärenanwalts belaufen sich die (durch eine Versicherung abgedeckten) “Kosten” auf durchschnittlich nur etwa EUR 8.000,- im Jahr.

Dass Salzburg eine wunderschöne Stadt ist und viel an Kultur zu bieten hat, braucht man keinem Salzburger zu erzählen. Doch, wie der Abend zeigte, ist auch die Natur(schutz)szene recht aktiv, und das dürfte der breiten Öffentlichkeit eher entgehen. Neben dem amtlichen Naturschutz hat Salzburg eine Naturwissenschaftliche Fakultät, in der viel Biologie und Ökologie geboten und “gelebt” wird. Salzburg hat einen wunderschönen Zoo, hat mit dem Haus der Natur ein, in ganz Europa bekanntes, naturkundliches Museum und hat auch eine Reihe von Vereinen und Nichtregierungsorganisationen, die sich mit großem Einsatz beruflich oder ehrenamtlich dem Natur- und Artenschutz widmen, sowie unzählige begeisterte “Einzelkämpfer” und Unterstützer. Das 2003 gegründete "forum natur & zukunft" ist einer dieser Organisationen. Ihr derzeit wichtigstes Projekt ist “Die Rückkehr der Wildtiere” – angelehnt an das gleichnamige Buch von Dr. Robert Hofrichter.

gruppenfoto

Mit der Leitung des Zoos Salzburg hat das fnz eine engere Kooperation vereinbart. Da die Herausforderungen in Zukunft auch im Naturschutz immer größer werden, ist eine enge Zusammenarbeit aller Naturschutzinstitutionen von größter Bedeutung.
Bild: Dr. Robert Hofrichter (fnz-Vorstand), Mag. Sabine Grebner (Geschäftsführung Zoo Salzburg), Walter Wagner, Wilfried Rieder (fnz-Vorstandsstellvertreter)

Nähere Informationen bei Robert Hofrichter (office@fnz.at) und Christine Beck (cbeck@salzburg-zoo.at).

 

Rollo Gebhard und seine Gesellschaft zur Rettung der Delfine auf Einladung des fnz und RSEC in Salzburg!
Film / Vortrag am 17. November 2006

Auf Einladung des forum natur & zukunft (fnz), des Red Sea Environmental Centre (RSEC) und  des Fachbereichs Organismische Biologie, NAWI, Universität Salzburg, besucht der gebürtige Salzburger, Seglerlegende und Delphinschützer Rollo Gebhard am Freitag, den 17. November 2006 Salzburg. In einem faszinierenden Vortrag (Beginn: 19.00 Uhr) und einer Filmvorführung berichtet einer der berühmtesten Weltumsegler des deutschsprachigen Raumes, der vor kurzem seinen 85er gefeiert hat, über sein abenteuerliches Leben. Das ist auch wortwörtlich der Titel bzw. das Motto des Abends: Sein Leben, seine Abenteuer, seine Geheimnisse. Doch geht es bei dieser Veranstaltung um weit mehr als nur Abenteuer. Der dreifache Weltumsegler gründete – erschüttert vom millionenfachen Sterben der Delfine in den Treibnetzen der Tunfischfänger – 1991 die Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD). Unterstützt durch seine Gattin Angelika, vier fixe Mitarbeiter der GRD und zahlreiche Partner, kämpft Rollo Gebhard weltweit für das Überleben dieser sympathischen Geschöpfe.
Die wichtigste Botschaft unserer Veranstaltung: Auch Sie können den bedrohten Delfinen helfen! Der Erlös aus der Veranstaltung fließt vollständig in ein Projekt zum Schutz der letzten 220 Adria-Delphine!

Dass Rollo Gebhards Aktivitäten und Einsatz eine Motivation für viele um ein halbes Jahrhundert (oder mehr) jüngere ist, braucht gar nicht betont werden. Wie nur wenige andere macht Rollo Gebhard deutlich, dass ein aktiver Einsatz für Anliegen des Artenschutzes keine Frage des Alters sind. fnz und RSEC sind stolz diese Veranstaltung im Interesse der Delfine und als Würdigung eines außergewöhnlichen Lebens initiiert zu haben! Beide Umweltschutzorganisationen sind nun Kooperationspartner der GRD und bemühen sich ihre Aktivitäten zu unterstützen. Wir schließen uns der Meinung Rollo Gebhards an: “Nur in einem großen Bund können wir die tausendfachen Hilferufe aus dem Meer an Land hörbar machen. Unterstützen Sie bitte als Förderer oder mit einer Spende unsere Bemühungen für das Überleben der Delfine.”

Folgende Zeilen von Rollo Gebhard  auf der Webseite der GRD (www.delphinschutz.org, auszugsweise wiedergegeben) machen die Ziele der Gesellschaft und deren Gründers  noch besser deutlich: “Als meine Frau Angelika und ich nach meiner dritten Weltumsegelung im Jahr 1991 die GRD ins Leben riefen, wussten wir, dass die schwerste Aufgabe unseres Lebens begonnen hat: die Abschaffung der Treibnetze und ähnlich wirkender Fischereigeräte, in denen jedes Jahr Hunderttausende Delfine und andere Meerestiere jämmerlich verenden. Wir hatten uns damals sehr viel vorgenommen und wollten den Delfinen, treue Begleiter auf vielen unserer Reisen, wirkungsvoll helfen. Dass uns hierbei das damals noch weitgehend unbekannte Internet eines Tages eine wertvolle Hilfe sein würde, konnten wir nicht ahnen. Um so mehr freut es uns, dass sich die GRD-Seite heute so großer Beliebtheit erfreut und ein wichtiges Instrument bei unserem Einsatz für die Delfine geworden ist, deren Überlebenskampf auf den Weltmeeren immer härter wird. Aber jeder Einzelne hat es auch in der Hand, diesen faszinierenden Geschöpfen zu helfen.”

Infoblatt hier.

 

Die nächste Algenplage, alle Jahre wieder ...
Mare sporco – Meeresverschleimung, Algenblüte, Algenpest?

Ein Bericht von Robert Hofrichter und Wolfgang Petz (RSEC, www.redsea-ec-org, mittelmeer@aon.at)

So wie der Sommer alle Jahre kommt, begleitet ihn auch die nächste Urlaubssaison und vielleicht eine (früher geradezu obligate) Reise an die Adria. Wenn sich im Meer mit den steigenden Temperaturen wieder das “gewisse etwas” breit macht, berichten die Medien umfassend darüber und sprechen in der Regel von Algenpest. Das Problem ist: Sie wissen in den allermeisten Fällen überhaupt nicht wovon sie berichten. Denn selbst erfahrene Meeresbiologen können das Phänomen nicht mit einigen Sätzen erklären ...

Algenschleimflecken an der Oberen Adria – Situation nicht besorgniserregend, ADAC-Sommerservice

"Die tropischen Temperaturen sowie die ruhige Wetterlage im nordwestlichen Mittelmeerraum haben in der Oberen Adria die Entwicklung erster Ansammlungen von Algenschleim begünstigt. Dem ADAC-Sommerservice zufolge ist Algenschleim auch an die meisten slowenischen Badestrände sowie an drei Strände der italienischen Region Friaul-Julisch Venetien nördlich von Triest vorgedrungen. Darüber hinaus konnten Algenschleim-Flecken in der nördlichen Adria bisher nur sporadisch und in einer Entfernung von etwa 10 bis 20 Kilometern vor der Küste sowie in tieferen Wasserschichten ausgemacht werden.
Wie die Gesundheitsbehörden in Ancona mitteilen, sei das Vorkommen von Algenschleim in der Adria augenblicklich nicht besorgniserregend. Das Vorkommen von muccilagine sei derzeit nicht größer als in den Sommermonaten der letzten Jahre, als es keine negativen Auswirkungen auf den Badebetrieb gab. Sollten das schöne Wetter und die ruhige See weiter anhalten, könnte der Algenschleim jedoch verstärkt an der Wasseroberfläche auftreten und bei auflandigem Wind auch an weitere Küstenbereiche gespült werden. In den Jahren 1989 und 1991 waren weite Bereiche der Oberen Adria von dem Algenschleim-Phänomen betroffen.
Die Bildung von Algenansammlungen in Form von Meeresschnee und Algenschleim ist ein für die Adria natürliches Phänomen, das sich mehr oder weniger stark in jedem Jahr einstellt. Auch besteht für die Badenden keine Gefahr. Der Algenschleim bedeutet eher ein ästhetisches Problem. Gesundheitliche Probleme sind nicht bekannt.
Über die weitere Entwicklung der gegenwärtigen Situation gibt das Algentelefon Auskunft …"

Bereits im späten 19. Jahrhundert berichteten Marinbiologen ausführlich über so genannte mare sporco-Ereignisse in der Nordadria, das Auftreten amorpher Schleim-(Mucus-)Anhäufungen im Meer. In den Beschreibungen tauchen Begriffe wie “masse glutinose“ (gelatinöse Masse), “malattia del mare“ (Krankheit des Meeres) oder “mare sporco“ (schmutziges Meer) auf. In der k. u. k.-Monarchie, deren Einflussbereich sich auf große Teile der Adria erstreckte, verwendete man das Wort “Seeschleim“ oder “Meeresverschleimung“. Auf Italienisch wird das Phänomen der verschiedenen “aggregati gelatinosi“ mit dem Sammelbegriff “mucillagine“ bezeichnet. 1989 rückte ein solches Großereignis erneut in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses und der internationalen Medien. Eine massive “Algenplage“ oder “Algenpest“, wie man sie jetzt meist etwas
irreführend nannte, sorgte bei Behörden, Tourismusmanagern und Wissenschaftlern für Kopfzerbrechen. Nach 1991 ist es auch im nördlichen Tyrrhenischen Meer (Toskanische Inseln) und vielen anderen Meeresregionen vermehrt zur Bildung “schleimiger Aggregationen“ gekommen. Eine kurze, schlüssige Erklärung des Ereignisses
konnte jedoch damals wie im 19. Jahrhundert niemand geben. Der Grund: Die diversen Formen des “Meeresschleimes“ sind mehrere unterschiedliche Phänomene, die verschiedene Verursacher haben.

Auf die entscheidenden Fragen: “Welche Organismen sind für die Meeresverschleimung verantwortlich?“ und “Wie ist der kausale Ablauf seiner Entstehung?“ findet man nur nach längeren Recherchen schlüssige Antworten. Sind die fädigen Aggregationen tatsächlich Algen oder ist es “nur“ Schleim? Handelt es sich bei derartigen Ereignissen, wie sie Abbildung 3.5 auf Unterwasseraufnahmen zeigt, wirklich um Algenblüten? Was genau ist marine snow (Meeresschnee)? Wird der Schleim durch die Diatomee Nitzschia erzeugt, wovon einige Wissenschaftler überzeugt waren? Oder durch andere Kieselalgen, die in den später im Sommer auf den Grund abgesunkenen Schleimaggregationen in hohen Dichten zu finden sind, nicht aber zu Beginn des Ereignisses, wenn der Schleim noch im Freiwasser schwebt? Kann mare sporco durch den Dinoflagellaten Noctiluca, der Meeresleuchten hervorruft, verursacht werden?

Schon gegen Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts äußerten die Wissenschaftler zu diesen Fragen völlig unterschiedliche Meinungen. Der auf Seite 90 zitierte Carl J. Cori meinte: “Man hat auch Bacillariaceen (Kieselalgen, Diatomeen) für die Erzeuger der Schleimmasse gehalten. Nach unserer Überzeugung aber siedeln sich diese Formen erst sekundär in dem Schleim an“. Cori nahm auf eine Massenentwicklung von Diatomeen im Winter 1904/1905 an den Küsten des Triestiner Golfes Bezug und meinte, dass darauf keine Verschleimung des Meeres folgte. Folglich sollten Diatomeen grundsätzlich nicht zu mare sporco führen. Den eigentlichen (und einzigen!) Verursacher der Meeresverschleimung sah Cori in Dinoflagellaten der Gattung Peridinium (heute Protoperidinium). Der bekannte Biologe Adolf Steuer unterstützte diese Hypothese. Auch in jüngster Zeit sind die Ursachen noch nicht eindeutig bekannt, es werden viele Interpretationen und Hypothesen geäußert sowie zahlreiche unterschiedliche Begriffe und Erklärungen formuliert.

Ziel dieses Beitrages ist, auf die Vielfalt der äußerlich ähnlichen Phänomene hinzuweisen, die irreführenderweise oft verwechselt werden. Dabei handelt es sich zum Teil um pelagische, zum Teil um benthische Ereignisse, die unterschiedliche Verursacher haben. Braun- und sogar Rotalgen können dabei eine wichtige Rolle spielen, in anderen Fällen stecken Bakterien, Cyanobakterien, Protisten oder Makroplanktonorganismen dahinter.

Die unterschiedlichen Phänomene – Versuch einer Klassifizierung

Blüte, Algenblüte, Wasserblüte:
Unter “Algenblüte“ versteht man das massenhafte Auftreten meist einzelliger Algen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt ideale Wachstumsbedingungen vorfinden (z. B. Licht, Temperatur, Nährstoffe). Im Lebensraum bzw. in den Proben dominiert dann in der Regel nur eine Art oder einige wenige Arten. Die Individuendichte kann hunderte Millionen Zellen pro Liter Meerwasser betragen. Durch die Organismen kann sich das Wasser stark verfärben und verschiedene Farbtöne annehmen. Häufig ist eine rötliche oder bräunliche Farbe, für die der Name Rote bzw. Braune Tide geprägt wurde (red, brown tides). Das Wort “Algenblüte“ (algal bloom) ist etwas irreführend, da sich hinter dem Phänomen keine Makroalgen, sondern meist Mikroalgen verbergen, die autotroph, heterotroph oder mixotroph sind und zu den Protisten zählen. Außerdem können auch andere Organismen, etwa Bakterien oder Protozoen, “Blüten“ verursachen. Es ist daher korrekter, die allgemeinere Bezeichnung “Blüte“ statt “Algenblüte“ zu verwenden.

Aus der Nordadria ist neben massiven Blüten auch das Auftreten von großen, amorphen Mucusanhäufungen bekannt. Mikroalgen können zwar in Stresssituationen enorme Mengen organischer Stoffe absondern, die später zur Schleimbildung im Wasser führen, viele Blüten haben jedoch überhaupt kein Auftreten von Schleim zur Folge.
Die organische Substanz im Meerwasser setzt sich bei Blüten nicht nur aus lebenden Zellen zusammen. Mindestens das Zehnfache der Zellbiomasse liegt als DOM (gelöste organische Materie) vor.

Pelagische schleimige Aggregationen:
Die amorphen Mucuswolken sind zumindest primär keine Organismenansammlungen. Am Sommeranfang sind sie oft nahezu frei oder zumindest arm an Zellen, wie der Blick durch das Mikroskop zeigt. Im Gegensatz zu den Blüten ist das auch an der weißlichen Farbe der Schleimaggregate zu erkennen. Daher ist die landläufige Bezeichnung “Algenplage“ oder “Algenpest“ für pelagische (und oft auch benthische) Schleimanhäufungen irreführend.
Diese pelagischen Mucusaggregationen bilden sich aus polymerisierten organischen Substanzen, etwa Mucopolysacchariden, die im Meerwasser schon vorher in hohen Konzentrationen vorhanden sein müssen. Sie stammen von vorherigen oder gegenwärtigen Blüten, bei denen ein ungünstiges Nährstoffverhältnis zwischen Stickstoff und Phosphat vorliegt. Infolge dessen können die Organismen keine Proteine oder DNA synthetisieren (dazu wäre eine Verhältnis von Stickstoff zu Phosphor von 16:1 erforderlich) und der bei der Photosynthese produzierte Zucker wird ins Wasser abgegeben. Mucopolysaccharide sind ein extrazelluläres Produkt, das besonders von Bakterien oder Phytoplanktonzellen (etwa Diatomeen) abgeschieden wird. In der Adria wurden vor allem besagte Diatomeen als Verursacher von Meeresverschleimung festgestellt, so etwa Cylindrotheca closterium, Chaetoceros affinis und Skeletonema costatum. Im Sommer des Jahres 1993 war vermutlich Chaetoceros sp. der wichtigste Schleimproduzent. Bakterien dürften in weiterer Folge durch ihren eigenen Schleim die Struktur und die physikalischen und chemischen Eigenschaften dieser Matrix beeinflusst haben.
Die organischen Substanzen kondensieren zu Schleimflocken (macroflocs), -strängen (stringers) und -wolken (clouds). Diese und weitere Kategorien wie creamy surface layer und gelatinous surface layer wurden von Stachowitsch et al. (1990) aufgrund der Größe, Struktur, Konsistenz und des Vorkommens der Aggregationen in der Nordadria aufgestellt. Im Verlauf der Meeresverschleimung verfangen sich in den Mucusaggregaten sekundär verschiedenste Organismen (z. B. Bakterien, Diatomeen, Dinoflagellaten, andere Protisten) sowie partikuläre organische (POM) und anorganische Schwebteilchen. Bestehende Aggregationen können sogar gelöste organische Substanz (DOM) adsorbieren. Mucus wird von manchen Organismen auch aktiv besiedelt. Die Unterscheidung zwischen aktiven Besiedlern und passiv Gefangenen dürfte dabei aber schwer fallen. In der Folge bilden sich komplexere Schleimansammlungen und -strukturen. Wenn die Aggregationen später zum Grund sinken, sind sie von einer großen Zahl von Organismen besiedelt, die nicht zu den eigentlichen Verursachern des Phänomens zählen müssen. Dieser entscheidende Punkt wurde gelegentlich bei Erklärungsversuchen nicht gebührend berücksichtigt (wenn z. B. alle im Schleim gefundenen Organismen aufgelistet wurden), sodass die entscheidende Frage nach der Ursache immer wieder unbeantwortet blieb.
Auch gelatinöses Makroplankton (“gelatinöses Plankton“) wie Rippenquallen und Larvaceen können zur Schleimbildung im Meerwasser beitragen. Schleimfäden, Fangnetze und verlassenen Hüllen solcher pelagischer Suspensionsfresser können Mucusaggregationen verursachen (vgl. Meeresschnee).

Benthische mucillagine-Aggregate:
Seit Anfang der 1990er-Jahre wird das massive Auftreten von benthischen Schleimalgen untersucht. Am Höhepunkt solcher Ereignisse kann der gesamte Meeresgrund von einer unansehnlichen, fädig-schleimigen Algenmasse bedeckt sein. Dieses Phänomen unterscheidet sich von der pelagischen Meeresverschleimung, da es andere Ursachen hat. In diesem Fall kann von einer “Algenplage“ gesprochen werden, denn die einfach organisierte fädige Braunalge Acinetospora crinita (Carmichael) Sauvageau (Ectocarpales, Ectocarpaceae) mit einreihigen, unverzweigten oder verzweigten Zellfäden und diffusem Wachstum überzieht große Teile des Meeresgrundes. Die Rotalge Lophocladia lallemandii (Montage) Schmitz (Ceramiales, Rhodophyceae) kann in diesen schleimigen Gemeinschaften ebenfalls vorkommen.
Allerdings sind auch Protisten am benthischen mucillagine beteiligt. Eine wichtige Rolle spielen etwa die Goldalgen (Chrysophyta sensu lato) Nematochrysopsis marina J. Feldmann (= Tribonema marinum) und Chrysoreinhardia giraudii (= Tetraspora giraudii), die mehrzellige Filamente bilden. Ähnlich ist eine weitere Spezies, Chrysonephos lewisii (Pelagophyceae, Sarcinochrysidales), die erst 1995 im Mittelmeer nachgewiesen wurde. Diese Arten scheinen bei der Ausbildung der benthic mucilaginous aggregates, wie das Phänomen in der wissenschaftlichen Literatur genannt wird, in toskanischen Gewässern eine wichtige Rolle zu spielen. Kompliziert wird das Erkennen der tatsächlichen Schleimverursacher durch eine (sekundäre) heterogene Ansammlung von Fragmenten benthischer Makroalgen, Cyanobakterien, Diatomeen, Dinoflagellaten, Bakterien und anorganischer Partikel an den klebrigen Filamenten.
Einige fädige Cyanobakterien, die schleimige Scheiden ausbilden, können auch allein “benthische Algenplagen“ hervorrufen, so Microcoleus lyngbyaceus (Kützing) Crouan (Oscillatoriales, Cyanophyceae). Dies ist ein Name, hinter dem sich wahrscheinlich mehrere Cyanobakterien-Spezies verbergen. Arten der Gattungen Phormidium und Oscillatoria können ausgedehnte braune, schleimige Überzüge bilden.

