


























































...und
der Handel mit bedrohten Arten geht munter weiter...
Kaum Korallen im Meer, dafür um so mehr in den Verkaufsregalen
Unsere letzte Reise auf die Seychellen führte es uns mit erschreckender Deutlichkeit vor Augen: im Meer endlose, deprimierende Korallenfriedhöfe - nach dem El Nino-Jahr 1997/1978 sind viele Riffe der Seychellen abgestorben - dafür Massen völlig intakter Korallenskelette in den Verkaufsregalen der Händler... Woher die zum Kauf dargebotenen Korallen stammen, war für uns in der Kürze der Zeit nicht zu ermitteln, und verständlicherweise sprechen die Händler auch nicht gern darüber. Auffällig an der ausgestellten Ware war, dass die unzähligen Korallenskelette völlig intakt waren und - für einen Kenner offensichtlich - sicherlich von abgebrochenen lebenden Kolonien stammten. Es ist durchaus möglich, dass die angebotenen Korallen in den Gewässern rund um die Seychellen geerntet wurden, wo die Regeneration nach der verheerenden Korallenbleiche vor acht Jahren voll im Gang ist. An manchen Tauchplätzen war der Anblick und Zustand der neu wachsenden Korallen recht erfreulich. Der rege Korallenhandel war für uns eher überraschend, ist doch der Naturschutz auf den Seychellen, für ein Land der Dritten Welt, recht gut etabliert. Vor allem aber in Anbetracht des ökologischen Desasters unter Wasser - der endlosen, toten Korallenfriedhöfe - sollte jedem denkenden Menschen die Lust vergehen, die wenigen lebenden Korallen abzubrechen. Nicht den Einheimischen, die leben und überleben müssen, ist ein Vorwurf zu machen, sondern den Touristen. Sie müssten so viel Verantwortungsbewusstsein haben, den Raubbau an den Naturschätzen ihres Reiselandes nicht zu unterstützen.
Unter den angebotenen Korallen waren nicht nur viele Acropora-Arten, die wie die allermeisten riffbildenden Korallen zu den sechsstrahligen Korallentieren (Hexacorallia) zählen, die allesamt nicht in die EU eingeführt werden dürfen, sondern auch zwei "korallische" Besonderheiten: Tubipora (Orgelkoralle) und Heliopora (Blaue Koralle). Sie sind Vertreter der achtstrahligen Korallentiere (Octocorallia) und damit keine Steinkorallen (Scleractinia). Dennoch bauen sie wie die Steinkorallen feste Kalkskelette und sind damit echte Riffbildner. Beide Arten werden gesondert in den EU-(Verbots-)Listen angegeben.
Eine kurze Beobachtung der Verkaufsstände hat bestätigt,
dass es kein Angebot ohne Nachfrage gibt . Die Nachfrage kam prompt, schon
nach einigen Minuten, in Form einiger südländisch aussehender Europäer.
Wie viel kostet dieses Haigebiss, wie viel diese Koralle, wie viel dieses
Tritonshorn... Es geht nicht darum Menschen zu verurteilen und zu kriminalisieren,
aber es war einfach offensichtlich, dass die Käufer typische Touristen
im Sinne von Konsumenten waren, die keine Ahnung von der Situation der bedrohten
Arten haben bzw. Touristen, die sich über diese Dinge einfach noch nie
wirklich Gedanken gemacht haben. Touristen und Reisende ohne Umweltbewusstsein,
gedankenlose Touristen. Unkenntnis schützt aber vor Strafverfolgung nicht
und ist auch keine
ausreichende Entschuldigung. Es ist kein großes Geheimnis, dass etwa
Steinkorallen auch im Anhang B von CITES (Washingtoner Artenschutzabkommen)
stehen.
Anhang B
enthält die Arten des WA-Anhangs II (Arten, deren Erhaltungssituation
zumeist noch eine geordnete wirtschaftliche Nutzung unter wissenschaftlicher
Kontrolle zuläßt) und Arten, die international in solchen Mengen
gehandelt werden, die das Überleben der Art oder von Populationen in
bestimmten Ländern gefährden können. Dieser Anhang umfaßt
u.a. alle Affen, Bären, Katzen, Papageien, Greifvögel, Eulen, Flamingos
und Kraniche, alle Landschildkröten, Krokodile, Riesenschlangen, Warane,
Pfeilgiftfrösche, Riesenmuscheln und Steinkorallen sowie alle Kakteen,
Orchideen, Euphorbien, Alpenveilchen und Aloe-Arten, soweit sie nicht bereits
den Schutz des Anhangs A genießen.
Die Einfuhr von Tieren und Pflanzen aus dem Anhang A und B in die Europäische
Union ist verboten (siehe http://www.dght.de/artenschutz/eu.htm):
Einfuhr in die Europäische UnionArten der Anhänge A oder B dürfen
nur nach vorheriger Erteilung einer Einfuhrgenehmigung importiert werden.
Je nach Anhangszugehörigkeit ist die Erteilung der Genehmigung an unterschiedliche
wissenschaftliche und formale Kriterien geknüpft, die in Deutschland
vom Bundesamt für Naturschutz, Bonn, geprüft werden und dort ggf.
vorab erfragt werden können. Für die Erteilung einer Einfuhrgenehmigung
ist eine Gebühr zu entrichten.
Details und eine Auflistung sämtlicher Regelungen und auch geschützter Arten sind hier zu finden.
Auch die Menge der angebotenen "Haibestandteile" war erschreckend. Offensichtlich gehen den Fischern sehr viele recht große Exemplare den Fischern in die Netze, darunter Tigerhaie, Makohaie und Hammerhaie, denn an riesigen Kiefern und Zähnen mangelt es keinesfalls. Gerade diese großen Formen sind besonders gefährdet. Sie haben oft eine den Säugetieren ähnliche Reproduktionsbiologie, die sie besonders anfällig gegen Überfischung macht: sie sind langlebig, haben eine lange "Tragzeit", wenige Nachkommen, weisen ein langsames Wachstum und eine späte Geschlechtsreife auf.
In Anbetracht des Gesehenen muss betont werden: Die unermüdliche Aufklärungsarbeit durch Artenschützer, Behörden und Naturschutzorganisationen ist aktueller denn je. Der Kampf gegen Ahnunglosigkeit und Ignoranz muss noch intensiviert werden! Trotz verstärkter Bemühungen gehen viele Touristen nach wie vor ahnungs- und gedankenlos durch ihr (Reise-)Leben. Für Naturfreunde sollte es ganz klar sein, dass diese Art gekaufte Reisemitbringsel die Naturzerstörung fördert, denn wo eine Nachfrage, dort auch ein Angebot... Die Touristen sind diejenigen, die dem Handel mit bedrohten Arten einen Riegel vorschieben können, indem sie solche Produkte einfach nicht kaufen und aktiv gegen diesen Handel ankämpfen! Und auch aus mancher Speisekarte mit Schildkrötensuppe und anderen Gaumenfreuden kritischer auswählen sollten !!!!
Mehr Infos für Deutschland hier.
(BfN, Bundesamt für Naturschutz)
Aktion
Grünland: Bürgerinitiativen suchen private Zäune an frequentierten
Stellen, um ihre neuen Plakate aufhängen zu können.
Aktion Grünland Salzburg
Plattform zur Rettung der Grünland-Deklaration
p. A. Naturschutzbund Salzburg, Museumsplatz 2, 5020 Salzburg
Medien-Information, Salzburg 2005-11-11
Bgm. Schaden behindert Aktion Grünland!
Vor fast vier!! Monaten haben die Grünlandschützer
einen Antrag an die Stadt gestellt, um auf rund 40 der über 10.000 im
Besitz der Stadt befindlichen Bäumen ihre Plakate aufhängen zu dürfen.
Bruder Baum sollte symbolisch die Botschaften zur Rettung der Grünland-Deklaration
den SalzburgerInnen überbringen. Mit Biologen wurden unbedenkliche Befestigungsmethoden
mit weichen Isolierdrähten entwickelt, die Naturschutzbehörde signalisierte
Zustimmung.
Der Haken an der Sache:
Der Baumeigentümer Stadt (Ressort Bürgermeister Dr. Schaden) muß
vor Genehmigung durch die Naturschutzbehörde seine Zustimmung geben.
Und Bürgermeister Schaden weigert sich seit 4 Monaten, diesen Akt zu
bearbeiten. Er weiß ganz genau, dass die Naturschutzbehörde ohne
seine Einwilligung diesen Antrag ablehnen muss – was jetzt geschehen
ist.
Wilfried Rogler: „Dr. Schaden gebärdet sich wie ein Schlossherr,
der mit unbequemen Untertanen nicht redet! Er hält es offenbar auch nicht
für notwendig, auf unsere höflichen Urgenzschreiben zu antworten.“
Die Aktion „Bürger für Bürger“ befestigt jetzt
die neue Plakatserie der Aktion Grünland Salzburg an Masten und Brückenzugängen.
Rogler: „Wir lassen uns mit derartigen Methoden nicht den Mund verbieten.
Unsere fünf neuen Plakate hängen wir an anderen Stellen auf. Wir
sind neugierig, was sich der Bürgermeister dann einfallen lässt.“
Jetzt suchen die Bürgerinitiativen private Grundstücke, Zäune
und Mauern an stark frequentierten Plätzen und Straßen, an denen
sie die Plakate anbringen können. Grünlandschützer Richard
Hörl: „Wer uns helfen will, soll uns anrufen (Tel. 0662-620192)
oder ein E-mail senden an salzburg@naturschutzbund.at.
Die normalen Plakatständer können wir uns nicht leisten, wir zahlen
ja alles aus eigener Tasche“.
Bei Rückfragen:
Wilfried Rogler, Fon: 0662-823178 (privat), 06246-8911-271 (Firma)
war51@aon.at; naturstattbeton@aon.at
Sensationelle
Bilder der Wanderroute eines Weißen Hais durch den Indischen Ozean
Bericht aus Spiegel Online
Haie galten im Vergleich zu anderen Langstreckenschwimmern bisher als eher
faul: Niemand glaubte, dass die Raubfische etwa ganze Ozeane durchmessen würden.
Nun haben Forscher den Weißen Hai "Nicole" per Satellit verfolgt
- und eine Überraschung erlebt.
Der indische Ozean ist weit und gefährlich, auch für Weiße
Haie. Vor allem die Fischerei bedroht ihr Leben. Auch deshalb nahm man bislang
an, dass Weiße Haie Ozeane nicht durchqueren würden. Nun beobachteten
Forscher, wie ein Haiweibchen das gigantische indische Becken gleich zwei
Mal innerhalb von neun Monaten durchschwamm.
Der Fisch schaffte den 11.000 Kilometer langen Hinweg in 99 Tagen mit einer
Durchschnittsgeschwindigkeit von mindestens 4,7 Kilometer pro Stunde. Der
Rückweg wurde nicht direkt beobachtet. Es war die schnellste jemals gemessene
Rundwanderung eines schwimmenden Meerestieres.
Die Forscher um Ramón Bonfil von der Wildlife Conservation Society
in New York hatten 32 Weiße Haie vor der Westküste Südafrikas
mit Sendern ausgestattet, die ihre Position an Satelliten übermitteln.
Der Hai "P12", zu Ehren der australischen Schauspielerin und Hai-Liebhaberin
Nicole Kidman von den Wissenschaftlern Nicole genannt, wurde am 7. November
2003 nahe dem Ort Gansbaai an der Rückenflosse markiert.
So konnten die Forscher verfolgen, wie Nicole, abgesehen von einem leichten
Bogen zu Beginn ihrer Wanderung, auf direktem Weg nach Australien schwamm.
Dabei verbrachte der Weiße Hai 66 Prozent der Zeit nahe der Wasseroberfläche.
Die Wissenschaftler spekulieren deshalb, dass sich Nicole bei der Navigation
nicht nur am Erdmagnetfeld orientierte, sondern auch an Himmelskörpern.
Zwischendurch tauchte sie jedoch bis in eine Tiefe von 980 Metern ab und setzte
sich Temperaturen von nur 3,4 Grad Celsius aus. Am 20. August 2004 sichteten
die Forscher das Tier wieder am südafrikanischen Ausgangsort.
Zur Paarung nach Australien?
Die Wissenschaftler vermuten, dass das Verhalten des Weibchens kein Einzelfall
ist. Es sei denkbar, dass Weiße Haie zur Paarung nach Australien wandern
und zur Geburt ihrer Jungen in ihre südafrikanischen Heimatgewässer
zurückkehren. Sicher könnten sie dies aber nicht sagen, schreiben
die Forscher im Fachblatt "Science" (Bd. 310, S. 100).