Benthische mucillagine-Aggregate auf Korsika:
Die benthische Algengemeinschaft der Bucht von Calvi wird seit den 1960er-Jahren eingehend studiert. Seit 1987 sind massive Veränderungen in der Algengemeinschaft zu beobachten. Die Bestände der Braunalge Cystoseira sind dramatisch zurückgegangen. Andere, vor allem stickstoffliebende Makroalgen wie Cladophora prolifera und Calpomenia sinuosa sowie epiphytische Mikroalgen wie einige Bangiophyceen sind auf dem Vormarsch. Hinzu kommt eine massive Entwicklung von schleimigen Goldalgen (Chrysophyta sensu lato), wie oben bereits beschrieben. Chrysoreinhardia giraudii, eine dieser Arten, erscheint in makroskopisch sichtbarer Form im Mai, erreicht im Sommer den Höhepunkt der Entwicklung und verschwindet im September wieder. Die dichtesten Bestände sind in der Regel bis in 20 m Tiefe zu finden. Diese Art bildet keine frei im Wasser schwebenden Schleimaggregate, die die Fischerei beeinträchtigen könnten, dennoch wurde durch sie das Ökosystem massiv verändert.

Flocken:
Flocken bilden sich im Meerwasser einerseits durch Platzen von Luftbläschen, an deren Oberfläche ein dünner Proteinfilm adsorbiert war, aus Huminsäuren oder anderen Kolloiden. Huminsäuren werden entweder durch Flüsse ins Meer transportiert (besonders nach heftigen Regenfällen) oder entstehen schlussendlich aus gelöster organischer Substanz (DOM), die von marinen Organismen selbst stammt. Durch die im Meerwasser vorhandene hohe Konzentration an Kationen (Ca, Mg) entstehen Bindungen zwischen Fibrillen, was in Ästuaren zur Flockenbildung führt.

Meeresschnee:
Organische Substanzen können im Meerwasser zu größeren transparenten Exopolymerpartikeln koagulieren, die einige Mikrometer groß sind. Nachfolgende Kollisionen untereinander führen zu größeren Aggregaten, die als “Meeresschnee“ (marine snow, neve planctonica) sichtbar sind und relativ langsam zu Boden sinken. Meeresschnee tritt vor allem in Perioden hoher Photosyntheseaktivität auf (z. B. Planktonblüten), bei denen in der Nordadria bis zu 80 % des photosynthetisch produzierten Kohlenstoffs als gelöste organische Substanz (DOM) wieder ausgeschieden wird. Seine Dichte kann sehr hoch sein und bis über 100000 Partikel pro Liter betragen. Diese Strukturen erscheinen oft als kurze, “kometenförmige“ weiße Fäden. Elektronenmikroskopische Aufnahmen zeigen, dass Meeresschneeteilchen durch Fibrillen (intra- und/oder extrazelluläre Faserstrukturen) verbundene Anhäufungen aus Algen, Bakterien und eingelagerten organischen und anorganischen Teilchen sind.
Die häufig verwendete Bezeichnung marine snow umschreibt meist nur eine morphologische Ausprägung von Mucus im Meerwasser. Der Begriff wird – ebenso wie die verschiedenen anderen – unscharf verwendet. Als Bezeichnung für das gesamte Phänomen der schleimigen Aggregationen mit all seinen verschiedenen Formen, einschließlich der benthischen, ist Meeresschnee nicht geeignet.
Das Auftreten von Meeresschnee ist aus vielen Teilen der Welt bekannt. In Regionen außerhalb des Mittelmeeres sind beispielsweise verlassene Appendicularien-Gehäuse (Larvaceen, Tunicata) mit ihren mucösen Fangfäden, der Schleim von Ctenophoren, die nach Blüten absterbenden Phytoplanktonzellen (Diatomeen, Dinoflagellaten) oder Bakterien das Ausgangsmaterial für die Bildung von marine snow.
Meeresschnee ist ein äußerst wichtiger Modus der Sedimentation (Transport organischer Substanz zum Meeresgrund). Je nach Größe der Partikel sinken sie zwischen 15 und 300 Meter pro Tag. Eine Sprungschicht kann jedoch die weitergehende Sedimentation stoppen. Tauchern ist dieses Phänomen gut bekannt: Die obere wärmere Wasserschicht ist trüb und voller weißer Partikel. Sobald man jedoch durch die Sprungschicht in kälteres Wasser taucht, ist die Sicht gut und das Wasser klar. Es kann aber auch umgekehrt sein, wobei die Wassermassen oberhalb der Sprungschicht klar sind und jene unterhalb trüb.
In manchen Meeresregionen, z. B. Nordostatlantik, stellt Meeresschnee einen Hauptbestandteil der Copepodennahrung dar. Dadurch kann sich Makrozooplankton direkt und ohne Umweg über die mikrobielle Schleife vom Nano- und Picoplankton ernähren, das auf den Aggregaten siedelt.

Meeresschneeflocken und Schaum in der Nordsee:
Hohe Phytoplanktonkonzentration und eine nur geringe windbedingte Durchmischung der Wassersäule wurden als Voraussetzung für das Auftreten von großen Meeresschneeflocken festgestellt. Das bedeutet, dass die Entstehung großer Aggregate und ihre dauerhafte Präsenz in der oberen Wasserschicht wahrscheinlich auf hochproduktive, nährstoffreiche Gegenden mit einer zu dieser Zeit deutlichen aber seichten Schichtung beschränkt ist. Der Umkehrschluss trifft aber nicht zu, denn nicht auf jede Phytoplanktonblüte folgte die Bildung von marine snow.
Eine wichtige Rolle bei der Entstehung pelagischer Schleim- bzw. Schaumformationen in der Nordsee spielt seit 1978 die planktontische Mikroalge Phaeocystis pouchettii (Prymnesiales, Haptophyta). Der von ihr verursachte Schaum wird meist zwischen Ende Mai und Anfang Juni an den Küsten angehäuft. Ganze Küstenabschnitte können dann von einem bis zu einen Meter hohen Schaumteppich bedeckt sein. Das Auftreten von Phaeocystis-Blüten scheint in der Nordsee mit dem Anstieg von Stickstoff in Relation zum Phosphor zusammenzuhängen. Man kann es daher als Folge der Eutrophierung sehen.

Mare sporco, mucillagine – eine Folge der Meeresverschmutzung?
Ist mare sporco einfach ein Eutrophierungsphänomen (erhöhter Eintrag von Nährstoffen) der modernen Industriegesellschaft? Eine einfache Antwort kann der Vielfalt der beschriebenen Phänomene und der Komplexität des ökologischen Geschehens im Ökosystem Meer nicht gerecht werden. Wie dargestellt, haben wir es mit verschiedenen Ereignissen zu tun, von denen manche durchaus eine Folge der Eutrophierung sein können oder zumindest durch den erhöhten Nährstoffeintrag verstärkt werden. Andere Vorkommnisse können offenbar nicht direkt mit der Eutrophierung in Zusammenhang gebracht werden.
Möglicherweise wurde das “klassische Phänomen“ mare sporco aus der Nordadria nicht vom Menschen ausgelöst. Dass es sich dabei um kein unmittelbares Eutrophierungsphänomen handelt, zeigen die ersten Berichte, die in die Zeit vor der industriellen Revolution zurückreichen. In einem Zeitungsbericht aus Triest ist bereits 1729 über eine Schleimplage berichtet worden. Solche ökologischen Ereignisse hatten auf das Leben der Menschen an den Küsten dramatische Auswirkungen und sind in den damaligen Aufzeichnungen gebührend festgehalten (eine Zusammenfassung mit dem Titel:" Gli episodi di mare sporco nell Adriatico dal 1729 ai giorni nostri" wurde von Umani, Ghirardelli und Specchi 1989 veröffentlicht). Die Fischerei war manchmal für Wochen lahmgelegt oder zumindest beeinträchtigt. Italienische Fischer prägten einen weiteren Begriff, aqua pesante (schweres Wasser): Sie fingen kaum Fische, dafür war das Einholen der verklebten Netze durch die schleimigen Massen enorm erschwert.
Seitdem hat es immer wieder solche Berichte gegeben, vor allem in den Zeitungen von Triest. Aber auch aus anderen Regionen wurde darüber berichtet. Zumindest in der Nordadria ist daher die pelagische Meeresverschleimung vermutlich nicht erst durch anthropogene Einflüsse entstanden. Man kann Eutrophierung, Meeresverschmutzung (also den massiven Eintrag zehntausender giftiger, äußerst schädlicher Substanzen unterschiedlichster Natur) und Auftreten von Meeresschleim nicht einfach gleichsetzen, obwohl es zwischen ihnen durchaus Wechselwirkungen geben kann und mit ziemlicher Sicherheit auch gibt. Die Zusammenhänge müssen aber durch künftige Studien genauer erforscht werden. Beispielsweise liegt die Schwierigkeit der Erforschung des Meeresschnee-Phänomens einerseits in der erschwerten Probenahme der sehr fragilen Makroaggregate und zum anderen in den vielfältigen Entstehungsursachen.
Unabhängig von diesen Überlegungen sind die generell durchaus negativen Veränderungen des empfindlichen mediterranen Ökosystems in den letzten 40 Jahren vielerorts nicht zu verkennen (trotz regionaler bzw. lokaler Verbesserungen durch den Bau von Kläranlagen oder geringere Ölverschmutzung). Das typische klare, tiefblaue Mittelmeerwasser ist in manchen Küstenregionen nicht mehr zu finden.

Carl J. Cori über die Meeresverschleimung im Golfe von Triest, 1905

“… sich schwebend im Wasser haltenden Schleim-Massen Beobachtungen anzustellen. Das Erscheinen dieses Schleimes ist seit langem schon ein bekanntes Phänomen, welches in Zwischenräumen von einem oder mehreren Jahren sich bemerkbar zu machen pflegt … durch jene Verschleimung wird die Ausübung des Fischereigewerbes nahezu unmöglich gemacht … tritt in dreierlei Formen auf, und es hat den Anschein, als ob dieselben drei verschiedenen Phasen desselben Prozesses entsprechen … Denn für den Berufsfischer hat diese Erscheinung zur Folge, daß die Ausübung jeglicher Art von Fischerei in den verschleimten Gebieten höchst ergebnisarm ist, insofern der Schleim die Maschen der Netze verklebt … ebenso klagten diejenigen Fischer aus Chioggia (bei Venedig), welche mit dem Grundnetz fischen, daß sie in den Netzen fast nichts als jenen Schleim erbeutet haben … ja wir möchten die Wirkung desselben geradezu als eine katastrophale bezeichnen. Der Schleim, von dessen massenhaftem Auftreten sich niemand einen Begriff machen kann, der nicht Augenzeuge der Erscheinung war … Das Auftreten größerer Massen von Schleim konstatierten wir heuer zum ersten Male am 21. Juli (1905) während einer Fahrt von Grado nach Triest und retour. Damals sahen wir die mit der Strömung treibenden großen Wurzelmundquallen (Rhizostoma) in ihren Armkrausen lange Schleimstränge nach sich ziehen. Eine heftige Bora in der zweiten Woche des August machte aber mit ihrem bekannten reinigenden Einflusse auf das Meerwasser der Verschleimung ein baldiges Ende … sich die Schleimmassen in der Nacht auch als leuchtend erwiesen. In einer mondlosen Nacht, als die ‘Argo’ sich einige Seemeilen vor der Küste von Umago befand, waren alle Teilnehmer an der Expedition von der Intensität dieses Leuchtens ganz überwältigt. Auch das Meer selbst zeigte ein starkes Phosphoreszieren … explosionsartig flammten dann jene Flocken und Stränge in grünem Lichte auf …“

Bilder
Durch Dinoflagellaten plötzlich hervorgerufene “Algenblüte“ (red tide) an der Costa Brava im Frühjahr 1971.

Pelagische Meeresverschleimung an der italienischen Nordadriaküste im Jahr 1989. Das Phänomen wurde schon 1729 schriftlich festgehalten und trat dann mehr oder weniger regelmäßig bis 1939 alle 10–20 Jahre auf. Zwischen 1930 und 1988 ist es nach Berichten nur abgeschwächt aufgetreten und dadurch etwas in Vergessenheit geraten. Erst als 1989 ein besonders massives mare-sporco-Ereignis den Tourismus lahmlegte, rückte das seit langem bekannte Phänomen erneut in den Mittelpunkt des Interesses.

Mucillagine in der Nordadria. Schleim tritt im Meerwasser in verschiedenen “morphologischen“ Formen auf. Diese Formen “reifen“ während etwa 2 bis 3 Monaten in der für den Tourismus so wichtigen Zeit des Hochsommers. Am Anfang eines Ereignisses erscheint das Wasser milchig-weiß trüb (nicht braun, grünlich oder rötlich wie bei Algenblüten), “nebelig“, ohne dass konkrete Strukturen zu erkennen wären. Später beginnt die organische Materie, hauptsächlich Polysaccharide, zu koagulieren. Sie wird von Tag zu Tag dichter und “nimmt Formen an“: Flocken, Stränge und später Wolken. Diese Strukturen im Wasser sind aber trotz ihrer fädigen Struktur kaum greifbar – es handelt sich um keine Algenfäden. Die Aggregationen verschleimen zunehmend. Sie steigen durch immer mehr Gasbläschen letztlich zur Oberfläche auf, wo sie mehr oder weniger kompakte, aber immer noch amorphe schwimmende Matten bilden.

Weitere Entwicklung des Meeresschleimes in der Nordadria.

Dichte schwimmende Matten an der Oberfläche, die in Abhängigkeit von Wind und Strömung oft in Buchten angehäuft werden.

Zum Meeresgrund abgesunkener Schleim, der bereits massiv dem biologischen Abbau unterliegt. Dadurch kann es zu Anoxien kommen, dem ganze Bereiche des benthischen Lebensraumes zum Opfer fallen.

Durch Anoxie geschädigte bzw. abgetötete Schwämme. Die Schleimentwicklung und die darauf folgenden Anoxien haben zu dramatischen Veränderungen sowohl der pelagischen (zeitlich begrenzter Rückgang des Zooplanktons) als auch der benthischen Lebensgemeinschaften geführt. Viele Arten sind selten geworden oder völlig aus dem Lebensraum verschwunden.

Typischer “Meeresschnee“ in der Nordadria.

Literatur:
Hofrichter R. (Hrsg.), 2003: Das Mittelmeer. Band II/1
Alldredge AL, U Passow and SHD Haddock (1998) The characteristics and transparent exopolymer particle (TEP) content of marine snow formed from thecate dinoflagellates. J. Plankton Research. 20: 393–406 € Graham W M, S MacIntyre, AL Alldredge (2000) Diel patterns in the concentration of marine snow and particle flux in surface waters. Deep-Sea Research I. 47: 367–395 € Hansen JLS, T Kiørboe, AL Alldredge (1996) Marine snow derived from abandoned larvacean houses: sinking rates, particle content and mechanisms of aggregate formation. Mar. Ecol. Prog. Ser., 141: 205–215.

 

Wildnis im Herzen Europas: Auf den Spuren der Wildtiere
Unsere erste fnz-Wanderung durch die Slowakischen Karpaten
23.–30. Juli 2006

Die Wanderung in der Malá Fatra war toll,
das sagen Dir Trudi und Günther aus Tirol.
Wir haben die Teilnahme nicht bereut
darum sagen wir Dir ein herzliches Danke heut.
Es ging steil bergauf, bergab und kreuz und quer,
der Schweiß von der Stirne tropfte sehr.
Der Durst war groß, viel Wasser tranken wir,
dafür gab´s am Abend literweise Bier.
Auch der Med-Vet und der Slibowitz waren sehr gefragt
und immer wieder wurde "nazdravie" gesagt.
Ob dobre rano oder dobry so und so,
wir waren immer alle glücklich und froh.
Mit Deiner Art zu reisen bist Du ein Genie,
darum sind wir das nächste Mal wieder mit von der Partie.
Auf ein Wiedersehen in Fieberbrunn freuen sich
streuwiese

Trudi und Günther (Dr. Günther und Trudi Much, Fieberbrunn, Tirol, g.much@utanet.at, Teilnehmer der ersten fnz-Slowakei-Tour)
(von Robert: Ein ganz besonderer Dank an Trudi und Günther für dieses wunderbare Gedicht)

Nach unserer Ankunft in Stefanová im Herzen des Nationalparks Malá Fatra hat alles mit einer “Zeckenimpfung“ begonnen. Keine Sorge, dazu werden keine Nadeln benötigt, vielmehr geht es um Vlados Bärenfang-Schnaps auf Obstlerbasis mit viel getrockneten Heidelbeeren und noch mehr Waldhonig (soll zu den besten Getränken der Welt gehören, nachdem wir schon vorher, in Bytca, auf Vlados Einladung das beste Speiseeis der Slowakei – oder der Welt – verkostet haben). Ob das leckere und durchhaus hoch geistige Getränk tatsächlich gegen Zecken hilft, mag Gegenstand von Diskussionen und weiteren intensiven Forschungen bleiben (an denen wir uns 2007 beteiligen wollen), doch in der Tat haben wir uns die ganze Woche keine Zecken eingehandelt. Lag es wirklich an der “Impfung”, oder mehr an der Trockenheit und großen Hitze, die selbst Zecken in ihre Unterschlüpfe getrieben hat?

Ein Warnung kurz vorweggenommen, weil sich die hoch geistigen Getränke schon gleich am Anfang in diesen Bericht geschlichen haben: Kein Besucher sollte auf die törichte Idee kommen, sich auf ein Wetttrinken mit den örtlichen Jungs (etwa Slowakei gegen Österreich oder Deutschland) einzulassen. Der Ausgang wäre für uns, “erfahrene Slowakei-Reisende”, jetzt schon leicht absehbar, ganz gleich ob es sich um den Slowakischen Dreikampf handeln würde (Bier, Wein, Schnaps, wobei der Schnaps ein “borovicka” oder ein “slivovicka” sein kann – oder auch beides) oder eine andere Wettkampfdisziplin. Borovicka (Wacholderschnaps) und slivovicka (Slibowitz) werden übrigens aus einem “stamperlicek” getrunken. Nur bleibt es hier nach altem Brauch selten bei einem... Da kann ich nur noch “nazdravie” wünschen!

wandern
wandern

Der 22.630 Hektar große, 1988 eingerichtete Nationalpark bietet auf 157 Kilometern ausgebauten Wanderwegen – teils sind es mit EU-Mitteln wieder rekonstruierte historische Pfade – ein Wander-Dorado. Aus mittelgebirgigen Buchenrücken und über mit Fichten und Tannen bewachsenen Schluchten recken sich alpine und subalpine Steilwände aus Dolomitgestein. Ein Hauch von Ewigkeit scheint sie derart bizarr geformt zu haben. Hoch über Schluchten und Klammen ziehen Steinadler ihre Kreise. Schon am ersten Abend begeben wir uns nach dem Abendessen auf einen kurzen Beobachtungsspaziergang, denn in der Wand des Maly Rozsutec (Kleiner Rozsutec) findet sich seit Jahren ein Horst, der von einem unserer Begleiter, dem Nationalparkranger Milos Majda, streng überwacht wird. Wilderer, in diesem konkreten Fall Eierdiebe, sind hier unterwegs. Nach Westeuropa und in die arabische Welt lassen sich junge Greifvögel für ein Vermögen verkaufen. Es versteht sich von selbst, dass sich reiche Männer, die etwas auf sich halten, nicht mit gezüchteten Tieren begnügen; Wildfänge sind für sie das einzig Wahre.  

wald
wald

Die (relativ) geringe Reliefhöhe der Malá Fatra – der Velky Rozsutec ist gerade 1.700 m hoch – schafft für den Steinadler ein Problem. In den Alpen nisten Adler oft in etwas niedriger gelegenen Steilwänden, so dass sie mit der oberhalb des Horstes geschlagenen Beute Kräfte sparend im Gleitflug abwärts gleiten können. In der Kleinen Fatra ist oberhalb der Steilwände nur noch selten Lebensraum für lohnende Beute; die Adler müssen so ziemlich alles zum Nest hochschleppen.

Vlados Handbibliothek ist slowakisch-deutsch durchmischt. Auf Nachfrage und überwältigt von der Vielfalt der Natur (Blumen, Schmetterlinge und sonstiges Getier ohne Ende)  wirft Vlado Statistisches in die Runde: Der Malá Fatra-Nationalpark beherbergt 1.100 Arten höhere Pflanzen, 22 westkarpatische Endemiten, 169 Rote Liste-Pflanzen, 210 Höhere Tierarten, darunter 15 kritisch bedrohte. Die Stars sind natürlich Bären, Wölfe und Luchse, daneben auch Wildkatzen, Steinadler und Schreiadler. Adlerhorste gibt es fast auf (Menschen)Sichtweite voneinander entfernt; und sie sind gegen Eierräuber ständig bewacht. Von all dem und viel mehr berichtet Vlado, zeigt auf Blumen-Pretiosen, weiß im Gegensatz zu seinen deutschsprachigen Gästen fast alle deutschen Namen. Er weiß, dass am giftigen Germer “die Holsteinischen” – eingeführte Hochleistungskühe – verreckt sind. Die einheimischen Milchlieferantinnen kannten hingegen die unbekömmliche Bergwiesenpflanze genau. Vlado nennt diverse Westkarpaten-Endemiten, nur hier vorkommende Pflanzenarten, er weiß die Blütezeiten aller Orchideen nach Höhenstufen geordnet, erklärt die vielen unaufgeräumten Windbruch-Stämme mit dem Jahrhundert-Orkan in der benachbarten Hohen Tatra (vor zwei Jahren), wohin noch immer alle Forstarbeiter der Großregion abgezogen werden. Er berichtet, dass  “Schad- oder Kalamitätenholz” von dort gern mal zu 1a-Holz umdeklariert wird. Er berichtet, dass seltsamerweise immer an den dafür geeigneten Holzabfuhrwegen Sonder-Genehmigungen für die Holzernte auch im Nationalpark Malá Fatra erteilt werden.

Wer ist  eigentlich dieser Vlado, ohne den uns diese Art durch die Slowakei zu Reisen ab sofort  kaum vorstellbar erscheint?  Vlado Trulík, 33,  liebt seine Heimat noch mehr als sein neu geschaffenes Kleingewerbe  und er versteht es, diese Liebe an seine Gäste weiter zu geben.  Sein Gewerbe ist es unkonventionelle Touren durch die Natur anzubieten und zu führen.  Er versteht es auch seinen überanstrengten Gästen Mut zum durchhalten zuzusprechen: “Bis zur Bergstation sind es ungefähr noch 3 Kilometer. Luftlinie. Aber ich weiß eine Abkürzung!“ Vlado hat sein Deutsch in den Neunzigern in Niederbayern gelernt. Zwischenzeitlich wächst hier kaum eine Pflanze, fliegt am Himmel kein Vogel oder kriecht an Boden kein Tier, das er nicht auf Deutsch und meistens auch mit dem wissenschaftlichen Namen benennen könnte. Er ist die lebende Antwort auf die Frage, warum man auf den Spuren der Wildtiere einige hundert Kilometer ostwärts fahren sollte. Seine Karriere als Hunde- und Wolfskenner verdankt Vlado dem berühmten, aber leider zu früh verstorbenen Wolfsforscher Erik Zimen, dessen Bücher “Der Wolf“ und “Der Hund“ immer noch so etwas wie das Alte und das Neue Testament der Hundefreunde sind. Vlado arbeitete einige Jahre für ihn und lernte ihn gut kennen. Gemeinsam führten sie in der Slowakei die zwischenzeitlich recht bekannten “Hundewanderungen” ein, die immer noch zu Vlados Repertoire gehören.  Vlado darf von Erik als jemand sprechen, der von einer Legende in der Ich-Erlebnisform spricht.

vlado
baerenhoehle

Erik hat Vlados rassenmäßig kaum noch definierbaren Hund Bobina seinerzeit der Rasse der “Slowakischen Bärenhunde“ zugeordnet. Erstens gibt es hier noch reichlich Bären (auf dem Gebiet von Malá Fatra etwa 70), zum anderen bietet sich die Fangtechnik an, einen in Honig getauchten Wuschelhund ins Revier zu schicken und mit dem Bärentöter in der Hand zu warten, bis der Bär auf der Spur des süßen Köders daher kommt. Ausprobiert wurde die Methode noch nicht, aber Vlado gibt sie bei allen seinen Gästen zum Besten. Abgesehen davon agiert Bobina, diese halb-armlange undefinierbare Wuschelhündin, während mancher Touren (vor allem bei den  Hundewanderungen) beim Klettern gewissermaßen außer Konkurrenz. Zum einen kennt sie die Wege schon in- und auswendig, zum anderen hat Vlado, wie er bei verwunderten Anfragen versichert , “ein Eichhörnchen eingekreuzt“.

Der Räuberweg ist für einen Wandernachmittag immer gut und wird daher nahezu bei jeder Tour durchwandert. Dieser in der ganzen Slowakei berühmte Pfad, benannt nach dem Edelräuber und Nationalhelden Juraj Jánosík, ist spektakulär verengt und führt unter anderem über eine grobe Holzleiter über hohe Felsstufen. In vielen Liedern, von denen wir einige in Interpretation von Vlado und seinen Freunden zu hören bekommen, ist gesanglich von Jánosík die Rede, von diesem slowakischen Robin Hood . Er wurde wenige Kilometer von hier entfernt geboren. Über dem nahen Dorf Terchová steht unübersehbar sein Denkmal, glänzend und etwas knittrig wie aus einem überdimensionalen Zigaretten-Silberpapier. Jánosík, 1688 geboren und 1713 hingerichtet, der in seinem Engagement für die Armen wohl noch ein Stückchen mehr Robin Hood war als sein englischer Kollege aus dem Sherwood Forest, pflegte seine Verfolger in dem Felsengewirr über seinem Heimatdorf abzuhängen. Auch wir lernten dieses Felsengewirr, in dem ein fast 400 kg Braunbär-Männchen lebt, durch Milos und Vlado geführt, kennnen.  “Er nahm den Reichen und gab den Armen”, so lernen es slowakische Kinder in der Schule. Unsterblich wurde er durch seinen Tod. Die Habsburger Orbrigkeit wollte ihn (für sie freilich ein Räuber und kein Held), nachdem er schließlich verraten und ergriffen wurde, zum Exempel vor großem Publikum auf einen Haken spießen lassen. Doch noch während sein Sündenregister verlesen wurde, sprang er in einem wahrhaft finalen Schlusssprung gegen den Haken und vermasselte seinen Henkern so das geplante schauerliche Exempel.

Mit allen Sinnen soll der Natur gehuldigt werden. Am leichtesten gelingt das über den Geschmackssinn, etwa am Lagerfeuer, wenn nach Vlados “Zwei-Spieß-System“ Frühlingsmorcheln ein paar Zentimeter über Forellen gegrillt werden und der herabtropfende Pilzsaft den Fisch würzt. “Das schmeckt so phantastisch, dass ich aufpassen muss, dass hinterher nicht auch die Stöcke aufgegessen werden!“ Das war aber im Mai, nun im Juli war es für Morcheln zu spät (und für Pilze allgemein zu trocken). Uns schmeckte es am Besten, wenn Vlado Forellen mit unzähligen Kräutern und Pilzen aus der Tiefkühltruhe füllte. Bei manchen Gruppen müssen sich die Gäste die Forellen mit bloßen Händen im Bach fangen. Die Forellen werden allerdings vorher aus einer Zucht entnommen und fluchtsicher in den Wildbach eingesetzt; im Nationalpark dürfen von Rechtswegen noch nicht mal Blaubeeren gepflückt werden, was freilich die wenigsten Gäste daran hindert). Die gefüllten Forellen werden dann auf Stecken aufgespießt direkt über dem Feuer gebraten – eine derartige Köstlichkeit überzeugt selbst jene Gäste, die ansonsten nicht so gern Fisch essen.

Unvergesslich wird – aus diesem oder jenen Grund – auch der vorletzte Abend mit dem Spannferkel bleiben. Vlados Freund, ein frühpensionierter Polizeikapitän, soll, wie könnte es anders sein, der beste Grillmeister und Spannferkelspezialist der Westslowakei sein... Etwa fünf Stunden wird das Schweinchen, das für unsere Gruppe sterben musste und genau die richtige Größe zu haben scheint (so dass sich der Genuss auf mehrere Stunden ausdehnen lässt), manuell am selbst gebastelten Griller gedreht. Vlado liebt Überraschungen. Nach dem Spannferkel folgt ein Kultur-Folklore-Desert  mit Javornícek. Die Gruppe aus mehreren Mädchen und Jungen stammt aus Vlados Heimatdorf Stiavnik und hat sich unter Leitung ihres Mentors Juraj Jakubík um die Rettung schon fast verschollener Lieder verdient gemacht. Slowakeiweit die besten Knabenstimmen und dazu der wahrscheinlich einzige Jugendliche, der die traditionelle lochfreie Langflöte noch beherrscht; die Töne werden nur mit den Lippen und mit den Fingern in der ausströmenden Luft modelliert.  

spanferkel
harmonika

Vlado blättert – nachdem die Sänger sich verabschiedet haben – noch im Großen Kosmos-Pflanzenführer. Da gibt es zwei Pflanzen, von denen er heute am Berg nur den lateinischen und keinen deutschen Namen wusste. Und dann liegen auch noch die Unterlagen für seine geplante herbstliche Pilzwanderung in der Nationalpark-Pufferzone (im Nationalpark selbst dürfen keine Pilze gesammelt werden, die brauchen die Bären und andere Tiere. Vlado hält sich daran.). Wenn der eine oder andere Pilzfreund aus Westeuropa die Pilze hier erblicken könnte, dann ginge er zuhause nur noch zum Weinen in den Wald...

Noch einige Ratschläge zum Schluss: Verwechseln Sie bitte bei ihrem Besuch Slowenien nicht mit der Slowakei, Vlado mag es aus verständlichen Gründen nicht, vor allem wenn er feststellt, dass ein Gast nach 5 Tagen Slowakeiaufenthalt diese zwei Völker und Länder immer noch nicht unterscheiden kann. Als Beispiel führt  Vlado meistens Dänemark (DK) und Deutschland (D) an: Wenn Sie sich bei der Fahrt in die Slowakei auf der Autobahn bereits bei Graz befinden (soll bei einigen Gästen aus Deutschland vorgekommen sein), dann sind sie aus dem eben genannten Grund bei Wien falsch abgebogen und nach SLO gefahren (SLO ist die Länderabkürzung für Slowenien). Die Slowakei hat hingegen die Abkürzung SK. Halten Sie sich lieber an Bratislava, dann kann nichts schief gehen! Vlado und eine unvergessliche Woche in der Natur warten auf Sie!

Unsere Tour war ein voller Erfolg und wir haben neben verschiedenen Bären-, Wolf- und Luchsspuren tatsächlich auch (recht deutlich) einen Bären gesehen (eigentlich haben wir 2 gesehen und 3 gehört, im Gebüsch versteckt warteten sie auf die Dunkelheit – und auf unser Verschwinden). Ich muss ehrlich zugeben, dass ich in dieser Woche sehr viel über Wildtiere gelernt habe, mehr als je zuvor aus all den Büchern. Wie schlau, scheu und vorsichtig Wildtiere sind, dass muss man bei einer solchen Gelegenheit persönlich erfahren und ich wünsche diese Erfahrung möglichst vielen Menschen. Mit dem Verhalten von Bruno (JJ1) hat das wirklich nichts zu tun und die meisten Menschen haben sich da ein völlig falsches Bild gemacht ... Wildtiere sind vor allem eines: scheu und extrem vorsichtig. Sie fürchten mit gutem Recht den Menschen und riechen (diese und alles andere) viele tausende Male besser als wir.

Viele Orte im Wald und in den Bergen waren irgendwie magisch, “Kraftorte”, ohne dass ich dieses Wort näher definieren könnte. Sicherlich machen “Die großen Drei” viel von diesem Zauber aus, denn allein das Bewusstsein, dass sie in diesen wunderbaren Urwäldern herumstreifen, ruft beim Besucher ein Kribbeln hervor. Es ist aber nicht minder die Art des Waldes – ein Wald, wie wir ihn kaum noch kennen, es ist der gravierende Unterschied zu einem Wirtschaftswald. Wie schön, wie wild ein echter Wald nur ist! Florian Überall, ein Tiroler und “Naturmensch”, der die Alpen ebenso gut kennnt wie die Berge Tibets, fasste seine Eindrücke für unser Gästebuch wie folgt zusammen: “Was immer an Frieden ist, entspringt dem Wunsch nach dem Glück aller Anderen. Wir konnten dieses Glück in der Gemeinschaft in dieser herrlichen Naturlandschaft erleben. Dafür danke ich allen Wesenheiten die hier Leben und all Jenen die diese Reise ermöglicht haben. Das Paradies ist ein Spiegelbild der eigenen Seele und der Möglichkeit Dinge zu erahnen. In einer solchen Landschaft findet man zurück zu den eigenen Wurzeln und findet verlorene Teile der Seele. Dieses Glück ist nur jenen beschert die ohne Vorurteile die Natur erspüren und damit eins werden mit der Schöpfung.” Ein Hauch (vorerst) konservierter Ewigkeit ist hier noch zu spüren, doch ist es eine stark bedrohte Schönheit. Die westlichste Wildnis der Karpaten ist – Nationalpark oder nicht – zunehmend den Nutzungsinteressen seiner Eigentümer ausgeliefert. Denn 85 % der Nationalparkfläche sind in Privatbesitz. Ein recht widersprüchlicher Nationalpark also, dessen Zukunft mehr als fraglich ist. Aber das trifft ja auf andere Nationalparks – und das auch in Österreich –  ebenso zu. Der Mensch breitet sich aus und nimmt der Natur immer weitere Reststückchen weg.

Ich möchte mich bei der kleinen Gruppe bestehend aus Trudi, Günther, Florian, Simon, Birgit, Alex und Matthias bedanken. Es war eine ganz besonders nette, freundliche, sympathische, tapfere und geduldige Gruppe. Nur wer bereits Vlados “Abkürzungen” kennt, kann verstehen, wovon ich bei “tapfer” und “geduldig” spreche... Den Erfolg können wir freilich nur unseren örtlichen Führern Vlado Trulik und Milos Majda verdanken! Danke! Wir freuen uns schon auf 2007!

 

Delfinschützer und Segler-Legende Rollo Gebhard feiert seinen 85sten

Seit über vierzig Jahren auf den Meeren zu Hause, dreifacher Weltumsegler, Vorsitzender und Gründer der Gesellschaft zur Rettung der Delphine und Autor zahlreicher Bücher, ist Rollo Gebhard zum Inbegriff des Abenteurers – aber auch verantwortungsvollen Mahners und Naturschützers – geworden. Am Freitag, den 7. Juli feiert die Segler-Legende Geburtstag: Rollo Gebhard wird 85.

In Salzburg geboren, in Dresden aufgewachsen, lagen ihm zunächst Theater und Musik am Herzen. Seine Träume aber zogen ihn aufs Meer. Die wagemutigen Fahrten von Rollo Gebhard sind der Stoff aus dem Legenden entstehen:

In einer nur 5,5 Meter langen offenen Jolle überquerte er 1958 das Mittelmeer. Nach diesem "Schnupper-Törn" segelte er das offene Holzboot nach Ägypten, durch den Suez-Kanal und als erster durch das Rote Meer. Dabei wurde er vor der Küste des Jemen von arabischen Piraten gekapert und überlebte nur dank seiner angeborenen Schlitzohrigkeit und viel Charme. 1963 überquerte Gebhard in einem Sperrholz-Kajütboot allein den Atlantik. Bei der Ankunft in New York wurde seine Fahrt als erste Überquerung im kleinsten Boot von den Medien enthusiastisch gefeiert. Danach folgte 1967 bis 1970 die erste Einhand-Weltumseglung, 1975 die zweite auf neuer Route. Damit wurde Rollo Gebhard zum ersten Deutschen, der die Welt zweimal allein umsegelt hatte. Sein Boot steht heute im Deutschen Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven, denn es ist das kleinste Schiff der Welt, das zweimal die Erde umrundete.

Als Krönung seiner seglerischen Laufbahn unternahm er dann zusammen mit seiner Lebensgefährtin und jetzigen Ehefrau Angelika noch eine dritte Weltumseglung. Sie führte das Paar in sechs Jahren auf alle Ozeane und zu allen Kontinenten bis hinauf nach Alaska und endete mit einer sportlichen Höchstleistung, als sie in sechs Monaten nonstop von Australien um die halbe Erde bis nach Emden segelten.

Rollo Gebhard, der das Bundesverdienstkreuz und höchste seglerische Auszeichnungen erhalten hat, setzte sich nach der Heimkehr für die Erhaltung der Meere ein. Erschüttert vom millionenfachen Sterben der Delfine in den Treibnetzen der Tunfischfänger gründete er 1991 die Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD), mit Sitz in München, und leitet die Organisation seither als Vorsitzender. "Es ist meine Verpflichtung als Segler", begründete er seine Initiative damals.

Neben dem seit 1991 immer noch brandaktuellen Kampf gegen "delfintödliche" Netze, setzt sich die GRD heute in einem weltumspannenden Netzwerk mit Schutzprojekten für das Überleben bedrohter Delfinpopulationen ein, wie zum Beispiel in Kroatien, Peru oder Mosambik. So ist Rollo Gebhard heute nicht nur Segler-Legende, sondern auch Symbolfigur für den Delfinschutz in Deutschland und weit darüber hinaus.

Nach zahlreichen Büchern und diversen Fernsehserien erschien im vergangenen Herbst mit "Logbuch eines Lebens" seine Biographie, in der Rollo Gebhard erstmals Einblick in sein faszinierendes Leben gewährt.

Am 7. Juli feiert er mit vielen Freunden und Weggefährten seinen 85. Geburtstag in Garmisch-Partenkirchen, dort wo das Logbuch seines Lebens einst seinen Anfang nahm.

Artikel auf Spiegel-Online:
Pro-Walfang-Abstimmung - Karibischen Staaten droht Boykott
Andrea Steffen (GRD-Projektleiterin Pottwalforschungsstation Dominica) im Interview zum Ausgang der Tagung der Internationalen Walfangkommission (IWC).
weitere Infos unter:
www.delphinschutz.org/projekte/dominika/index.htm#GRD-Pottwalforschungsstation
oder
www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,422530,00.html

Die Projekte des GRD helfen, Delfine vor dem Aussterben zu bewahren. Mails an info@delphinschutz.org

 

JJ1 alias „Bruno“ – der Erste seiner Art
Stellungnahme zum Abschuss des Braunbären

Nach den gescheiterten Versuchen Braunbär „Bruno“ lebend zu fangen, haben bayerische und österreichische Behörden einen Abschussbefehl erlassen. Niemand konnte daran zweifeln, dass dieser auch vollzogen wird. Nach dieser unpopulären Entscheidung sieht sich die bayerische Jägerschaft, deren Jäger schneller als vielleicht erwartet gehandelt hatten, massiver Kritik ausgesetzt.
Aus Sicht eines Tierschützers mag der Tod von „Bruno“ sinnlos und brutal erscheinen. Vielleicht wäre dieser Braunbär aber auch in dem kleinen Gehege nahe von München nie wieder glücklich geworden. Aus Sicht des Artenschützers kann „Bruno“ als mahnendes Beispiel dienen. Ein stark urbanisierter Lebensraum hat bei „Bruno“ zu einer Fehlanpassung geführt und dieser Braunbär hat dadurch sich selbst und andere gefährdet. Der Mensch hat verlernt mit dem Bären zu leben (z.B. im Sinne von leichtfertig angebotenen und einfach zugänglichen Futterquellen). „Bruno“ hat einen Preis bezahlt, den viele Rückkehrer zunächst bezahlen, aber er bleibt eine Symbolfigur für die Rückkehr der Wildtiere! Nach 170 Jahren wird nicht der erste Braunbär ganz Bayern erobern können. Aber wenn der Mensch es zulässt, wird bald wieder ein Bär seine Tatze in dieses Land setzen – und wenn dieser Heimkehrer ein geeignetes Umfeld vorfindet, werden ihm Artgenossen folgen. Dann hat der Artenschutz seinen Zweck erfüllt. Denn das Ziel ist es eine Art in ihrer Gesamtheit zu erhalten und nicht einzelne Individuen mit aller Gewalt zu erhalten.