Es sei das erste Mal, dass ein Zusammenhang zwischen den bedeutenden Haipopulationen von Südafrika und Australien nachgewiesen werden konnte, so die Wissenschaftler. Ihre Beobachtungen der anderen markierten Haie hätten gezeigt, dass manche Tiere in Küstengewässern lange Wanderungen von mehr als 2000 Kilometern unternehmen, vermutlich auf der Suche nach Beute. Neue Einblicke in das komplexe Wanderungsverhalten seien wichtig, um den Weißen Hai effektiv zu schützen.
Hier der Link zu diesem Artikel
Neue
Froschart in Indien ist nicht nur ein lebendes Fossil sondern auch ein Zeuge
der Kontinentaldrift
… und die Seychellenfrösche haben doch Verwandte
Während der letzten beiden Seychellen-Exkursionen des RSEC und fnz im Oktober 2005 suchten wir in den Nebelwäldern Mahés zur großen Freude der Teilnehmer nach einem Jahr wieder einmal nach einem der kleinsten Frösche der Welt, Sooglossus gardineri. Dank mehrjähriger Erfahrung bei dieser Froschsuche wurden wir rasch fündig (ansonsten ist es ein fast hoffnungsloses Unterfangen) und die gefundenen Winzlinge wurden von allen Mitreisenden gebührend bestaunt. Die Seychellenfrösche galten als einzigartig und ohne nähere Verwandtschaft. Erst seit 2003 weiß man, dass eine solche Verwandtschaft dennoch existiert.
Mit seiner einheitlich dunkelgrauen Färbung, seiner seltsamen dicklichen Körperform, dem kleinen Kopf und der verhältnismäßig großen Nase, war der in Indiengefundene Nasikabatrachus sahyadrensis für die beiden Herpetologen Biju und Bossuyt im Jahr 2003 sicherlich die Entdeckung ihres Lebens - und für die Fachwelt eine wahre Sensation.
Die Sensation lag nicht ausschließlich darin, dass die Forscher eine neue Art und zugleich eine neue Gattung und sogar eine neue Familie der Froschlurche beschrieben haben (Nasikabatrachidae). Eine neue Froschfamilie zu beschreiben ist zwar nichts alltägliches, die Forscher interessierten sich jedoch mehr für die Frage, wo und wer die nächsten Verwandten von Nasikabatrachus sind. Detailiertere genetische Untersuchungen und Vergleiche brachten eine überraschende Erkenntnis: Die nächste Verwandtschaft der indischen Froschart lebt auf den mehr als 3.000 Kilometer entfernten Seychellen inmitten des Indischen Ozeans - die endemischen Sooglossidae oder Seychellenfrösche mit derzeit vier beschriebenen Arten (drei Arten Sooglossus sowie Nesomantis thomasetti). Diese Froschfamilie kommt heute ausschließlich auf den Bergen der zwei größten und zugleich höchsten zentralen Inseln Mahé und Silhouette vor. Die Seychellen sind übrigens die einzige Inselgruppe der Welt, die sich einer eigenen Froschfamilie rühmen kann.
Wie ist es möglich, dass die zwei durch tausende Kilometer Ozean getrennte Froschlurchfamilen so eng verwandt sind, obwohl Indien und Seychellea (ein Mikrokontinent, der heute größtenteils als granitisches Plateau vom Meer bedeckt ist und dessen höchsten Punkte die heutigen Inneren Granitinseln der Seychellen bilden) seit spätestens Ende der Kreide, also seit mehr als 65 Millionen Jahren getrennt sind? Die wahrscheinlichste Antwort liefert die Kontinentaldrifttheorie. Seychellea, Indien und Madagaskar bildeten gegen Ende des Mesozoikums als Bruchteil Gondwanas eine zusammenhängende Landmasse. Hier lebte der Verwandtschaftszweig der Sooglossidae-Nasikabatrachidae. Während Seychellea im wesentlichen die ursprüngliche Position behielt, wanderte Indien quer durch den heutigen Indischen Ozean und stieß schließlich mit Eurasien zusammen. Auf diesem Stück Gondwanaland überlebte wie auf einem riesigen Floß der urtümliche Froschlurch als lebendes Fossil. Nasikabatrachus wurde so zu einem zusätzlichen Beweiss für die allgemein akzeptierte Theorie der Kontinentaldrift und dafür, dass sowohl Indien als auch die heutigen Seychellen ein Bruchstück Gondwanas sind.
Nasikabatrachus sahyadrensis wurde vom indisch-belgischen Forscherteam Franky Bossuyt (Vrije Universiteit Brussel) und S. D. Biju (Tropical Botanic Garden and Research Institute Palode, India) entdeckt. Die Entdeckung wurde im Oktober 2003 bekannt. Der wissenschaftliche Name wird vom Sanskrit-Wort nasika für Nase, dem griechischen Wort batrachus für Frosch und Sayhyadri, dem einheimischen Namen der Hügel, in denen er vorkommt, hergeleitet
Nasikabatrachus sahyadrensis Biju and Bossuyt, 2003, Nature, 425: 711. Holotype: BNHS 4202, by original designation. Type locality: Disturbed secondary forest near a dardamom plantation at Kattappana (09Ëš 45´ N, 77Ëš 05´ E), altitude approximately 900 m), Idukki district, Kerala, Western Ghats, India
Neue
Delfin-Art entdeckt (Orcaella heinsohni)
Rund 200 Tiere der neu entdeckten Art vermuten Forscher im Nordosten Australiens
Er ist scheu und hält sich von Menschen fern, weswegen er auch jetzt erst entdeckt wurde: der Australische Irawadi-Delfin, der farbenfroher ist als sein asiatischer Verwandter.
Australische Forscher haben nach eigenen Angaben eine neue Delfin-Art entdeckt. Der Meeressäuger lebe in den flachen Gewässern vor der Küste Nordaustraliens und ähnele auf den ersten Blick dem in Südostasien verbreiteten Irawadi-Delfin, teilte die James-Cook-Universität in Townsville am Dienstag mit. Der nun entdeckte Australische Irawadi-Delfin sei jedoch dreifarbig, während sein Verwandter grau sei und einen weißen Bauch habe, sagte die Meeresbiologin Isabel Beasley dem Rundfunksender ABC. Dies ist die erste Entdeckung einer neuen Delfinart seit rund 50 Jahren.
Alleine in der Gegend rund um Townsville im Nordosten Australiens leben laut Beasley etwa 200 Tiere der neu entdeckten Art. Sie könnten aber bis in die Gewässer vor Papua-Neuguinea verbreitet sein. Der Australische Irawadi-Delfin sei scheu und halte sich von Menschen und Booten fern - ganz im Gegensatz zu den neugierigen und geselligen Tümmlern, wie man sie aus der Fernsehserie "Flipper" kennt.
Die neue Art unterscheide sich in der Grösse der Flossen und vor allem in der Schädelform von den Verwandten in Südostasien. "Es gibt klare Unterschiede zwischen diesen beiden Populationen, die so vorher nicht erkannt wurden und die durch Erbgutanalysen bestätigt wurden."
Da der Australische Irawadi-Delfin - der Name stammt von Birmas längstem Fluss, dem Irrawaddy - in seichten Gewässern lebt, ist er nach Beasleys Worten starken Gefährdungen durch den Menschen ausgesetzt. "Er kann in Hai- oder Fischernetze geraten, aber auch die Bebauung der Küste kann Auswirkungen haben", betont sie. Zu Ehren des Zoologen George Heinsohn von der James-Cook-Universität erhielt der Meeressäuger den wissenschaftlichen Namen Orcaella heinsohni.
Frederic Vester: Die Kunst, vernetzt zu Denken
Meyer-Abich: Wege zum Frieden mit der Natur
Wir brauchen Natur wie das tägliche Brot. Die Freude am Erleben der unberührten Natur ist nur ein Hinweis darauf. Vielleicht sind wir ja deshalb darauf programmiert sie schön zu finden, weil wir sonst nicht wissen würden, wie sehr wir sie brauchen. Sie ist die Basis unseres Daseins. Wir sind im Begriff, diese Basis aufgrund einiger weniger kurzsichtiger, egoistischer Wünsche und Ansprüche zu unserem Nachteil zu zerstören. Naturschutz muss in der Tat aus einer neuen Perspektive gesehen werden: Wir brauchen die Natur - nicht sie uns
Frosch-Frostschutz
liegt im Urin
In den Wintermonaten bauen sich im Körper stark erhöhte Harnstoffwerte
auf und schützen die Tiere
Nature: "Urea protects sleepy frogs"
Stichwort: Waldfrosch
Oxford/Ohio - Monatelang verharren Waldfrösche der Spezies Rana sylvatica in eisiger Winterstarre. Ihr Körper ist fast völlig eingefroren. Nun haben Forscher der Miami University in Oxford/Ohio entdeckt, dass Harnstoff die Frösche vor dem Erfrierungstod schützt. Wenn die Wintermonate herannahen und die Temperaturen sinken, bauen sich im Körper der Frösche erhöhte Harnstoffwerte auf, berichtet das Wissenschaftsmagazin "Nature" in der Online-Ausgabe.
Die Forscher Jon Costanzo und Richard Lee haben sich für ihre Untersuchungen ein Amphibium gesucht, das bis nahe an den Polarkreis vorkommt. Interessiert hat die Wissenschaftler die Frage, wie es Frösche schaffen, einen Monate dauernden, eisigen Winter schadlos zu überleben. Da die Frösche während der Starre kaum urinieren, baut sich in ihrem Körper eine Harnstoff-Konzentration auf, die 50 Mal höher ist, als während der wärmeren Monate. Normalerweise gelten in der Biologie erhöhte Harnstoffwerte als Gesundheitsbedrohung für Lebewesen, da sie zelluläre Komponenten stören. "Genau dies trifft auf die Frösche nicht zu. Je höher die Werte, desto besser für die Tiere", erklärt Costanzo. Die Forscher haben entdeckt, dass der Harnstoff die Zellen und das Gewebe vor Zerstörungen bewahren kann, weil die Harnstoffverbindung den Wasseranteil reduziert.
Stoffwechselrate gesenkt
Harnstoff ist neben Glukose das einzige Molekül, das die Frösche
vor dem Erfrierungstod bewahren kann. Glukose wurde bereits zuvor als Frostschutzmittel
bei Amphibien identifiziert. Dass aber der Harnstoff eine wesentliche Rolle
für den Wasserhaushalt der Frösche spielt, hatten Wissenschaftler
bei Wüstenfröschen entdeckt. Bei diesen bewahrt der Harnstoff die
Tiere in Trockenperioden vor dem Austrocknen. Die beiden Forscher haben darüber
hinaus festgestellt, dass Harnstoff auch die Stoffwechselaktivität anderer
Organe beeinflusste. Gaben sie Harnstoff zu Leber- und Muskelgewebe der Frösche,
ging die Stoffwechselaktivität deutlich zurück.
Die Waldfrösche überleben die harten Winter in den Wäldern
der USA und Kanadas scheinbar ohne weitere Schäden. Die erste Aktivität
nach der Winterstarre ist übrigens die sofortige Paarung - noch bevor
die Tiere Nahrung aufnehmen, um sich von der langen Winterstarre zu erholen.
Das Ergebnis der Untersuchungen erschien in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins
"Journal of Experimental Biology". (pte)
Bleierne
Zeit
Wenn Jäger ihre Schrotflinten auf Hase, Fasan & Co richten, vergiften
sie die Natur jährlich mit bis zu 400 Tonnen Blei
"Hier sehen Sie das Schrotkorn." Der Tierarzt Manfred Hochleithner,
Spezialist für die Behandlung von Vögeln und Reptilien hatte zur
Fachtagung „Wildvögel im urbanen Bereich“, die Mitte Oktober
im Tiergarten Schönbrunn Experten aus unterschiedlichen Bereichen zusammenführte,
hochinteressantes Bildmaterial beizusteuern. "In diesem Fall ließ
sich das Bleistück gut entfernen, aber die Bleivergiftung ist damit nicht
ungeschehen gemacht."
Nur wenige Wochen trug der Vogel das Schrotkorn in sich; eine weitere Fotografie
belegte, dass sich dennoch schon Aspergillose, eine tödliche Pilzerkrankung,
in den Luftsäcken seines Oberarmknochens breit gemacht hatte. "Das
Blei bewirkt eine massive Schwächung des Immunsystems. Selbst wenn ein
Tier die Schussverletzung überlebt, geht es an den Folgen zugrunde."
Auch BirdLife Österreich vermeldete jüngst den Nachweis, dass ein
tot aufgefundener Adler einer Bleivergiftung erlegen war. Er starb nicht am
Schrotschuss selbst, sondern an der Bleikonzentration in den Körpern
seiner Beutetiere.
Eine einzige 70-Millimeter-Bleischrotpatrone enthält 200 Bleikugeln mit
je drei Millimeter Durchmesser. Wildpret-Liebhaber mag die Schrotkugel im
Ragout vom Feldhasen oder im Fasanenbrüstchen im schlimmsten Fall einen
Zahn kosten. Die 300 bis 400 Tonnen Blei, die beim fröhlichen Handhaben
der Schrotflinten pro Jahr auf Österreichs Wälder, Fluren und Teiche
niederhageln, richten weit größere Schäden an, denn das Blei
verschwindet nicht, es gelangt ins Grundwasser, in die Nahrungskette, und
für unzählige Lebewesen bedeutet es einen schleichenden Tod.
Das "bleifreie" Fahren wurde über Jahre heftigst propagiert,
und tatsächlich hat die Umstellung auf Benzin ohne Blei umweltpolitisch
viel bewirkt. Die Jägerschaft hat Appelle, ihrer Leidenschaft doch endlich
"bleifrei" zu frönen, dagegen bislang überhört. Dabei
wäre eine Niederwildjagd - damit ist der Abschuss von Feldhasen, Fasanen,
Rebhühnern oder auch Enten gemeint - ohne Bleischrot jederzeit und problemlos
möglich.
Weltweit werden pro Jahr über drei Milliarden Bleischrotpatronen verschossen,
Österreich importierte im Jahr 2003 rund 340 Tonnen. Diese Geschosse
könnten durch Weicheisenschrotpatronen ersetzt werden, die lediglich
bei älteren Gewehrmodellen eine etwas verstärkte Abnutzung zur Folge
haben. Doch Österreichs Jäger halten an ihren Bleischrotflinten
fest - dabei ist das Vergiften doch alles andere als eine waidmännische
Form der Jagd. (Andrea Dee/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 5./6. 11. 2005)
Unbekannte
Fischart vor den Fidschi-Inseln entdeckt
Die nachfolgende Nachricht über eine neu entdeckte „Korallenbarsch“-Art geistert überall im Internet herum. Es ist offenkundig und leicht nachvollziehbar, wie die eine Seite die Nachricht unkritisch und unreflektiert von der anderen kopiert, wobei die Bearbeiter und Webmaster wohl oft nicht wirklich genau wissen, worüber sie schreiben. Ich selbst bin weniger über die Ungenauigkeit bzw. Oberflächlichkeit des Berichts gestolpert (dazu die Bemerkung eines kritischen Lesers in einem der Foren, in denen die Nachricht veröffentlicht wurde: "... etwa handgroß ... es lebe die Wissenschaft - eine Exaktheit wie vor 1500 Jahren!), als über die verwirrende Bezeichnung Familie der Korallenbarsche. Das ist ein wirklich eher unüblicher deutscher Trivialname für die Riffbarsche (Pomacentridae), die mehr als 300 beschriebene Arten umfassen. Es hätte gereicht, den korrekten wissenschaftlichen Namen anzugeben, damit der interessierte Leser zuordnen kann, worum es sich überhaupt handelt.
Nur in einem der zahlreichen kopierten Beiträge konnte ich dann einen
näheren Hinweis auf die Identität des Fisches finden: "...
Die bislang unbenannte Art der Gattung Pomacentrus gehört zur
Familie der Korallenbarsche".
Bei Pomacentrus, handelt es sich eindeutig um einen Riffbarsch aus
der namensgebenden Gattung der Familie, auf Deutsch gewöhnlich als Demoiselle
übersetzt. Mit "Meeresbewohner", der "etwa handgroß
und dunkellila gefärbt" ist, kann man hingegen nicht wirklich viel
anfangen. (Robert Hofrichter)
Und nun der Artikel:
WWF: Das noch namenlose Tier gehört zur Familie der Korallenbarsche - "einzigartige" Artenvielfalt des Riffs
WWF Frankfurt/Main - Forscher haben eine bisher unbekannte Fischart vor den
Fidschi-Inseln im pazifischen Ozean entdeckt. Das noch namenlose Tier gehöre
zur Familie der Korallenbarsche, teilte die Umweltstiftung WWF (World Wide
Fund For Nature) am Freitag in Frankfurt am Main mit. Der Meeresbewohner sei
etwa handgroß und dunkellila gefärbt.
WWF-Taucher entdeckten den Fisch vor einigen Tagen bei der ersten umfassenden
Untersuchung des Great Sea Reef vor den Fidschi-Inseln. Seit Freitag gilt
ein Teil davon als Schutzgebiet. "Die Artenvielfalt des Riffs, das auch
als Cakaulevu bekannt ist, ist weltweit einzigartig", sagte Meeresexpertin
Stefanie Schmidt.
In bestimmten Zonen dürfe dort künftig nicht mehr gefischt oder
gesammelt werden. Das laut WWF drittgrößte Riff der Welt biete
vor den Fidschi-Inseln Lebensraum für tausende verschiedene Meeresbewohner.
Nach Angaben von Schmidt fanden Taucher dort außer dem Korallenbarsch
noch einzigartige Korallen und bedrohte Tiere wie die grüne Meeresschildkröte
und den Spinnerdelfin. Viele Arten seien am Riff wegen Wilderei, Überfischung
und Klimawandel vom Aussterben bedroht. (APA/dpa)
Kommentar
Thomas
Winter
Jagd: Naturschutz oder Blutsport?
Hatten Sie schon immer das Gefühl, dass die Jagd nicht mehr zeitgemäß
ist? Sind Sie auch skeptisch, wenn Jäger davon reden, ihre Tätigkeit
sei "angewandter Naturschutz"? Thomas Winter legt in seinem aktuellen
Buch ausführlich dar, warum das Schlagwort von der Jagd als Naturschutz
nur eine Mär ist. Die Konsequenz: Die Jagd hat im 21. Jahrhundert keinen
Platz mehr.
"Jagd ist angewandter Naturschutz!", sagen die einen, "Jagd
ist nichts als Spaß am Töten!", sagen die anderen. Was stimmt
denn nun? Dieses Buch geht dem komplexen Thema "Jagd" auf den Grund.
Ist die Jagd wirklich "angewandter Naturschutz"? Ist die "deutsche
Waidgerechtigkeit" eine traditionsreiche und gleichzeitig richtungsweisende
Moral, die einem Tierschutzgedanken mit höchsten Ansprüchen genügt?
Was passiert genau bei der Jagd? Und warum jagen Jäger eigentlich? Diese
Fragen beantwortet der Autor im vorliegenden Buch in informativer und verständlicher
Form und kommt zu einem eindeutigen Schluß: Die Jagd hat in einer modernen
Gesellschaft des 21. Jahrhunderts tatsächlich keinen Platz mehr.
Winter, Thomas: Jagd - Naturschutz oder Blutsport?, Passau 2003, 412 Seiten, zahlreiche Abbildungen, ISBN 3-00-012219-2, €19,90.
Schwimmen
im Walhaigetümmel: Bei den letzten Exkursionen des RSEC und fnz auf die
Seychellen wurden viele Walhaie gesichtet
Im Oktober 2005 organisierte das RSEC in Kooperation mit dem fnz zwei naturkundliche
Exkursionen auf die Seychellen. Eines der Ziele der Exkursionen war es, den
Teilnehmern das wunderbare Erlebnis einer Begegnung mit Walhaien zu ermöglichen.
Das Meer ist allerdings groß und geheimnisvoll und eine absolute Garantie
für eine Sichtung kann man kaum geben (außer man ist wie das Whale
Shark Monitoring Programme mit einem Ultraleichflugzeug ausgestattet; siehe
Bericht über Walhaie auf den Seychellen).
Bei der Gruppe des ersten Termins funktionierte die Walhai-Begegnung dennoch
wie auf Bestellung. Ein juveniles Tier mit etwa 4-4,5 m Länge schwamm
im Kanal zwischen Conception und Mahé (Westküste Mahés)
direkt am Tauchboot vorbei und wollte uns in den kommenden 45 Minuten scheinbar
gar nicht mehr verlassen. Obwohl zum Schluss ein zweites Boot voller Taucher
zu uns stieß und letztlich mehr als 30 walhaigierige Schnorchler das
Tier bedrängten, ließ sich das Tier kaum irritieren. Im Gegenteil,
es drehte sogar immer um, als es sich im relativ klaren Wasser "zu allein
fühlte" und schwamm direkt in den menschlichen "Schwarm"
hinein. Immer wieder mussten die begeisterten Schwimmer ausweichen, um nicht
mit dem Hai zu kollidieren. Nachdem sich alle satt gesehen haben, verließen
die zwei Tauchboote das Tier, das unserem (freilich allzu menschlichen) Empfinden
nach noch gern mit uns herumgeschwommen wäre...
Zwei Wochen später verschlechterte sich die Sicht unter Wassert. Für
Planktonforscher bot das Meer ideale Bedingungen und wir, drei Biologen in
der Gruppe, waren auch entsprechend begeistert. Die anderen Teilnehmer träumten
eher von guter Sicht und weniger Nesseltieren im Wasser... Doch den Meeresbiologen
war es klar: Das sind ideale Bedingungen für die großen Planktonfresser
der Meere - dem Walhai und Manta.
Und dann war es soweit: Kaum hatte einer der Teilnehmer im Boot eine zynische
Bemerkung über die hohe Unwahrscheinlichkeit einer Sichtung von sich
gegeben ("... von wegen Walhaie..."), tauchte direkt neben dem Boot
ein etwa 5 m langer Walhai auf. Nachdem einige Schnorchler schnell ins Wasser
gesprungen waren, verschwand das Tier aber rasch in den trüben Tiefen.
An diesem Tag waren die Bedingungen bei der Südspitze von Conception
nicht Ideal, sehr trübes Wasser sowie beträchtliche Dünung
und Wellen. Bei Lighthouse sprangen wir später noch kurz ins Wasser und
Beobachteten zwei Mantas, die sich intensiv mit Fressen beschäftigten,
aber die Sonne stand schon für eine erfolgreiche Walhaisuche zu tief.
Wir nahmen uns daher vor am nächsten Tag eine zusätzliche Schnorchelausfahrt
zu den Walhaien zu machen.
Nachdem wir ca. um 16.00 den ersten Walhai - wiederum direkt neben dem Boot - gesichtet haben, brach bald eine wahre Walhaihysterie aus. In den kommenden zwei Stunden wurden so viele Rücken- und Schwanzflossen sowie breite, aus dem Wasser ragende Walhaimäuler gesichtet, dass gar nicht mehr mitgezählt wurde. Es war unmöglich zu sagen, um wie viele Tiere es sich handelte. Wir schätzen, dass in unmittelbaren Nähe insgesamt vielleicht 10 bis 15 Tiere (!) dem Nahrungserwerb nachgingen. Nachdem auch noch einige Große Tümmler am Boot vorbeigezogen waren und einige fressende Mantas bei Loopings ihre weißen Bauchseiten zeigten, gab es für die Begeisterung keine Grenzen mehr, nicht zuletzt bei den vier italienischen Mitfahrenden, deren lautes und freudiges bello und bellissimo weit zu hören war.
Leider betrug die Sicht maximal etwa 4-5 Meter und man verlor die meisten Tiere schon nach einigen Metern aus dem Blickfeld. So hieß die Übung dann wiederholt: Schnell ins Boot klettern, Ausschau nach Schatten und Flossen halten und anschließend wieder ins Wasser springen... Einem Tier sind manche allzu begeisterte Schnorchler leider direkt auf den Kopf gesprungen, aber es hat sich dadurch nicht besonders verwirren lassen und zog mit halboffenem Maul weiter seine Kreise durch die dicke Planktonsuppe.
Lighthouse im Westen Mahés sowie der Kanal zur benachbarten Insel Conception wird uns als idealer Walhaispot in Erinnerung bleiben. Und es ist selbstverständlich, dass uns beim nächsten Besuch der Seychellen unser erster Weg wieder dorthin führen wird. Sichtungen sind ganzjährig möglich, besonders häufig sollen sie zwischen August und Oktober sein. Tauchschulen und Fischer berichten jedoch auch zu anderen Jahreszeiten von vielen Sichtungen. Ein Zusammenspiel von Wind, Gezeiten, Strömungen und dem durch diese Faktoren bedingten günstigen Nahrungsangebot ist wohl für ein stärkeres Aufkommen der Walhaien verantwortlich. Da hauptsächlich kleinere und mittlere Männchen gesichtet werden und wesentlich weniger Weibchen, nimmt man an, dass das häufige Auftreten von Walhaien bei den Seychellen eher mit dem günstigen Nahrungsangebot und weniger mit ihrem Reproduktionszyklus zusammenhängt.
Walhaiforschung
auf den Seychellen:
So groß der Fisch, so klein das Wissen über ihn
Walhaie sind trotz zunehmender Sichtungen durch unzählige Taucher und
Schnorchler in verschiedenen Teilen der Welt nach wie vor ein faszinierendes
Phänomen. Und daran wird sich wohl auch nichts ändern - der größte
Fisch der Erde wird auch in der Zukunft die Menschen begeistern, vorausgesetzt
den Artenschützern gelingt es, sinnvolle Schutzmaßnahmen durchzusetzen.