 

Wanted: JJ1 alias „Bruno“ der Braunbär
Stellungnahme des forum natur & zukunft

Österreich nimmt seine Verantwortung für die Rückkehr der Wildtiere ernst. In unserem Land sind heute etwa 20 Bären heimisch. Seit der Freilassung der ersten Bärin „Mira“ 1989 wurde eine länderübergreifende Koordinationsstelle für Bärenfragen eingerichtet und ein ausführlicher Managementplan entwickelt. Die Aufgabe der Expertengruppe ist es auch im vorliegenden Fall des Bären „Bruno“ tätig zu werden. Dieser junge Braunbär stammt ursprünglich aus dem Trentino (Südtirol) und war in den vergangenen Wochen durch Tirol, Vorarlberg und Bayern gewandert. Dabei zeigte er wenig Scheu vor menschlichen Siedlungen und verursachte mehrfach Schäden bei Nutzvieh und an Bienenstöcken.

Braunbären ernähren sich überwiegend von pflanzlicher Nahrung und treten nur selten in der Nähe des Menschen auf. „Bruno“ entspricht diesem Bild nicht und verhielt sich bereits in der Vergangenheit im Sinne der bekannten Verhaltensweisen anders als seine Artgenossen. Um die Sicherheit für Mensch und Tier zu gewährleisten wurden nun alle erforderlichen Mittel (Eingreiftruppe mit Ausrüstung, Bärenanwälte, Zwischengehege etc.) bereitgestellt um „Bruno“ einzufangen und weitere Maßnahmen zu prüfen. Leider bedeutet dies auch einen enormen finanziellen Aufwand.

Das forum natur & zukunft unterstützt die Idee der Wiedereinbürgerung des Braunbären und setzt sein Vertrauen in die hervorragende Arbeit des WWF Österreich. Das fnz gibt daher nachfolgenden Spendenaufruf weiter:

In den letzten Wochen hat der Braunbär in Tirol uns alle in Atem gehalten. Der Einsatz des Expertenteams kostet den WWF 2.500 Euro pro Tag (Falle, Narkosemittel, DNA Tests etc). Ohne Ihre Hilfe können wir unseren Einsatz nicht mehr lange fortsetzen! Geben Sie dem Bären eine Chance.

WWF Spendenkonto
PSK 1.944.000/BLZ 60 000

Aktuelle Informationen unter www.wwf.at/bearlife.

 

Einzigartige Wildtierexkursionen in die Slowakei

Liebe Naturfreunde!

Beginnend mit Juli 2006 wird die von Salzburg aus agierende Umweltorganisation fnz (forum natur & zukunft, www.fnz.at) in Kooperation mit erfahrenen Nationalparkrangern in der Slowakei regelmäßig einwöchige Spezialexkursionen in die Slowakischen Karpaten (Malá Fatra, Velká Fatra, Nízke Tatry, Vysoké Tatry) organisieren. Wir wollen dabei den Exkursionsteilnehmern Erlebnisse und Beobachtungen ermöglichen, die in Westeuropa kaum noch möglich sind, in einer Natur, die vielerorts ökologisch viel ursprünglicher und artenreicher ist als bei uns. Zur Zeit wird noch eine Kooperation mit mehreren Universitäten angestrebt, damit die Exkursionen für Studenten auch als offizielle Universitätsveranstaltungen angerechnet werden können.

Mehrmals jährlich wollen wir uns auf die Spuren der drei großen Carnivoren, Bär, Wolf und Luchs begeben. Nachdem unser Verein 2004 und 2005 bereits zwei Bücher zu diesem Thema veröffentlicht hat, soll Die Rückkehr der Wildtiere auch in den kommenden Jahren ein Schwerpunktprojekt des fnz bleiben. Wie die aktuellen Ereignisse in Salzburg, Tirol und Bayern zeigen (die Medien berichten darüber täglich), erregt der Bär in dieser oder jener Weise die Gemüter der Menschen. Mit unseren Wildtierexkursionen möchten wir dazu beitragen, dass sich die Öffentlichkeit in den westeuropäischen Ländern ein realistischeres und vorurteilfreies Bild von den europäischen Wildtieren, vor allem den großen Carnivoren, machen kann und zu akzeptieren lernt, dass ein Zusammenleben mit diesen Tieren möglich und realistisch ist. In Ländern wie der Slowakei sind diese Arten zum Glück nie völlig ausgerottet worden.

Die erste Exkursion ist für den 23. – 30. Juli 2006 geplant. Wir streben unter anderem Beobachtungen von Braunbären in freier Natur an, aber selbst wenn wir nur Spuren finden werden, bietet dieses Land von Bär & Wolf und Luchs genug andere faszinierende Erlebnisse. Sicher sind ausgezeichnete Beobachtungsmöglichkeiten für Steinadler. Wir wollen den Teilnehmern gemeinsam mit den ortskundigen slowakischen Führern in jeder Hinsicht – naturräumlich bis kulinarisch – das Schönste und Ursprünglichste der Slowakei zu zeigen. Teilnehmen kann jeder Naturfreund, der zumindest eine durchschnittliche Kondition hat, Ursprünglichkeit und Originalität schätzt (nicht zuletzt bei Speis & Trank) und nicht in Luxushotels wohnen muss.

Programm, Detailroute und Schwerpunkte werden so weit wie möglich den Wünschen der Gäste angepasst (allgemeine Ökologie, Landeskunde, Wildbiologie, Ornithologie, Herpetologie, Botanik, Mykologie, Geschichte, Geologie & Geographie …).

Wir würden uns über Ihr Interesse sehr freuen! Melden Sie sich bei uns, wir geben Ihnen gern mehr Informationen. Wenn es Ihnen möglich ist, bitten wir Sie das Informationsblatt in Ihrer Institution aufzuhängen oder es an Kollegen, Studenten und Naturfreunde weiter zu geben. Bei Interesse bitten wir um eine rasche Rückmeldung!

 

Die Innovation der Salzburger Naturschutzszene der letzten Jahre: Das Jahresprogramm des Netzwerks Natur Salzburg ist nun auf seiner eigenen domain online!

Das von den fnz-Mitgliedern Wilfried Rieder und Matthias Florian entwickelte und umgesetzte Konzept eines aktuell gehaltenen und im Internet immer abrufbaren Jahresprogramms über natur- und naturschutzrelevante Vorträge, Exkursionen und weitere Veranstaltungen im Bundesland Salzburg ist nun unter einer eigenen domain online gestellt. Die Verwaltung und Aktualisierung dieser Internetseite hat nach kleineren Anpassungen das Haus der Natur in Salzburg übernommen, die erste Adresse in Sachen Natur in Stadt und Land Salzburg. Unter www.netzwerk-natur.at findet der Naturfreund alles, was sein Herz begehrt. Und garantiert wird es ihm nicht langweilig: Oft sind es mehrere Termine in der Woche, zwischen denen der Interessent wählen kann. Das fnz wünscht allen Naturifreunden viele Freude mit dem Jahresprogramm.

Die gute Botschaft, und das ist aus dem Netzwerk-Kalender deutlich zu erkennen: Die Naturschutzszene in Salzburg ist aktiv! Die weniger gute Botschaft: Es ist logisch, nicht zu leugnen und auch kaum zu verhindern, dass die natürliche Umwelt, in der wir alle mit den anderen Mitgeschöpfen der Erde leben, immer stärkerem Druck ausgesetzt werden (wir erleben es täglich; Stichwort Gründland, Bär...). Warum das so ist, hat James Hamilton-Paterson treffend zusammengefasst. Wir haben daher dieses Zitat zum Gedanken zum Umweltschutz auf unserem fnz-Portal ausgewählt. Die Erkenntnis daraus: Die Arbeit der Naturschützer ist wichtiger denn je!

 

Die Rückkehr der Wildtiere – Sichtung eines Braunbären in Hof bei Salzburg

Das „forum natur & zukunft“ plant für den Sommer 2006 einen Vortrags- und Informationsabend mit dem für Oberösterreich, Salzburg und Tirol zuständigen Bären-Anwalt Walter WAGNER.
Wir wollen natürlich die aktuellen Sichtungen des heurigen Frühjahrs in Hof bei Salzburg und in Tirol zum Anlass nehmen, um sie aus erster Hand über die Situation der Braunbären in Österreich zu informieren.
Ein spannender und interessanter Abend erwartet uns – genauer Zeitpunkt und Örtlichkeit werden in Kürze bekannt gegeben werden.

 

Donaudelta 2006: Im Reich von Plaur* & Pelikan

Ein erster Kurzbericht von Robert Hofrichter
(umfassender Bericht mit Artenliste folgt)

Wir, eine glückliche Gruppe von 16 Naturfreunden aus Österreich, Deutschland und der Schweiz, sind nach einer Donaudelta-Exkursion wieder in die Heimat zurückgekehrt! Besser hätten wir uns die Reise nicht wünschen können, denn selbst jene Dinge, auf die man wenig Einfluss hat (etwa die Witterung oder die Kochkünste des Küchenpersonals), waren durchwegs wunderbar.

Ein ziemlich kalter Wind war zwar unser ständiger Begleiter, dafür war es aber immer sonnig. Erst am Tag der Abreise regnete es. Es bestätigte sich, was die Klimadaten sagen: Im Delta sind lediglich 25 bis 30 Tage jährlich windstill. NO dominiert (gefolgt von SW und NW) und der kalte Nordwind hat uns tatsächlich nur selten eine Pause gegönnt. Die Fischer des Deltas unterscheiden übrigens 10 verschiedene Winde (N – Polnocsi, NNO – Purujász, NO – Zinovkij, O – Vosztok, SOO – Abazia, SSO – Poludjona, S – Moreana, SW – Lodusz, W – Zapad, NW – Karajile).

Es war eine Bildungs- und Erlebnisreise im wahrsten Sinn des Wortes. Walter Hödl (Professor an der Uni Wien), eine Kapazität auf dem Gebiet der akustischen und optischen Kommunikation bei Fröschen, ist es zu verdanken, dass selbst jene von der Reise als Froschfreunde zurückgekehrt sind, die vorher Froschgequake nicht ausstehen konnten. Norbert Sauberer ist zwar hauptberuflich Botaniker, doch haben wir alle festgestellt, dass er einen mindestens ebenso guten Ornithologen abgibt. Erhard Kraus (hier ein kurzes Wort der Bewunderung für sein breit gefächertes Wissen), kräftig unterstütz durch Norbert Ramsauer, Martin Knecht und Manfred Leitner, können wir, die Nichtornithologen, verdanken, dass kaum ein vorbeifliegender Vogel unerkannt blieb. Das war besonders wichtig, weil unsere Gruppe nicht nur aus erfahrenen und eingefleischten Birdern bestand. Martin Knecht (Zürich) bereicherte unser Programm (neben Ornithologie) spontan durch einen politologisch/historischen Vortrag über Rumänien und Osteuropa (wir haben alle gestaunt...), Dieter Zander (em. Zoologieprofessor aus Hamburg) über (nicht nur Dreistachelige) Stichlinge. Norbert Sauberer verdanken wir eine perfekt geführte Arten- und Beobachtungsliste, dem unermüdlichen Norbert Ramsauer (neben seinem umfassenden ornithologischen Wissen) viele unglaubliche Fotos von Trielen, Rohrschwirlen und weiteren ornithologischen Kostbarkeiten, die er durch einen Trick mittels Spektiv auf seiner Digitalkamera festhält...

Bereichert durch unvergessliche Naturerlebnisse und Beobachtungen, viel neues Fachwissen, neue Freundschaften und unzählige schöne Fotos, nahmen wir den Alltag wieder auf uns, um vielleicht schon bald noch größere Herausforderungen anzunehmen, ist das Donaudelta doch „nur“ zweitgrößte Delta Europas ...
(das Donaudelta ist mit 478.460 ha das zweitgrößte Delta Europas und das 26. Delta der Welt. Das Wolgadelta ist fünfmal so groß ...)

Die Exkursionsteilnehmer: Prof. Dr. Walter Hödl, Dr. Norbert Sauberer, Dr. Erhard Kraus, Martin Knecht, Charlotte Damberger, Claudia Mayer, Erich Deutsch, Anna Leitner, Manfred Leitner, Norbert Ramsauer, Renate Zander, Prof. Dr. C. Dieter Zander, Dr. Johann Berger, Gerald Blaich, Karl Grübler, Dr. Robert Hofrichter. Die Reise war eine Kooperationsveranstaltung von fnz, RSEC und tauchen & meer. 2007 wird es 2 Donaudelta-Reisen geben, eine im Frühjahr, eine im Herbst (Start 28. April und 28. September)! Anmeldungen ab sofort unter mittelmeer@aon.at.

* Plaurs sind die schwimmenden Schilfinseln des Donaudeltas.

 

Ein anderes Dahab nach dem 24. April, 19.15 Uhr...?

An der Feldstation des RSEC in Dahab arbeiten wir derzeit zu dritt - zwei wissenschaftliche Mitarbeiter, Christian Alter und Alexander Keck, sowie eine Diplomandin der Universität Giessen, Svenja Hahn. Svenja war an diesem Abend bereits nach Hause gegangen, als etwa eine halbe Stunde später Christian und ich drei kräftige, dicht aufeinanderfolgende Detonationen aus nördlicher Richtung (Dahab Village) vernahmen. Zunächst wurde - auch mit Gästen an der Tauchbasis - über die Ursache gerätselt, ein halbe Stunde später ertönte Sirenengeheul und einige Ägypter an der Hotelanlage des Lagona Village berichteten uns schließlich in ihrem gebrochenem Englisch von den Explosionen und wo sich diese zugetragen haben sollten (Masbat Bay im Norden, im touristischen Zentrum von Dahab). Eine kurze Abfrage über Internet (News-Redaktionen von CNN, N-TV etc) bestätigte uns in Text und Bild den Terroranschlag an unserem eigenen Ort, so unwirklich es auch scheinen mochte...

Wir sind natürlich froh, dass niemand von uns an der Feldstation oder auch an der Tauchbasis Barakuda zu den (physischen) Opfern zählen musste. Erste Gespräche mit der lokalen Bevölkerung (befreundete Ägypter und Beduinen) sowie mit europäischen Freunden und Bekannten haben jedoch ergeben, dass uns einige unter den Opfern leider bekannt sind. Die Situation erscheint uns nach wie vor unwirklich. Der betroffene und traurige Ausdruck auf den Gesichtern unserer ägyptischen Freunde, egal ob Basarverkäufer oder Restaurantkellner, sowie die Bilder der Zerstörung uns gut bekannter Läden und Cafés in El-Masbat und die geronnenen Blutlachen auf der Strandpromenade erinnern uns jedoch sofort daran, dass tatsächlich das passiert ist, was viele von uns eher für unwahrscheinlich gehalten hatten.

Die Wahrscheinlichkeit eines solchen Attentats war nach den Anschlägen in Taba (Okt. 2004) und Sharm el-Sheikh (Juli 2005) zwar prinzipiell denkbar, aber welchen Nutzen oder welchen Gewinn sollte wohl ein Terrorakt in einem kleinen, nicht gerade überlaufenen Ferienort bringen, zumal dort gegenwärtig vor allem ägyptische Touristen (koptische Osterfeier und ägyptisches Frühjahrsfest!) und demgegenüber - lokalen Ägyptern zufolge - nur wenige israelische Urlauber ihre Ferien verbrachten? Die Informationen in den Nachrichtenmedien zeigen - ähnlich wie nach dem Anschlag in Sharm el-Sheikh - dass die Ägypter selbst wieder einmal die Hauptleidtragenden sind. Die Sinnlosigkeit solcher Terrorakte kommt auch in den Nachrichtenmedien verschiedentlich sehr deutlich zum Ausdruck.

Seit dem Ereignis ist es ruhiger geworden in den Straßen von Dahab, besonders am Abend danach ist es zu spüren. Das fröhliche Autogehupe ist weitgehend verstummt, dennoch versucht hier jeder seiner gewohnten Arbeit nachzugehen. Viele der Ägypter die wir gesprochen haben, waren zunächst sehr entmutigt; manche fragen sich, ob das uns allen bekannte und für sein entspanntes Flair geschätzte Dahab nun ein anderes werden wird, nach diesem schicksalhaften Montagabend? Natürlich weiß keiner von uns, wie das Leben in den kommenden Tagen und Wochen weitergehen wird, doch dass es in positivem Sinn weitergehen wird, darüber bestehen bei uns keinerlei Zweifel.

Schon wenige Stunden nach dem Anschlag wurde klar, dass viele der ausländischen Gäste keineswegs bereit sind ihre Koffer zu packen, und für die meisten der fest Ansässigen kommt dies ohnehin nicht in Frage. Viele Menschen in Dahab - gerade auch unter den zugewanderten Europäern - verbreiten viel Mut in diesen Stunden. Keine 24 Stunden nach dem Geschehnis ist man bereits wieder dabei, die Spuren des Unheils zu beseitigen und die Schäden zu reparieren, wenn auch das zugefügte menschliche und seelische Leid bei weitem nicht so schnell vergessen werden kann. Etliche von uns haben am Morgen nach dem Anschlag Interviews für die internationalen Nachrichtenmedien gegeben und dabei auch vom Zusammenhalt und Miteinander einer Gemeinschaft berichtet, die ihren friedlichen Weg in die Zukunft fortsetzen wird - ohne Hass- und Vergeltungsparolen, vielmehr mit solidarischer Bejahung des zukünftigen Lebens und Zusammenlebens in dieser kleinen Stadt an den Ausläufern des Südsinai-Gebirges. Das ursprüngliche Beduinendorf Dahab wird sich selbst treu bleiben.

Dahab, 26. April 2006
Alexander Keck

 

Stellungnahme zum Bombenanschlag von Cristian Alter, RSEC

Die unfassbare Realität, die uns an diesem späten Montagabend eingeholte, fing mit drei lauten Detonationen, die über ganz Dahab hallten, an. Ist es jetzt wirklich passiert? Nein, doch nicht in Dahab. Natürlich hatte ein jeder hier sich schon einmal mehr oder weniger mit dem Thema beschäftigt. Gerade da Dahab die einzige Touristenstadt auf dem Sinai war, die bisher von einem Terroranschlag verschont geblieben war. Aber natürlich verdrängt man ein so heikles Thema als Mensch doch sehr gerne. Dann trifft man draußen andere Leute, die die Detonationen auch gehört hatten. Langsam schleicht sich die Gewissheit ein, dass wirklich was passiert sein muss. Die Distanz die zwischen der Anschlagsstelle und dem Hotel liegt, lässt uns nur vermuten. Und dann kommt die Gewissheit. Ein Hotelgast kommt aus dem Stadtzentrum zurück und berichtet von seinem verletzten Sohn. Ägyptische Hotelangestellte berichten von Chaos und Zerstörung. Vorstellungen von blutiger und grausamer Zerstörung der drei lauten Knalle, deren Folgen die Presse später in die Welt tragen sollte, drängen sich in unsere Köpfe. Schnell ein Lebenszeichen nach Deutschland zu den Eltern und der Freundin, bevor sie es aus den Nachrichten erfahren und sich unnötig Sorgen machen.

Weitere Berichte der Hotelangestellten: Was, die eine Bombe soll an diesem Hotel hochgegangen sein? Dass sind ja keine 250 Meter von meiner Wohnung. Unsere Diplomandin, die kurz vor 19 Uhr gegangen war, muss da vorbei. Das Mobilnetz ist überlastet „network busy“ steht auf den Display. Hoffentlich ist ihr nichts passiert. Mittlerweile hört man laute Sirenen und sieht in der Ferne Polizei und Krankenwagen in Richtung Stadtzentrum rasen. Angst und Unruhe werden immer stärker. Man trifft weitere Leute. Der Schock steht allen ins Gesicht geschrieben. Man verabredet später zu telefonieren und macht sich auf den Weg. Vor meiner Haustür ist es ungewöhnlich ruhig und dunkel. Die ansonsten sehr belebte Strasse ist, bis auf vereinzelt vorbeiziehende Autos, wie ausgestorben. Mein kleiner Supermarkt, der Gemüsehändler, mein Stammrestaurant schräg gegenüber, alle geschlossen.

Die 20Uhr-Nachrichten berichten kurz von den Anschlägen in Dahab, in deiner eigenen Stadt. Ein komisches Gefühl. Du erreichst immer noch keinen. Dann kommen die ersten SMS von Freunden, die sich nach dir erkundigen. Okay, SMS funktioniert. Du gehst auf die Strasse, schaust nach Leuten die du kennst, gehst bei Freunden vorbei. Die Polizei hat alles großräumig abgesperrt. Svenja geht es gut. Gott sei Dank. Dann kommen die ersten Anrufe durch. Aus Deutschland und aus Dahab. Der Supermarkt und die Läden in der Strasse haben auch wieder auf. In den Nachrichten kommen die ersten Live-Berichte aus Dahab. Deinen Freunden ist nichts passiert. „Hamdu’lillah“ wie die Ägypter sagen würden. Gott sei Dank.

Am nächsten Morgen, das Telefon steht nicht still, man trifft weitere Leute und hört weitere Berichte. Schockierende Bilder der einem doch sehr vertrauten Stellen, an denen die Anschläge passierten, im Fernsehen und von Freunden gemacht. Dann sieht man die Brücke mit dem zerfetzten Geländer und einem wird bewusst, dass man da einige Stunden zuvor drüber gefahren ist. Die Wut über diese fiesen und hinterhältigen Anschläge äußert sich in spontanen Kundgebungen und Friedensmärsche, besonders von der lokalen ägyptischen wie beduinischen Bevölkerung. „Stopp Terror", "We love Tourists" oder schlicht „Peace“ steht auf selbst gebastelten Schildern und Betttüchern. Auch die in Dahab ansässigen und arbeitenden Ausländer beteiligen sich bzw. initiieren Aktionen. Insgesamt ist ein starker Zusammenhalt zu spüren in Dahab mit der klaren Aussage, dass alle weiter machen wollen und sich von dem Terror nicht einschüchtern lassen. Der Flair und das spezielle Lebensgefühl, für das Dahab steht und weswegen viele sich hier niedergelassen haben und auch viele Touristen häufig wiederkommen wird weiter bestehen.

Christian Alter, Dahab, 25.04.2006

 

Liebe Freunde und Unterstützer des RSEC!

So schnell kann es gehen. Gestern noch habe ich eine motivierende Email an die Freunde und Unterstützer des RSEC geschickt und am selben Abend sind in Dahab, von dem wir immer angenommen haben:

... nicht in Dahab...,

drei Bomben der heimtückischen Terroristen hochgegangen. In einer Zeit, die sicherlich nicht zufällig gewählt war, viele Moslems, Juden, Christen (darunter viele Kopten aus Ägypten) spazierten durch die Einkaufstraße und an der Promenade von Dahab.

Es liegt mir sehr am Herzen, und ich spreche hier für das gesamte RSEC, zu betonen, dass wir uns dem Terror nicht beugen wollen und auch nicht werden! In Dahab und überall am Sinai leben Menschen, und sicherlich ist die überwiegende Mehrheit dieser Menschen friedfertig. Ganz normale Menschen wie Du und ich, die ganz normal leben und arbeiten wollen. In Frieden! Es sind Ägypter, Beduinen, Ausländer (in diesem Fall schlüpfen die Europäer in diese Rolle...) . Viele von ihnen sind enge Freunde, die wir schätzen und lieben. Wir haben nicht vor uns dem Diktat des Terrors zu beugen und die weitere wirtschaftliche Existenz der Menschen am Sinai zu gefährden. Wir wollen unseren Teil dazu beitragen, dass sich diese Menschen weiter entwickeln und entfalten können. Isoliert von der Welt könnten sie es nicht erreichen. Sie können nur überleben, wenn der Rest der Menschheit im Kontakt mit ihnen bleibt, wenn wir alle im Kontakt mit ihnen bleiben, wenn wir zu ihnen stehen. Das RSEC bekennt sich zu dieser Haltung, obwohl es heute freilich keine Detailaussagen zur künftigen Sicherheitslage und zu künftigen Entwicklungen abgeben kann.

Was auch immer diese Leute, die Bomben unter unschuldigen Menschen zünden, für Ziele vorfolgen und wer auch immer sie sind, es sind keine guten Menschen und ihre Ideologie kann nur als völlig abartig und krank bezeichnet werden. Anders kann man eine Ideologie nicht nennen, die Unschuldige, darunter Kinder, wahllos abschlachtet. Man kann nicht ein Unrecht durch ein anderes Unrecht aus der Welt schaffen. Viele Extremisten (nicht ausschließlich unter den Islamisten) wollen einen Kampf zwischen Orient und Okzident provozieren. Der Okzident – nicht nur weil er in der Wahrnehmung vieler orientalischer Menschen leider auch die USA mit einschließt – hat zweifellos viel Schuld auf sich geladen. Aber das deutsche Kind, das gestern starb, und ebenso all die anderen Opfer, tragen an der Misere der Geschichte keinerlei Schuld. Terrorismus löst kein einziges Problem. Er widerspiegelt eine kranke, verabscheuungswürdige Ideologie.

Den RSEC-Mitarbeitern und Freunden ist zum Glück nichts passiert; wir trauern aber mit den Opfern und ihren Angehörigen! Wir kannten einige von ihnen und waren oft Gäste in ihren Restaurants und Geschäften, Menschen wie Du und ich. Unser Mitgefühl gilt den Trauernden, die ihre Liebsten auf diese sinnlose Weise und völlig unerwartet verloren haben.

Als erste Stellungnahme direkt aus Dahab leite ich einige Zeilen von Susanne Rossbach (Barakuda, Partnertauchbasis des RSEC) weiter.

Herzliche Grüße
Robert Hofrichter

Susanne Rossbachs statement aus Dahab

Es war gegen 19:12, als ich am Computer sitzend 3 laute "Schläge" hörte, die meine Fensterscheiben erschütterten; mein Haus ist ca. 1 km vom Ort des Geschehens entfernt. Alle meine Hunde kamen sofort ins Haus und versteckten sich; ich wusste, da muss was Schlimmes passiert sein.

Gleich danach kamen Freunde und unsere Angestellten der Tauchbasis aus der Stadt zu mir und haben uns über das Horrorszenario erzählt. Kaum zu glauben, dass eine doch recht kleine Stadt wie Dahab vom Terrorismus betroffen wurde. Unsere Mitarbeiter und unsere Kunden sind alle wohlauf. Dahab ist verstärkt mit Polizeischutz abgesichert. Es gilt die höchste Sicherheitsstufe.

Von allen Hotels kamen Ärzte, europäische, ägyptische und aus Sharm. Die Ambulanz und Feuerwehr war direkt dort. Im Krankenhaus in Dahab waren dann insgesamt mit den freiwilligen Helfern 50 Ärzte im Einsatz, um den Verletzten sofort Erste Hilfe zu leisten. Alle haben zusammengehalten und geholfen, fremde Menschen und Kulturen - ein Team.

Betroffen sind europäische Touristen und natürlich Ägypter, die in den Restaurants bzw. im Supermarkt arbeiten. Einige Bekannte sind tot. Wir sind tief betroffen und fühlen mit den Angehörigen. Ungefähr 25 Menschen sind ums Leben gekommen......Es ist unfassbar, wenn man wirklich selbst mitten im Geschehen von einem Terroranschlag aus der täglichen Routine herausgerissen wird. Wie schnell es gehen kann.....Dabei hatten wir soeben das Gefühl, es geht aufwärts, mehr Gäste reisen wieder in den Sinai, der Terror hat es nicht geschafft - und nun das.

So erschreckend nah das Ganze für uns alle ist - dabei war es im letzten Jahr auch schon verdammt nah in Sharm - wir geben nicht auf und lassen uns von blindem und nutzlosem Hass nicht abschrecken. Wir lieben dieses Land, wir sind hier willkommen, die Ägypter sind sehr gastfreundliche Menschen. Wir geben nicht auf, und haben keine Angst vor feigen Anschlägen.

Es gibt nur diese eine Welt und jeder Mensch hier hat das Recht zu leben. In Frieden.

Letztes Jahr gab es das Motto in Sharm: We are not afraid.

Dieses Jahr sagen wir: We will not give up...

...und halten fest am Frieden, am Glauben.

We are one world.


An dieser Stelle ein großes Danke an alle Kunden und Freunde, die uns kontaktiert haben und mit uns fühlen.


Susanne Rossbach

 

Biberexkursion des fnz in die Salzach-Auen Projekt: Die Rückkehr der Wildtiere. "Zu den Lebensräumen der Biber in den Flachgauer Salzachauen"

Schöneres Wetter als an diesem Samstag hätten sich die 19 jungen und jung gebliebenen Teilnehmer der zoologisch-ökologischen Exkursion des fnz nicht erträumen können. Es war ein Frühlingstag wie aus dem Bilderbuch: Überall frisches Grün, strahlender Sonnenschein, zwitschernde Vögel, der Waldboden voller Blüten... Und ein Lebensraum, der zwar schon lange kein Urwald mehr ist, aber in manchen Bereichen dennoch den Eindruck eines naturnahen Lebensräumes vermittelt. Und das verdankt er nicht zuletzt dem besten Ökologen und Baumeister unserer Natur: dem Biber!

Die Initiative für diese Veranstaltung ging von Wilfried Rieder (fnz) aus. Der Ökologe Mag. Alex Maringer führte dann auf Einladung des fnz die Gruppe in das Revier einer Biberfamilie und zeigte den Teilnehmern nicht nur die markanten, für jedermann leicht erkennbaren Biberspuren (wie etwa große, gefällte Pappeln am Bachufer mit den unverkennbaren Nagespuren), sondern auch solche, die nur das geübte Auge des Fachmanns erkennt – etwa vom Biber errichtete unscheinbare Markierungshügel an den Grenzen des Reviers. Es geht dabei auch nicht darum, dass die Markierung von familienfremden Artgenossen optisch als Reviergrenze erkannt wird, sondern vielmehr um die Geruchsmarken auf diesen kleinen Hügeln. Wie die allermeisten Säugetiere, ist das auch im Fall der Biber ein effektiver Weg, sich ihre Reviere gegen Eindringlinge abzugrenzen.

Die Initiative Rückkehr der Wildtiere liegt dem fnz schon seit seiner Gründung im Jahr 2003 am Herzen. Und dieses Thema wird uns noch lange begleiten, denn in Mitteleuropa gibt es auf diesem Gebiet noch sehr viel zu tun. Leider verläuft diese Rückkehr bei keiner anderen der 10 zurückkehrenden Wildtierarten (siehe Die Rückkehr der Wildtiere von Robert Hofrichter) so unproblematisch wie beim Biber. Der große Nager ist wohl der einzige, bei dem man behaupten kann, dass seine Rückkehr nach Mitteleuropa definitiv geglückt ist. Bei allen anderen Arten (wobei man Arten wie den Wolf lieber gar nicht erwähnen möchte...) ist es eher ein langwieriger, mühsamer und manchmal aussichtslos erscheinender Kampf begeisterter und opferbereiter Naturfreunde. Aussichtslos erscheinend ist jedoch nicht gleichbedeutend mit aussichtslos! Der Biber macht mut: Es ist möglich bei uns längst ausgerottete Arten wieder zurückzubringen!

Und aus folgendem Grund sollte der Biber auch Ihnen, ja jedem von uns und der gesamten Gesellschaft am Herzen liegen:
Es ist seine ökologische Bedeutung für den Naturhaushalt

Der Biber zählt mit über 30 kg Gewicht fast schon zu den Großtieren unserer Natur, und obwohl er wesentlich kleiner ist, wiegt er mehr als ein Reh. Und große Wildtiere haben es in Mitteleuropa nicht gerade leicht – außer sie sind ein beliebtes Jagdwild. Der niedliche Nager mit dem platten Schwanz ist ohne jeden Zweifel ökologisch äußerst nützlich. Gegner des Bibers sind fast immer Besitzer gewässernahen Landes, auf deren Grund der Biber seinen Aktivitäten nachgeht.
In der Regel sind es gar nicht die von “Meister Bockert“ gefällten Bäume, die den größten Argwohn verursachen, sondern die in der Vergangenheit vom Menschen mühsam entwässerten und nun erneut überschwemmten Landstriche. Auch die durch Biber unterminierten Deiche und Dämme sowie gelegentlich angenagte Holzkonstruktionen am Wasser. Deshalb gleich an Abschüsse zu denken, wäre in den meisten Regionen wirklich verfrüht: Sollten in einem Gebiet tatsächlich “untragbare Schäden“ festzustellen sein, können Biber eingefangen und anderswo wieder ausgesetzt werden. Und wie das Land Niederösterreich seit 2002/2003 in einem Pilotprojekt zeigt, können mit Hilfe eines professionellen Bibermanagements viele Probleme aus der Welt geschafft werden.

Die Botschaft des Bibers lautet: Gebt den Gewässern (und uns, den Bibern ...) ein wenig mehr Raum, geht es doch nur um einige wenige Meter! 95 Prozent der (so genannten) Schäden finden sich auf den ersten fünf Metern entlang der Gewässerufer. Bewirtschaftet das Land nicht bis knapp an die Uferlinie! Damit werden sich die Konflikte automatisch auf ein Minimum reduzieren. Außerdem würde man damit dem gesamten Ökosystem etwas Gutes tun, neue Feuchtlebensräume schaffen, die Artenvielfalt wesentlich steigern und einen besseren Schutz vor Überschwemmungen erreichen.

Als dynamischer Faktor trägt der Biber mehr als andere Spezies zur Arten- und Lebensraumvielfalt bei, womit er ganz klar einen Beitrag zur Erfüllung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinien leistet. Deren Ziel ist es, strukturreiche, veränderliche und biologisch vielfältige Gewässerlandschaften zu schaffen. Heute wissen wir, dass die einst als Inbegriff des Fortschritts, als großartige Errungenschaft, als etwas besonders Positives gepriesenen Meliorationen, durch die Forst- und Agrarland gewonnen wurde, und die man stolz Bodenverbesserung nannte, für die Ökologie keinesfalls der Weisheit letzter Schluss waren. Im Gegenteil, sie bedeuteten den Niedergang des ökologischen Gefüges entlang der Gewässer. Der Biber ist kein Schädling sondern ein Meister der Ökologie! Er leistet unentgeltlich Arbeit, für die die Gesellschaft sonst Millionen ausgeben müsste!

Anschließend noch einige interessante Aspekte aus dem Leben der Biber

Lebensraum und Dammbau
Ein Gewässerverlauf mit abwechslungsreichem Ufer, das ausreichend Deckungsmöglichkeiten und genügend Futterplätze bietet, ist für Biber besonders wichtig. Die schnellwüchsigen und weichholzigen Weiden und Pappeln gehören zu seiner Lieblingsnahrung. Schwankungen im Wasserstand seines Wohngewässers reguliert der Biber durch das Anlegen von stellenweise gewaltigen Dämmen – eine Arbeit, in der er ein wahrer Meister ist. In unseren Breiten können Biberdämme etwa hundert Meter lang und drei Meter hoch werden, in Nordamerika sind sie oft noch ausgedehnter. Beim Bau dieser Dämme werden zunächst Äste senkrecht in den Gewässerboden gesteckt und mit Zweigen, Ästen, Wurzeln, Steinen, Schlamm und Schilf verbunden und befestigt. Hinter dem Damm kann sich ein kleiner See bilden, der Wasserfluss wird reduziert und Feinmaterial lagert sich ab. Diese Vernässung vermehrt die Nahrungsreserven für den Biber, und die allmähliche Verlandung des kleinen Sees schafft wertvolle Feuchtwiesen.

My house is my castle
Je mehr Nahrung ein Revier bietet, desto weniger weit muss sich der Biber bewegen. Die Reviergröße einzelner Familien hängt somit nicht unwesentlich vom Nahrungsangebot ab. Die Größe des Aktionsradius schwankt auch jahreszeitlich stark. Dahinter steckt wohl eine ausgeklügelte Lebensstrategie, die auf die Energiebilanz Rücksicht nimmt. Im Sommer bei reichlichem Nahrungsangebot wurde z. B. an der Isar ein Aktivitätsradius des Bibers von
2,5 Kilometer beobachtet. Die Tiere ziehen in dieser Zeit ihre Jungen auf und versuchen, möglichst hochwertige Nahrung mit maximalem Energiegewinn zu finden. Das Verhältnis der krautigen zu verholzten Pflanzen kann in dieser Zeit etwa 15:1 betragen.
Auch die Menge der benötigten Nahrung schwankt jahreszeitlich bedingt: Während ein erwachsener Biber im Sommer etwa 1,5 kg Grünnahrung am Tag verzehrt, braucht er im Winter 5 kg nährstoffärmere Rinde, daher schränkt der Biber auch seinen Aktionsradius in dieser Jahreszeit auf 300 bis 500 Meter ein. Auch das kalte Wasser, in dem sich der Biber bewegt, steigert den Energieverlust. Er bleibt daher in der Nähe des Baus und hält sich viel im Wohnkessel auf.
Wenn einmal ein möglichst günstiges Revier besetzt ist, wird es mit dem Sekret der Geilsäcke markiert. Für familienfremde Biber heißt es dann, draußen zu bleiben. Das Territorium wird vehement verteidigt. So sichert der Biber für seine Familie einen möglichst dauerhaften Lebensraum, der nicht durch Übernutzung an Qualität verliert. Eine Übersiedlung in neue Gebiete ist immer mit Risken verbunden und kann zu einem kräftezehrenden Abenteuer werden. Durch die Anlage neuer Kanäle oder indem er auf weniger beliebte Nahrungspflanzen umsteigt, versucht er, den Zeitpunkt einer nötigen Übersiedlung aufzuschieben.

Fressen Biber Holz?
Dass Biber auch Fische oder Muscheln erbeuten sollen, ist nur eines der vielen alten Märchen. Biber sind wie die meisten Nagetiere ausschließlich Pflanzenfresser. Das gilt zumindest primär; es gibt – wie so oft – einige Ausnahmen. Die Bisamratte ernährt sich zusätzlich von Muscheln und Wasserschnecken, ebenso wie manchmal die Nutria.
Schon naheliegender, aber dennoch falsch, ist die noch immer vorkommende Ansicht, dass Biber Holz fressen. In Wirklichkeit gelangt nur die Rinde von Gehölzen in seinen Magen. Davon kann sich jeder überzeugen, der Biber beobachtet oder aufmerksam die Biberspuren und die von ihm gefällten Bäume am Gewässerufer oder in der nahen Weichholzau untersucht. Das Holz, das – wenn es versehentlich in den Rachen gelangt – mit demonstrativem Abscheu ausgespuckt wird, dient ihm hauptsächlich als Material für seine Bautätigkeit.
Im Winter frisst der Biber die Rinde von Weiden, Pappeln und anderen Bäumen. Ein erwachsenes Tier kann bis zu 4.000 kg Holz im Jahr verarbeiten, jedoch nicht fressen (!), wobei es bei der Nutzung der gefällten Bäume mit System vorgeht. Zunächst werden die dünnen Seitenzweige mit den Nagezähnen abgeschnitten und in den schlammigen Gewässergrund gerammt. Sie dienen als Vorrat für den Winter. Stärkere Äste werden als Bauholz genutzt. Um das wenig nährstoffreiche, bittere und relativ schwer verdauliche Rindenmaterial aufbereiten zu können, hat der Biber einen Blinddarmsack, das Zeckum, in dem Bakterien leben, durch welche die Nahrung in leichter verdauliche Eiweiße umgewandelt wird.
“Gott hat ihnen auch in der Natur gegeben, daß sie sehen können, wo der Baum, den sie abhauen wollen, hinfallet, da sie dann an der Seiten erst mehr einkerben, hernach da ablassen, auf der andern Seite anfangen und ihn vollends umfällen“, wird in Zedlers Universallexicon (1732) behauptet. Biber sind zwar mit ihrer Fähigkeit, ausgewachsene Bäume zu fällen, einmalig, aber dass sie diese so fällen können, dass sie immer ins Wasser fallen und nicht im Geäst der Nachbarbäume hängen bleiben, ist eine Biberlegende. Hier wurde ihnen eine geradezu übermenschliche Klugheit angedichtet. Dass die Bäume meist in die richtige Richtung fallen, hat ganz natürliche Ursachen. Bäume, die an einem Gewässerufer stehen, wachsen in der Regel mit einem Übergewicht zur freien Wasserfläche hin, wo sie sich zum offenen Raum hin konkurrenzlos frei entfalten können. Außerdem stehen solche Bäume bereits oft auf der schrägen Gewässeruferböschung.