Denn es ist kein Geheimnis, dass Walhaie wie auch viele andere große
Haiarten durch skrupellose Ausbeutung der Meere stark vom Aussterben bedroht
sind. Wie bei anderen bedrohten Arten auch (etwa Napoleons), sind vor allem
asiatische Fischer und Konsumenten für den Niedergang der Bestände
verantwortlich - im Fall der Wahaie ein eher modernes Phänomen. In der
Geschichte wurden Walhaie selten gezielt gejagt.
Damit sinnvolle Maßnahmen überhaupt umgesetzt werden können,
muss zuerst mehr über Biologie und Verhalten der Art bekannt werden.
Wenn man nichts über die Populationsgrößen weiß, ist
auch ein Überwachen der Bestände unmöglich. Gesichertes Wissen
über den Walhai war bisher Mangelware. Und auch die stark erhöhte
Zahl der Sichtungen ist ein rezentes Phänomen: erst 1828 durch Andrew
Smith als Rhincodon typus wissenschaftlich beschrieben, hat es bis
1986 nur 320 sichere und schriftlich überlieferte Sichtungen gegeben.
Nur zum Vergleich, was gezielte Studien mit modernen Mitteln zu leisten vermögen:
Im Rahmen des nachfolgend beschriebenen Projekts wurden zwischen Juli und
September 2005 allein rund um die Granitinseln der Seychellen 570 Walhai gesichtet!
Der breiteren Öffentlichkeit ist es nur wenig bekannt, dass die Seychellen
nicht nur beträchtliche Walhaibestände aufzuweisen haben (die Kreolen
nennen den großen aber harmlosen Hai "Sagren"), sondern auch
ein eigenes Whale Shark Monitoring Programm vorweisen können.
Es steht unter der Leitung der Marine Conservation Society der Seychellen
(eine NGO; PO Box 1299, Victoria, Mahé; www.mcss.sc,
info@mcss.sc).
Mit einem Ultraleicht-Fluggerät ausgestattet, flog MCSS-Microlight-Pilot
Johan Anderson in den letzten Monaten unzählige Einsätze und suchte
die großen Tiere von der Vogelperspektive aus. Per Funk leitete er die
Information an seine Kollegen auf den Booten weiter, die daraufhin versuchten,
möglichst viele Haie zu markieren. An besoders guten Tagen hatte Pilot
Anderson während eines einzigen Fluges bis zu 49 Sichtungen! Auch von
Booten aus und nicht zuletzt durch Taucher und Naturfreunde wird intensiv
Monitoring betrieben: Zwischen Juli und September wurden 349 Walhaie gemeldet,
darunter wurde bei 61 Tieren das Geschlecht bestimmt (57 Männchen, nur
4 Weibchen!!! - die Ansammlung der Walhaie vor den Seychellen geht folglich
wohl mehr auf ein günstiges Nahrungsangebot zurück und weniger auf
Reproduktionsverhalten.
Die Informationen stammen aus einer Broschüre des Whale Shark Monitoring Programms und basieren auf Informationen von Jeremy Colman (CALM). Mehr Infos unter www.mcss.sc.
Auch Sie können eine Patenschaft für einen Walhai übernehmen
und damit helfen, ihre Erforschung und ihren Schutz zu sichern!
fnz-Triptipp:
Neuer Geopfad am Haunsberg bei Salzburg eröffnet
Seit Mitte Oktober 2005 gibt es 15 km außerhalb von Salzburg im Ortsteil
Schlößl der Gemeinde Nussdorf a. H. einen neuen geologisch-paläontologischen
Wanderweg zu besichtigen.
Unter dem Motto „Tropisches St. Pankraz vor 50 Millionen Jahren“
wurden unter der wissenschaftlichen Anleitung von Univ.-Prof. DDr. Gottfried
Tichy (Ehrenpräsident des Forum Natur & Zukunft) neun informative
Schautafeln erstellt, welche vom Parkplatz des Schlößl-Wirtes ausgehend,
vorbei am Steinbruch St. Pankraz bis zu einem Wasserfall und zurück führen.
Es gibt zwei Routen mit ca. 3 und 4 km Länge, welche 1 – 1,5 Stunden
in Anspruch nehmen.
Über Jahrzehnte wurden durch Sammler und Wissenschaftler eine Vielzahl
von Fossilien aus dem Steinbruch von St. Pankraz geborgen, schöne Exponate
sind im Haus der Natur in Salzburg (www.hausdernatur.at)
ausgestellt.
Ein geologisch-paläontologisches Informationsheft (Führer) ist im
Gemeindeamt Nussdorf a. H. (www.nussdorf.salzburg.at)
und im Wirtshaus Schlößl (www.wirtshaus-schloessl.at)
für 3,- Euro erhältlich.
Nach der Wanderung empfiehlt sich eine gemütliche Einkehr im ganzjährig
geöffneten Wirtshaus Schlößl, wo man bei herrlichem Ausblick
über die Salzachauen die gute traditionelle Küche genießen
kann. Weiters kann direkt neben dem Wirtshaus die neu renovierte Kirche St.
Pankraz besucht werden.
Salzburg:
Vortrag über Ludwig Salvator
Insgesamt 65 Gäste besuchten am Dienstag, den 4. Oktober 2005, den Vortrag von Dr. Wolfgang Löhnert über Ludwig Salvator (Thema: Ein Leben für das Mittelmeer). Nach dem Vortrag waren alle:
Exkursion
des fnz und RSEC: Suche nach fossilen Haizähnen war wieder ein Großer
Erfolg!
Am 23. September 2005 kamen etwa 30 Mitglieder und Freunde des fnz und RSEC in Prambachkirchen (Oberösterreich) zusammen, um in der dortigen Sandgrube nach fossilen Haizähnen zu suchen. Wie schon im Frühjahr, wurde die Suche ein voller Erfolg. Alle Teilnehmer haben zumindest 1-2 Zähne gefunden, manche auch wesentlich mehr. Auch die Freunde von Taucher.net waren bei der Suche dabei. Am längsten ausgeharrt hat Werner Thiele von WATERWORLD TAUCH-& ABENTEUERREISEN. Sein begeisterter Bericht vom nächsten Tag:
"Wir sind am Samstag doch noch länger geblieben, da wir kurz nachdem
Ihr weg wart eine Stelle gefunden haben, die dann doch noch etwas ergiebiger
war - bis 18.00 Uhr haben wir dort noch weitere 25 Zähne gezogen, die
meisten mittelgroß.
Einer war dabei, der war richtig auffallend; würde sagen ISURUS HASTALIS
oder ISURUS ESCHERI - Unterkieferzahn I oder II - nicht viel weiter
von der Mitte. Satte 4 cm lang und die Wurzel fast komplett - Foto anbei.
Der machte uns wirklich Freude, auch wenn es nicht der "UPPER PRINCIPAL"
war den ich eigentlich wollte. Aber ein LOWER NEAR PRINCIPAL ist auch nicht
schlecht."
Die meisten Suchenden waren freilich keine solchen Experten wie der Werner und waren bereits mit kleineren Zähnen oder Bruchstücken zufrieden. Den größten Zahn haben zwei Gäste aus Wien gefunden, und es war zur großen Freude aller ein megalodon!!! Der erste, den wir im Rahmen unserer Exkursion gefunden haben.
Wir werden die Suche im Frühjahr sicherlich wieder fortsetzen! Informationen dazu werden wir rechtzeitig im Jahresprogramm veröffentlichen.
Nemos
Aggressionen: Verhaltensforschung an Clownfischen
Miriam Reininger von der Universität Innsbruck untersuchte in den Sommermomaten in der RSEC-Feldstation in Dahab im Rahmen ihrer Diplomarbeit das Aggressions- und Feinderkennungsverhalten von Amphiprion bicinctus (Rotmeer-Anemonenfisch).
Clownfische (Anemonenfische der Gattung Amphiprion) leben paarweise
oder in Gruppen in Symbiose mit Anemonen, die ihnen durch ihre Nesseltentakeln
Schutz bieten. Adulte sind extrem territorial und bewegen sich nie weit von
"ihrer" Anemone weg.
Die Untersuchungen wurden vornehmlich am Hausriff des RSEC, den "Islands",
durchgeführt. Zu Beginn wurden die genauen Standortbedingungen erfasst:
in welcher Tiefe die Anemonen vorkommen, sowie die weiteren Umgebungsparameter.
Ebenso wurde die Anzahl der Anemonenfische in diesem Gebiet erfasst sowie
das Verhältnis zwischen der Größe der Anemone und der Anzahl
ihrer Bewohner. Diese Voruntersuchungen sind nötig, um ein vollständiges
Bild des Lebensraumes von A. bicinctus zu bekommen und auch um die
komplexen Zusammenhänge im Riff besser verstehen zu können.
Schnorchelnd und fallweise tauchend untersuchte Miriam Reininger die Verhaltensmuster
von A. bicinctus im Tagesrhythmus sowie im Reproduktionszyklus. Eine
der spannendsten Fragen war, ob und inwiefern sich die Aggressivität
verändert, wenn die Fische ihren Laich bewachen.
Im zweiten Teil der Studie wurden die übergeordneten Feindschemata von
A. bicinctus untersucht. Hierzu führte Miriam interessante Attrappenversuche
durch, um Aussagen darüber zu bekommen, gegen welche Arten und in welcher
Weise A. bicinctus aggressiv ist. Die daraus resultierenden Ergebnisse
werden mit den bereits in Österreich durchgeführten Aquarium-Beobachtungen
verglichen.
Neue
Erkenntnisse über das Verhalten von Riesenhaien (Cetorhinus maximus)
von Igor Ruza (fnz/RSEC Redaktion)
Bisher war bekannt, dass die filtrierenden, sich von Plankton ernährenden Riesenhaie (Cetorhinus maximus) einen typischen Tag-Nacht Rhythmus im Tauchverhalten aufweisen. Im Morgengrauen tauchen sie in grössere Tiefen, aus denen sie in der Abenddämmerung wieder bis knapp unter die Oberfläche zurückkehren. Der Schlüsselfaktor, der dieses Verhalten auslöst, ist die Vertikalwanderung des Zooplanktons. Diese Vertikalwanderung ist schon an und für sich ein interessantes und ökologisch wichtiges Thema in der Meeresbiologie. Man nimmt an, dass der Hauptgrund die Frassvermeidung ist. Diese Hypothese beruht darauf, dass sich Frassfeinde des Zooplanktons optisch orientieren und daher in grösseren Tiefen ihre Beute wegen des Lichtmangels weniger gut entdecken können. In der Abenddämmerung kehren die Organismen des Zooplanktons zurück an die Oberfläche, wo sie im Schutze der Dunkelheit selber zu Räubern werden oder sich von Phytoplankton ernähren. Die Riesenhaie, dessen Nahrung solches Zooplankton ist, haben sich an dieses Wanderverhalten angepasst.
Britische Forscher haben nun herausgefunden, dass Riesenhaie diesen "normalen" Tagesrhythmus verändern und sich an spezielle Schutzmassnahmen des Zooplanktons anpassen können. Dr. David Sims und seine Mitarbeiter haben das Tauchverhalten von vier Riesenhaien genau untersucht. Zwei davon in den seichten Gewässern des Ärmelkanals und zwei jenseits der Schelfkante in tieferen Gewässern südwestlich von Irland und in seichten Gewässern der Clyde Sea, westlich von Schottland. Die Haie wurden mit speziellen "Pop-up tags" markiert, welche während einem programmierten Zeitrahmen Wassertiefe, Temperatur und Lichtstärke speicherten. Nach Ablauf dieser Zeit lösen sich die Pop-up Marker automatisch von den Haien los und driften auf der Meeresoberfläche, bis das Team sie mit Hilfe von Satelliten Empfängern orten und einsammeln kann.
Das Team konnte zeigen, dass die Riesenhaie im tiefen offenen Atlantik und in der Clyde Sea dem bisher bekannten Verhaltensmuster folgten. In der Morgendämmerung verfolgten sie das Zooplankton, vorwiegend Ruderfusskrebschen aus der Gattung Calanus, in Tiefen von 80 bis 120 Meter und in der Abenddämmerung kehrten sie, wieder dem Zooplankton folgend, zurück zu einer Tiefe von 0 bis 20 Metern. Im Ärmelkanal jedoch haben die Riesenhaie diesen Rhythmus umgekehrt. Tagsüber befanden sie sich an der Oberfläche in einer Tiefe von 0 bis 10 Meter und Nachts wanderten sie in Tiefen von bis zu 60 Metern.