Ein vorbildliches Familienleben
Biber erscheinen recht “human“ und zeigen etliche Verhaltensweisen mit menschlichen Zügen: Sie leben monogam, kümmern sich in einer Familie zwei Jahren lang um ihren Nachwuchs, bauen ein Haus, in dem bis zu drei Generationen leben, und sind äußerst fleißig (“to work like beavers“ bedeutet in Nordamerika fieberhaft arbeiten). An den Bauwerken arbeitet die gesamte Familie mit, wobei die Bibermutter vor allem beim Dammbauen am einsatzfreudigsten ist. Das Biberpaar bleibt ein Leben lang zusammen. Die auf Seite 87 beschriebene Biberin Rachel ist als “alleinerziehende Mutter“ eine Ausnahme. Die Familiengröße hängt unter anderem von der Größe des Reviers und dem Nahrungsangebot ab.
Nach der Geburt der kleinen Geschwister im Frühsommer werden die ältesten Sprösslinge ziemlich unsanft aus dem Revier vertrieben, um für den jüngsten Nachwuchs Platz zu schaffen. Die vertriebenen Jungen begeben sich auf Wanderschaft, um sich einen Partner zu suchen und ein eigenes Revier zu gründen. Dabei legen sie zwischen 20 bis 250 Kilometer zurück und können auch Gebirgszüge überwinden, wie etwa die Kleinen Karpaten in der Slowakei.
Jungbiber leben gefährlich. Nur ein Viertel, unter optimalen Bedingungen die Hälfte, der Jungtiere erreicht ein Alter von zwei Jahren und somit den Zeitpunkt der Selbständigkeit. Die alljährlichen Hochwasser kosten vielen Tieren das Leben. Neben Gefahren, wie besonders strenge Winter, Raubfische, Greifvögel, Füchse oder streunende Hunde, ist für die Jungbiber die Umstellung von der Muttermilch auf die pflanzliche Nahrung kritisch. Der gesamte Verdauungsapparat mit den effektiven bakteriellen “Helfern“ muss sich auf das schwer verdauliche Pflanzenfutter einstellen. Hinzu kommen noch die vom Menschen verursachten Gefahren wie der Straßenverkehr, dem nicht wenige Tiere – und gerade jene auf Wanderschaft – zum Opfer fallen. Und obwohl der Biber unter Schutz steht, wird er immer wieder erschlagen, erschossen, in Fallen gefangen oder vergiftet. Bei ausgewachsenen Tieren kommt es auch zu Infektionen in Folge von Bissverletzungen, die mit Revierkämpfen einhergehen.
Im Herbst bricht in der Familie emsige Betriebsamkeit aus: Der Bau muss winterfest gemacht werden. Im Winter können Biber wochenlang im Bau bleiben. Sie halten jedoch keinen Winterschlaf, sondern nützen den reichlichen Nahrungsvorrat, den sie sich vorsorglich in ihrem “Kühlschrank“ unter Wasser angelegt haben.

Die Kinder auf Händen tragen
Es klingt nach Vermenschlichung des Bibers, ist aber dennoch wahr: Wenn sich die Jungbiber zu lange im Wasser umhertreiben, befördert die Mutter sie bestimmt (um nicht zu sagen: mit Gewalt) in die Burg, was stark an die Bemühungen menschlicher Mütter erinnert. Manchmal kommt es vor, dass eine Bibermutter auf den Hinterbeinen laufend über Land geht und ein Jungtier auf den hochgehaltenen Vorderbeinen trägt. Auch auf dem platten Schwanz der Mutter können die Jungbiber transportiert werden – eine Art Biber-Schlittenfahrt.

 

Reise mit Nele zu den Perlen im indischen Ozean, den Seychellen - Ein Erlebnisbericht von Renate v. Soosten

Die Seychellen - ein Paradies
Für Reiserverwöhnte, die schon viele wunderbare Ecken dieser Erde erleben durften, ist es manchmal (leider) nicht (mehr) so leicht nachempfindbar, welch starken Eindruck exotische Lebensräume, die Wunder des Tropenmeeres und der Natur allgemein auf Menschen haben können, die derartiges zum ersten Mal erleben.
2005 wollte unsere Freundin Nele (Cornelia v. Soosten) ihre Mutter Renate auf eine ganz besondere Reise mitnehmen. Eine Möglichkeit dazu bot im Oktober 2005 die RSEC-Reise Auf der Spur der Walhaie – und diese Chance ließen sich Nele und Renate (auf Initiative der Tochter) nicht entgehen.
Renate war mit 67 unser ältester Reiseteilnehmer. Ihr Bericht, den sie mir einige Wochen nach der Reise schickte, hat mich (Robert Hofrichter) als Reiseleiter und Seychellenkenner tief berührt. Es ist schön, wenn jemand das Fenster zu seinen Emotionen so weit öffnet, um auch andere an ihnen teilhaben zu lassen. Mich hat der Bericht inspiriert und zum nachdenken angeregt, nichts auf dieser Welt als selbstverständlich anzusehen... Renate, danke für diesen schönen Bericht!

Reise mit Nele zu den Perlen im indischen Ozean, den Seychellen
Ein Erlebnisbericht von Renate v. Soosten (Anm. des Webmasters: Nele ist die Tochter von Renate, die ihre Mutter zu dieser Reise überredete)

Oktober 2005

Waren wir wirklich da? In diesen letzten Paradiesen unserer Erde? An den weißen Stränden mit der starken Brandung, dem tiefgrünen klaren Wasser, das ins lila-dunkelblau überging, den wunderbaren Palmen und den fremd anmutenden Kasuarinabäumen? Und kein Tourismus! Außer uns spielten oft nur dunkelhäutige Kinder im Wasser. Ja, wir waren da. Es scheint schon unwirklich. Obwohl wir (Nele geht es genau so) auch noch nicht richtig wieder „hier“ sind. Es kommt uns so vor, als wären wir mindestens 4-5 Wochen weg gewesen. Durch unsere nächtlichen Träume geistern die Bilder der schwierigen Pfade, auf denen wir unterwegs waren, den Wäldern, die noch ursprünglich sind, wenn auch nicht so majestätisch wie in Costa Rica.
Es war aufregend und schwierig. Die Erlebnisse hart erstanden. Der Mut hätte mich verlassen, wenn ich alles vorher gewusst hätte, was auf uns zukam. Über das Programm, das ich sehr spät erhielt, erschrak ich und sah es mir gar nicht erst in den Einzelheiten an.
Expedition stand in dem Programm und ich hielt es für einen Druckfehler. Aber diese von einem begeisterten Biologen gestaltete Reise wollte uns mit der ganzen Einmaligkeit dieser unterschiedlichen Inseln bekannt machen und so wurde mehr an Flexibilität, Anstrengung und ... ja, auch Mut gefordert als sonst bei solchen Reisen üblich. Nun, ich muss dazu sagen, dass die anderen Teilnehmer sportlicher waren als ich. Aber ich glaube, Nele ist doch ein bisschen stolz, dass ich alles schaffte. Sie hatte des Öfteren Sorge. Sie war sehr liebevoll und nahm mir soviel wie möglich ab. Ich danke ihr; und besonders dafür, dass sie mich überhaupt auf diese Reise mitnahm. Ich bin unendlich „erweitert“ wiedergekommen. Ich bekam auch eine Ahnung von einer ganz anderen Welt – der Unterwasserwelt, der Welt der Meere. Das war auch Neles Anliegen.
Ich nahm meinen Mut zusammen und „schwamm mit den Fischen“. Nun, es war nur ein „Schnorcheln“, wie es viele tun. Aber für mich war es etwas besondere, etwas Wunderbares: vom Boot aus ging es in ganz klares Wasser und trotz der Tiefe von ca. 16 Metern konnte man bis auf den Grund sehen. Die wunderbaren Farben der Fische, z. B. Schwärme kleiner Fische und Doktorfische, leuchteten. Die Sonne ließ Licht und Schatten auf ihnen spielen. Große Fische kamen näher. Ich schwamm mit ihnen als ein Lebewesen, als ein Gast in ihrem Element und sie ließen mich und hatten keine Angst und flüchteten nicht. Wen es mir allerdings zu Bewusstsein kam, wo ich mich befand, nämlich weit weg vom Boot und ziemlich tiefes Wasser unter mir, dann vergaß ich die Technik des Schnorchelns und verschluckte mich, und Nele musste mich retten...
Das Erlebnis dem Walhai zu begegnen ist eigentlich unbeschreiblich. Die großen Lebewesen der Meere zu sehen in ihrem angestammten Reich, berührt zutiefst und lässt uns demütig werden. Ähnlich wie die Begegnung mit den alten Bäumen in den Regenwäldern… Wir hatten dieses seltene Erlebnis. Und Nele wird vielleicht von ihrem Eindruck schreiben, der ja noch viel intensiver war, denn sie ist mit ihm geschwommen.
Es war schön, „unser“ Walhaibaby, mit gleichmäßigen weißen Flecken auf dem dunklen, geschmeidigen Körper. Wir konnten seinen Standort immer ausmachen an der dreieckigen Flosse, die aus dem Wasser ragte. Ich sah ihn in seiner ganzen Länge, als er ganz dicht längsseits des Bootes kam.
Um Nele hatte ich einige Momente Sorge: Alles vergessend zog sie ihre Flossen an und war als eine der ersten im Wasser. Wo war ihre sonstige „Schissigkeit“? Sie hielt sich abseits von den anderen Schnorchlern. Und als der Walhai sich anschickte stetig davonzuziehen, schwamm sie hinterher…
Von den Anstrengungen der Unternehmungen erholten wir uns an den Buchten und Stränden, von denen eine schöner als die andere war. Nie wurden wir müde die wunderbaren Formen zu bestaunen, die das Meer aus den Granitfelsen gewaschen hatte. Sie sahen aus wie aus Sahne gespritzt…
Natürlich war es der Ehrgeiz von unserem Reiseleiter Robert uns so viele der Seltenheiten dort wie möglich zu zeigen. Wir kriegten steife Hälse von lauter In-die-Luft-Schauen, um den Paradiesfliegenschnäpper, den schwarzen Papagei und andere Vögel zu entdecken. Auffällig wenig scheu waren sie alle. Wir krochen auf der Erde herum, um den kleinsten Frosch der Welt zu suchen und … fanden ihn! Das Froschbaby ist so groß wie ein Reiskorn. Nele fand drei Stück!... Das Wühlen nach Blindwühlen blieb ohne Erfolg und Robert meinte: „wie gut, dass die Reise nicht unter dem Motto steht: „Auf den Spuren der Blindwühlen“…
Selbst beim Abendessen wurde gefachsimpelt, welcher Fisch das wohl sei, den wir da aßen. Die schönsten Vögel waren nicht die seltensten. Wunderschön zeichneten sich die weißen „Tropics“ mit den langen Schwänzen am blauen Himmel ab. Doch die zarten Feenseeschwalben mit durchscheinendem weißen Gefieder waren meine Lieblingsvögel. Ein verwirrendes Erlebnis hatte ich, als ich auf der einen Bootsfahrt plötzlich am Himmel leuchtend grüne Vögel entdeckte. Ich wollte gerade den „Vogelrobert“ (Dr. Robert Lindner, Anm. des Webmasters) darauf aufmerksam machen, als der Vogel herumschwenkte und ich ihn als Feenseeschwalbe identifizierte. Das grüne Meerwasser hatte sich in seinem Gefieder wiedergespiegelt…
Das Wissen, dass wir uns auf uraltem Gestein der Erde befanden, nämlich dem „Gondwanaland“ aus der Zeit, als die (südlichen) Kontinente noch zusammenhingen, bestärkte unser Bewusstsein dafür, wie unendlicher die Zeit ist…
Abends und am Strand lasen Nele und ich abwechselnd in dem Sachbuch: „Der Gesang des Dodo“. Es behandelt die Geschichte der Evolution und trug so auch dazu bei, dass das Erleben dieser Inseln mit ihren endemischen Arten und auch sehr alten Arten intensiviert wurde, ja, fast fühlten wir uns in vergangene Zeiträume versetzt.
Aber jetzt sind wir wieder zu Hause. Ich hatte mich an die Wärme gewöhnt und auch an die diversen anderen Unbilden wie Gruppe, Hygiene, Aufregung usw. Das alles hatte dieses Mal länger gedauert. Zu Hause empfing uns zuerst feuchte Kühle und ich fror schrecklich bis es wieder wärmer wurde. Aber es ist eine wunderbare Herbstfärbung. Es ist so, als ob uns klargemacht werden sollte, dass die Erde überall schön ist – nicht zuletzt auch zu Hause. Wir möchten nicht auf die Jahreszeiten verzichten.
Trotzdem habe ich alles von der Reise vor Augen und die Erinnerung an den morgendlichen Blick auf die sich sanft im Wind bewegenden Palmwedel bedeuten, dass die Möglichkeiten zu leben und zwar, schön zu leben, vielfältig sind.

„Weite, bleib in mir!“

Man kann nicht vergleichen was unvergleichlich ist. Aber der Mensch will alles einordnen, verstehen, systematisieren. Es war eine unvergleichliche Reise. Die Üppigkeit der Palmen, die Blütenfülle der Bäume, die vielen unterschiedlichen Formen der Samen und Früchte, ja, auch die Wärme, einfach alles war „tropischer“ als auf unserer Reise nach Costa Rica. Nun, wir befanden uns auch fünf Minuten südlich des Äquators. Dazu kommt, dass es Inseln sind. Und das ist ebenfalls etwas ganz anderes. Gewöhnen wir uns an, die Dinge zu nehmen wie sie sind und wir wollen nicht versuchen alles in ein Verhältnis zu etwas anderem zu setzen.
Auch diesen subjektiven Kurzbericht betrachte man so. Ich bin heute eine andere als vor zwei Jahren und „sehe“ anders.
Die Riesenschildkröten, die wir sahen, beeindruckten mich nicht so sehr; sie kamen mir wie „Haustiere“ vor, da wir sie nicht als freilebend in der Natur fanden. Doch jetzt mit dem Hintergrundwissen, das ich mir inzwischen angelesen habe, sehe ich sie mit ganz anderen Augen.
Jetzt wo alles gut überstanden ist, würde ich, wenn man mich fragen würde, sagen, dass ich natürlich die Reise machen würde. Die Sorge vor dem Ungewissen überwindet man mit zunehmenden Jahren auch nicht mehr so leicht.

Noch mal: Danke, Nele! Ich habe viel zu tun, dieses Reiseerlebnis zu verarbeiten.

 

Tote Wale auf den Kanarischen Inseln - Massenstrandung wieder durch militärische Manöver verursacht?

La Gomera, 03.04.2006 - Eine ungewöhnliche Häufung von Walstrandungen hat auf den Kanarischen Inseln zum Tod von mindestens fünf Tieren geführt. Nach ähnlichen Vorkommnissen in der Vergangenheit fiel der Verdacht sofort auf mögliche militärische Manöver im Gebiet der Kanaren. Umweltschützer fordern, dass Sonargeräte verboten werden, deren tödliche Wirkung auf Wale inzwischen mehrfach nachgewiesen ist.

Am vergangenen Dienstag strandeten zwei seltene Gervais-Zweizahnwale (Mesoplodon europaeus) noch lebend auf El Hierro und am Freitag wurde vor La Gomera ein Zwergpottwal (Kogia breviceps) tot auf dem Meer treibend gefunden, kurze Zeit später strandeten ein Pottwal (Physeter macrocephalus) sowie ein Rundkopfdelfin (Grampus grieseus) bei Fuerteventura. Die zeitliche Nähe der Strandungen ist typisch für Massenstrandungen, die durch bestimmte vom Militär benutzte Sonargeräte ausgelöst werden. Besonders die empfindlichen Schnabelwale reagieren panisch und der schnelle Aufstieg zur Oberfläche aus großen Tiefen führt dann zu Symptomen ähnlich der Taucherkrankheit, an der die Tiere verenden.

„Pottwale und Zwergpottwale gehören ebenfalls zu jenen Arten, die tief und lange tauchen können. Daher ist es gut möglich, dass auch der vor La Gomera gefundene Wal eines unnatürlichen Todes starb“ sagt Fabian Ritter, Meeresbiologe des Berliner M.E.E.R. e.V., welcher seit Jahren ein Forschungsprojekt auf der kleinen Kanareninsel unterhält. „Die erste Untersuchung der Kadaver ergab, dass es sich um gesunde Tiere handelte, die erst kürzlich Nahrung zu sich genommen hatten. Das deutet ebenfalls auf einen unnatürlichen Tod hin. Das Zwergpottwalweibchen war tragischerweise trächtig und trug einen etwa drei Monate alten Fötus“, so Ritter weiter.

Bereits 2002 und 2004 gab es Massenstrandungen von Schnabelwalen im kanarischen Archipel, und beide Male wurde ein eindeutiger Zusammenhang mit Militärmanövern hergestellt. Zuletzt strandeten vier Schnabelwale im Januar 2006 in Südspanien und die Zahl der mit Militärsonar in Verbindung gebrachten Massenstrandungen liegt weltweit inzwischen bei mehreren Dutzend. Tatsächlich kreuzten zur Zeit der Strandungen Kriegsschiffe in kanarischen Gewässern. Von offizieller Seite gab es dazu keine Stellungnahme. M.E.E.R. e.V., GRD und DUH protestieren seit langem gegen den Einsatz der militärischen Sonargeräte. "Zumindest Gebiete, die für ein hohes Vorkommen an Walen und Delfinen bekannt sind, müssen unbedingt verschont bleiben", fordert Denise Wenger, Biologin bei der GRD. "Die Verantwortlichen scheinen sich darum aber oft überhaupt nicht zu kümmern, denn die Europäische Union hat bereits eine Resolution erlassen, diese Sonargeräte nicht mehr einzusetzen.“

Auch die kanarische Regierung verlangte, gänzlich auf Übungen mit walschädlichem Sonar im Archipel zu verzichten. Die englische NAVY wurde erst kürzlich verpflichtet, spezielle Frühwarnsysteme zum Schutz der Wale zu installieren. „Diese Maßnahmen reichen bei weitem nicht aus“, sagt Jörg Dürr-Pucher von der Deutschen Umwelthilfe. „So lange Wale daran sterben, darf diese Technik nicht eingesetzt werden“.

Die Todesursache der jetzt gestrandeten Wale wird nun durch Experten der Universität von Las Palmas auf Gran Canaria festgestellt. Sie schickte umgehend Fachleute an die Orte des Geschehens, um die Wale zu untersuchen und umfassendes Probenmaterial zu sammeln.

Weitere Informationen und fotografisches Bildmaterial :
M.E.E.R. e.V., La Gomera. TEL: (0034) 686 171 425 (- 67 99 39 359 oder – 696051010)
www.m-e-e-r.de

 

Die Ornithologische Saison ist eröffnet

fnz-Mitglied Norbert Ramsauer berichtet über seine Saisoneröffnung. Wir danken für den netten Bericht, der Appetit auf mehr macht....

Die Hauptsaison für Ornithologen ist voll angelaufen und aus diesem Anlass, sozusagen als Einstimmung, möchte ich Euch meine Foto-Ausbeute vom letzten Wochenende übermitteln. Ich hoffe, Ihr könnt meine Freude darüber mit mir teilen.

Hier eine schriftliche Zusammenfassung des letzten Wochenendes:

Am Freitag nachmittag war ich mit Anneliese Klinger im Kreuzbergfeld, einer Renaturierungsfläche östlich von Bischofshofen. Auffallend war dort am Freitag ein starker Durchzug von Rohrammern, von denen wir leicht über 20 gezählt haben. Das Foto vom Rohrammermännchen wie auch das vom Turmfalkenweibchen stammt von dort. Am Mittwoch und am Donnerstag auf der Fahrt zur Arbeit sind mir bereits Vogelschwärme an den südexponierten Wiesen östlich unserer Siedlung in St. Veit aufgefallen.
Am Donnerstag abend hab' ich schnell nachgeschaut und festgestellt, dass es sich um Feldlerchen handelt. Am Donnerstag abend sind an einem einzigen Hang (ungefähr 100 x 50 m) 100 bis 120 Feldlerchen aufgeflogen. Daraufhin habe ich mir für den Samstag (nachdem schönes Wetter vorausgesagt wurde) vorgenommen, Feldlerchen zu fotografieren. Für die Vögel sind die Folgen des schneereichen Winters natürlich hart und so fanden sie an diesem Wochenende nur an wenigen südexponierten Hängen und direkt an Flussufern Nahrung. Deshalb auch diese großen Ansammlungen (vmtl auch Zugstau wegen des bis Samstag vormittag schlechten Wetters).

Am Samstag waren es dann mindestens 150 bis 200 Individuen die ich gesehen habe (und das nur auf einer relativ kleinen Fläche östlich der Siedlung, in der ich wohne). Teilweise waren mehr als 100 Ind. gleichzeitig in der Luft. Die Vögel waren sehr scheu und unruhig. An einem Hang unterhalb einer Streuobstwiese war auch ein Trupp von 8 Heidelerchen. Leider waren diese zu weit weg. Als ich sie im Spektiv sah, sind sie mir zwar ein bißchen anders vorgekommen, doch ich hätte mir auf die Entfernung keine andere Bestimmung als weitere "Feldlerchen" getraut. Doch dann sind sie auf Grund einer Hauskatze vom nahe gelegenen Bauernhof aufgeflogen und haben ganz anders als die vielen Feldlerchen zuvor gerufen, nämlich wie Heidelerchen ;-). Es wäre schön gewesen sie nahe zu sehen. Die Fotos vom Kolkraben, vom Tannenhäher und von der Misteldrossel stammen auch aus der Gegend.

Sonntags war ich kurz im Weidmoos, dort ist aber noch Winter. Die Graugänse und ersten Kiebitze sind aber schon dort. Deshalb bin ich zum Saalachspitz gefahren, um nach Wasservögeln Ausschau zu halten. Außerdem singen die Spechte um diese Jahreszeit. Ich hatte mit beidem Glück. Besonders freut mich natürlich die Sichtung meines ersten "Salzburger" Mittelsägers, der sich allerdings die falsche Frau ausgesucht hat und die ganze Zeit um ein Gänsesägerweibchen herumbalzte. Als ersten Langstreckenzieher habe ich die erhoffte Knäkente zu Gesicht bekommen und zu guter letzt ließ sich auch noch ein Grauspecht anschauen (auch erst das zeite Mal, dass ich den so schön gesehen hab).

Also für mich hat sich dieses erste ornithologische "Intensiv-Wochende" ausgezahlt. Ich hoffe, Ihr hattet ähnliche Erlebnisse oder habt diese zumindest in nächster Zeit.

Ich wünsche Euch allen viel Spaß und Erfolg beim "Birdwatchen". Vielleicht teilt mir der eine oder andere auch mit wo er was gesehen hat.

Liebe Grüße

Norbert Ramsauer

 

fnz-Galápagos-Filmpräsentation am Mittwoch, den 29. März 2006, war ein voller Erfolg

Um 19.00 Uhr versammelten sich im Audi Max der Naturwissenschaftlichen Fakultät (Uni Salzburg) mehr als 250 Gäste, um der Präsentation des fnz-Naturfilmes Galápagos – Das zerbrechliche Paradies beizuwohnen.

Der Film wurde im Februar 2005 unter eher ungünstigen Bedingungen und in nur 2 Wochen vom Kameramann Roland Wieland unter Mitwirkung des ORF-Moderators Herbert Gschwendtner und unter wissenschaftlicher Aufsicht von Dr. Robert Hofrichter gedreht. Herbert Gschwendtner bedankte beim Unterstützer der Filmproduktion, Red Bull, der nicht nur eine technische Aufrüstung für Unterwasseraufnahmen (im Format 16:9) möglich machte, sondern auch zur Abdeckung der hohen Reisekosten und Anmietung eines Kleinflugzeuges für die überaus spannenden Luftaufnahmen maßgeblich beigetragen hat.

Die Filmpräsentation wurde zur bisher größten und erfolgreichsten Veranstaltung in der jungen Geschichte des fnz. Wohl alle Besucher verspürten beim Betrachten der faszinierenden Natur- und Tieraufnahmen den Wunsch, das Naturwunder Galápagos auch einmal persönlich erleben zu wollen. Der (leider) sehr hohe Preis von Galápagosreisen bietet diesem UNESCO-Weltnaturerbe und zerbrechlichem Ökosystem jedoch auch einen gewissen Schutz vor einer zu hohen Zahl von Besuchern …
Bereits in den 20er Jahren, des 20. Jahrhunderts etablierte sich im Archipel eine Art Ökotourismus, obwohl das Wort noch gar nicht erfunden war. Heute dominiert er die Wirtschaft von Galapagos. Bis 2004 stieg die Anzahl der Touristen auf etwa 75.000 Besucher pro Jahr. Die negativen Auswirkungen auf die Inseln wurden durch die Einhaltung strenger Kontrollen auf ein Minimum beschränkt.

Um einen Eindruck vom Film zu vermitteln sind nachfolgend einige Textfragmente vom Filmanfang und –schluss sowie einige Fotos angeführt.

Die Erde, der blaue Planet. Der Mensch folgte dem Gebot und hat sich dieses Paradies untertan gemacht. Oder doch nicht? Höhere Gewalten überraschen ihn immer wieder trotz allen Fortschritts, Naturmächte, die Erdenbewohner nicht einmal ansatzweise kontrollieren können. Mit ihnen konfrontiert sind sie ausgeliefert und machtlos. Allzu gern wiegen sich Menschen in falscher Sicherheit und glauben, dass das “Festland“ dauerhafte Stabilität, Sicherheit und unbegrenzt Lebensgrundlagen garantieren würde...

… Am Anfang sind Adam und Eva aus dem Paradies vertrieben worden. Sie haben sich nicht an gegebene Gesetze gehalten und hatten dafür mit ihren Kindern die Konsequenzen zu tragen. Doch scheinen die heutigen Erdenbewohner keinen Hauch weiser zu sein: Wenn Naturparadiese aus dem Gleichgewicht gebracht werden, sind sie oft für immer verloren. Die Vertreibung aus dem Paradies wiederholt sich irgendwo auf dem Planeten täglich – und gleich hundertfach. Die Erde in all ihrer Schönheit ist vor allem eines: “Ein Zerbrechliches Paradies.“

Paradiese wurden nicht von Menschenhand geschaffen. Ihr Baumeister ist die Natur und eines ihrer berühmtesten Werke sind die Galapagos-Inseln, geformt aus flüssigem Gestein direkt aus dem Erdinneren.

…Es gibt sie noch, die letzten Paradiese. Bis heute finden wir sie an wenigen entlegenen Punkten des Erdballs. Oft sind es, wie im Fall von Galapagos, Inseln inmitten des Ozeans. Sie lassen uns annährend erahnen, wie es in der paradiesischen Urzeit unseres Planeten gewesen sein könnte.

Martin Luther sagte einmal: Wenn Morgen die Welt untergeht, dann lass uns heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen. Gründe für Pessimismus gäbe es zu genüge, doch Galápagos braucht genau diese Einstellung seiner Beschützer in einer globalisierten Welt. Oder wollen wir tatenlos zusehen, wie die einzigartige Fauna und Flora aus einem der letzten Zerbrechlichen Paradiese unserer Erde vertrieben wird?

 

Einladung zum Pressegespräch: LUDWIG SALVATOR - GESELLSCHAFT

Am Mi., 29. 3. 2006
10.30 Uhr
im
RadioKulturCafé
A- 1040 Wien; Argentinierstraße 30a

Die nach langjähriger Vorarbeit vom Wiener Rechtsanwalt Dr. Wolfgang Löhnert gegründete

LUDWIG SALVATOR-GESELLSCHAFT

beabsichtigt nun, mit Hilfe von Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Politik, Kunst und Menschen, denen die brennenden Themen des mediterranen Raumes (z.B. Nord-Süd-Konflikt, Christentum/Judentum/ Islam, Spannungsfeld Natur/Artenschutz – Tourismus) ein wichtiges Anliegen sind, die Pflege und impulsgebende Weiterführung des panmediterranen Vermächtnisses von Erzherzog Ludwig Salvator.

Alle Infos und ein Programmüberblick hier.

 

Das Mittelmeer und die mediterrane Region: mit oder ohne Zukunft?

Im Rahmen des Österreich im EuroMed-Prozesses wird am 3. und 4. April 2006 in der Diplomatischen Akademie Wien unter dem Motto ORIENT – OKZIDENT: BEGEGNUNGEN UND VISIONEN das österreichischen Netzwerk der Anna Lindh Stiftung (ALF) vorgestellt.

Das fnz (forum natur & zukunft) ist bei der zweitätigen Veranstaltung auf Einladung von Dr. Wolfgang Löhnert (Ludwig Salvator-Gesellschaft) durch einen Vortrag von Robert Hofrichter vertreten:

Mediterran: Ein globaler Rück-und Vorblick.
Der Vortrag spannt einen Bogen zwischen der erdgeschichtlichen Entwicklung, der eher tristen ökologischen und geopolitischen Gegenwart und einer von vielen erhofften Zukunft des Mittelmeeres. Für Pessimismus gibt es zahlreiche Gründe, doch hat das Mittelmeer in seiner Geschichte schon viele Krisen überstanden, wurde im Laufe der Jahrtausende naturräumlich massiv degradiert, und fasziniert uns heute dennoch unvermindert weiter. Einzigartigkeit und Vielfalt des Mediterran sind jede multinationale Hilfe wert, die wieder Hoffnung zurückbringt.

Alle Infos und ein Programmüberblick hier.

 

fnz-Webtipp: Sehr gute Webseite rund um den Schutz der bedrohten Regenwälder dieser Erde

Wer sich über den Zustand sämtliche Regenwälder informieren will und auch aktiv etwas gegen die Ausrottung der Wälder bzw. auch der Völker, die im Einklang mit der Natur dort leben, tun will, muss bei www.regenwald.org reinschauen! Im November 2002 bekam "Rettet den Regenwald e.V.", der Herausgeber dieser Webseite, von der Zeitschrift "Öko-Test" die Note "Sehr Gut" für seinen Umgang mit den Spendengeldern.
Die Seite wird ständig aktualisiert, leider mit haarstreubenden Nachrichten über Skandale wie die für unsere Umwelt essentiellen Regenwälder ausgebeutet werden.

www.regenwald.org/

 

Was ist mediterran? Die Süddeutsche Zeitung kommentiert das Buch von Dr. Robert Hofrichter "Mythos Mittelmeer".

Was ist mediterran?

Robert Hofrichter versucht in seinem Buch den Mythos Mittelmeer greifbar zu machen.
Von Stefan Fischer

Der Begriff des Mediterranen ist offensichtlich ziemlich dehnbar. Portugal zum Beispiel wird dem mediterranen Raum zugerechnet, obwohl das Land gar nicht am Mittelmeer liegt. Kalifornien, Chile, Südafrika und der Südwesten Australiens haben das gleiche Klima wie die Mittelmeerregion. Orangen und Zitronen, die man mit Italien verbindet, mit Spanien und Israel, stammen ursprünglich aus Asien – die Orangen aus China, die Zitronen vom Himalaya. Insofern hat der Meeresbiologe, Autor und Naturfotograf Robert Hofrichter schon recht, wenn er das Mittelmeer im Titel seines Buches einen Mythos nennt. Er nähert sich ihm von den Rändern her: Die ersten Fotografien zeigen spröde Landschaften – die Wälder rund um das Mittelmeer sind zum Zwecke der Kriegsführung abgeholzt worden. Allein anlässlich der Seeschlacht bei Lepanto 1571 wurden eine Viertel Millionen Baumstämme erst zu Schiffen zusammengezimmert und dann postwendend als Wrackteile versenkt.

Am Ende des Bandes befindet sich auch Hofrichter unter der Wasseroberfläche, er zeigt Ausschnitte aus der dortigen Tier- und Pflanzenwelt. Dazwischen gehorchen die Aufnahmen keiner Ordnung, es sind überwiegend Stimmungsbilder, von denen man nicht unbedingt zu wissen braucht, wo in Griechenland oder Frankreich sie aufgenommen sind. Im Wechsel mit den Fotografien stehen charmant geschriebene Feuilletons über Naturphänomene wie den Wind. Andere sind dem Lebensstil gewidmet, und eines Homers möglicher Meeres-Antipathie. Als Gewährsmann hat Hofrichter sich Mark Twain gewählt. Er zitiert aus dessen "Reise durch die Alte Welt", eine Europa- und Mittelmeerreise. Auch Twain hat erkannt, dass dieses Meer nicht trennt, sondern verbindet. Oder kennt jemand die Grenze zwischen Orient und Okzident?

ROBERT HOFRICHTER: Mythos Mittelmeer. Verlag Carinthia, Klagenfurt 2004, 200 Seiten, 26 Euro.

Link zum Orginalkommentar hier.

Dieses Buch ist auch in unserem onlineshop erhältlich!

 

Die Sorgen des Waldrappteams mit der Vogelgrippe

Die vom Waldrappteam betreuten Tiere befinden sich gegenwärtig im italienischen Überwinterungsgebiet in der Lagune di Orbetello. Bald wird der Vogelzug einsetzen und naturgemäß müssen sich die Wissenschaftler des Waldrappteams Gedanken über die Gefährdung ihrer Schützlinge machen. Johannes Fritz und sein Team berichten aktuell:

Das Überwinterungsgebiet wird von einem Virologen der Universität Bologna regelmäßig auf das Auftreten des Vogelgrippevirus H5N1 kontrolliert. Bisher gibt es dort aber keine Fälle. Allerdings ist jederzeit damit zu rechnen und darauf sind wir vorbereitet.

Es wurde überlegt die Vögel vorsorglich in eine Voliere zu geben, möglichst außerhalb des Schutzgebietes. In Absprache mit verschiedenen Veterinärmedizinern haben wir aber davon abgesehen. Solange der Virus nicht auftritt gibt es weder einen unmittelbaren Anlass dazu noch eine entsprechende Vorschrift. Waldrappe gehören nicht zu jenen Vogelgruppen, bei denen die Infektion bisher in Europa nachgewiesen wurde. Die Betreuer vor Ort treffen aber zum Eigenschutz alle möglichen Vorsichtsmaßnahmen. Insbesondere wird der unmittelbare Kontakt zu den Vögeln vermieden. Das ist auch kein wesentliches Problem, da die Vögel ohnehin selbständig sind.

Auch für den Fall des Auftretens der Vogelgrippe ist derzeit nicht vorgesehen, die Vögel einzusperren. Es ist davon auszugehen, dass die Vögel grundsätzlich am besten geschützt sind wenn sie frei fliegen. Waldrappe gehören nicht zu jenen Vogelgruppen, bei denen bisher eine (letale) Infektion nachgewiesen wurde. Ein Massensterben von Wildvögeln hat es bisher noch nicht gegeben. Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit der Infektion für unsere Waldrappe schon deshalb relativ gering, weil sie so gut wie keinen Kontakt zu den anderen in der Lagune überwinternden Vögeln, zu deren Ausscheidungen oder kontaminiertem Wasser habe. Einzig die Voliere, in der die Vögel schlafen, ist nahe der Lagune. Zur Nahrungssuche fliegen die Vögel in das Hinterland.

Um aber eine größtmögliche Sicherheit für die Betreuer und die Vögel zu bekommen, wollen wir alle unserer Vögel so rasch wie möglich auf H5N1 Viren testen. Zudem ist eine Voliere vorbereitet, in der die Vögel jederzeit gesperrt werden können.

Die Impfung freilebender Tiere ist grundsätzlich untersagt, da geimpfte Tiere nicht mehr von infizierten Tieren unterschieden werden können.
Die Frage, ob und in welcher Form die beplante Handaufzucht und Migration in diesem Jahr durchgeführt werden kann, hängt sehr von der weiteren Entwicklung in Bezug auf die Vogelgrippe ab. Wir haben noch einige Zeit um uns zu entscheiden.
Solange die 14 Vögel in Italien durch die Vogelgrippe nicht beeinträchtigt sind, ist der Projektverlauf nicht gefährdet. Wir sind zuversichtlich und versuchen weiterhin, alles Möglich zum Schutz von Mensch und Vögeln zu tun.

Mehr Infos unter

Waldrappteam.at
Dr. Johannes Fritz & Coworkers
Schulgasse 28, 6162 Mutters
AUSTRIA
www.waldrappteam.at, Mail: jfritz@waldrappteam.at, Mobile:0043 6765503244

 

fnz-Webtipp: Neue Webseite rund um sämtliche Speisefische

Wer wissen möchte, welchen Fisch man in Zeiten der Massenproduktion noch essen kann, sollte sich diese sehr informative und übersichtliche Webseite unbedingt ansehen. Die Seite ist derzeit nur in englischer Sprache verfügbar, alle beschriebene Fischarten sind aber mit der lateinischen Nomenklatur versehen.

www.fishonline.org/

 

Positive Rezension des Luchsbuches von Robert Hofrichter

Das Thema “Rückkehr der Wildtiere” ist uns am fnz (forum natur& zukunft) ein wichtiges Anliegen. In den Jahren 2004 und 2005 haben wir zu diesem Thema zahlreiche Artikelserien publiziert, unter anderem in der Jägerzeitschrift Anblick und im Mitteilungsblatt des Österreichischen Naturschutzbundes Natur und Land. Und ... Nicht zu vergessen: 2 Bücher, beide erschienen im Leopold Stocker Verlag. Wir freuen uns über die zahlreichen positiven Reaktionen in den Medien und im Internet. Ein Beispiel aus vielen aus dem Nationalpark Harz: http://www.gfn-harz.de/sites/voeffentlichkeitsarbeit-luchs.htm. Wir danken für den freundlichen Bericht, der uns bestärkt und motiviert, weiterhin zumindest einen kleinen Beitrag für die Rückkehr der Wildtiere zu leisten!

In der Schweiz, in Österreich, im südlichen Deutschland sowie im norddeutschen Harz gibt es wieder einige, langsam wachsende Luchspopulationen. Nur wenige Menschen werden diesen heimlichen Jäger je in freier Wildbahn zu Gesicht bekommen, und doch fasziniert die größte Wildkatze Europas viele Menschen. Diese Faszination ist eine sehr wichtige Grundlage des Schutzes dieser Tiere, und die Autoren schaffen es mühelos, den Leser in den Bann dieser Katzenart zu ziehen.

Alles Wissenswerte über den Luchs und seine Lebensweise findet sich hervorragend illustriert in diesem Buch. Welche Räume sind überhaupt „luchstauglich“, und wo in Europa ist er noch heute verbreitet? Welche Probleme stellen sich den Projekten einer gezielten Wiederansiedlung des Luchses und welche Auswirkungen hat ein stabiler Luchsbestand auf die anderen Wildtiere, die Jagd, auf Schafbauern und Almwirtschaft? Nicht nur aus der Sicht der Wildbiologie und Verhaltensforschung werden diese Fragen beantwortet, auch alle Betroffenen – Jäger, Bauern, Förster, Naturschützer – kommen zu Wort.