Die Resultate weisen darauf hin, dass sich die Riesenhaie an die veränderte Verhaltensweise des Zooplanktons anpassen können. Organismen des Zooplanktons entwickeln verschiedenste Verhaltensweisen, um sich vor Frassfeinden zu schützen. Eine davon ist die oben erwähnte Flucht tagsüber in dunklere Tiefen. Doch auch Räuber (z.B. Fischlarven und Pfeilwürmer) können sich an diese Muster anpassen, so dass das Plankton diese Verhaltensweise einfach umkehrt. Mit akustischen Methoden (Sonar-Messungen) konnte das Team rund um Sims zeigen, dass im Ärmelkanal das Zooplankton eine solche Umkehrung ihres Wanderverhaltens durchgeführt hat. Auch andere Faktoren wie Wassertemperatur oder der markante Tidenhub in dieser Region könnten bei diesem Verhaltensmuster eine Rolle spielen. Ihre Studie zeigt auch, dass diese Vorgehensweise aber kein Schutz vor den Riesenhaien ist, die sich somit als "schlauer" erweisen, als bisher angenommen wurde.
Neben den neuen Erkenntnissen über das Tauchverhalten von Riesenhaien, führen die Resultate dieser Studie auch zu wichtigen Hinweisen für die Überwachung von Populationsgrössen solcher Tiere. Da Riesenhaie und auch Walhaie (Rhincodon typus) nur gezählt und kontrolliert werden können, wenn sie sich unmittelbar unter der Meeresoberfläche befinden, spielt das Tauchverhalten eine sehr grosse Rolle in der Bestandesaufnahme. "Dadurch, dass sich bereits innerhalb einer Population die individuellen Tauchmuster so stark unterscheiden können, ist es möglich dass bisherige Schätzungen von Populationsgrössen um ein zehnfaches zu klein oder aber auch zu gross sein könnten.", so die Autoren.
Quelle:
David W. Sims, Emily J. Southall, Geraint A. Tarling, Julian D. Metcalfe (2005)
Blackwell Publishing, Ltd.
Habitat-specific normal and reverse diel vertical migration in the plankton-feeding
basking shark
Journal of Animal Ecology 2005 74, 755-761
Foto: Richter
Golf
von Mexiko: Flipper könnte auch auf Dich lauern!
Die niedlichen und "harmlosen" Großen Tümmler (Tursiops truncatus), aus der gleichnamigen Fernsehserie besser bekannt unter dem Namen Flipper, eine tödliche Gefahr? Für den Laien schwer vorstellbar, werden doch Delfine in aller Regel stark verniedlicht. Doch der Kampf gegen den Terror und die US-Army generell treiben (nicht selten) seltsame Blüten.
Eine der Folgen des Hurricans Kathrina soll das Freikommen einiger "Killerdelfine"
aus geheimen Militäranlagen an der Küste des Golfs von Mexiko sein.
Wie Mark Townse Houston auf CDNN berichtet, sollen einige solcher Tiere während
des Wirbelsturms abhanden gekommen sein. Wenn die Darstellungen stimmen, könnten
die Delfine Schwimmer, Taucher, Surfer oder Bootsbesatzungen als vermeintliche
Feinde "eliminieren". Die Armee leugnet nicht, dass die Meeressäuger
für militärische Einsätze dressiert und eingesetzt werden,
behauptet aber, dass keines der Tiere fehlt.
Nähere Informationen zu diesem skurillen Fall unter http://www.cdnn.info/news/industry/i050926.html
Jetzt Projektvorschläge einschicken: "Jahrhunderchance" für Wissenschaftler und Studenten
Mitte des 19. Jahrhunderts war es ein Jahrhundertprojekt, zu Beginn des 21. Jahrunderts soll es wieder ein Jahrhundertprojekt werden: Die Weltumsegelung der NOVARA wurde 1857-1859 als wichtiges Anliegen der höchsten Stellen der k.u.k.-Monarchie durchgeführt. Unser fnz-Team ist stolz bei diesem großartigen Vorhaben Projektpartner sein zu können! Gestartet wird aus Triest rund 150 Jahre nach der ersten Expedition, also 2007, doch Wissenschaftler und Studierende verschiedenster Disziplinen - keinesfalls nur von den Biowissenschaften - haben bereits jetzt die Möglichkeit, ihre Projektvorschläge einzureichen. Technologie, Kommunikation, politische und Frieden stiftende Anliegen - all das soll durch diverse Projekte und Aktionen zum Erfolg der NOVARA-Expedition beitragen.
Die eingereichten Projekte, welche durch die FFG - Österreichische Forschungförderungsgesellschaft einem ernsthaften Evaluierungsverfahren unterzogen werden, sollten ab sofort an Dr. Peter Rohrbacher (NOVARA-expedition, info@NOVARA-expedition.org, http://www.novara-expedition.org) geschickt werden. Gefragt sind alle relevanten Fragestellungen der modernen Wissenschaft, vor allem aber innovative Ideen mit möglichst globalem Ansatz, die der Definition und Philosophie des NOVARA-Projekts entsprechen: Globalisierung als positive Kraft. Die Weltumseglung als Plattform für: Projekte und Aktionen in den Bereichen Technologie, Natur und Gesellschaft. Im Zeichen von: Innovation, Wissenschaft und Kommunikation.
Sea
of Cortez: nun ein World Heritage Site der UNESCO
LORETO, Mexico (27 Sep 2005). Hunderte Inseln im zu Mexiko gehördenden Sea of Cortez, wurden von der UNESCO (United Nations Educational Scientific and Cultural Organization) zum World Heritage deklariert. Das Gebiet, welches bereits vom legendären Jacques Cousteau als "world's aquarium" beschrieben wurden, ist unter anderem als wichtiger Reproduktionsplatz für verschiedene Walarten bekannt.
Die Sea of Cortez ist eines der jüngsten Meere unseres Planeten und
Heimat für eine Vielzahl außergewöhnlicher Meerestiere. Erdbeben
und vulkanische Aktivitäten haben dieses Meer geformt und seine einzigartige
Unterwasserlandschaft geprägt.
Die Sea of Cortez bietet ebenso wie die Socorro Islands ausgezeichnetes Tauchen.
Die Tauchplätze können zwar nicht die Farbenpracht tropischer Korallenriffe
bieten, glänzen aber mit großem Fischreichtum und vielen Großfischbegegnungen.
Tauchplätze wie der El Bajo Seamount mit seinen berühmten Hammerhaischulen,
Los Islotes mit seiner Seelöwenkolonie und La Reina mit den Mantas sind
ein Highlight für jeden Taucher. Das Tauchen in der Sea of Cortez bietet
zu jeder Jahreszeit etwas besonderes. Von Dezember bis März ist die Möglichkeit
Buckelwale oder Orcas zu sehen recht gut. Von August bis Oktober hat man gute
Chancen auf Walhaie und Mantas.
Die Ernennung zu World Heritage Site wurde von der UNESCO im Jahr 1972 eingeführt, um den Schutz von herasuragenden kulturellen und natürlichen Werten zu erleichtern. Bisher wurden mehr als 800 solche World Heritages deklariert, davon 25 in Mexico.
Große
Sensation: Riesenkalmar (Architeuthis sp.) endlich auf Film gebannt.
Gar nicht lethargisch und kräftiger als gedacht. In "Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences" veröffentlichte Fotos zeigen erstmals eines der legendärsten Tiere der Welt nicht als leb- und formlose Masse, sondern mit aller schlanken Eleganz und Kraft.
Es war über Jahrzehnte der Traum vieler Wissenschaftler, Abenteurer
und Tierfilmer. Viele hofften auf das große Geld, die man mit Aufnahmen
lebender Riesenkalmare sicher machen könnte, aber statt sagenhaften Gewinnen
hat es für die Expeditionen bisher nur große Ausgaben gegeben:
sündhaft teure Expedition mit viel Hochtechnologie, jedoch ohne Riesenkalmar.
Das Ergebnis dieser Jagd waren lediglich Dokumentarfilme mit der wenig spektakulären
Aussage: Wir haben es versucht, aber es ist uns nicht gelungen! "Bisher
war niemand in der Lage, einen Riesenkalmar in seiner natürlichen Umgebung
zu beobachten", sagte der kalifornische Meeresbiologe Randy Kochevar.
Nun wurde der Traum aber durch den japanischen Meeresforscher Tsunemi Kubodera
vom Nationalen Wissenschaftsmuseum in Tokio Wirklichkeit.
Seit Jahrhunderten beschäftigte sich die Menschheit mit Berichten von
Seefahrern über rätselhafte Meeresungeheuer. Viele waren reine Ausgeburt
der Phantsie, einige gingen aber sicherlich auf Architeuthis zurück.
Diese Bewohner der Tiefsee beschäftigen seit jeher die Phantasie der
Menschen. Schon der römische Schriftsteller Plinus der Ältere, der
im Jahre 79 nach Christus beim Ausbruch des Vesuvs ums Leben kam, berichtete
in seinem 37-bändigen naturkundlichen Werk "Naturalis Historia"
von einem großen "Polypen" mit zehn Meter langen Armen. Im
spanischen Carteia, dem heutigen Rocadillo, habe das Tier die Fischteiche
am Meer geplündert. Die Wachen töteten das Ungetüm. Sein Kadaver
soll 700 Pfund gewogen und einen äußerst unangenehmen Geruch verströmt
haben. Sie tauchen bereits in der griechischen Mythologie auf und erscheinen
auch in Jules Vernes 20.000 Meilen unter dem Meer, wobei die Illustratoren
aber gern zehnarmige (Sepien und Kalmare) und achtarmige (Oktopusse) Tintenfische
bzw. Tintenschnecken verwechselten.
Der 8 m lange Architeuthis wurde in 900 m Meerestiefe vor den japanischen Bonin-Inseln aufgespürt. Der riesige Tintenfisch verfing sich bei seiner Attacke auf einen Köder mit Shrimps in einem Seil und büßte dabei einen seiner zehn Tentakel ein. Als der nahezu 6 m lange Arm an Bord des Forschungsschiffs gebracht war, wurde es sofort klar, dass die Biologen es mit einem sehr großen Tier zu tun haben.
Die Aufnahmen vom September vergangenen Jahres lösten in der Fachwelt große Begeisterung aus.
In seinem Beuteverhalten sind Riesenkalmare offenbar weitaus aktiver als bislang vermutet, sagte Kubodera. "Es galt vorher als eher lethargisch und nicht so kräftig." Sein Team versuchte schon seit zehn Jahren, einen Riesenkalmar aufzufinden. Zum Erfolg trug eine Gruppe von Pottwalen bei, die bekanntermaßen Riesenkalmare jagen. Kubodera heftete sich auf die Spur der Wale und wurde so zu dem Architeuthis geleitet.
Über die Reproduktion der Riesenkalmare informiert aktuell Dr. Steve
O'Shea auf http://www.tonmo.com/science/public/architeuthisreproduction.php
Fotos: Dr. Steve O'Shea
Quelle: http://www.financial-times.de/rd/24126.html
http://www.cdnn.info/news/eco/e050928.html
http://www.lonlygunmen.de/krypto/wasser/riesenkalmare/architeuthis.html
Australien:
Erneute Krokodil-Attacken
Kaum war unser Bericht über ein Krokodilopfer in Australien von der
fnz /RSEC Webseitenredaktion fertig gestellt, stand auf der Homepage des CDNN
schon der nächste Bericht über einen Todesfall, der zweite innerhalb
von nur 5 Tagen! Und nur einige Tage später, am 1. Oktober 2005, bereits
der dritte!
Die Häufung der Fälle ist bemerkenswert, da man bisher von insgesamt
etwa 12 Todesfällen durch Salzwasserkrokodile (Leistenkrokodile, Crocodylus
porosus) in den letzten 20 Jahren ausging!
Ein 56-jähriger Mann wurde beim Tauchen bei Cobourg Peninsula (Northern
Territory) getötet.
Zuletzt wurde der 55-jährige Russell Butel in den Kopf gebissen und unter
Wasser gezogen.
Die meisten Krokodilunfälle in Nordaustralien passieren zwischen Ende
September und Januar, wenn die Tiere nach der Trockenzeit hungrig sind und
sich auf die Reproduktionsaison vorbereiten. Steigende Temperaturen und mehr
Feuchtigkeit machen die Tiere aktiver. Drei aktuelle Angriffe, davon zwei
im Northern Territory und einer im Norden Queenslands, haben heftige Diskussionen
über Leistenkrokodile und die Möglichkeit der verstärkten Bejagung
dieser Tiere ausgelöst. Leistenkrokodile standen am Rand der Ausrottung
und wurden erst durch massive Schutzmaßnahmen wieder zahlreicher.
Russell Butel war einer der erfahrensten Taucher in Northern Territory. Er
tauchte nach Seegurken. Der Unfall ereignete sich in Sekundenschnelle, der
Körper wurde 2 km weit entfernt gefunden. Der Ranger Peter Fitzgerald,
der den leblosen Körper gefunden hat, berichtet von insgesamt 12 Krokodilen,
die sich momentan in der betreffenden Bucht aufhalten.
Neue
Zusamenarbeit mit der Ludwig Salvator Gesellschaft
Ein Leben für das Mittelmeer: Kooperation zwischen dem fnz und der Ludwig Salvator Gesellschaft.
Der dritte Band des Werkes "Das Mittelmeer" wartet noch auf seine
Fertigstellung und Veröffentlichung (voraussichtlich 2006). Dieses Vorhaben
stößt wegen seinen Dimensionen und Kosten auf so manche Probleme,
doch erhält es nun von unerwarteter Seite eine starke moralische Unterstützung.
Erst der Wiener Anwalt Dr. Wolfgang Löhnert, Gründer der Ludwig
Salvator-Gesellschaft und bekennender Mediterranist, machte den Herausgeber
des Mittelmeerwerkes, Dr. Robert Hofrichter, auf den umtriebigen Habsburger
aufmerksam, der mehr als 40 Jahre lang das Mittelmeer erforschte und darüber
faszinierende Werke verfasste.
Nun steht es fest: Der dritte Band des Mittelmeerwerkes hat eine würdige
Persönlichkeit gefunden, der es gewidmet werden soll.
Wer war aber dieser Ludwig Salvator, früher liebevoll Luigi genannt, der Wissenschaftler aus dem Kaiserhaus? Diese Frage ist durchaus berechtigt, wenn man bedenkt, dass vielleicht 80 oder 90 Prozent der Österreicher über diese verdienstvolle Persönlichkeit überhaupt nichts wissen. Der österreichische Erzherzog Ludwig Salvator (1847-1915) war eine in jeder Hinsicht außergewöhnliche Persönlichkeit. Er bereiste mit seiner Dampfsegeljacht Nixe über 40 Jahre lang das Mittelmeer und schuf in dieser Zeit über 50 wissenschaftliche Werke über Inseln und Küstenabstriche des Mediterrans. In seinen legendären Monografien hielt er - in Kenntnis der bevorstehenden gewaltigen Umwälzungen der damaligen Zeit - buchstäblich alles fest, was die damaligen Kulturen des Mittelmeeres charakterisierte: Geografie, Klima, Fauna, Flora, Geologie, Bevölkerung, Gebräuche, Sprache, Architektur, Landwirtschaft, Fischfang, Handel und vieles Meer.
Als erste gemeinsame Aktion in der Zusammenarbeit zwischen fnz und der Ludwig Salvator Gesellschft, besucht auf Einladung des forum natur & zukunft (fnz), des RSEC, der Universität Salzburg und BUFUS (Biologische Unterwasserforschungsgruppe der Uni Salzburg) Dr. Wolfgang Löhnert, am 4. Oktober 2005 Salzburg. Um 18 Uhr hält er auf der NAWI den Vortrag: Ein Leben für das Mittelmeer. Wolfgang Löhnert öffnet in seinem Vortrag nicht nur ein Tor in eine faszinierende, längst versunkene Welt, sondern zeigt auch auf wie - aus dem gewaltigen Vermächtnis Ludwig Salvators schöpfend - neue Impulse für den Mittelmeerraum und seine wunderbare Natur ausgehen können.
Mehr zu diesem Thema hier.
Salzburg:
Neues fnz-Präsidium gewählt
In der Generalversammlung des forum natur & zukunft (fnz) am 22. September 2005 wurde ein neuer Vorstand gewählt (link). Er setzt sich aus Robert Hofrichter, Wilfried Rieder, Matthias Florian, Rosemarie Rieder, Klaus Minati und Charlotte Damberger zusammen. Der neue Vorstand startet seine Tätigkeit mit dem Wunsch, aktiv zum Umweltschutz beizutragen, dem Kredo des fnz als Plattform für Naturschutz und Nachhaltigkeit treu zu bleiben, an interessanten Projekten teilzunehmen und dem interessierten Publikum spannende und lehrreiche Exkursionen und Bildungsreisen anzubieten.
Dahab:
Neues RSEC-Gebäude eingeweiht
Am 25. September wurden die neuen Räume des befreundeten Forschungs-, Ausbildungs- und Umweltschutzinsituts RSEC in Dahab fertiggestellt und sogleich durch insgesamt mehr als 40 Studenten der Universitäten Göttingen und Stuttgart eingeweiht! Das Red Sea Environmental Centre ist nun im Hotel Lagona Village angesiedelt und kooperiert - die Unterstützung von verschiedenen hohen ägyptischen Regierungsbehörden genießend -, mit der Barakuda-Tauchbasis von Susanne Rossbach. Als Ehrenpräsidenten konnte das Institut Dr. Mohamed Saleh von der Egyptian Underwater and Lifesaving Federation (EULF) und Mitglied des ägyptischen Parlamants gewinnen. Das RSEC freut sich über neue Gäste und zahlreiche neue Forschungsprojekte, Kurse, Seminare und weitere Aktivitäten. Auch spannende Expeditionen sind für 2006 geplant, darunter nach Kalimantan (Borneo), Tobago und in den Oman. Ausführliche Infos bietet die Webseite des Instituts www.redsea-ec.org.
Tragischer
Unfall an der Nordküste Australiens: Britischer Schnorchler von einem
Krokodil getötet
Am 28. September 2005 wurde in Northern Territory, Australien, der 37-jährige Russell Harris, ein britischer Minenmanager von einem etwa 4 m langen Krokodil getötet. Harris ist erst vor 5 Monaten berufsbedingt nach Australien gezogen. Zum Unfall kam es plötzlich und unerwartet. Russell Harris wurde blitzschnell unter Wasser gezogen, so dass weder die amerikanische Ehefrau des Getöteten noch sein 33-jähriger Freund den Unfall bemerkten. Erst zwei Stunden nach seinem Verschwinden wurde eine Suche gestartet.
Boote und Flugzeuge suchten einen 60-Meilen Küstenabschnitt ab. Erst nach 18 Stunden wurden die Überreste von Russell Harris bei Eight Mile Creek gefunden -etwa eine Meile vom Unfallort Groote Eylandt entfernt. Dieser Ort ist (war) bei Touristen ein sehr beliebter Küstenabschnitt.
Die Behörden bestätigten, dass die Leiche eindeutige Spuren von
Krokodilzähnen trug und mahnten zur besonderen Vorsicht.
Krokodile werden als potentielle Gefahr für Schwimmer, Schnorchler und
Taucher (vorallem in Australien) weniger ernst genommen als Haie. Doch diese
Gegend des Indopazifiks ist die Heimat des Leistenkrokodils (Crocodylus
porosus) - mit mehr als 6 m Länge die größte Krokodilart
der Erde. Wie groß es tatsächlich werden kann, ist schwer zu sagen.
Es gibt Gerüchte von Tieren, die 9 oder gar 10 Meter lang sein sollen.
Das größte Tier, das jemals vermessen wurde, war ein 6,2 Meter
langes Männchen aus Papua-Neuguinea. Das Tier hatte sich in einem Fischernetz
verfangen und war ertrunken.
Leistenkrokodile haben durch ihre Salzwasser-Toleranz ein weites Verbreitungsgebiet im Südostasiatisch-australischen Raum (Sri Lanka, Ostindien, Bangladesch, Myanmar (Burma), malaische Halbinsel, Andamanen, Nikobaren, Thailand, West- und Ostmalaysia, Kambodscha, Vietnam, Indosnesien, Phillipinen, Neuguinea, Bismarckinseln, Salomoninseln, Nordaustralien). Sein Lebensraum sind Küstengewässer, brackige Flussmündungen, Mangrovensümpfe und zum Teil auch der Ozean, wo Krokodile von Insel zu Insel schwimmen können.
Was wenig bekannt und kaum wissenschaftlich untersucht ist, sind Interaktionen zwischen Haien und Leistenkrokodilen. Sicher ist nur, dass große, ausgewachsene Haie mit mehr als 3-4 m Länge nur noch wenige natürliche Feinde haben; die Leistenkrokodile gehören auf jeden Fall zu ihnen. Sie sind im Bereich der von ihnen bewohnten Küstengewässer die beherrschenden Raubtiere ohne natürlichen Feinde.
Leistenkrokodile sind wahrscheinlich sehr langlebig und können vermutlich über hundert Jahre alt werden. Dies verbessert die Chancen einzelner Tiere, die eine neue Küste besiedeln, einen Geschlechtspartner zu finden.
Quelle: ergänzt nach verschiedenen Quellen aus CDNN - CYBER DIVER News Network
Salzburg:
Grünlanddeklaration in Gefahr
Die Aktion „Bürger für Bürger“, die überparteilichen Bürgerinitiativen „RETTET SALZBURG“, die BI Lebenswertes Schallmoos und die BI Leopoldskron, die Aktion Kapuzinerbergtunnel, die Salzburger Verkehrsplattform und der NATURSCHUTZBUND Salzburg haben sich zur überparteilichen Plattform Aktion Grünland Salzburg zusammengeschlossen. Das forum natur & zukunft unterstützt diese Aktion und ruft alle Salzburgerinnen und Salzburger auf, zu unterschreiben damit das Bürger-Begehren zum Schutz der Grünlanddeklaration eingeleitet werden kann.
Hier geht's zum Download (pdf, ca. 700kB): Unterschriftenliste
Information: Grünland-Info
Traumreise
auf die Seychellen im Oktober/November 2005
Einmalige Gelegenheit: fnz und RSEC (Red Sea Environmental Center) organisieren vom 21. Oktober bis 6. November 2005 (Zeit der Walhaie!) eine 16-tägige Seychellenreise unter der Leitung des profunden Kenners der Inseln, dem Meeresbiologen und Buchautor Dr. Robert Hofrichter ("Mittelmeer", "Seychellen – Juwelen im Indischen Ozean" u.a.) sowie dem Ornithologen Martin Riesing von bird.at
Der Schwerpunkt dieser Reise wird vor allem auf Naturerlebnissen liegen. Sie ist für Taucher und Nichttaucher gleichermaßen geeignet. Egal, ob man hauptsächlich marinbiologisch, ornithologisch, botanisch oder herpetologisch interessiert ist oder einfach “nur” die traumhafte Natur erleben und genießen möchte.
Das Detailprogramm gibt's bei office@fnz.at
Jeder
Reisende, jeder Urlauber, jeder Naturfreund sollte es wissen: Was ist CITES?
CITES ist die Abkürzung für:
| C | onvention on |
| I | nternational |
| T | rade in |
| E | ndangered |
| S | pecies of wild Fauna and Flora |
oder Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten
Arten frei lebender Tiere und Pflanzen,
auch Washingtoner Artenschutzübereinkommen genannt.
Kanada:
Paläontologen entdeckten Überreste eines giftigen Säugetieres
Bereits 1991 entdeckten Richard Fox und seine Mitarbeiter
(University of Alberta) die 60 Millionen Jahre alten fossilen Überreste
eines mausgroßen Säugetieres, das offensichtlich Giftzähne
besaß.
Das Fossil erhielt den Namen Bisonalveus browni und besaß in den oberen
Eckzähnen rinnenartige Kanäle, durch welche das Gift, wie beim Biss
heutiger Giftschlangen, injiziert wurde.
Die geringe Anzahl derzeitig lebender giftiger Säugetierarten zeigt jedoch,
dass sich diese Eigenschaft entwicklungsgeschichtlich nicht durchsetzte. Die
Forschungsergebnisse sind in der aktuellen Ausgabe von "Nature"
veröffentlicht. (Quelle: www.cbc.ca)
Der Warnruf
der Schwarzkopfmeise enthält Details über die Gefahrenquelle
Die kleinen Meisen wissen anscheinend genau, vor welcher
Gefahr sie warnen, wenn sie ihren Warnruf loslassen.
Wenn der Feind, ein Habicht, ein Falke oder eine Eule, aus der Luft im Anflug
ist, warnen sie mit einem „seet“-Ruf. Mit einem „Chick-a-dee-dee“
zeigen die Vögel einen Feind an, der am Boden sitzt.
Zwei Wissenschaftler von der Universität in Seattle haben damit herausgefunden,
dass die Meisenart nicht nur über eine potentielle Gefahr, sondern auch
über den Charakter der Gefahr, wie Art und Größe des Angreifers,
Auskunft geben kann. (Quelle: www.diepresse.com)
Ist Methan
aus dem Meeresboden an der Klimaerwärmung beteiligt?
Jedem, der den Bestseller „Der Schwarm“ gelesen hat, ist Methan
bzw. Methanhydrat ein Begriff. Doch nicht nur in Romanen beschäftigen
sich Wissenschaftler mit diesem bemerkenswerten Stoff.