Auch die Harzer Luchse finden Erwähnung in diesem neuen Luchsbuch und auch die alte Luchs-Migrationsachse Tschechien - Elbe - Harz wird dargestellt. U.a. über diese schon von Stubbe erforschte Achse haben die Harzer Luchse perspektivisch Anschluss an die tschechische Luchspopulation.

Mit faszinierenden Bildern und informativen Texte ist dieses Buch DAS Luchsbuch schlechthin - ihm ist eine 2. Auflage nur zu wünschen. In dieser könnte das Harzer Luchsprojekt mit dem nunmehr seit Jahren bewährten Kooperationsmodell mit der Niedersächsischen Landesjägerschaft ggf. etwas ausführlicher dargestellt werden, denn nur MIT den Jägern wird es gelingen, diese faszinierende Tierart in unseren Landen wieder dauerhaft anzusiedeln.

Der Autor Dr. Robert Hofrichter ist Zoologe/Biologe, freier Journalist, Naturfotograf und Mitarbeiter am Zoologischen Institut der Universität Salzburg, und durch zahlreiche Buchveröffentlichungen bekannt. Die Autorin Elke Berger ist Journalistin.

Robert Hofrichter und Elke Berger: DER LUCHS - Rückkehr auf leisen Pfoten. Leopold Stocker-Verlag, Graz - Stuttgart 2004. 160 Seiten, zahlreiche farbige Abbildungen, 16,5 x 22 cm, Hardcover. Verkaufspreis € 19,90. ISBN 3-7020-1041-6. Bestellung über den Buchhandel oder online unter http://www.stocker-verlag.com/index.php/hybris/detail/1243

Luchs-Links:
www.luchs.de
Das Luchs-Beraternetz im Pfälzerwald
www.pfaelzerwald-luchs.de
Mehr zu den Luchsen im Pfälzerwald
www.biosphere-vosges-pfaelzerwald.org
Mehr zu den Luchsen im Pfälzerwald
www.luchsprojekt.de
Luchse im Bayerischen Wald
www.der-luchs.de
Luchse im Schwarzwald

 

Aktueller Reisebericht einer Expedition ins Donaudelta von unserem Partner-Tauchclub DIR-Austria.com

Unsere fnz-Donaudelta-Expedition startet am 28. April. Wir stürzen uns dabei wirklich in (fast) jedes Naturerlebnis, doch unser Freund Oliver mit seinem Team DIR-Austria.com hat uns 2005 zumindest in einer Hinsicht überholt: Er ging im Bereich des Donaudeltas im Schwarzen Meer auch tauchen. Wie es ihm und seinen Freunden dabei erging, ist unter folgendem link zu lesen.
Folgender Link führt zum ersten Video eines Wracktauchgangs im Schwarzen Meer!

DIR-Austria.com
Lindenbreite 17/4/1
2460 Bruckneudorf
Österreich

 

Ein Jahr danach: Der Jahrhundert-Tsunami und seine Folgen auf den Seychellen
Anse Lazio auf Praslin – einmal ohne Wasser

Die allermeisten Seychellenreisenden kennen Anse Lazio im Norden der Insel Praslin, gilt er doch als Paradebeispiel eines Paradiesstrandes der Insel Praslin. So wie Joachim Brück und seine Gattin diesen Strand am 26. Dezember 2004 erlebt haben, kennen den Strand jedoch nur wenige Menschen auf der Welt – und das sind durchwegs nur solche, die sich zu jenem Zeitpunkt ebenfalls in der Nähe des Strandes aufhielten. Ansonsten haben nicht einmal die ältesten Inselbewohner der Seychellen jemals etwas Vergleichbares beobachtet.

Der Anblick rief bei den vielleicht 30 oder 40 Menschen, die sich am 26. Dezember 2004 hier aufhielten, mehr als nur Verwunderung hervor: Die ganze Bucht war trocken gefallen, das Wasser zog sich weit zurück. Jener markante große Felsen (auf den Fotos zu sehen), bei dem die Touristen gern Schnorcheln gehen und bei dem das Wasser normalerweise 4 bis 5 Meter hoch steht, war vollständig trocken gefallen. Genau in diesem Abschnitt der Bucht war übrigens auch jener kleine Zitronenhai über viele Wochen zu beobachten, der in einem anderen RSEC-Bericht beschrieben ist (link). Joachim Brück beobachtete einige Riffische, die in den verbleibenden Pfützen am Meeresgrund zappelten, und überlegte, wie er sie retten könnte, während seine Gattin etwas höher stand und die ganze Bucht überblicken konnte. Einige Menschen spazierten verwundert und nichts ahnend am trocken gefallenen Meeresgrund weit im Inneren der Bucht (ebenfalls auf den Bildern zu sehen).

Das Ehepaar Brück spürte instinktiv, dass etwas Besonderes vor sich ging, dass es sich um keine “normale” Erscheinung handelt – obwohl von der Vorstellung oder vom Begriff eines Tsunamis noch lange keine Rede war. Was tatsächlich die Ursache des Phänomens war sowie die Dimension der Katastrophe erfuhren sie erst nach der Rückkehr nach Deutschland am Neujahrstag. Frau Brück stand zum Glück etwas höher und konnte die heranrollende Welle sehen. Dann hieß es nur noch laufen...

Fotos von der eigentlichen Tsunamiwelle in dieser Bucht gibt es nicht. Das Ehepaar lief – verfolgt von durch die hereinbrechenden Wellen hervorgerufenen gewaltigen Krach – den Hang hinauf und drehte sich erst um, als es sich in Sicherheit währte. Die Menschen, die am trockengefallenen Meeresgrund spazierten, wurden vom Wasser in die Vegetation im Hinterland der Bucht gespült, ebenso wie die in der Nähe des Strandes parkenden Autos (hier, unter den Palmen, stehen auch zwei bei Touristen beliebten Restaurants). Es hat viele Verletzte gegeben, in dieser Bucht aber vermutlich keine Toten. Völlig verwirrt irrten die zum Teil schwer verletzen und blutenden Menschen herum. Sie konnten nicht begreifen, was gerade passiert war.

Insgesamt forderte der Tsunami auf den Seychellen drei Menschenleben. An manchen Stellen sind die Spuren des Tsunamis bis heute zu sehen – so in der durch eine Steinmauer abgetrennten Bucht von Curieuse, in der früher Meeresschildkröten für den Weiterverkauf gehalten worden sind. Teile der langen Mauer sind bis heute niedergerissen, so dass die Verbindung zum offenen Meer wieder hergestellt bzw. verbessert worden ist. Und wenn man heute durch diese Lagune watet, gewinnt man den Eindruck, dass sie ihre ökologischen Aufgaben als Kinderstube des Meeres wieder viel besser erfüllen kann als vor der Welle. Verschiedenste Jungfische tummeln sich im knöcheltiefen, warmen Wasser, gejagt von Seevögeln aus der Luft sowie kleinen Haien und Rochen im Wasser. In dieser Häufigkeit sind uns kleine Haie in der Lagune bei früheren Aufenthalten auf Curieuse bisher nicht aufgefallen.

Die Fotos und die Geschichte stellte uns das Ehepaar Brück (Joachim Brück, 35466 Rabenau) während einer RSEC-Exkursion auf die Seychellen in Oktober 2005 zur Verfügung. Das RSEC-Team bedankt sich dafür recht herzlich.

Hier noch ein Kommentar von Thorsten Gräf-Herrmann

Die Schäden auf den Seyschellen sind natürlich nicht mit denen in Thailand oder Sri Lanka zu vergleichen. La Digue ist am Besten davongekommen, da fast alle Anlagen im Südteil der Insel liegen. Zerstörungen hat es vor allem im Norden von Praslin und im Osten von Mahe gegeben. Die süd-westlichen Abschnitte der Inseln sind dagegen völlig in Takt, da die Welle dort parallel zum Strand verlief und nur einige Boote mitgerissen hat.

Was die Sache aus meiner Sicht problematisch gemacht hat war die Tatsache, dass einen Tag nach den Ereignissen ein ungewöhnlich starker Monsunregen einsetzte, der bis zu unserer Abreise am 30.01.2004 unvermindert anhielt. Das führte dazu, dass es besonders auf Mahe überall zu Erdrutschen kam, die oft die einzigen Straßenverbindungen zwischen den einzelnen Inselbereichen blockierten.

Darüber hinaus spülten die vielen Bäche Unmengen von Dreck ins Meer. Einheimische Taxifahrer sagten mir, dass auch dieses Phänomen völlig ungewöhnlich sei und ein direkter Zusammenhang zum Beben drängt sich auf.

Weitere links über den Tsunami und seine Auswirkungen auf den Seychellen

Hier sehen sie eine Überblicksgraphik über die weitreichenden Schäden des Tsunami 2004.

 

 

Soeben aus dem Oman zurückgekehrt, berichten die fnz-Vorstandsmitglieder Wilfried und Rosemarie Rieder von den Erlebnissen ihrer Erkundungstour:

Zur Vorbereitung der meeresbiologischen RSEC-Veranstaltung im Jahr 2006 reisten wir Anfang Dezember 2005 für 7 Tage in den Oman um die Örtlichkeiten vor Ort kennen zu lernen. Nach einem ca. 6-stündigen Flug von München nach Dubai und anschließendem 1-stündigen Weiterflug in die Hauptstadt Muscat, erreichten wir nach ca. 45 Minuten Autofahrt die etwas außerhalb von Muscat gelegene Extra-Divers Basis „Oman Dive Center“.
Diese liegt in einer ruhigen und sehr schönen Bucht und besteht aus einem Gebäudekomplex mit Rezeption, Restaurant und Terrasse. Weiters befindet sich die Tauchbasis samt eigenem Süßwasserpool in unmittelbarer Nähe. Hinter den Gebäuden befinden sich die Unterkünfte für die Gäste, sogenannte “Barasti Huts“ – kleine Bungalows direkt am Strand in herrlicher Lage mit komfortabler Ausstattung (Klimaanlage, Ventilator, Kühlschrank, Safe etc.).
Die Bucht verfügt über kein eigenes Hausriff, alle Tauchgänge werden vom Boot aus durchgeführt. Für den Transport stehen 3 Boote zur Verfügung, die Taucher in drei verschiedene Tauchgebiete fahren. Direkt vor der Basis und in wenigen Minuten erreichbar liegt „Bandar Jissah“, welches sich vorzüglich für Einzel- und Nachttauchgänge eignet.
Weiter südöstlich und ca. 30 Minuten entfernt liegt das Gebiet „Bandar Khairan“ mit vielen verschiedenen leichten Tauchplätzen. Das Haupttauchgebiet der Basis liegt jedoch ca. 30 Minuten nordwestlich rund um die Insel „Fahal“. Dort stehen verschiedene Tauchplätze rund um die Insel, sowie ein „Deep Reef“ (ca. 20 – 42 m) und ein „Shallow Reef“ (ca. 14 – 40 m) zur Verfügung. Diese können bei Strömung etwas schwieriger zu betauchen sein, jedoch ist an diesen Stellen immer mit Großfischbegegnungen zu rechnen.
Obwohl im Internet beworben, werden die Tauchplätze rund um die bekannten „Daymaniyat Islands“ derzeit von der Basis nicht angefahren, die Gründe dürften in den langen Fahrzeiten (ca. 2 Stunden), der Beschaffung von behördlichen Tauchgenehmigungen für das Naturschutzgebiet sowie in den schwierigen Transportbedingungen bei rauer See liegen.
Wir führten während unseres Aufenthaltes im Oman 12 Tauchgänge in den drei oben beschriebenen Gebieten durch, wobei festzuhalten ist, dass es während der gesamten Zeit sehr eingeschränkte Sichtbedingungen (ca. 5 – 10 m) gab. Dementsprechend eingeschränkt waren auch unsere Großfischsichtungen, wobei es jedoch trotzdem einige nennenswerte Sichtungen gab. Überraschend waren auf alle Fälle der große Fischreichtum und die gewaltige Artenvielfalt in den betauchten Gebieten. So konnten wir unter den sehr häufig vorkommenden Muränen alleine 5 verschiedene Arten bestimmen, die Anzahl dürfte jedoch höher liegen. Mit sehr viel Glück und Ausdauer konnten weiters einige Stech- und Torpedorochen, große Schwärme Barrakudas und schließlich 2 Schwarzspitzen-Riffhaie gesichtet werden. Leider sind die betauchten Gebiete auch sehr stark befischt und so wurden auf dem Fischmarkt in Mutrah von uns leider auch mehrere Haie und Rochen entdeckt.
Absoluter Höhepunkt der Sichtungen über Wasser war jedoch bei der Anfahrt zur Insel „Fahal“ die minutenlange Beobachtung einer Schule von ca. 100 Spinner-Delfinen (Stenella longirostris), die den Schleppnetzen der heimischen Fischerboote folgten.
An Land führten wir auch kleinere Wanderungen im Nahbereich der Basis durch, wobei neben den ornithologischen und herpetologischen Beobachtungen vor allem der Fund von einigen gut erhaltenen Fossilien (Seeigeln, Schnecken, Röhrenwürmern etc.) zu bemerken wäre. Ebenso der Besuch der Hauptstadt Muscat mit dem Sultanspalast, verschiedenen Moscheen, Festungen und Märkten ließ sich leicht organisieren. Ein etwas teureres Vergnügen war die Anmietung eines Jeeps mit dem wir durch das „Wadi Bani“ in das „Jebel Akhdar“-Massiv auf ca. 2.000 m fuhren (steile Schotterpiste) um von dort inmitten einer grandiosen Gebirgslandschaft den höchsten Berg Omans „Jebel Sharms“ (3.009 m) zu sehen.

Es gäbe sehr viel mehr zu entdecken in diesem wunderschönen und geheimnisvollen Land mit wirklich freundlichen Menschen. Hält man sich an einige einfache Verhaltensregeln so steht einem dieses Land offen und wir können nur hoffen, dass der in den Anfängen steckende Tourismus dem Land seine Natürlichkeit und Schönheit erhält.
Wir haben für den Oman-Reiseinteressierten ein kurzes Informationsblatt mit den wichtigsten Daten und Fakten erstellt und hier zum downloaden bereitgestellt.
Mehr Bilder vom Oman finden Sie in unserer Fotogalerie.

Sie sind natürlich auch herzlich eingeladen, bei der vom RSEC organisierten Oman-Reise im März 2006 mit zufahren und sich von dem außergewöhlichen Flair dieses Landes persönlich zu überzeugen. Alle Fakten dazu hier.

 

Abenteuer Biosphärenreservat Donaudelta 2006
Eine Schifffahrt für wahre Naturfreunde

Das Donaudelta ist nach dem Wolgadelta das zweitgrößte Flussdelta Europas. Die Donau ist mit 2850 Kilometer der zweitlängste Fluss Europas, wiederum nach der Wolga mit 3530 Kilometern. Von dem 5640 Quadratkilometer großen Areal gehören etwa vier Fünftel zu Rumänien, der Rest zur Ukraine. Das Delta wird von drei großen Flussarmen gebildet: Chilia, Sankt Georg und Sulina. Die Landschaft ist durch Schilf und Sumpfpflanzen geprägt; in den einzelnen Armen treiben schwimmende Inseln aus verschlungenen, ineinandergewachsenen Schilfpflanzen. Das Donaudelta gehört zu den bedeutendsten Naturreservaten Europas mit reichlicher Fauna. Zu den Besonderheiten der Vogelwelt zählen Rosa- (Pelecanus onocrotalus) und Krauskopfpelikane (P. crispus), die vom großen Fischreichtum des Deltas profitieren. Die Belastung des Donauwassers mit Schadstoffen und die intensive Landwirtschaft bedrohen jedoch das Naturparadies.

Das Donaudelta kann man nicht nur bei der geplanten Exkursion des fnz und RSEC ab. 28. April 2006 erleben, sondern auch sofort – mit schönen Bildern und informativen Texten auf der RSEC-Webseite. Bitte hier entlang...

 

Begegnung mit einem juvenilen Sichelflossen-Zitronenhai (Negaprion acutidens) auf den Seychellen

Während der beiden Seychellen-Exkursionen des RSEC und fnz im Oktober 2005 konnten wir auf Praslin (Anse Lazio) über mehrere Wochen regelmäßig einen etwa 80 cm langen Hai beobachten, der eindeutig zur Familie (Carcharhinidae) gehörte, aber von uns nicht eindeutig zugeordnet werden konnte. Ich sah diese Art zum ersten Mal. Jürg Braunschweiler bestimmte das Tier dann aufgrund eines digitalen Fotos. Dieses ist nicht besonders gut, weil der Hai sich ständig im knietiefem Wasser über Sandgrund aufhielt, wo es ziemlich trüb war. Vor allem nach jeder größeren Welle reduzierte sich die Sicht gegen Null.
Über die folgende Charakterisierung aus dem Internet wussten die Mitglieder der Gruppe zu jenem Zeitpunkt nichts:
Da Zitronenhaie ziemlich groß werden, sich oft in flachen Gewässern aufhalten und leicht provozierbar sind, können sie auch für Menschen gefährlich werden. Es wird vielfach berichtet, dass Zitronenhaie ohne sichtbare Ursache Menschen angegriffen haben. Auch im offenen Meer werden immer wieder Angriffe auf Menschen beobachtet, allerdings ist nicht auszuschließen, dass diese provoziert wurden.
Unser noch kleines Exemplar war friedlich und schwamm unermüdlich im Flachwasser herum. Die Beschreibung des Lebensraumes dieser Art passte genau zu unserer Beobachtung. Es war faszinierend und ermunternd zu erleben, dass sich keiner der Mitreisenden vor dem Hai fürchtete, im Gegenteil. Alle versuchten zumindest einen kurzen Blick auf ihn zu werfen.

(Folgende Infos zu dieser Art stammen von der Hai-Stiftung, http://www.hai.ch/Systematik)

Knorpelfische (Chondrichthyes)
Grauhaie (Carcharhiniformes)
Familie: Grauhaie (Carcharhinidae)
Gattung: Negaprion
Negaprion acutidens (Sichelflossen-Zitronenhai)
(es gibt eine zweite Art in dieser Gattung, Negaprion brevirostris, Zitronenhai, Lemon shark)

Englisch: Sicklefin lemon shark, Französisch: Requin limon faucille, Spanisch: Tiburón segador

Merkmale:
Eindeutig bestimmbar. Keine weitere Art in dieser Region, welche dieser ähnlich sieht. Gross, kräftig. Die 2. Rückenflosse hat beinahe dieselbe Grösse wie die 1. Rückenflosse. Ansatz der 1. Rückenflosse unmittelbar auf Höhe oder hinter dem freien Ende der Brustflossen. Rückenflossen, Brust- und Bauchflossen sind deutlich sichelförmig. Grosse Augen mit einer Schnauze, welche kürzer als die Breite des Mauls ist. Gelblich-braune Färbung. Maximale Länge ca. 300 cm.

Verbreitung:
Westlicher Pazifik: Indonesien, Neu Guinea, Australien. Neukaledonien, Philippinen. Palau, Marshall-Inseln, Tahiti. Westlicher indischer Ozean: Südafrika, Mauritius, Pakistan, Indien, Thailand. Rotes Meer

Lebensraum:
In Ufernähe lebend, bis in eine Tiefe von ca. 30 m. Diese Art bevorzugt Buchten, Aestuarien und andere flache Regionen. Schwimmt meist sehr langsam und wurde auch ruhend beobachtet.

Ernährung:
Ernährt sich von Fischen.

Reproduktion:
Lebendgebärend mit Dottersack-Plazenta. Schwangerschaft dauert 10 bis 11 Monate. Geburtsgrösse liegt zwischen 50 und 70 cm. Wurfgrösse liegt zwischen 1 und max. 14 Jungtieren. Geschlechtsreife wird sowohl bei Männchen wie auch Weibchen mit ca. 220 cm erreicht.

Status in der IUCN Rote Liste (Version 2001):
Haupt-Kriterium: VU (Verletzbar)
Unter-Kriterium: A2abcd A3bcd A4abcd
Trend: Bestände sinkend

Dieser Art sollte mit Vorsicht begegnet werden, auch wenn sie zuerst scheu auf Taucher reagiert.

 

top
back