Wissenschaftler an Bord des australischen Forschungsschiffes "Southern
Surveyor" fanden nach Bohrkernanalysen tropischer Korallen vor der australischen
Küste Anzeichen für eine Klimaerwärmung während der letzten
20 Jahre.
Greg Brunskill, Leiter des Forschungschiffes, vermutet, dass sich die Hälfte
der menschlich produzierten Treibhausgase in den Ozeanen löst, aber zusätzlich
durch aufsteigendes Methan aus dem Meeresboden vermehrt werden.
Greg Brunskill erklärt, dass der Umfang der Methanfreisetzung im Meer
erfasst werden müsse, damit ermittelt werden könne, welchen Einfluss
marines Methan auf die Klimaerwärmung
hat. (Quelle: www.abc.net.au)
Wie seit
vielen Jahren Tradition, stehen auch im Jahr 2005 Kurse zum Thema
Mittelmeer und Aufenthalte auf der wunderbaren toskanischen Insel Giglio auf
dem Programm. Der nächste Termin: zur Weinlese (10. - 20. September).
Geleitet werden die Biologie- und Tauchkurse vom Mittelmeerkenner, Mitautor und Herausgeber des Standardwerkes Das Mittelmeer, Dr. Robert Hofrichter.
Galápagos-Tagebuch
und Fotos
Franziska war so nett und hat über unsere Galápagos-Expedition im Februar 2005 ein Tagebuch geführt und eine Kurzfassung und etliche Fotos zur Verfügung gestellt.
2006 gibt es wieder eine Galápagosreise, wenn sich genügend Interessenten melden: Kurze mail an office@fnz.at genügt!
Zu den Fotos und Kurztagebuch: ![]()
Seit einigen Wochen ist das fnz-Filmteam, bestehend aus Kameramann Roland Wieland, Redakteur, Moderator und Organisator Herbert Gschwendtner und dem Biologen Robert Hofrichter von der Galapagosreise zurück. Nun gilt es aus etwa 18 Stunden Rohmaterial über und unter Wasser jenen faszinierenden Naturfilm zu kreieren, der in unseren Gedanken bereits existiert und den wir in einigen Monaten der Öffentlichkeit präsentieren wollen.
Einige Fotos von den Dreharbeiten vermitteln einen Eindruck über unsere Erlebnisse, die – da sind sich alle ausnahmslos einig – niemand von uns vergessen wird. Selbst wenn man schon viele Wunder dieser Erde gesehen hat, Galápagos war für alle das bisher einzigartigste Naturerlebnis.
Der Film, der das Schicksal des Piloten Vitalij und seiner ukrainischen Familie Lialio schildert, ist fertig. Nach der geplanten Präsentation des Filmes im engeren Kreis im berühmten “Hangar 7” von Red Bull am Flughafen Salzburg, wird der Film in mehreren Ländern – auch Übersee – ausgestrahlt werden. Die Sendetermine werden wir auf der Webseite des fnz bekanntgeben.
Höhepunkt
des Jahres am RSEC - Was Sie immer schon über Haie wissen wollten aber
nie zu fragen wagten
Haie, die unbekannten Wesen: Alles, was Sie immer schon über Haie wissen wollten, aber nie zu fragen wagten. Ein Haikurs für Taucher, Studenten, Biologen – und alle Freunde der Meer, die sich für die bedrohten Top-Prädatoren des Ozenas interessieren.
14 Tage nichts als Haie – mit Dr. Robert Hofrichter und dem RSEC-Team in Dahab
Termin: 13. - 27. November 2005
Das Red Sea Environmental Center (RSEC) in Dahab am Roten Meer veranstaltet
2005 einen Haikurs, den die Teilnehmer nicht so schnell wieder vergessen werden.
Das “Private Leben der Haie” ist zugleich Titel und Thema eines
RSEC-Projekts in Kooperation mit der Uni Graz, das 2005 starten wird. Unsere
These: Wir wissen über das Leben der Haie eigentlich immer noch recht
wenig, selbst wenn manche Experten aus Gründen der Vermarktung das Gegenteil
behaupten!
Nach einer Woche “Eintauchen”, verknüpft mit einer theoretischen
Einführung in die Welt der Haie durch Vorträge, Präsentationen,
Filmvorführungen, Analyse von Filmsequenzen und Diskussionsrunden, folgt
eine 1-wöchige Tauch- und Bootsafari im Roten Meer. Die Theorie ist uns
zu wenig, wir wollen zumindest einige Haiarten auch lebend sehen.
Durch ihre potenzielle Gefährlichkeit für Menschen (die in den Medien
maßlos übertrieben wird …), gibt es wohl für den Taucher
und jeden Liebhaber des Meeres kaum eine vergleichbar “angstzinierende”
Gruppe von Meerestieren (dieses Kunstwort wurde von sharkproject kreiert,
um die abivalente Stellung der Haie zwischen Angst und Faszination darzustellen).
Und kaum eine andere Tiergruppe wird so stark verkannt und fehlinterprätiert,
weil Angst, ja der nackte Horror, oft die sachliche Betrachtung trüben.
Was sind sie also wirklich, Freßmaschinen, Bestien, oder ganz “normale”
Kreaturen der Meere? Ist es wahr, dass es “keine gefährlichen Haie
gibt, nur gefährliche Situationen” (Zitat Dr. Erich Ritter).
Sind Haie Fische? Was sind überhaupt Fische? Sind Haie und Rochen zwei
unterschiedliche Gruppen? Was zeichnet Haie aus und wie unterscheiden sie
sich von den “anderen” Fischen, den Knochenfischen? Anatomie und
Physiologie werden schon nach einigen Kursstunden bald als spannende und nicht
als trockene Bereiche der Biologie erkannt, sobald man die Zusammenhänge
zwischen Form und Funktion zu begreifen beginnt. Wie ist der aktuelle Stand
des Wissens über die Biologie, Ökologie und Verhalten der Haie?
Wieviele Haiarten gibt es und wie kann man sich ihre Systematik leichter einprägen?
Was wissen wir über ihre Evolution und Stammesgeschichte? Was wissen
wir über die bekanntesten Haiarten wirklich, über ihr “privates
Leben”, oder wie es in der Fachsprache heißt, ihre Autökologie?
Was wir von ihnen bei Tauchen zufällig erblicken, sind weniger als nur
Momentaufnehmen aus ihrem Leben.
Das lang
erwartete Wildtierbuch ist erschienen!
Die Rückkehr der Wildtiere
Nachdem 2004 bereits eine Monographie über den Luchs im Leopold Stocker Verlag erschienen ist, liegt nun auch das Hauptwerk druckfrisch vor: Die Rückkehr der Wildtiere. Das Buch wurde am 16. März 2005 im Tiergarten Köln präsentiert. Das Interesse der Medien an diesem Thema ist groß. Das fnz wird in den kommenden Monaten eine eigene Buchpräsentation veranstalten und eine Kampagne im Interesse der zurückkehrenden Wildtiere durchführen.
Die Zerstörung der Hochmoore ist eines der drängendsten
Problematiken im Naturschutz. 30 Millionen Kubikmeter Torf werden jährlich
abgebaut und nur mehr wenige dieser einst weitverbreiteten Feuchtgebiete sind
in Mitteleuropa übrig geblieben. Hoffnung kommt vom Greifswalder Botanikinstitut:
mit dem Torfmoos (Sphagnum spec.), das ein großes Potenzial als nachwachsender
Rohstoff hat, könnte die Zerstörung der Moore zur Gewinnung von
Torf für den Gartenbau gebremst werden!
Mehr info:
http://www.3sat.de/nano/news/72284/index.html
http://laoek.botanik.uni-greifswald.de/
Goldfische - ein Problem in heimischen Gewässern
Die Situation für unsere heimischen Amphibien ist durch Lebensraumverlust, Tod auf Strassen oder Verinselung der Populationen bereits sehr angespannt. Ein weiteres Problem, welches immer häufiger und meist durch Unkenntnis der ökologischen Zusammenhänge ohne böse Absicht von Menschen verursacht wird, ist das Aussetzen von nicht heimischen Tierarten (Goldfisch, Sonnenbarsch, Schmuckschildkröten, usw.) in naturnahe Gewässer.
Gedankenloses oder mutwilliges Aussetzen solcher Arten in der freien Natur ist verboten und trägt zur Bedrohung und Zerstörung der Artenvielfalt bei!
Neuer Haifilm von Jean-Michel Cousteau
In den IMAX-Kinos Berlin und Nürnberg läuft bereits der Film "HAIE 3D" von Jean-Michel Cousteau. Ins IMAX Wien wird er im Herbst 2005 kommen.
Das Filmprojekt wurde auch von der UNO unterstützt, da der Film den notwendigen Schutz der Haie stark betont. Kein "Jaws xx"-Schocker also, sondern ein Film mit Aufklärungs- und Informationsgehalt!
Zitat J.-M. Cousteau:
"The minute I saw this amazing footage, I knew I had to be involved with
this documentary. With this 3D experience, you ARE the diver, swimming weightlessly
with sharks all around. SHARKS 3D sheds new light on the urgent need to protect
these magnificent endangered animals, which are so essential to the survival
of our oceans. To inspire and educate people to act responsibly in order to
ensure the preservation of the world’s oceans is a mission the film
and I have long shared."
Finning auch im Roten Meer! Wie Robert
Wilpernig, Chef von Wirodive berichtet...
Finning auch im Roten Meer! Robert Wilpernig, Chef von Wirodive sendete einen Hilferuf an Sharkproject und dieses leitete die Information an das RSEC in Salzbug bzw. Dahab weiter. Harald Bänsch von Sharkproject berichtet:
Uns erreichte ein Hilferuf aus dem Süden Ägyptens wo mittlerweile
am bekannten Tauchplatz Elphinstone Reef
Weißspitzenhochseehai gefischt und gefinnt werden. Laut Aussage von
vielen Bekannten darf das Elphinstone Reef nicht befischt werden - es handelt
sich also hier um illegale Befischung. Die Mitarbeiter von RSEC versuchen
nun bei den ägyptischen Behörden zu intervenieren um diesem Treiben
ein Ende zu setzen. Eine Bitte an Taucher und andere Naturfreunde, die mit
aktuellen Informationen zur Situation am Elphinstone Reef helfen können:
schickt uns eine email! Jede neue und aktuelle Information kann uns im Kampf
gegen das illegale Abschlachten der Haie weiter bringen!
Hier
gibt es etwas für Kinder von 9 bis 99 …
Was Erwachsene als Kinder schon immer wissen wollten, aber meist nicht (… zu fragen wagten) erklärt bekamen, was Kinder heutzutage über die Entstehung der Welt fragen (wie kommt das Salz ins Meer, wie entsteht ein Regenbogen oder was sich eigentlich beim Gewitter abspielt …), all das weiß bereits das kleine Schweinchen Namens Schnüfferl. Das Schweinchen ist der Held in dem lesens- und liebenswert geschriebenen Buch von Univ.-Prof. DDr. Gottfried Tichy
Unseren
Flusskrebsen wird in letzter Zeit wieder verstärkt Aufmerksamkeit zuteil.
Man hat erkannt, welche große Bedeutung Krebsbestände für
unsere Gewässer haben, sowohl in ökologischer als auch in ökonomischer
Hinsicht …
Unseren Flusskrebsen wird in letzter Zeit wieder verstärkt Aufmerksamkeit zuteil. Man hat erkannt, welche große Bedeutung Krebsbestände für unsere Gewässer haben, sowohl in ökologischer als auch in ökonomischer Hinsicht . Flusskrebse und Muscheln fallen österreichweit unter das Fischereigesetz. In West-Österreich sind drei Arten von Flusskrebsen heimisch, der Edel-, der Stein- und der Dohlenkrebs. Der letztere allerdings nur an ganz wenig Stellen in Kärnten und Tirol. Signal- und Kamberkrebs wurden aus Nordamerika eingeführt, um die Krebsbestände zu erhöhen. Diese Krebsarten sind jedoch Überträger der Krebspest, die äußerst ansteckend und für die heimischen Arten tödlich ist. Gewässer, die mit amerikanischen Arten besetzt sind, können nicht mehr für die heimischen Arten verwendet werden. Die größte Gefahr für die Krebse kommt also aus den "eigenen Reihen"! Eine weitere Krebsart die ebenfalls in West-Österreich nicht heimisch ist, ist der Gallizier oder Sumpfkrebs. Er wurde aus Osteuropa in einige unserer Seen eingesetzt. Er gehört auch nicht hier her, ist aber kein Überträger der Krebspest.
Seltene
Begegnung unserer Taucher mit einer stark gefährdeten Tierart im Roten
Meer
Sie sind im Roten Meer – und nicht nur da – schon recht selten geworden und verhalten sich Tauchern gegenüber normalerweise äußerst scheu – die Gabelschwanz-Seekühe oder Dugongs (Dugong dugon).
Immer wieder gab es Gerüchte unter ägyptischen Fischern, dass es im Bereich der so genannten ’Torfa Tani’ Bucht, ca. zwei Stunden Bootsfahrt südlich von El Quseir, eine kleine Population der stark gefährdeten Meeressäuger geben soll. Diesen Gerüchten folgend, erkundeten im Juli 2004 die beiden Taucher und fnz/RSEC-Mitglieder Rosemarie und Wilfried (Willy) RIEDER aus Großgmain bei Salzburg in mehreren Tauchgängen die Umgebung des beschriebenen Tauchspots.
Die beiden Naturliebhaber berichteten: “Nachdem wir ca. 15 Minuten von der Bucht gegen leichte Strömung in nordöstliche Richtung getaucht waren, entdeckten wir in ca. 25 Meter Tiefe eine ausgedehnte Seegraswiese. Wir suchten einige Minuten ergebnislos nach den großen Säugetieren und wollten eigentlich schon umkehren, doch was dann geschah ließ uns regungslos im Wasser treiben und aus dem Staunen nicht mehr herauskommen. Direkt neben uns “landete“ aus dem Freiwasser kommend und langsam auf die Seegraswiese einschwebend eine riesige Seekuh mit über 3 Metern Länge. Sie begann unmittelbar und direkt unter uns die Seegraswiese zu durchpflügen und stellenweise konnten wir das Tier im aufgewühlten Schlamm fast nicht mehr sehen. Sie fraß “was das Zeug hielt” und ließ sich durch unsere Anwesenheit in unmittelbarer Nähe nicht im Geringsten stören. Aus einer Entfernung von nur ca. 6 Metern konnten wir das Tier für ca. 5 Minuten in aller Ruhe beobachten und fotografieren. Nach dieser Zeit erhob es sich gemächlich aus der Schlammwolke, schwebte für Sekunden über dieser und stieg dann über unsere Köpfe hinweg zum Atmen an die Oberfläche auf. Unmittelbar darauf verschwand das ansonsten als äußerst scheu geltende Tier so schnell als es gekommen war wieder im Freiwasser.“
Zum Glück hatte Willy wie immer seine Unterwasserkamera dabei und es gelangen ihm trotz des trüben Wassers Bilder dieser seltenen Begegnung im Roten Meer.
Kaum
zurück und schon wieder in Gefahr: Pro Natura kämpft für den
Wolf. Helft dabei!
In Österreich ist der Wolf längst ausgerottet worden und nur ein
äußerst seltener Gast, doch in der Schweiz tritt er aus Südwesten
kommend immer häufiger auf. Keine andere rückkehrende Wildtierart,
auch nicht der Bär, hat es so schwer wie der Wolf: Er zieht seit Jahrtausenden
den Hass der Menschen auf sich. Die allermeisten Vorbehalte gegen den Wolf
basieren jedoch auf Unkenntnis und auf Vorurteilen. Das neue Buch “Rückkehr
der Wildtiere” link, das demnächst bei Leopold Stocker erscheinen
wird, widmet dem Wolf daher viel Aufmerksamkeit.
Die Artenschützer in der Schweiz schlagen nun Alarm. Der Bundesrat will
den Schutz des Wolfs in ganz Europa schwächen. Geht es nach dem Willen
der offiziellen Schweiz, soll der Wolf in der Berner Konvention zukünftig
in einer tieferen Schutzkategorie geführt werden. Das ist gefährlich.
Isegrim droht eine neue Ausrottungswelle. Die Verhandlung des ständigen
Ausschusses der Berner Konvention findet Anfang Dezember in Strassburg statt.
Pro Natura hat genug vom laschen Wolfsschutz, den die Schweiz vertritt. Pro
Natura protestiert deshalb mit einer E-Mail-Aktion gegen das Vorgehen des
Bundes. Bitte besuchen Sie die Website www.pronatura.ch
und schicken Sie noch heute eine Protest-Mail an Bundesrat Moritz Leuenberger.
Leiten Sie bitte diese Mail an Ihre Bekannten und Freunde weiter, damit der
Protest möglichst breit abgestützt ist. Pro Natura dankt Ihnen schon
jetzt für Ihre Unterstützung.
Pinselohr-Killer
in der Schweiz verurteilt
Wie Pro Natura (Schweiz) berichtet …
Luchse waren fast überall in Mitteleuropa ausgerottet. Doch ddank
aufwändigen Wiederansiedlungsprojekten kommt der Luchs in den letzten
Jahren und Jahrzehnten wieder zurück (Details siehe: Der
Luchs – Rückkehr auf leisen Pfoten). Leider gibt es
in der Jägerschaft immer noch schwarze Schafe, die diese streng geschützte
Tierart illegal abschießen. Wie Pro Natura berichtet, wurde am 30. Januar
2004 zum ersten Mal ein Täter verurteilt, der vorsätzlich einen
Luchs abgeschossen hatte. Ein Jäger und pensionierter Förster aus
Plasselb (FR) war im Herbst 2003 auf frischer Tat ertappt worden und gab später
noch weitere Luchstötungen zu. Nachdem im Berner Oberland und in den
Waadtländer Alpen Ende der 90er Jahre gleich reihenweise Luchse umgebracht
wurden, setzte Pro Natura im Sommer 2000 eine Belohnung von 7000 Franken für
Hinweise aus, die zur Aufklärung einer Luchstötung führen.
Pro Natura kann diese Belohnung nun ausbezahlen. Das Geld geht allerdings
nicht an die mutigen Helfer der Justiz. Diese verzichten auf die Belohnung
und stellen sie als Spende für ein Luchsprojekt der Stiftung Euronatur
im Balkan zur Verfügung.
Die erste Verurteilung eines Luchs-Killers zeigte bisher keine abschreckende
Wirkung. Die Luchswilderei geht weiter. Im Frühling wurde ein Luchs im
Kanton Freiburg vergiftet und in den Waadtländer Alpen starb ein Adler,
der wohl von einem für den Luchs ausgelegten Giftköder gefressen
hatte. Eine Schrotkugel entdeckten die Berner Veterinäre im Jungluchs,
der am vergangenen Wochenende im Baselbiet überfahren wurde. Auch diesem
Tier wollten Wilderer also an den Kragen. Wenn den Killern nicht endlich das
Handwerk gelegt wird, könnte der Luchs ein zweites Mal aussterben.
US-Regierung wollte bei Tunfisch mit „Delfinsicher-Logos“
schwindeln!
Selbst manche Vegetarier können ihm nicht widerstehen, dem Tunfisch aus der Dose. Doch bekanntlich machen Delfinschützer seit vielen Jahren oder vielmehr bereits Jahrzehnten darauf aufmerksam, dass beim Tunfischfang Tausende Delfine als Beifang in den Netzen ertrinken und so verenden. Zahlreiche Artenschutzorganisationen – so die Gesellschaft zur Rettung der Delphine – setzen sich für den Schutz der Meeressäuger ein.
In Zusammenhang mit der Wiederwahl von Präsident George W. Bush dürfte von Interesse sein, dass ein Gerichtsurteil gegen das US-Handelsministerium dieser Regierung seine diesbezügliche perfide Einmischungspolitik aufgedeckt und bestätigt hat. So wurden z.B. wissenschaftlich erwiesene Fakten zum Beifang von Delfinen unter Verschluß gehalten und auf Regierungen wirtschaftlich abhängiger Länder wie Mexico Druck ausgeübt. Damit sollte der Fischfanglobby gedient und die strengen Regeln für das Logo „delfinsicher gefangen“ aufgeweicht werden!
Wer sicher gehen will: Eine Liste der „delfinsicheren“ Tunfischmarken finden sich auch im Internet unter www.delphinschutz.org/dokus/thunfisch-liste.pdf
Es scheint, dass der Film "Nemo" dem Clownfisch (Anemonenfische,
Gattung Amphiprion) alles andere als gut getan hat. Entgegen der dem Film
zugrunde liegenden Botschaft von Umweltschutz, geht es jetzt den “Nemos
dieser Welt” und seinen Verwandten an den Kragen.
Ein sehr gutes Interview zu dieser Problematik wurde am 9. November 2004 auf
ABC (Australian Broadcasting Corporation) gesendet und ist jetzt als Transkript
auch online erschienen:
http://www.abc.net.au/foreign/content/2004/s1239666.htm
Anzumerken ist, dass es durchaus möglich ist, Anemonenfische zu züchten.
Der Raubbau in Vanuatus (und anderen) Gewässern ist trotzdem enorm profitabel
für Firmen wie SRS - Sustainable Reef Supplies (!), deren Teilhaber die
US-amerikanische Firma Segrest farm ist...
Die Aquariumindustrie wächst rasant! Nach offiziellen Zahlen der UNO
werden dieses Jahr 25.000.000 (!) Fische vor allem in Entwicklungsländern
von Riffplünderern gefangen und verkauft. Insider sprechen von einem
nochmal so grossen Schwarzmarkt. Länder wie Vanuatu und die Philippinen
sind bei diesem Geschäft ganz vorne mit dabei – dank korrupter
Beamter und Politiker! Dass mit diesem Leerfischen der Korallenriffe dem Tourismus
grosser Schaden zugefügt wird, ist kurzsichtigen und profitgeilen Geschäftsleuten
ebenso egal wie den Behörden vor Ort.
Ein weiteres trauriges Kapitel im Curriculum des homo sapiens sapiens!
Wenn
Salamandern wandern...
Vorsicht Autofahrer: Frösche, Kröten, Molche und Salamander auf Frühjahrswanderung
Alljährlich spielt sich im Frühjahr nach den ersten warmen Regenfällen auf unseren Straßen ein Drama ab. Hunderttausende Amphibien werden von Autos überfahren oder durch den Unterdruck der vorbeirasenden Fahrzeuge getötet. Die herpetologische Arbeitsgemeinschaft am Haus der Natur setzt sich im Bundesland Salzburg für den Schutz der bedrohten Amphibien ein. Wenn Sie bei diesen Schutzprojekten mithelfen wollen, wenden Sie sich bitte an Martin Kyek.
20
Jahre liegt er schon zurück, der legendäre Kampf um den Erhalt der
Hainburger Au. Am 8. Dezember 2004 erinnert ein Aktionstag in Stopfenreuth
…
20 Jahre ist es schon her, der legendäre Kampf um den Erhalt der Hainburger Au. Am 8. Dezember erinnert ein Aktionstag in Stopfenreuth an dieses sowohl für den Naturschutz als auch für die Politik prägende Ereignis.
Infos unter www.20-jahre-hainburg.at
mit Hinweisen auf den Aktionstag am 8. Dezember 2004 (mit buntem Veranstaltungsprogramm
in Stopfenreuth). Sonderzug und Bustransfer sind vorgesehen, alle Infos dazu
sind
auf der angegebenen Homepage zu finden!
Volksbegehren in Bayern vom 16. –
29. November 2004
Das Volksbegehren „Aus Liebe zum Wald“ entscheidet über die Zukunft von Wildkatze, Feuersalamander und Schwarzspecht...
Grünbrücken: Korridor für Wildtiere
Im Rahmen des LIFE-Projektes Schütt-Dobratsch (Kärnten) findet eine Fachtagung zu oben angeführtem Thema statt.
| Datum | 11. 11. 2004 |
| Zeit | 10:30 Uhr bis ca. 17:15 Uhr |
| Ort | Marktgemeinde Arnoldstein, Kärnten Treffpunkt Kulturhaus |
Günther Schwab zum 100. Geburtstag vielfach gewürdigt
Der Schriftsteller und Umweltpionier Prof. Dr. Dr. h. c. Günther Schwab
wurde anläßlich seines 100. Geburtstages am 7. Oktober 2004 von
Stadt und Land Salzburg sowie von der Republik Österreich, ausgiebig
gewürdigt.
Der Naturschutzbund in Salzburg organisierte gemeinsam mit dem Weltbund zum
Schutze des Lebens und Freunden von Günther Schwab eine Feierstunde im
Romanischen Saal im Erzstift St. Peter zu Salzburg. Als Gratulanten stellten
sich - im vollen Saal - weit über 150 Festgäste aus ganz Österreich
und
aus Deutschland ein. Das fnz schließt sich den Gratulationen an!
Istrien-Vortrag von Prof. Dr. Alfred Goldschmid
Professor Goldschmid ist seit seiner Studentenzeit ein Liebhaber Istriens
und schon lange ein ausgezeichneter Kenner der Region. Für ganze Generationen
von Biologiestudenten waren seine meeresbiologischen Kurse in Rovinj nicht
nur lehrreich, sondern auch prägend; sie bleiben unvergesslich.
| Datum | 23. November |
Beim fnz-Treffen am 23. November erzählt Professor Goldschmid in einem Diavortrag über die Natur- und Kulturgeschichte dieser faszinierenden Region an der nördlichen Adria, die durch historische Bande mit Österreich verbunden ist.